Reifendruck am Wohnmobil: Tabelle für mehr Fahrkomfort

Reifendruck-Tabelle fürs Wohnmobil: Achslast wiegen, Druck für 225/75 R16 CP oder 215/70 R15 CP ablesen, 0,2 bar dazu. So fährt dein Ducato spürbar weicher.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit dem richtigen Reifendruck lässt sich der Fahrkomfort deutlich steigern. Es ist vermutlich eine der günstigsten Methoden dafür.
  • Bei hohem Luftdruck wird der Reifen hart und dämpft fast überhaupt nicht. Bei abgesenktem Druck federt er mit.
  • Zwei Angaben brauchst du vorab. Die genauen Daten des Reifens und die Achslast vorne und hinten. Damit geht es in die Reifendrucktabelle.
  • Beim 225/75 R16 CP reichen bei 1.700 kg vorne und 1.800 kg hinten 3,0 und 3,75 bar. Mit 0,2 bar Sicherheitszuschlag sind es 3,2 und 3,95 bar statt der 5,5 bar aus der Anleitung. Zur Tabelle
  • Ein zu niedriger Reifendruck birgt große Risiken. Wer sich unsicher ist, bespricht das Thema mit der Werkstatt des Vertrauens.
Weißes Wohnmobil auf einer Landstraße, Titelbild zum Thema Fahrkomfort durch den richtigen Reifendruck

Beide Kompressoren auf einen Blick

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Reifendruck-Tabelle fürs Wohnmobil

Der richtige Reifendruck hängt am Reifen und an der Achslast, nicht an der Automarke. Für Fiat Ducato, Citroën Jumper und Peugeot Boxer mit derselben Bereifung gilt also dieselbe Tabelle.

Zuallererst ein wichtiger Hinweis

Die folgenden Zeilen beschreiben die Sachlage bei Reifendrücken und entsprechende Veränderungen. All diese Änderungen sind ohne Abstimmung mit dem Hersteller eine Veränderung, welche gegen die Herstellerangabe verstößt. Somit ist jeder selbst dafür verantwortlich, entsprechende Änderungen abzuklären und entsprechend verantwortungsvoll mit seinen Änderungen umzugehen.

Ein zu niedriger Luftdruck kann zu schweren Schäden am Fahrzeug führen und im schlimmsten Fall einen Defekt des Reifens bei voller Fahrt verursachen. Vor jeglicher Änderung sollte man sich dessen bewusst sein!

So liest du die Tabelle

  • 1
    Reifengröße und Lastindex an der Reifenflanke ablesen.
  • 2
    Die echte Achslast vorne und hinten auf der Waage ermitteln.
  • 3
    In der Spalte deiner Achse den ersten Wert suchen, der über deiner Achslast liegt. Links daneben steht der Mindestdruck.
  • 4
    0,2 bar Sicherheitszuschlag dazurechnen.

Die Werte sind die Tragfähigkeit je Achse in kg bei Einzelbereifung, aus dem Continental Reifen-Ratgeber 2023-2024 und dem technischen Handbuch von Michelin für den Agilis Camping. Ein Strich heißt, die Tabelle nennt bei diesem Druck keinen Wert, die Höchstlast ist dann schon erreicht. Wie du auf deine Werte kommst, steht ausführlich im Kapitel Den richtigen Reifendruck ermitteln.

Tabelle 225/75 R16 CP (16 Zoll)

Lastindex 116, zum Beispiel der Continental VancoCamper oder der Michelin Agilis Camping.

Druck (bar) Continental vorne Continental hinten Michelin je Achse
3,0 1.730 1.540 1.730
3,25 1.845 1.640 1.844
3,5 1.960 1.740 1.958
3,75 2.070 1.840 2.068
4,0 2.180 1.940 2.178
4,25 2.285 2.035 2.286
4,5 2.395 2.130 2.394
4,75 2.500 2.225 2.500
5,0 – 2.315 –
5,25 – 2.410 –
5,5 – 2.500 –

Tabelle 215/70 R15 CP (15 Zoll)

Lastindex 109, für Wohnmobile mit 15-Zoll-Rädern.

