Wohnmobil gebraucht kaufen und verkaufen: Die Checkliste

Gebrauchtes Wohnmobil kaufen oder privat verkaufen: die Checkliste für die Besichtigung von Dach bis Wassertank, dazu Kaufvertrag, Bezahlung und Abmeldung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein junger Gebrauchter spart viel Geld. Wir haben rund 12.000 Euro, also rund 20 %, im Vergleich zu einem Neuerwerb gespart und das bis heute nicht einmal bereut.
  • Auf das Bauchgefühl hören. Lieber einen Gebrauchten stehen lassen und sich durch Knappheit am Markt niemals einlullen oder überreden lassen.
  • Feuchtigkeit ist der Feind Nr. 1. Dach, Silikonfugen, Dichtungen und Unterboden zeigen, ob das Wohnmobil gepflegt wurde.
  • Beim Verkauf gilt Bargeld, sonst nichts. Kein Fahrzeug ohne vollständige Bezahlung übergeben und nur den eigenen Vertrag nehmen.
Händlerhof mit vielen gebrauchten Wohnmobilen und Kastenwagen in Reihen, vorne ein weißer Pössl Summit, hinten ein Schild Gebrauchte

Der Ratgeber für den Gebrauchtkauf oder Gebrauchtverkauf. Mit Tipps, Erfahrungen und der Checkliste für alle Bereiche, um nicht in die typischen oder außergewöhnlichen Fallen zu tappen.

Geld sparen mit dem Gebrauchtkauf

Wir haben unser Fahrzeug beim Händler gebraucht gekauft. Sonst hätten wir uns finanziell zu weit aus dem Fenster gelehnt. Und das ist früher oder später immer mit Schmerzen verbunden. Daher haben wir uns auf unserem langen Entscheidungsweg mit dem Gedanken angefreundet, ein gebrauchtes Wohnmobil zu erwerben. Den ganzen Entscheidungsweg haben wir im Ratgeber zum Wohnmobilkauf aufgeschrieben.

Rund 15.000 Kilometer waren auf dem jungen Fahrzeug unserer finalen Wahl. Das ist für ein Wohnmobil nicht viel. Wir haben aber rund 12.000 Euro, also rund 20 %, im Vergleich zu einem Neuerwerb gespart. Bis heute haben wir das nicht einmal bereut.

Teilintegriertes Wohnmobil mit offener Aufbautür auf einem Feldweg zwischen Maisfeld und Bäumen, links oben das camper.help Logo

Gebrauchtes Wohnmobil kaufen: meine Tipps

Über die Jahre haben sich aus camper.help und meinen Camper-Workshops einige Tipps und Erfahrungen angesammelt. Natürlich gibt es exzellente Händler und jede Menge gute private Verkäufer, aber auch ebenso alle anderen Gestalten. Hier erst mal die allgemeinen Tipps, danach die ausführliche Muss-Checkliste im Detail von Aufbauten bis Wassertank.

Kauf beim Händler oder privat

Die Google-Rezensionen sprechen Bände. Das ist die Informationsquelle Nr. 1. Bei privaten Angeboten ist das deutlich schwieriger. Hier sind aber auch die Bewertungssysteme der Angebots-Plattformen ein wichtiger Indikator, wie seriös das Angebot ist.

Zeit zum Überlegen

Neu ist nie wirklich verkehrt, aber teuer. Vielleicht ist ein guter, gepflegter Gebrauchter auch schon ausreichend. Bitte beherzigt einen wirklich gut gemeinten Tipp zum Start. Auf das Bauchgefühl hören und lieber einen Gebrauchten stehen lassen und sich durch Knappheit am Markt niemals einlullen oder überreden lassen.

Wohnmobile aus der Vermietflotte

Zeit muss man mitbringen. Wer länger auf einen Gebrauchten aus einer Vermietflotte wartet, kann sich mit einem Gedanken trösten. Die Wartezeit für Neufahrzeuge war 2021, als ich das geschrieben habe, aufgrund der schwierigen Lieferketten sogar noch deutlich länger.

Der richtige Zeitpunkt

Bei Gebrauchtfahrzeugen muss man sich im Winter, spätestens im Frühjahr bereits für ein Fahrzeug am Ende der Saison (September oder Oktober) anmelden.

