Camping Spartipps, 10 + 2 Tricks
1,97 Euro pro Liter Diesel waren es beim Dreh. Heute am 17. Juli 2025 sind es 2,04 Euro oder 9 km weiter weg extreme 2,17 Euro. Einmal Wohnmobil volltanken macht dann 183,60 Euro oder nochmal 11,70 Euro mehr. Und der Sprit ist trotzdem nicht unser größter Kostenfresser.

Seit ich mit camper.help selbstständig bin, ist es bei uns finanziell ganz schön eng. Seit Monaten stellen wir deshalb jeden Euro auf den Prüfstand. Zu Hause und auf Reisen. Das hier sind unsere 10 besten Camping Spartipps plus Bonus, alle selbst gelebt, nichts gesponsert. Und weil der Blog mehr Platz hat, als das Video, bekommst du unten zwei Extra-Tipps obendrauf.
Sagt bescheid ob es neu ist, oder ein alter Hut. Bei uns sind das im Schnitt immerhin 100 Euro pro Urlaubswoche mehr im Geldbeutel. Und das ist in Bezug auf Tipp 3 und Tipp 4 noch gnadenlos untertrieben.

Mein persönlicher Lebenstipp vorweg, er zieht sich durch den ganzen Beitrag.
Rechne jede Ausgabe auf 10 Jahre hoch.
Das verändert alles.
Tipp 1, beim Tanken sparen mit PACE Drive
Meine App-Empfehlung heißt PACE Drive (iOS / Android). Preisübersicht direkt auf der Karte, grün, gelb, rot, günstig auf einen Blick. Die Preisdaten kommen von der Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts. Tankstellen müssen Änderungen binnen fünf Minuten melden. Bei unserem eigenen Vergleich im Video lagen 1,91 Euro und 2,07 Euro nur wenige Kilometer auseinander. Jetzt wo ich den Beitrag schreibe sind es sogar schon 11,70 Euro Unterschied für denselben Diesel. Leicht bekloppt, oder?
Das Beste an der App ist jedoch Connected Fueling. An über 9.000 Tankstellen in acht europäischen Ländern bezahlst du direkt in der App, einmal „Tankrechnung mobil bezahlen“ drücken, fertig. Du musst den Shop nicht mal mehr betreten, und der teuerste Weg beim Tanken führt bekanntlich ja am Kühlregal vorbei.
Warum nicht ADAC Drive? Die App zeigt ebenfalls Preise, das Bezahlen läuft dort aber über den Drittanbieter ryd mit eigener Registrierung und kleinerem Netz.

Tipp 2, Gewürze in Großpackungen

Klingt banal, aber auf 10 Jahre hochgerechnet haben wir damit mehrere hundert Euro gespart. Seit 13 Jahren kaufen wir Gewürze nur noch in Großpackungen, angefangen hat das mit einem Metro-Ausweis. Hast du mal Supermarkt-Preise mit Amazon verglichen?
Curry im Supermarkt umgerechnet 73 Euro pro Kilo, auf Amazon teilweise unter 15 Euro. Auch beim Pfeffer wird bis zu 4x mehr Geld für exakt das gleiche Produkt aufgerufen. Das Gewürzregal ist das heimlich teuerste Regal im ganzen Laden.

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Tipp 3, selber kochen und backen
Essen gehen heißt schnell 20 bis 30 Euro pro Person, mal eben 100 Euro für eine Familie am Abend. Du kochst nicht so gerne? Dann hast du den Crivit von Lidl noch nicht ausprobiert. 14,99 Euro, One-Pot-Gerichte schnell gemacht, Brötchen aufbacken statt beim Bäcker 8 Euro die Tüte zahlen.
Oder mal wieder die kleinen Lieblingssnacks in der Familie rausholen. Ist bei uns der Hotdog. In 5 Minuten gemacht, 3 Euro pro Person, mitnehmen an den Strand – Sonnenuntergang inklusive. Im Ernst, ich kenne Camper, die ihre Küche nicht verwenden und jammern über Preise beim Essen gehen. Kein Witz. Das Wohnmobil hat eine Küche, und die will benutzt werden.
Beim Markenprodukt zahlst du oft den Werbespot mit. Die günstigen Eigenmarken der Ketten kommen nicht selten aus denselben Werken wie die bekannte Marke daneben, nur der Aufdruck und der Preis unterscheiden sich.
Der Trick im Regal ist simpel, die teuren Marken stehen auf Augenhöhe, der Preiseinstieg eine Etage tiefer. Einmal bücken wird selten so gut bezahlt. Wir kaufen Nudeln, Reis, Konserven und Küchenrollen seit Jahren fast nur noch als Eigenmarke und schmecken den Unterschied ehrlich gesagt nicht. Damit du im Laden nicht suchen musst, hier die Liste der wichtigsten Ketten in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit ihrer jeweiligen günstigen Eigenmarke.