Druck (bar) Continental vorne Continental hinten Michelin je Achse
3,0 1.425 1.270 1.426
3,25 1.520 1.350 1.520
3,5 1.615 1.435 1.612
3,75 1.705 1.516 1.704
4,0 1.795 1.595 1.794
4,25 1.885 1.675 1.884
4,5 1.975 1.755 1.972
4,75 2.060 1.830 2.060
5,0 – 1.910 –
5,25 – 1.985 –
5,5 – 2.060 –

Michelin nennt einen Wert für beide Achsen und empfiehlt für die Hinterachse von Wohnmobilen in einer Fußnote 5,5 bar. Was dahintersteckt, steht unter Die 5,5-bar-Anmerkung von Michelin.

Schlechter Fahrkomfort beim Camper

Fast jeder Camper dürfte das Problem mit dem Fahrkomfort kennen. Gerade beim Fiat Ducato, Citroën Jumper, Peugeot Boxer und verwandten hört man fast immer Beschwerden über schlechten Fahrkomfort. Das ganze gilt aber auch für die Transporter von Mercedes, VW/MAN und was es sonst noch so gibt. Jede Bodenwelle fühlt sich wie ein Abgrund an. Ein wichtiger Grund ist natürlich das heillos überforderte Fahrwerk der Transporter. Doch auch wenn man das Fahrwerk verbessert, fahren die Vans sehr „holzig“. Tatsächlich ist der Grund meistens ein einfacher. Der Reifen, bzw. der Reifendruck macht es dem Wagen schwer, mit Unebenheiten klarzukommen.

Hoher Druck schadet auch dem Reifen

Wenn man in die Bedienungsanleitung unserer Campingfahrzeuge schaut, findet man für den Reifendruck die Vorgabe von 5,5 bar. Genau das ist der Knackpunkt an der ganzen Sache.

Doch warum schreiben die Hersteller einen so hohen Reifendruck vor? Die Antwort ist recht simpel. Hoher Reifendruck senkt zuerst einmal den Spritverbrauch. Das ist natürlich für den angegebenen CO₂ Ausstoß des Fahrzeugs wichtig. Außerdem bietet ein hoher Reifendruck mehr Traglast und somit ist man immer auf der sicheren Seite.

Doch der hohe Luftdruck bringt so einige Probleme mit sich. Denn neben dem Fahrkomfort, um den es hier hauptsächlich geht, schadet der zu hohe Luftdruck auch den Reifen. Durch den hohen Nenndruck liegt der Reifen nicht vollflächig auf und nutzt sich ungleichmäßig ab.

Nahaufnahme der Lauffläche eines Wohnmobilreifens mit Längsrillen und Querlamellen

Bei diesem zu hohen Druck verformt sich die Lauffläche ballig. In der Theorie liegt also nur noch die Mitte des Reifens auf. Durch den in der Realität vorhandenen Sturz des Rads ist die Abnutzung zwar außermittig, aber einseitig. Somit ist eine ungleichmäßige Abnutzung vorprogrammiert.

Schematische Zeichnung zweier Reifen auf der Fahrbahn, der linke steht gerade, der rechte kippt zur Seite

Reifen mit zu hohem Druck, links theoretisch, rechts mit „reellem“ Sturz

Die Gefahren bei zu niedrigem Reifendruck

Wichtig bei allen Änderungen am Reifendruck ist es stets zu wissen, was ein zu niedriger Reifendruck alles anrichten kann.

Mehr Verbrauch, weniger Spurtreue

Zuallererst erhöht ein niedrigerer Reifendruck den Spritverbrauch. Das passiert über den ganzen Druckbereich und somit auch schon, wenn man von den empfohlenen 5,5 bar der Hersteller abweicht. Das bedeutet also, dass wenn man den Fahrkomfort durch den Reifendruck erhöhen möchte, bereits einen höheren Spritverbrauch in Kauf nehmen muss. Über den dicken Daumen muss man hier mit einem Mehrverbrauch von bis zu 1 % bei 0,2 bar Absenkung rechnen.

Auch wird die Spurtreue bei zu niedrigem Druck schlechter, das Fahrzeug reagiert nicht mehr präzise und kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass das Fahrzeug in einer Extremsituation nicht richtig zu steuern ist und damit schlimmeres passieren kann.

