Pushrack – ein neues Fahrradträgerkonzept
Fahrradträger für Wohnmobile, Camper und Vans gibt es zwischenzeitlich wie Sand am Meer. Neben den wohl bekanntesten Versionen für die Hecktür und die Anhängerkupplung gibt es allerlei Konstruktionen für schwerste Lasten. Nun kommt aber mit dem Pushrack ein neues Konzept für Fahrradträger an der Hecktür auf den Markt.
Das Pushrack System wird direkt an die Hecktür montiert. Mithilfe von Airline Schienen, oder sogar den wie bei uns bereits montierten Thule Schienen wird das Trägersystem an die Hecktüre des Kastenwagens oder Van montiert. Der Hersteller verspricht eine leichte Montage, leichtes Aufsetzen der Räder und eine Tragkraft von 2 Rädern mit je bis zu 25kg. Das funktioniert, weil beim Pushrack die Räder ihren Schwerpunkt günstiger zur Tür haben, wodurch die Belastung von 50kg bei zwei Rädern auch an der Hecktür möglich wird.
All das hört sich fast zu gut an, um wahr zu sein. Grund genug für uns, das System einmal auszuprobieren.
Was ist anders beim Pushrack System?
Die Radmontage ist beim Pushrack komplett anders, als man es gewohnt ist. Die Räder hängen hochkant an der Hecktüre. Dafür werden die Lenker in die obere Halterung eingehängt und das Hinterrad, bzw. der Gepäckträger an der unteren Schiene befestigt. So hängen die Räder in einer ungewohnten Position direkt an der Tür. Meiner persönlichen Meinung nach sieht das schon recht gut aus. In der umgekehrten Version gibt es zwischenzeitlich einige Träger, die die Räder mithilfe von Schienen und teilweise auch Hebesystemen mit den Reifen gegen die Hecktüre montieren. Ein bekannter Vertreter für diese Version ist das Hymer System.

Das Pushrack punktet aber im Vergleich zu diesen Systemen ganz klar mit dem Eigengewicht. Ein Trägerset aus dem Ober- und Unterteil für ein Rad kommt gerade mal auf etwas mehr als 1kg. Das schafft wohl kein Konkurrenzsystem. Außerdem kann das System über eventuell bereits vorhandene Thule Montageschienen montiert werden. Das macht den Montageaufwand wie in unserem Fall sehr gering.
Auch der Preis für das System kann im Vergleich durchaus überzeugen. Ca. 165€ je Rad kostet das Standardset. Dabei ist schon alles an Montagematerial (falls Schienen bereits vorhanden sind) für normale Fahrräder, sowie die in Deutschland bei weit überstehender Last benötigte rote Fahne.
Ein weiterer Punkt, welcher sich von vielen Mitbewerbern unterscheidet, ist die Möglichkeit ein stabiles Schloss einzuhängen. Ein Bremsscheibenschloss wird einfach n einen massiven Riegel eingehängt, der das Herrausheben des Rads zuverlässig verhindert. Eine sehr massive und vertrauenerweckende Methode. Wir haben dafür einfach zwei gängige Schlösser besorgt, welche super in den Riegel passen.
Ihr könnt aber natürlich auch gleich für denselben Preis bei Pushcomponents mitbestellen.

Das Pushrack System in der Praxis
All das hört sich sehr gut an. Doch wir wären nicht camper.help, wenn wir ein Produkt nicht in der Praxis testen würden.
Die Montage des Pushrack
Die Montage des Trägers ist, wenn man bereits Schienen eines anderen Trägers, oder Airline Schienen montiert hat, wirklich simpel und schnell. Muss man noch Schienen an die Hecktür anbringen, sieht es natürlich etwas komplizierter aus. Wer sich das nicht zutraut, kann diesen Teil dann natürlich auch in einer Werkstatt ausführen lassen, denn gerade beim Kleben gibt es einiges zu beachten. Und die Festigkeit der Schienen ist ausschlaggebend für die Funktion des Trägers.
Sind aber bereits Schienen montiert, dann sollte die Montage für jedermann machbar sein. Der obere Trägerteil wird einfach über zwei passende Schrauben mit der Schiene verbunden, der untere Halter wird am oberen ausgerichtet und schon ist die Montage erledigt. Dieser Teil geht tatsächlich schneller, als die Montage des Thule Elite Van XT, welcher bei uns vorher montiert war.