Tipp 4, Getränke und Snacks selbst machen
Cola und Softdrinks kaufen wir immer im 4 oder 6er-Pack beim Discounter, dann fehlt dir am Kühlregal von vorhin auch nichts. Kaffee macht unser Outin Espresso. Sorry, zum Tanksellen-Espresso ist da kaum noch Unterschied.
Und Aperol Spritz? Ein, zwei Mal gönnen wir uns das an schönen Orten. Aber für den Preis von 2 Aperol in der Bar bekommst du die Zutaten für 10 eigene im Wohnmobil. 10!
Speiseeis liegt bei uns immer im Froster, bei 4 Personen rechnet sich das nach einem einzigen Tag und wir lieben es Eis an den schönsten Orten zu geniessen und es nicht von der Eisdiele abhängig zu machen.

Tipp 5, Urlaub bei Freunden oder im eigenen Land

Deutschland ist wunderschön, und ein paar Tage bei Freunden auf der Auffahrt oder vorm Haus stehen ist eine Top-Idee. Keine Maut, weniger Sprit, keine überzogenen Speisekarten in trendigen Urlaubsländern. Und bekanntermassen bekommt man durch „die Locals“ die besten Tipps in der Region.
Das ist kein Gefühl, das belegt Eurostat schwarz auf weiß. Die Schweiz liegt 71 Prozent über dem EU-Preisschnitt, Island sogar 74 Prozent, Dänemark fast 40 Prozent und ist damit das teuerste Land der ganzen EU. Deutschland liegt nur 8 Prozent über dem Schnitt. Manchmal ist das Beste direkt vor der Haustür.

Tipp 6, lokale Produkte und Wochenmärkte
Und wenn es doch Ausland sein soll, dann mal eines von diesen? Rumänien und Bulgarien liegen rund 35 Prozent unter dem EU-Schnitt. In der Türkei kostet, was bei uns 100 Euro kostet, rund 52 Euro, in Nordmazedonien knapp 50, dem günstigsten Land Europas.
Und dort gehst du auf den Wochenmarkt. Frischer geht es nicht, günstiger auch nicht, und du unterstützt Einheimische statt Supermarktketten. Nur die Gewürze bringst du von zuhause mit, du weißt ja warum.

Tipp 7, was ist im Reiseland teuer?

Es gibt auch die andere Seite, Länder, in denen Alltagsprodukte plötzlich Luxusgüter werden. Sonnencreme, 200 ml, Lichtschutzfaktor 30. In Deutschland im Schnitt 3,61 Euro, günstigster Preis europaweit. Spanien und Italien liegen viermal höher, Schweden bei 17,43 Euro, das Fünffache.
Wer das nicht weiß, steht im schwedischen Supermarkt und fällt kurz um. 10 Minuten Recherche vorher, 100 Euro gespart nachher. Ich sag nur Bier und Wein in Schweden oder Norwegen. Entweder total verdünnt und bezahlbar, oder ultrateuer aufgrund der enormen Steuern.
Tipp 8, die Landeswährungs-Falle an der Karte