Platter Reifen an einem Fiat Ducato, die Flanke ist auf dem Asphalt eingesunken

Hitze, Verschleiß und Reifenplatzer

Weitaus gefährlicher ist jedoch ein zu niedriger Reifendruck für den Reifen selbst. Die Lebensdauer des Reifens leidet aufgrund der thermischen Überlastung. Das führt nicht nur zu mehr Verschleiß, sondern kann und wird den Reifen auch ernsthaft beschädigen. Das Stahlgewebe des Reifens wird bei Mehrbelastung deformiert und kann sogar brechen. Außerdem erhöht sich die Reifentemperatur durch ein stärkeres Walken (verformen des Reifens) deutlich mehr.

Beide Ursachen führen zu Reifenplatzern, die während der Fahrt auftreten werden. Wem das schon einmal passiert ist, der dürfte wissen, dass das nicht nur zum Totalschaden des eigenen, sondern auch zu Schäden an anderen Fahrzeugen führen kann. Ganz zu schweigen von einem durchaus möglichen Personenschaden.

Während der Fahrt zerfetzter Wohnmobilreifen auf der Stahlfelge, die Gewebefäden hängen heraus

Nicht zuletzt deshalb ist es wichtig, die Druckänderungen abzustimmen, sofern man sich nicht sicher ist und regelmäßig den Reifendruck zu prüfen und zu korrigieren. Auch sollte bei allen Änderungen immer eine Toleranz für Spurwerte und Umgebungstemperaturen berücksichtigt werden.

So erhöht der Reifendruck den Fahrkomfort

Der Reifen federt mit

Der Reifendruck hat einen extrem großen Einfluss auf den Fahrkomfort und das Fahrverhalten im Allgemeinen. Der Reifen ist schließlich die Kontaktfläche zur Straße.

Wie der Reifendruck den Fahrkomfort beeinflusst, dürfte wohl jeder vom Fahrrad kennen. Wenn weniger Luftdruck im Reifen ist, „federt“ dieser mehr und fungiert somit als zusätzliches Dämpfungselement. Bei hohem Luftdruck wird der Reifen hart und dämpft fast überhaupt nicht. Bei abgesenktem Druck jedoch federt der Reifen zusätzlich zum Fahrwerk und dämpft so bereits die ersten Unebenheiten, bevor sie das Fahrwerk überhaupt erreichen können.

Der Unterschied, den ein geringerer Druck hier ermöglicht, ist überraschend groß, wenn man es noch nie erlebt hat. Der Reifendruck ist somit ein einfaches und quasi kostenloses Tuning für den Fahrkomfort.

Dass dies aber nur in einem gewissen Rahmen möglich ist, dürfte klar sein, wenn man an den Fahrradreifen zurückdenkt. Ist der Druck zu niedrig, leidet der Reifen und die Felge.

Und was ist mit der Fahrstabilität?

Zwar erhöht der niedrigere Reifendruck den Fahrkomfort, jedoch hat er auch auf die Fahrstabilität einen Einfluss. Und zwar einen negativen. Durch den niedrigeren Druck walkt der Reifen mehr. Das bedeutet, die weicheren Flanken lassen ihn sich mehr verwinden, was wiederum zu einem „schwammigeren“ Fahrverhalten führt.

Nun muss man aber realistisch sagen, dass die wenigsten Fahrer:innen ihre Fahrzeuge so am Limit bewegen dürften, dass dieses (leicht) schwammigere Fahrverhalten sich negativ auswirken dürfte. Denn nein, das Fahrzeug beginnt bei korrekt eingestelltem Reifendruck nicht wie auf hoher See zu wanken. Der Unterschied ist eher in der extremen zu suchen.

Aus diesem Grund ist zumindest für mich die Einbuße der Seitenführung nicht spürbar und der Fahrkomfort für mich deutlich wichtiger. Und falls die Angst bei manchem bestehen mag, nein, der Bremsweg wird durch Druckanpassungen nicht negativ beeinflusst. Im Gegenteil, rein theoretisch verkürzt er sich sogar durch die größere Aufstandsfläche (Latsch).

Achtung bei langen Standzeiten

Ein wichtiger Punkt bei einem abgesenktem Reifendruck ist, den Druck bei längeren Standzeiten, z. B. beim Überwintern, zu erhöhen, um Beschädigungen zu verhindern. Das ist aber wirklich nur bei lang andauernden Standzeiten nötig. In diesen Fällen würde ich vielleicht sogar auf die vorgegebenen 5,5 bar erhöhen.