Die unteren Halter sind im Standard für ein Fahrrad ohne Gepäckträger und im Idealfall auch ohne Schutzblech ausgelegt. Erst durch einen Adapter wird der Träger Schutzblech kompatibel. Zu diesem Adapter später mehr.
Links der Halter ohne Gepäckträger Adapter, rechts mit
Wird der Träger nicht verwendet, kann man ihn kompakt an die Schiene klappen. So steht am Heck deutlich weniger über und man bekommt auch in Ländern, die schnell eine Warntafel fordern (wie Italien) keine Probleme, wenn man ohne Räder unterwegs ist.
Fahrräder auf dem Pushrack befestigen
Zum Befestigen der Fahrräder wird zuerst der mitgelieferte Klettstreifen um den Bremshebel des Hinterrads gelegt. Somit kann das Rad einfach auf das Hinterrad gestellt werden. Anschließend hebt man das Rad am Lenker und der Querstrebe des Hinterbaus an und hängt es mit dem Lenker in die obere Halterung. Am Hinterrad wird entweder das Rad selbst, oder der Gepäckträger an den Befestigungswinkel gelegt und mit dem Gummispanner befestigt.

Am Lenker werden ebenfalls zwei Gummispanner angezogen. Zur Sicherung kommt noch ein Metallriegel vor den Vorbau. Dort wird dann auch das Bremsscheibenschloss eingesetzt. Zum Abschluss wird noch ein Sicherungsseil eingezogen. Das sorgt dann dafür, dass sich das Vorderrad nicht unkontrolliert bewegt.

Das alles hört sich zwar nach viel Arbeit an, ist aber in der Praxis schnell gemacht. Man vergisst, dass auch bei anderen Trägern schließlich mindestens jedes Rad, als auch der Rahmen irgendwo verzurrt wird. So relativiert sich der Aufwand dann doch schnell und ist mit etwas Übung in wenigen Minuten erledigt.
Bei E-Bikes muss man aber zum Anbringen der Räder definitiv zu zweit sein. Dann benötigt man durchaus etwas Übung, um ein zweites Rad anzubringen, da die zweite Person nicht viel Platz zum Halten hat. Bei normalen Fahrrädern ist das aber alleine und deutlich einfacher, als auf einem Thule möglich.
Unsere erste Fahrt mit dem Pushrack
Gleich die erste Fahrt führten wir mit zwei E-Bikes aus. Schließlich war genau das auch ein Grund für den Wechsel vom Thule Elite Van XT auf den Pushrack. So haben wir die E-Bikes mit je ca. 23kg auf den Träger gebracht. Das machte zwar keine echten Probleme, ging aber beim ersten Versuch noch nicht problemlos von der Hand. An den Rädern selbst haben wir natürlich die Akkus entfernt, damit nicht auch noch dieses hohe Gewicht auf den Träger wirkt.
Während der Fahrt wurde uns beim Blick in die Rückfahrkamera schon etwas mulmig. Die Räder bewegen sich gerade in den Kurven doch deutlich. Das wird von Pushcomponents so auch gesagt und sei kein Problem, sondern muss so sein. Allerdings habe ich bei der Rückfahrt auch festgestellt, dass die Art, wie man den Gummispanner am Gepäckträger anbringt, einen Einfluss auf die Stabilität hat.

Prinzipiell hatte uns die Rückfahrt schon besser gefallen, aber es wurde auch klar, dass wir aufgrund der schweren E-Bikes, die gelegentlich auf den Träger sollen, den Plus Arm ordern werden.
Der Plus Arm für den Pushrack
Da wir schnell merkten, dass bei schweren Rädern der Plus Arm nicht umsonst empfohlen wird, haben wir den 40€ Zusatz für beide Träger besorgt. Der Plus Arm wird unter die oberen Träger geschraubt und stützt sich zusätzlich an der Oberkante der Hecktür ab. Somit wird das Gewicht auch an die Tür weitergeleitet.

Links ist der Plus Arm bereits montiert, rechts noch nicht
Tatsächlich hat sich die Bewegung der Räder durch den Arm extrem gebessert. Die ganze Konstruktion wirkt deutlich stabiler und vermittelt ein besseres Gefühl bei den E-Bikes. Auch die Montage der Arme ist einfach und schnell erledigt. Wenn man also auch den Transport von E-Bikes plant, sollte man aus unserer Sicht gleich einen Plus Arm für den Träger mitbestellen.
Der Gepäckträger Adapter für den Pushrack
Der Pushrack ist standardmäßig für Fahrräder ohne Gepäckträger ausgelegt. Hat man aber einen Träger montiert, werden noch einmal 19,99€ für den Gepäckträger Adapter fällig. Dieser L Winkel kann im Winkel justiert werden und so angepasst passt dann auch der Gepäckträger gut darauf. Auch der Gummispanner lässt sich gut um den Träger legen und so sind dann auch die Fahrräder mit Träger sicher befestigt.