Bei Neufahrzeugen waren 2021 aufgrund der Lieferschwierigkeiten 1 Jahr Wartezeit bei vielen Marken nicht unüblich. Es gab in der Nähe von München sogar einen Hersteller, welcher per se mit 2 und mehr Jahren Wartezeit aufwarten konnte. Manche Hersteller können aber auch schneller liefern, daher muss man mit allem rechnen. Es hilft nur nachfragen.

Beim Gebrauchten lässt sich verhandeln

Wir hatten Glück und haben bei unserem Gebrauchten aus der Vermietflotte noch etwas verhandeln können. Bei Neufahrzeugen ist oft bei der Ausstattung was drin.

Die Händler- bzw. Messerabatte sind übrigens meist ein Paketnachlass auf zusätzliche Einbauten. Auf das nackte Fahrzeug selbst sind nur marginale Nachlässe drin. Daher kommt es immer wieder zu Aussagen einiger Käufer, sie hätten dicke Rabatte bekommen. Das ist schon richtig, aber nur, weil entsprechende zusätzliche Ausstattungspakete geordert wurden.

Mehrere Wohnmobile mit Alkoven, Teilintegrierte und ein Kastenwagen in einer Reihe auf einer grünen Wiese unter Wolkenhimmel

Checkliste für den Gebrauchtkauf eines Wohnmobils

Bei Autos kennt man im Laufe der Jahre schon die Ecken, wo man besonders drauf schaut. Aber bei gebrauchten Wohnmobilen ist deutlich mehr Wissen gefragt. Über die vielen Jahre der unzähligen Beratungsgespräche meiner Camper-Workshops habe ich meine persönliche Liste immer weiter erweitert.

Auch aufgrund der vielen Fragen aus meinem Bekannten- und Freundeskreis ist eine entsprechende Liste daraus geworden. Und ja, ganz ehrlich. Natürlich wird man nicht die ganze Liste komplett durcharbeiten können. Kurz vor der Unterschrift eines Kaufvertrags sollte aber die Zeit zur Verfügung stehen, die dir wichtigsten Punkte durchzuarbeiten. Nervt oder drängelt dich der Vorbesitzer, dann frage ihn, ob du das Fahrzeug alleine in Ruhe und ohne Zeitdruck durchschauen darfst.

Die Foren sind voll von bösen Geschichten von maroden Wohnmobilen und Wohnwagen. Ist der Käufer nicht bereit, sich kurz vor der Zahlung bzw. Unterzeichnung des Kaufvertrags eine Stunde Zeit zu nehmen, ist eh schon Vorsicht angesagt. Hier die Checkliste von Aufbauten bis Wassertank in allen Facetten, welche dir helfen wird, nicht in die typischen Fallen zu tappen.

Dach, Markise und Fahrradträger

Das Dach ist das am wenigsten geprüfte Element und dabei so wichtig.

Wohnmobildach mit Solarmodul und blauem Eimer, Pfeile und Schrift Dachluken, Silikon und Dichtungen prüfen sowie Markise und Regenrinne prüfen
  • Aufbauten und Dachluken außen. Wer schaut schon aufs Dach. Dabei ist das sehr wichtig. Der Zustand der Silikonfugen rund um die Dachluken ist ein hervorragender Indikator für ein gepflegtes Wohnmobil. Sind die Aufbauten (Satellitenschüssel, Reling, Solaranlage) wackelig oder setzt der Schmodder am Dach an?
  • Dichtungen, Schimmel und Moos. Ist Moos oder Schimmel in den Dichtungen oder sind diese gut gepflegt? Etwas Schimmel und Schmodder ist mit den Jahren allerdings fast normal. Es geht um den Gesamteindruck. Liegt nur noch Dreck rund um die Luken, dann lässt das tief blicken.
  • Markise. Ist die Markise gängig und im guten Zustand? Schmodder und Mief lassen sich nicht immer vermeiden, aber stimmt der Gesamteindruck? Der kleine Profitipp. Der beste Indikator für ein gepflegtes Wohnmobil ist unter anderem, wenn die versteckte Regenrinne der Markise (vom Dach erreichbar) frei ist.
  • Der Fahrradträger. Wackelt der Heck-Fahrradträger unnatürlich stark? Direkt an den Befestigungspunkten wackelt in der Regel gar nichts.

Außenhülle und Unterboden

Das Erkennen der Wasserschäden ist eines der primären Dinge, wenn es um ein gebrauchtes Wohnmobil geht.