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Dafür empfiehlt es sich in einen kleinen Akkukompressor zu investieren, um hier schnell und einfach Änderungen vorzunehmen. Dies würde ich sowieso jedem empfehlen, um den Reifendruck regelmäßig prüfen und ggf. anpassen zu können. Die camper.help Favoriten von Flo und mir haben wir dir hier verlinkt.

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Den richtigen Reifendruck ermitteln

Welche Daten benötigt man vorab?

Um den richtigen Reifendruck für das Fahrzeug zu finden, benötigt man zuerst zwei Informationen.

  • Die genauen Daten des Reifens
  • Die Achslast vorne und hinten

Warum man diese Werte benötigt und wie man sie ermittelt, erklären wir in den nächsten Abschnitten.

Reifendaten finden und verstehen

Zuerst ist es wichtig, die Daten des eigenen Reifens zu kennen. Die Daten für die Dimensionen des Reifens dürfte wohl jeder kennen. Die 16″ Standardbereifung unserer Ducatos und Konsorten ist der 225/75R16. Also ein 16 Zoll Reifen mit einer Breite von 225 mm und einer Flankenhöhe von 75 %.

Für das Ändern des Reifendrucks benötigt man aber den sogenannten Lastindex (abgekürzt LI). Dieser steht meistens etwas weniger prominent auf dem Reifen. In unserem Beispiel hier ist der Lastindex des Reifens 116 (in der roten Markierung). Das steht für 1.250 kg Traglast je Reifen. Somit 2.500 kg je Achse beim maximal zulässigen Reifendruck. Was das bedeutet, schauen wir uns später an, wenn es um die Bestimmung des korrekten Luftdrucks geht.

Rad mit Continental VancoCamper, die Größenangabe an der Reifenflanke ist rot markiert

Achslast ermitteln

Ein zweiter, ganz wichtiger Punkt ist die Ermittlung der Achslasten. Dafür muss man zumindest einmal mit dem beladenen und im Idealfall vollgetankten Fahrzeug auf die Waage. Allerdings nicht mit dem gesamten Fahrzeug. Manche Waagen können tatsächlich die Achslast einzeln ermitteln.

Wenn aber keine solche Waage zur Verfügung steht, reicht es auch einfach nur mit einer Achse auf die Waage zu fahren. Man sollte auch alle normalerweise mitreisenden Passagiere nicht vergessen.

Diese Ermittlung ist recht wichtig, da im Fahrzeugschein leider bei den Achslasten lediglich die maximal möglichen Lasten stehen. Bei den 3,5t Ducatos beispielsweise sind das dann nämlich folgende Massen.

Fahrwerk Vorderachse Hinterachse
Light Chassis 3,5t 1.850 kg 2.000 kg
Heavy Chassis 3,5t 2.100 kg 2.400 kg

Wenn man sich diese Werte anschaut, wird schnell klar, dass die Massen in der Realität kleiner sein werden. Beim Light Chassis kommt man hier ja bereits auf 3,85t, beim Heavy sogar auf 4,5t Gesamtmasse. Somit werden die realen Achslasten bei einem nicht überladenen Fahrzeug eher zwischen 1.700 kg und 1.800 kg liegen.

Nicht zuletzt deshalb sollte man also wirklich seine reale Achslast ermitteln, um den Reifendruck optimal einzustellen.

Die Reifendrucktabelle des Herstellers

Mit den beiden Daten aus den vorhergehenden Punkten kann das Forschen nach dem richtigen Reifendruck beginnen. Dazu benötigt man sogenannte Reifendrucktabellen. Diese bieten leider nicht alle Hersteller an, weshalb man bei manchen Herstellern leider nachfragen und auf Auskunft hoffen muss.

Vorbildlich sind aber Continental und Michelin. Diese beiden Hersteller bieten komplette Reifenguides inkl. der Drucktabellen öffentlich zugänglich an. Deshalb haben wir diese hier für dich bereitgestellt.

Hier nehmen wir nun beispielhaft den oben bereits gezeigten Reifen Continental VancoCamper 225/75R16 CP mit dem LI von 116. In der Continental Reifentabelle erscheinen die folgenden Werte für den Reifen.