Bei kürzeren Rädern kann es mit den original Positionen der Thule Schienen etwas knapp bei manchen Gepäckträgern werden. Dann muss man den Halter recht weit ausziehen, damit es passt. Ist aber noch machbar und hält dann dennoch sicher.

Langzeiterfahrung mit dem Pushrack
Zwischenzeitlich haben wir den Träger bereits mehrmals verwendet. Klar ist auf jeden Fall, dass der Träger nicht für den täglichen Einsatz mit schweren E-Bikes geeignet ist. Das war auch nicht unser Ziel, muss man aber definitiv wissen. Wenn die Hecktür einmal nicht hundertprozentig zugedrückt ist und es steil Bergauf, oder auf unebener Straße vorangeht, dann kann schonmal die Warnung Hecktür geöffnet erscheinen. Mit leichten Rädern ist es wie bei anderen Hecktürträgern aber kein Problem.
Der Gebrauch ist nach ein- zweimal überhaupt kein Problem und geht schnell von der Hand. Ich fühle mich dabei sicherer, als beim Thule, bei dem ich die Räder recht hochheben musste und dazu meistens einen Hocker brauchte. Da für uns kein Träger auf der Anhängerkupplung, oder eine monströse Konstruktion am Heck infrage kommt, ist der Pushrack eine sehr gute Alternative. Ab und an kommt er und auch die Hecktür gut mit dem Gewicht von E-Bikes zurecht.
Mit leichteren Rädern ist auch fahren im unbefestigten Gelände kein Problem. Bei schweren Rädern sollte man das einschränken, auch wenn es geht, um das Material zu schonen. Bei normalen Rädern um die 12-16kg habe ich aber keinerlei Bedenken, dass auch das länger möglich ist. Wir sind mit unserem Thule, der deutlich ungünstiger auf die Tür wirkt ohne Probleme weit über 200km teilweise schlimme Piste im Baltikum gefahren. Also alles halb so wild.
Wo Licht, da auch Schatten
Ein paar Dinge sind uns aufgefallen:
Hat man ein Rad, welches ein Plastikschutzblech über dem Reifen hat, kann man dieses zwar problemlos klemmen, aber der Träger kann in dem weichen Kunststoff Schnitte hinterlassen. Nicht schlimm (uns stört es nicht), aber sollte man wissen.
Bei leichten Bikes kann es dazu kommen, dass der Lenker in der oberen Aufnahme verrutscht. Dann muss man zum Einsetzen und Herausnehmen das Rad in der Halterung etwas verschieben.

Die Klettbänder für die Bremshebel verlieren auf Dauer ihre Klettfähigkeit und haben mich nicht richtig überzeugt. Wir haben daher auf wiederverschließbare Kabelbinder gewechselt.

- Paket: 150 starke Nylon Kabelbinder (schwarz)
- Größe: 50 Stück 150mm × 7,6mm, 50 Stück, 200mm × 7,6mm, 50 Stück 300mm...
- Material: langlebiges, kaltes und ultraviolettes Nylon 6,6
Ein letzter Punkt, der uns noch aufgefallen ist, sind die Abschürfungen, die an den Hinterradhaltern nach einiger Nutzung auftreten. Diese beeinträchtigen weder die Funktion, noch sollte es Probleme mit Rost geben, da die Halter aus Aluminium sind. Es handelt sich also nur um einen optischen Mangel. Auch das stört uns persönlich nicht. Verschweigen wollen wir es aber natürlich nicht.