Verschmutzte Silikonfuge mit dunklen Flecken an der weißen Außenwand eines Wohnmobils, Nahaufnahme
  • Außendichtigkeit des Fahrzeugs. Unversehrte GFK- oder Aluminiumoberflächen?
  • Zustand der Silikonfugen. Die Silikonfugen dürfen natürlich dreckig sein, so wie auf dem Bild oben. Diese sollen aber noch gleichmäßig vorhanden sein. Im Speziellen bei Teilintegrierten der Übergang von Fahrerhaus zum Aufbau.
  • Wie ist der Zustand der Spaltmaße? Zu hohe oder unregelmäßige Spaltmaße? Sind die Fugen schon gerissen, deutet das in manchen Fällen auf einen verdeckten Unfallschaden oder mangelnde Qualität des Herstellers hin.
  • Der oft vernachlässigte Unterboden. Wer es ganz richtig machen will. Zur Außenhülle gehört auch der Unterboden. Auf Löcher und Risse prüfen. Sind die Hüllen für Kabel beschädigt? Rost und Co beachten. Ist irgendwo beim Fahrzeug Öl zu sehen, oder am Boden, wo das Fahrzeug stand?
  • Wasserschäden am Unterboden. Hat euer Wohnmobil oder Wohnwagen noch keinen GFK-Unterboden, dann wirst du nicht drumherum kommen, unter das Fahrzeug zu kriechen. Eventuelle Wasserschäden oder Verkleidungsprobleme sind nur dort zu begutachten. Den Blaumann oder einen Pappkarton zum Drauflegen mitnehmen hat bei meinen Besichtigungen noch nie geschadet.

Elektrik: Schalter, Licht, Batterie

Bereits vorhandene Probleme in Elektrik, Batterie oder Licht sind kein gutes Zeichen und lassen sich meist nur mit viel Zeit- und Geldaufwand beseitigen.

Eingebaute graue Bleibatterie mit Kabeln und roter Polkappe in einem Holzfach unter dem Sitz eines Wohnmobils
  • Die Batterie (Aufbau und Fahrzeug). Ist eine Bleibatterie verbaut? Kann man das Herstellungsdatum (z. B. über einen Aufkleber) sehen? Blei-Batterien älter als 5 Jahre sind bald fällig.
  • Die Schalter prüfen. Zeitlich ein schwieriges Thema, aber unbedingt prüfen. Funktionieren alle Schalter?
  • Flackert das Licht? Gerade bei Dimmern spricht flackerndes Licht für wenig Gemütlichkeit. Auch Probleme in der Batterieversorgung sind nicht selten.
  • Fahrzeugelektrik im Cockpit prüfen. Fehlerleuchten checken. Funktionen prüfen. Gehen die Scheinwerfer, Seitenleuchten und Rückleuchten? Patzt das Fahrzeug bereits in dieser Disziplin, dann wird es auch sonst eng, und es spricht nicht für eine gute Wartung des Fahrzeugs.

Gasanlage und Heizung

Hier geht es nicht nur um behagliche Wärme, sondern auch um Sicherheit.

Offener Gaskasten eines Wohnmobils mit 2 grauen Gasflaschen, Prüfanhängern, Gasregler und orangen Schläuchen
  • Prüfen der Schläuche. Auf den orangen Druckschläuchen ist das Herstellungsdatum aufgedruckt. Maximal 10 Jahre sind erlaubt. Danach müssen betroffene Komponenten getauscht werden.
  • Gasprüfung und Dichtigkeitsprüfung. Unterlagen der Gasprüfung bzw. Dichtigkeitsprüfung zeigen lassen. Prüfaufkleber hinten am Nummernschild prüfen.
  • Die Heizung ist wichtig. Heizung über mindestens 10 Minuten laufen lassen. Läuft der Ventilator rund?
  • Für die Profis, die Größe der Gasflammen. Gasflammen alle gleichzeitig brennen lassen. Ändert sich die Größe der Gasflammen am Herd, wenn die Heizung zugeschaltet wird? Dann deutet das auf einen bereits verölten Gasregler hin.

Seit 19. Juni 2025 ist die Gasprüfung wieder Pflicht, fällig alle 24 Monate. Alles zu Flaschen und Schläuchen steht im Beitrag Alu- und Stahl-Gasflaschen, alle Daten und die Erfahrungen.

Innenraum: Geruch und Feuchtstellen

Feuchtigkeit und falsches Lüften führen zu Mief und verdecktem Schimmel im Wohnmobil.