Continental-Tragfähigkeitstabelle nach Luftdruck, die Zeile 225/75 R 16 CP ist rot umrandet

Auszug aus dem Continental Reifen Ratgeber 2023-2024

Hier sieht man nun, dass der Reifen generell einen zulässigen Maximaldruck von 5,5 bar hat und dort die maximale Traglast von 1.250 kg je Reifen (entspricht dem LI 116) erreicht. An der Vorderachse erreicht er diesen Wert bereits bei 4,75 bar. Das heißt also, dass man bei Nenndruck bereits eine Gesamttraglast von 5 Tonnen für die Reifen annehmen kann.

Den neuen Reifendruck festlegen

Jetzt ermitteln wir einmal den neuen Reifendruck. Zuerst einmal exemplarisch für ein Light Chassis mit 3,5t. Wenn wir hier einmal von einer Achslast von vorne 1.700 kg und hinten 1.800 kg ausgehen, ergibt sich laut Tabelle bereits ein Druck von vorne 3,0 bar und hinten 3,75 bar. Bei einem Heavy Chassis mit zulässigen 4t steigt der Druck dann natürlich laut Tabelle. Gehen wir mal von 1.900 kg an der Vorderachse und 2.100 kg hinten aus, so kommen wir auf 3,5 bar vorne und 4,5 bar hinten.

Diese Werte hören sich doch schon deutlich anders an als die 5,5 bar, die der Hersteller gerne in den Reifen pumpen möchte. Allerdings sollte man diese Werte mit Bedacht wählen, denn sie stehen für den rechnerischen Optimalwert. Schwankungen der Umgebungstemperatur, ein leichter Druckverlust und eventuelle Spur-/Sturzwerte werden hier noch nicht betrachtet.

Deshalb sollte man den Druck doch noch etwas erhöhen. Auch wenn die Tabellenwerte die vom Reifenhersteller vorgeschriebenen Werte angeben und diese somit ausreichend sind, würde ich persönlich einen 0,2 bar Sicherheitszuschlag hinzufügen. Dann würde man beim Beispiel des 3,5t Chassis auf einen Druck von 3,20 bar vorne und 3,95 bar hinten kommen. Das macht schon einen riesigen Unterschied zum Seriendruck und somit ein großer Sprung im Fahrkomfort.

Die 5,5-bar-Anmerkung von Michelin

Schaut man in den Michelin Guide, findet man unter den Tabellen der Agilis Llkw-Reifen, zu denen auch die beliebten Agilis Camping gehören, einen Hinweis, der einen stutzen lässt.

Fußnote in der Michelin-Tabelle: 5,5 bar auf der Hinterachse von Wohnmobilen, dafür sind Metallventile nötig

In dieser Fußnote wird darauf hingewiesen, dass bei Wohnmobilen an der Hinterachse ein Fülldruck von 5,5 bar empfohlen wird. Um zu verstehen, woher dieser Hinweis kommt (Continental bspw. führt keinen solchen Hinweis auf), haben wir Michelin kontaktiert und um eine Begründung gebeten, die uns auch blitzschnell erreichte.

Der MICHELIN Crossclimate Camping ist ein Reifen, der verstärkte Flanken hat, damit er besser die Last aushält und damit sich der Reifen bei längerem Parken nicht verformt. Deshalb ist vorne 4,5 bar und hinten 5,5 bar empfehlenswert, diese Werte immer mit Metallventilen.

Wenn es Ihnen immer noch unkomfortabel vorkommt, können Sie den Druck entsprechend der Achslast auf der Grundlage der Tabelle anpassen.

Bei den in der Tabelle angegebenen Drücken handelt es sich immer um den Mindestdruck für das angegebene Gewicht.

Michelin auf unsere Anfrage

Somit ist der Grund klar. Bei längerer Standzeit empfiehlt es sich wie bereits erwähnt sowieso immer den Druck zu erhöhen. Während der Saison halte ich das Erhöhen des Drucks aber für überflüssig und somit kann der Druck auch bei den gekennzeichneten Reifen bedenkenlos angepasst werden.