Pushrack ist mehr, als nur ein Fahrradträger
Die Firma Pushcomponents, die das Pushrack entwickelt hat und vertreibt, bietet mittlerweile noch einige weitere interessante Komponenten.
Neben netten Gadgets, wie einen Flaschenöffner für die Schiene an der Hecktür gibt es auch diverse Ski und Snowboardträger inklusive Schutzsäcken für die Schienen am Heck.
Ganz neu im Sortiment ist ein Träger für einen Kinderfahrradanhänger und der E-Scooter Träger. Gerade letzterer hat es mir angetan, ist sonst der Scooter im Kastenwagen ja doch eher im Weg und die Heckgarage im Kastenwagen meistens schon gut ausgenutzt. Zumindest bei uns befinden sich dort schließlich etliche Kisten und Material. Leider schlägt der E-Scooter Träger mit stattlichen 250€ zu Buche. Dafür gibt es dann aber einen abschließbaren Träger mit einem stabilen Alurahmen.
Der Anhängerträger ist mit 125€ nur halb so teuer. Auch hier behalte zumindest ich im Hinterkopf, dass die Teile sehr hochwertig gefertigt und Made in Germany sind. Das schlägt sich dann natürlich auch im Preis nieder. Aber ich habe schon gleich teures, oder teureres Campingequipment gesehen, das qualitativ weit entfernt war.
Auf jeden Fall ist es schön wieder mal eine innovative und motivierte Teileschmiede aus dem bayrischen Miesbach zu haben, die etwas out of the box denkt.
Warum haben wir das Pushrack gewählt
Viele werden sagen Fahrradträger an der Hecktür sind schlecht. Viele werden sagen, kauft doch einfach einen gescheiten Heckträger für die Anhängerkupplung. Genau deshalb sind Fahrradträger Entscheidungen genauso individuell, wie der Camper selbst. Und deshalb haben wir uns bewusst für einen Träger an der Hecktür entschieden.
Wir wollen keine Anhängerkupplung montieren, um den Böschungswinkel nicht einzuschränken. Gar nicht zu denken, wenn da noch ein Träger drauf kommt. Dann kommen wir überhaupt nicht mehr dort hin, wo wir hin wollen. Somit fällt diese Trägerart generell schon weg. Auch alle anderen massiven Konstruktionen, die es so gibt, schränken entweder den Böschungswinkel ein, oder wiegen 25kg oder mehr. Für uns ein No-Go!
Deshalb ist klar, dass ein Träger an der Hecktür die beste Lösung für uns ist. Wir fahren selten mit den E-Bikes zum Campen. Schon gar nicht auf längeren Reisen. Da nehmen wir einfach normale Räder mit. Das macht sowieso mehr Sinn für uns. Beim Thule hatte ich immer wieder Probleme mit der Schiene, welche ich mir an den Kopf donnerte. Egal ob mit, oder ohne Räder. Der Pushrack Träger ist viel kompakter, leichter und auch einfacher zu beladen.
Immer wieder gibt es besonders in Foren die Stimmen, die sagen, dass diese Träger schlimm für die Tür und die Scharniere sind. In der Realität gibt es aber kaum Meldungen von echten Problemen und wenn haben die meist einen Grund. Wie immer schreiben hier viele Menschen, die selbst auch alles nur vom Hörensagen kennen. So ist das im Internet.
Wir selber können nach etlichen rauen Pistenkilometern sagen: Da verbiegt sich nichts, da bricht auch nichts, wenn man es richtig macht. Klar sollte man die Tür nicht 10-mal täglich zu klatschen, wenn Räder montiert sind. Aber bei normaler Nutzung, gelegentlichem Tür öffnen und anständiger Türeinstellung stellen Träger an der Hecktür keinerlei Problem dar.

Für uns ist der Pushrack Träger wirklich die Alternative zum Thule und die bessere Alternative. Die Entscheidung zu wechseln haben wir bisher nicht bereut.
Unser persönliches Fazit zum Pushrack
Für jeden ist der Pushrack Träger nichts. Wer immer seine E-Bikes dabei haben möchte, der sollte die Finger davon lassen. Das beladen zu zweit und die damit verbundene Technik machen es einfach zu kompliziert. Man steht sich ohne Übung dann doch schnell mal im Weg. Wer aber einen leichten Träger sucht, der den Böschungswinkel nicht beeinflusst und dennoch ab und an mal ein E-Bike mitnehmen möchte, der ist beim Pushrack richtig. Der Träger kommt mit zwei normalen E-Bikes gut zurecht.
Der Preis ist grundsätzlich nicht hoch, wenn bereits Schienen eines Fahrradträgers montiert sind. Muss man das noch erledigen, erhöht sich der Preis natürlich entsprechend. Auch für den Plus Arm, den man bei schweren E-Bikes montieren sollte und der Adapter für Gepäckträger erhöhen den Preis. So kommt unser Aufbau für den Pushrack auf 225€ je Fahrrad. Das sind dann trotzdem 450€ für eine Hecktür mit 2 Fahrrädern. Die Qualität der Teile rechtfertigt jedoch durchaus den Preis. Wer nur das Grundmodul benötigt, der kommt mit 165€ je Rad aber deutlich billiger weg.
Wer also genau diese Vorteile des Trägers sucht und wie wir auf Anbauteile am Heck verzichten möchte, der ist beim Pushrack gut aufgehoben. Für den Rest gibt es glücklicherweise genug Alternativen.
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