Orange Schimmelflecken in der Ecke zwischen Wand und Boden in einem Wohnmobil

Schimmel in der Ecke, Foto eines camper.help Lesers

  • Die Nase entscheidet grundsätzlich mit. Beim Betreten darauf achten, ob das Fahrzeug absichtlich gerade durchgelüftet wird. Wenn ja, dann alles schließen und erneut beim Betreten auf Modergeruch achten.
  • Der Kühlschrank. Auch in den Kühlschrank rein riechen. Abwarten, ob der Kühlschrank funktioniert, kann man übrigens nicht, denn die Kühlphase dauert einige Stunden.
  • Zündfunke beim Gaskühlschrank. Für die Profis. Man kann sehr gut testen, ob der Zündfunke bei Gaskühlschränken funktioniert. Zündet der Kühlschrank nach dem 5. bis spätestens 8. Klackern nicht, dann kann die Gasdüse ein Problem haben.
  • Die Möbel und Einrichtung. Sind die Möbel alle schließbar und gängig?
  • Auf Feuchtstellen und Verfärbungen achten. Wer ein Feuchtigkeitsprüfgerät hat, sollte dies mitnehmen, um bei sichtbaren Indikatoren messen zu können.

Schimmel entsteht ab 70 % relativer Luftfeuchtigkeit, die meisten Arten ab 80 %. Wie man undichte Stellen wieder schließt, steht im Beitrag Kleben und Dichten im Campervan, Wohnwagen und Wohnmobil.

Papiere und Kaufvertrag

Der Einsteiger, aber auch der Profi kann bei komplexen Wohnmobilen ohne entsprechende Unterlagen verzweifeln.

Rückseite der Zulassungsbescheinigung Teil I mit der Erklärung der Felder und Codes
  • Die Anleitungen der Geräte und des Fahrzeugs. Anleitungen sind nie verkehrt. Sind alle vorhanden?
  • Zulassungsbescheinigung und Fahrzeugbrief. Prüfen, ob vollständig und TÜV-Stempel eingetragen bzw. aktuell sind.
  • Ein ADAC-Mustervertrag zum Autokauf hilft auch beim Wohnmobil. Zusätzlich machen Klauseln wie „Alle Einbaugeräte, Heizung, Pumpen funktionieren einwandfrei“ schon Sinn. Ein Verkäufer, der das verweigert, sollte skeptisch machen.
  • Ausweis und Namen. Unbedingt mit den Fahrzeugpapieren vergleichen. 2021 wurden viele unterschlagene Wohnmobile am Markt gemeldet.
  • Gibt es ein Wartungsheft und ist die Gasprüfung gemacht? Hat es Beanstandungen beim letzten TÜV-Bericht gegeben?
  • Bei Kauf bei einem Händler. Unbedingt Google- oder Trustpilot-Bewertungen prüfen, ob der Händler seriös und zuverlässig ist. Es gibt auch unter den großen Händlern schwarze Schafe.

Den ADAC-Kaufvertrag privat an privat (PDF) gibt es in einer eigenen Fassung für gebrauchte Wohnmobile. Der Vertrag gilt nur für den privaten Verkauf, verkauft ein Händler, ist der Haftungsausschluss unwirksam.

Probefahrt: Augen und Ohren offen

Ein entscheidender Faktor über Probleme im Fahrzeug ist ein bewegtes Wohnmobil und die Innenraumgeräusche.

Tacho im Cockpit eines Fiat Ducato mit Anzeige Reichweite 710 km, 44 Grad Außentemperatur und 63.765 km Kilometerstand
  • Augen und Ohren offen halten. Geräusche beachten. Läuft der Motor sauber (gleichmäßiger Drehzahlmesser im Leerlauf) oder rußt es beim Start raus?
  • Kupplung und Co. Ist die Kupplung leichtgängig und ist eine saubere Schaltung der Gänge gegeben?
  • Innenraumgeräusche bei Unebenheiten oder in Kurven beachten. Mal auf einen Randstein und vielleicht sogar eine schlechte Straße wählen.

Reifen: DOT-Nummer, Profil, Index

Die Reifen entscheiden über die Sicherheit der Insassen und werden beim Kauf vielfach unterbewertet.

Reifenflanke eines Wohnmobilreifens auf Stahlfelge, die DOT-Nummer ist grün eingerahmt
  • Beschädigte oder abgeriebene Flanken und die DOT-Nummer. Sind die Reifen gleichmäßig abgefahren? Bei Wohnwagen mit 100er Zulassung sind Reifen älter als 6 Jahre nicht erlaubt. Stichwort DOT-Nummer.
  • Die Profiltiefe. Entspricht die Profiltiefe dem Preis? Ein Satz neuer Wohnmobilreifen kostet schließlich zwischen 800 und 1.000 Euro.
  • Fahrzeugindex und Lastindex. Passen die Indexe zum Fahrzeug? Gerade bei Winterreifen ziehen selbst die lieben Händler schon mal grenzwertige Reifen auf.