Toleranz und Druckverlust

Verschiedene Faktoren können die Kräfte auf den Reifen und den Druck beeinflussen. Deshalb sollte man immer etwas Toleranz im Druck berücksichtigen, da es sich bei den Tabellenwerten um rechnerische Optimalwerte handelt. Auch bei Temperaturschwankungen der Umgebungstemperatur kann der Druck deutlich abfallen. Zusätzlich haben Reifen einen normalen Druckverlust, welcher sich ebenfalls zwischen 0,1 und 0,3 bar pro Monat bewegt.

Jeder Hersteller und jeder Reifen hat verschiedene Drücke, auch wenn die Reifendaten vielleicht gleich sein sollten. Daher sollte immer die korrekte Tabelle für die Entscheidung herangezogen werden.

Die angegebenen Werte gelten für die Nenngeschwindigkeit des Reifens. Bei unserem Beispielreifen also 170 km/h. Das spielt uns ein wenig in die Karten, da man sich normalerweise deutlich unterhalb dieser Geschwindigkeit bewegt. Somit ist wieder etwas mehr Toleranz verfügbar.

Dennoch würde ich bei den angegebenen Werten wie bereits erwähnt immer ca. 0,2 bar über den Tabellenwert gehen.

Vorderrad eines weißen Fiat Ducato mit Continental VancoCamper 225/75 R16 CP auf Alufelge

Mit dem richtigen Reifendruck verlieren auch Schotterwege ihren Schrecken

Das RDKS bei geändertem Reifendruck

Bei aktuellen Fahrzeugen wird sich nach der Änderung leider das sogenannte RDKS (Reifen-Druck-Kontroll-System) melden. Dieses ist auf den serienmäßigen Druck programmiert und erkennt somit einen Unterdruck der Reifen.

Deshalb sollte nach dem Ermitteln des Werts der Wert des Systems angepasst werden. Wer dafür selbst nicht über die Möglichkeit verfügt, sollte mit der Werkstatt seines Vertrauens über das Thema sprechen. Diese kann dann auch noch einmal über die Entscheidung schauen und gibt so ein besseres Gefühl mit der Druckwahl.

Aufkleber im Türholm mit VA 4,0 und HA 4,0 bar, darunter eine eigene Tabelle für Leer, Reise, Matsch und Sand

18-Zoll-Felgen für mehr Fahrkomfort

Schaut man in die einschlägigen Foren und Gruppen trifft man recht schnell auf etliche Camper:innen, die von dem himmlischen Fahrkomfort nach der Umrüstung auf 18″ Felgen schwärmen. Ist man mit dem Fahrkomfort des eigenen Campers unzufrieden, kommt so schnell der Wunsch auf die 18-Zoll-Felgen umzusteigen und endlich auch in den Genuss des Komforts zu kommen. Doch sind die großen Alus wirklich komfortabler?

Die Wahrheit über den 18-Zoll-Hype

Natürlich sehen 18″ Felgen schick aus. Aber bringen sie wirklich den versprochenen Gewinn beim Fahrkomfort? Schauen wir uns das doch mal ganz nüchtern an. Warum soll mehr Felge den Fahrkomfort erhöhen?

Nein, 18″ Felgen erhöhen den Fahrkomfort nicht. Zumindest nicht mehr, als ein richtig gewählter Reifendruck. Die Ursache, dass so viele von dem guten Fahrkomfort bei 18″ Reifen sprechen, liegt einfach an dem Fakt, dass sie davor meist mit dem Originaldruck unterwegs waren. Nach dem Wechsel auf die großen Felgen sind die Fahrer:innen dann plötzlich mit dem niedrigen Druck, der sich nicht nennenswert von den von uns ermittelten Werten unterscheidet, unterwegs.

Wer sich also für 18 Zöller wegen des Styles entscheidet, kann das natürlich gerne tun, aber einen besseren Fahrkomfort, als ein richtig befüllter 16 Zöller bieten die Reifen nicht.

Grobstolliger Loder AT Geländereifen auf grauer 18-Zoll-Felge am weißen Wohnmobil

Mein Fazit

Mit dem richtigen Reifendruck lässt sich der Fahrkomfort deutlich steigern. Das Ermitteln des richtigen Reifendrucks ist keine Wissenschaft. Allerdings ist die eigenmächtige Änderung des Reifendrucks keine Kleinigkeit. Ein zu niedriger Reifendruck birgt große Risiken. Deshalb sollte man sich an das Thema nur alleine heranwagen, wenn man sich diesen Risiken bewusst ist und ein gewisses Verständnis mitbringt.