Kennst du die Frage am Kartenterminal im Ausland, „Möchten Sie in Euro zahlen?“
Klingt wie ein Service, ist aber eine Falle namens Dynamic Currency Conversion. Hinter der freundlichen Umrechnung steckt ein Aufschlag von meist 3 bis 8 Prozent, in Spitzen bis 13 Prozent, bei jedem Einkauf und am Geldautomaten genauso. Seit der EU-Verordnung müssen Terminals den Aufschlag gegenüber dem EZB-Referenzkurs ausweisen, er steht im Kleingedruckten auf dem Display. Die Frage stellt sich nur in Nicht-Euro-Ländern, also etwa in der Schweiz, in Schweden, Norwegen oder der Türkei.
Ich habe es am PostFinance-Automaten in der Schweiz selbst getestet, 60 Franken abheben. Google-Kurs 64,94 Euro. Meine Hausbank rechnete mit Auslandsgebühr 66,72 Euro ab. Der Euro-Knopf hätte 69,14 Euro gekostet, angeschrieben waren 3,25 Prozent, gemessen am Mittelkurs waren es 6,5 Prozent. Ein Knopfdruck macht 2,42 Euro Unterschied, bei 10 Transaktionen sind das fast 25 Euro.
Merk dir einfach, der freundliche Euro-Knopf ist der teuerste Knopf im ganzen Urlaub.

Tipp 9, Uber und Nahverkehr im Ausland vergleichen

Paris, Familienurlaub, vier Personen, ich habe nachgerechnet. Uber, also die Taxi-App, bei der du den Preis vorher siehst, war mit 15,97 Euro günstiger als Bus und Bahn für 20 Euro. Kein Witz, und kein Einzelfall. Mit mehreren Personen lohnt sich der Vergleich fast immer. App aufmachen, Preis checken, 30 Sekunden, spart ein paar Euro pro Fahrt.

Tipp 10, die Roaming-Falle, eSIM-Hype und der große Tarif-Unterschied
Kennst du den Haken der Reise-eSIMs, die wie Pilze aus dem Boden schießen? „Unbegrenzt“ klingt gut, aber laut unabhängigen Tests drosseln viele schon nach 3 bis 5 Gigabyte am Tag, die Anbieter selbst nennen im Kleingedruckten oft keine Zahl.Unbegrenzt, bis mittags. Und am Hotspot ist oft nach einem Gigabyte Schluss, für Camper mit Router im Fahrzeug ein Ausschlusskriterium.
Aber auch bei deutschen Anbietern liegen beim Roaming Welten dazwischen. Wir haben 5 Prepaid-Tarife nach vier Kriterien verglichen. Demnächst als eigenes Video.

Wie wir bewerten
Jede Note startet bei 5,0, pro belegtem Finding ziehen wir 0,5 Punkte ab, etwa für eine schlechtere connect-Netznote, eine künstliche Tempobremse oder eine fehlende Reise-Zone wie die Schweiz. Datenvolumen und Preis/Leistung rechnen automatisch und exakt aus GB und Euro. Es zählt nur, was jeder Neukunde heute ohne Zusatzbedingung dauerhaft bekommt, ein Bonus gegen Lastschrift zählt also nicht. Und gleich wird mit gleich verglichen, Nicht-EU ist Nicht-EU, die Schweiz wiegt genauso viel wie Großbritannien.
Unser Sieger heißt CallYa
115 Gigabyte für 19,99 Euro, die komplett mit in die EU und nach Großbritannien reisen. Die eine ehrliche Schwäche, die Schweiz ist nicht dabei. Genau dafür stecken zwei Geheimtipps in der Tabelle, bei der Telekom und bei congstar ist die Schweiz inklusive. Unseren Sieger-Tarif findest du unter
Bonus, das Reisetagebuch mit Ausgabenübersicht
Der unterschätzteste Tipp von allen. Führe auf Reisen eine Ausgabenübersicht, nicht spießig mitrechnen, einfach grob festhalten, wo das Geld hingeht. Nach der Reise weißt du dann, 80 Euro für Eis? Ernsthaft? Beim nächsten Mal nimmst du mehr mit oder lässt es bleiben. Wer es digital mag, nimmt die kostenlose App Monee.
Aus alten Reisen lernen ist der günstigste Spartipp, den es gibt.