Die 4 Ziffern am Ende der DOT-Nummer stehen für Produktionswoche und Jahr, 0616 heißt Woche 06 im Jahr 2016. Beim Thema Reifen gibt es viele Details wie Tragfähigkeitsindex oder Lastindex zu wissen. Bei Interesse geht es hier in die Tiefe.

Fenster, Dachluken innen, Rollläden

Feuchtigkeit im gebrauchten Wohnmobil ist der Feind Nr. 1 für behagliches Campen und Wohnen.

Schwarze Ränder an der Gummidichtung einer Dachluke, mit roten Pfeilen markiert
  • Die schwarzen Ränder an Dichtungsgummis. Sobald schwarze Ränder vom Dichtungsgummi an den Seitenfenstern und der Dachluke zu finden sind, wurde das Acrylglas falsch gewartet. Die Wahrscheinlichkeit steigt mit der Zeit, dass diese bei starkem Regen nicht mehr ganz dicht sind.
  • Schwergängige Fenster und Luken. Das mit dem nachträglich leichtgängig Machen ist so eine Sache. Es gibt kaum Einstellungsmöglichkeiten.
  • Schließt die Luke gut? Eine gute und dichte Luke oder ein Fenster gibt nicht nach, wenn man dagegen drückt.
  • Wasserschäden am Dach und an Seitenwänden. Sind Eintrittsstellen von Wasser und Wasserflecken am Dachhimmel oder auch an Seitenwänden zu sehen? Achtung, dann wird es gleich richtig teuer. Finger weg, außer es ist ein Megaschnäppchen und man ist handwerklich begabt.
  • Fliegengitter und Rollläden. Sind alle Rollläden und Fliegengitter einwandfrei? Wechseln ist möglich, aber immer mit Geld und Zeit verbunden.

Wie man die Dichtungen richtig pflegt, steht im Beitrag Achtung Acrylglas, Gummidichtungen richtig pflegen.

Wassertank und Pumpe

Gewartete Wassertanks machen Sinn, denn schließlich ist sauberes Wasser auf Reisen unersetzlich.

Blick in einen weißen Wassertank im Wohnmobil mit gelblichem Kalkfleck am Boden und schwarzem Ansaugrohr
  • Die Nase ist unersetzlich. In den Wassertank die Nase reinhalten. Weißer Kalk ist nicht das Problem, aber Verfärbungen des Tanks deuten auf ein Problem hin. Wenn der Tank schon schlecht aussieht, dann werden die Leitungen nicht besser.
  • Armaturen auf Funktion prüfen. Klingt oder rattert die Pumpe? Bei Mikroschaltern an den Armaturen sollten diese auch funktionieren.
  • Wasserschäden suchen. Optisch in Augenschein nehmen.

Wohnmobil privat verkaufen: meine Checkliste

Was sind eigentlich die Themen beim Gebrauchtverkauf, an die man sich halten sollte? Ich muss dazu sagen, dass dies nur die Tipps von meinen vielen Autoverkäufen sind. Ich habe bislang noch kein Wohnmobil wieder verkauft, aber ich habe konkrete Vorstellungen, wie ich das anpacken würde.