Allen anderen sei geraten, sich an die Werkstatt des Vertrauens zu wenden und das Thema einmal zu besprechen. Ein richtig eingestellter Reifendruck ist vermutlich eine der günstigsten Methoden den Fahrkomfort zu steigern. Deshalb lohnt es sich, das Thema anzugehen.

In allen Fällen sollte man aber regelmäßig den Druck der Reifen prüfen, denn spätestens nach der Absenkung hat man nicht mehr die große Toleranz, die die 5,5 bar noch boten. Das sollte einem ein besserer Fahrkomfort aber durchaus wert sein.

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Häufige Fragen

Reifendruck beim Ducato Wohnmobil?

Das hängt von Reifen und Achslast ab, nicht von der Marke. Beim 225/75 R16 CP mit Lastindex 116 reichen bei 1.700 kg vorne und 1.800 kg hinten laut Continental-Tabelle 3,0 und 3,75 bar. Mit 0,2 bar Sicherheitszuschlag sind es 3,2 und 3,95 bar.

Gilt das für Jumper und Boxer?

Ja, wenn beim Citroën Jumper oder Peugeot Boxer dieselben Reifen montiert sind. Ducato, Jumper und Boxer teilen sich die Basis, entscheidend sind Reifengröße, Lastindex und die gewogene Achslast.

Reifendruck bei 3,5 t und 4,5 t?

Die 3,5 oder 4,5 t im Fahrzeugschein sind nur Höchstwerte. Wiege die echten Achslasten und lies den Druck in der Tabelle ab. Bei 1.900 kg vorne und 2.100 kg hinten sind es beim 225/75 R16 CP laut Continental 3,5 und 4,5 bar, plus 0,2 bar Zuschlag.

Luftdruck beim VancoCamper 225/75 R16?

Höchstens 5,5 bar, dort trägt er 1.250 kg je Reifen. An der Vorderachse ist diese Last schon bei 4,75 bar erreicht. Darunter richtet sich der Druck nach deiner Achslast, die Werte stehen in der Tabelle oben.

Warum will Michelin hinten 5,5 bar?

Wegen der verstärkten Flanken der Camping-Reifen, damit sie sich bei längerem Parken nicht verformen. Michelin hat uns bestätigt, dass du den Druck auch nach der Achslast aus der Tabelle anpassen kannst. Die Tabellenwerte sind der Mindestdruck für das angegebene Gewicht.

Muss ich das RDKS anpassen?

Ja, das RDKS ist auf den serienmäßigen Druck programmiert und meldet sonst einen Unterdruck. Wer das nicht selbst kann, lässt es in der Werkstatt anpassen.

Bringen 18 Zoll mehr Fahrkomfort?

Nicht mehr als ein richtig gewählter Reifendruck. Viele fahren nach dem Wechsel auf 18 Zoll einfach zum ersten Mal mit niedrigerem Druck und spüren deshalb den Unterschied.

Aus euren Kommentaren

Wir haben alle 11 Kommentare bis zum 13.10.2026 ausgewertet.

  • Ulli, November 2024: Er fährt seit Jahren nach diesem System und es funktioniert perfekt. Eine Zusatzfederung, egal ob Luft- oder Schraubenfedern, kann den Fahrkomfort nur begrenzt erhöhen, weil sie zusätzlich zu den Blattfedern arbeitet. Sie hindert die Serienfahrwerke aber am Durchschlagen.
  • Wolfgang, März 2025: Kastenwagen mit 3.414 kg auf der Waage, Uniroyal 225/75 R16 mit 3,75 bar vorne und 4,25 bar hinten statt 5,5 bar. Nach 2.500 km nach Süditalien ein sehr großer Komfortgewinn, die Seitenstabilität spürbar unverändert. Laut Auskunft von Continental gilt die Conti-Tabelle für alle von Continental produzierten Reifen, bei ihm also auch für Uniroyal.
  • Ralf, Februar 2025, und Heb, Mai 2025: Ralf spürt mit 18 Zoll mehr Komfort und weniger Empfindlichkeit bei Wind und Spurrillen, Heb fährt 18 Zoll mit laut Hersteller noch geringerem Druck. Die reine Dämpfung ist beim 18-Zoll-Reifen wegen des niedrigeren Querschnitts aber bestenfalls gleich. Die geringere Wankbewegung kommt von der breiteren Spur, und bei gleichem Lastindex sind die Drücke bei 16 und 18 Zoll kaum unterschiedlich.
  • Rolf, September 2025: Michelin Agilis Camping 225/75 R16 CP, Goldschmitt-Luftfederung, von der Werkstatt 4,0 bar rundum empfohlen. Die Seite „Michelin Tipps für Camperreifen“ nennt dagegen 5,5 bar hinten. Michelin hat mir bestätigt, dass die Tabellenwerte mit vermessenen Achslasten gefahren werden können. Den hohen Druck halte ich nur bei langen Standzeiten für sinnvoll.