Blog-Extra 1, übernachten mit Landcharme statt Campingplatz-Preisen
Dieses Kapitel hat es nicht ins Video geschafft, dafür bekommst du es hier in voller Länge. Der Stellplatz ist oft dein größter Tagesposten, muss er aber nicht sein. Campingplatz-Fans fahren in der Nebensaison, mit Rabattkarten wie der CampingCard ACSI zahlst du da oft die Hälfte.
Wir Landliebhaber machen es anders. Landvergnügen, eine Jahresgebühr von 69,90 Euro, dafür über 2.000 Höfe in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Übernachtung selbst kostet nichts, dafür kaufst du im Hofladen ein, faires Geben und Nehmen. Staybetter.farm funktioniert ganz ähnlich. Und für einzelne Nächte mit richtig Landcharme gibt es Vansite oder Alpacacamping, individuelle Plätze, oft günstiger als der Campingplatz, fest buchbar, sogar mit mehreren Freunden zusammen. Das Frühstücksei gibt es dann direkt vom Huhn nebenan, frischer wird es nicht. Unsere Erfahrungen mit Landvergnügen und Staybetter.farm liest du unter:
Blog-Extra 2, Wasserfilter statt Flaschenwasser
Trinkwasser in Flaschen kaufen ist Geldverschwendung und Müllvermehrung im Quadrat. Ein guter Wasserfilter kostet überschaubares Geld und hält lange, rechne auch das auf 10 Jahre hoch, dann ist die Sache klar. Auf Ausflügen füllen wir unsere FLSK-Flaschen einfach auf, kein Supermarkt suchen, kein Schleppen, kein Müll. Alle Details, vom Filter bis zu den Wasser-Grundregeln, findest du in unseren Wasser-Beiträgen unter
Fazit, was bringt das alles?
Uns bringt es jeden Monat etwas, diese Sichtweisen immer wieder im Blickfeld zu halten. Natürlich sind 10 Tipps keine Spartipps für jedes Leben, aber es ist ein Anfang. Den ein oder anderen Impluls setzen ist immer wichtig und richtig. Rechne die Tipps zusammen, bei uns sind das gut 100 Euro pro Woche. Denn wir wenden viele Sparmöglichkeiten längst auch im Alltag an bzw. viele davon kommen aus unserem täglichen Leben.
Wieviel wäre es bei dir? Was ist dein größter Spartipp unterwegs? Schreib ihn in die Kommentare.
FAQ
Welcher Prepaid-Tarif ist 2026 der beste für Camper?
In unserem Vergleich gewinnt Vodafone CallYa Allnet L mit 115 GB für 19,99 Euro, das volle Volumen reist durch die EU und nach Großbritannien mit. Wer die Schweiz braucht, greift zu Telekom Prepaid XL oder congstar.
Warum keine Reise-eSIM mit unbegrenztem Datenvolumen?
Laut unabhängigen Tests drosseln viele Anbieter schon nach 3 bis 5 GB pro Tag, im Hotspot oft nach 1 GB. Für Router-Setups im Camper ist das unbrauchbar, deutsche Prepaid-Tarife kennen diese Fallen nicht.
Was ist die Landeswährungs-Falle (DCC)?
Fragt dich ein Terminal oder Automat im Ausland, ob du in Euro zahlen willst, rechnet er zu einem schlechten Kurs mit Zuschlag um, meist 3 bis 8 Prozent. Immer die Landeswährung wählen, in unserem Selbsttest lagen 6,5 Prozent dazwischen.
Wo ist Sonnencreme am teuersten?
In Schweden mit 17,43 Euro im Schnitt, fast das Fünffache des deutschen Preises von 3,61 Euro. Alltagsprodukte deshalb von zuhause einpacken.
Was kostet Landvergnügen und wie funktioniert es?
Die digitale Mitgliedschaft kostet 69,90 Euro für 365 Tage ab Buchung, dafür stehst du auf über 2.000 Höfen in D/A/CH je eine Nacht kostenlos und kaufst dafür im Hofladen ein.
**Wie viel spart das alles wirklich?**
Bei uns sind es zusammengerechnet gut 100 Euro pro Woche, allein Tanken per App brachte im Beispiel 19,20 Euro pro Füllung und der Verzicht auf den Euro-Knopf fast 25 Euro je zehn Transaktionen.
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