  • Viel Zeit in Fotos investieren. Nahaufnahmen aller wichtigen Teile helfen beim Verkauf wesentlich weiter. Vorher das Wohnmobil oder den Wohnwagen auf Vordermann bringen. Wer kauft schon ein dreckiges Fahrzeug.
  • Nur den eigenen Vertrag zum Verkauf eines Fahrzeugs nehmen. Vorgelegte Verträge sind schwierig zu durchleuchten und zu verstehen. Standardverträge vom ADAC helfen dabei. Die Uhrzeit im Kaufvertrag festhalten!
  • Niemals das Fahrzeug ohne vollständige Bezahlung übergeben. Und wenn der Käufer noch so vertrauenserweckend ist oder plausible Geschichten erzählt. Kein Verkauf ohne vollständige Bezahlung.
  • Keine Schuldscheine, Überweisungen, Western Union. Wer sich auf Schuldscheine, Überweisungen, Western Union, Auslandsüberweisungen oder Teil- oder Ratenzahlungen einlässt, dem ist nicht zu helfen. Bargeld, sonst nichts. Nicht falsch verstehen, es gibt auch genügend gute Beispiele, aber auch genügend schlechte Erfahrungen.
  • Abmeldung und Anmeldung des Wohnmobils. Bei Wohnmobilen und Wohnwagen ist es wie beim Auto. Im Prinzip, wenn möglich, nur abgemeldet übergeben. Das funktioniert leider in der Realität eher selten. Hab ich trotz Ratschlag selbst noch nie beherzigt, aber das ist eigentlich sehr wichtig. Alle Strafzettel oder Geschwindigkeitsverstöße gehen erst mal zu Lasten des Halters.
  • Zulassungsstelle und Versicherung. Die Zulassungsstellen und Versicherungen haben digitale Wege, um den Verkauf zu melden. Kaufvertrag einscannen und am gleichen Tag noch absenden.

Ein Käufer, der zu schnell kauft

Selbst erlebt. Wenn der Käufer zufällig nur den Betrag x dabei hat und den kleinen Mini-Rest von ein paar hundert Euro später bezahlen möchte, ist besonders Vorsicht geboten.

Der Käufer hatte bereits Stunden später erste Mängel telefonisch gemeldet. Sogar eine Panne auf der Autobahn wurde vorgetäuscht, sodass der ADAC angeblich abschleppen musste. Später wurde versucht, den fehlenden Betrag unter den Tisch fallen zu lassen. Auf Anfrage nach der ADAC-Mitgliedsnummer war nichts mehr zu hören und der fehlende Betrag war ohne Murren auf dem Konto. Nur nicht einlullen lassen.

Mein Fazit

Ein junger Gebrauchter oder ein gut gepflegter Alter ist oft schon ausreichend, und wir haben unseren Gebrauchten aus der Vermietflotte bis heute nicht bereut. Nimm dir vor der Unterschrift die Stunde für die Checkliste und hör auf dein Bauchgefühl. Beim Verkauf heißt das eigener Vertrag, Bargeld und erst dann den Schlüssel übergeben.

Viel Erfolg beim Kauf oder Verkauf eures Fahrzeugs. Allzeit gute Fahrt.

Handgezeichnet von Sophie
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Häufige Fragen

Auf was sollte man beim Kauf eines Wohnmobils achten?

Vor allem auf Feuchtigkeit. Dach, Silikonfugen, Dichtungen, Unterboden und Innenraum zeigen, ob das Wohnmobil gepflegt wurde. Dazu Gasanlage, Elektrik, Reifen, Papiere und eine Probefahrt. Nimm dir vor der Unterschrift mindestens eine Stunde Zeit.

Wie verkaufe ich am besten ein Wohnmobil?

Fahrzeug auf Vordermann bringen, viel Zeit in Fotos investieren, nur den eigenen Vertrag nehmen und die Uhrzeit festhalten. Übergeben wird erst nach vollständiger Bezahlung in bar, wenn möglich abgemeldet.

Wie viel spart ein gebrauchtes Wohnmobil?

Wir haben mit unserem jungen Gebrauchten mit rund 15.000 Kilometern rund 12.000 Euro gespart, also rund 20 % im Vergleich zu einem Neuerwerb.

Wann kauft man ein Mietwohnmobil?

Fahrzeuge aus der Vermietflotte kommen am Ende der Saison im September oder Oktober. Anmelden musst du dich dafür schon im Winter, spätestens im Frühjahr.

Welchen Kaufvertrag nehme ich?

Den eigenen, zum Beispiel den Kaufvertrag privat an privat vom ADAC, ergänzt um Klauseln wie „Alle Einbaugeräte, Heizung, Pumpen funktionieren einwandfrei“. Vom Käufer vorgelegte Verträge sind schwierig zu durchleuchten.

Wie alt dürfen die Gasschläuche sein?

Maximal 10 Jahre. Das Herstellungsdatum ist auf den orangen Druckschläuchen aufgedruckt. Die Gasprüfung ist seit 19. Juni 2025 wieder Pflicht, alle 24 Monate.

Gilt die Checkliste für Wohnwagen?

Die Punkte zu Dach, Außenhülle, Unterboden, Gas, Innenraum, Fenster, Wassertank und Reifen ja. Bei Wohnwagen mit 100er Zulassung sind Reifen älter als 6 Jahre nicht erlaubt.

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