Bevor du unten fragst

Schreib dazu, welches Fahrzeug du fährst, welche Reifengröße mit Lastindex montiert ist und welche Achslasten du vorne und hinten gewogen hast. Dann kann ich dir gezielt antworten.

Letzte Aktualisierung am 29.10.2026 um 21:31 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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11 Kommentare

  1. Micha 27.07.2026, 10:03 UhrAntworten

    Vielen Dank für die gut begründete Erläuterung zu diesem wichtigen Thema.

  2. Rolf Struppek 16.09.2025, 11:18 UhrAntworten

    Herzlichen Dank für den ausführlichen und verständlichen Beitrag. Ich fahre 225 / 75R16CP Agilis Camping von Michelin und habe nach Lesen des Artikel den Reifendruck von ehemals 5,5 Bar auf Deine Empfehlung (mit einer Sicherheitsreserve) angepasst. Auch nach einer vorher vorgenommenen Fahrwerksänderung (zusätzliche Luftfederung) durch Goldschmitt wurde mir eine Absenkung des Reifendrucks zur Komfortsteigerung empfohlen (4,0 Bar / alle Reifen).
    Allerdings hat mich jetzt ein Beitrag auf der Michelin-Seite „Michelin Tipps für Camperreifen“ wieder verunsichert.
    Dort wird unter Punkt 1 folgende Empfehlung abgegeben:
    „Allgemeine Reifendruckempfehlungen für Camperreifen pro Achse
    Der Reifendruck ist ein entscheidender Faktor, der über die Lebensdauer eines Reifen entscheidet.
    Bei CP-markierten Reifen auf der Hinterachse als Einzelbereifung wird ein Reifenfülldruck von 5,5 bar statt der gewohnten 4,75 bar empfohlen. Für die Dimensionen 255/55 R18 CP 120 und 225/75 R16 CP 118 gelten gar 6,0 bar anstatt der vorgegeben 5,25 bar. Als Reifendruck für die Vorderachse können die Reifenhersteller-Angaben in Kombination mit der maximal zulässigen Achsenlast verwendet werden, die im Fahrzeugschein vermerkt ist. Bei den speziell für Reisemobile produzierten Reifen mit der Zusatzbezeichnung CP dürfen die gewöhnlichen Gummiventile für den Fülldruck nicht verwendet werden. Hier sind ausschließlich Metallventile erforderlich.“ und weiter:
    „Camping-Reisen mit Hochdruck. Beim Campingfahrzeug sorgt der erhöhte korrekte Reifenfülldruck für besseres Handling und höhere Widerstandsfähigkeit. Ein zu niedriger Reifenfülldruck kann wiederum Gefahren mit sich bringen: Beispielsweise entspricht ein um 0,5 bar zu niedriger Reifenfülldruck des Michelin AGILIS Camping in der Dimension 225/70R15 CP einer Überlast von rund 100 Kilogramm pro Reifen, also 200 Kilogramm pro Achse, was eine schnellere Abnutzung des Reifen verursacht und die Karkasse unnötig beansprucht…
    VG Rolf Struppek

    • Patrick 17.09.2025, 14:33 UhrAntworten

      Hallo Rolf,

      die Anmerkung von Michelin ist tatsächlich etwas komisch. Unter dem Kapitel „Die 5,5 Bar Anmerkung“ findest Du die Antwort von Michelin auf meine Anfrage.

      Der erhöhte Druck ist lediglich wegen der verstärkten Karkasse empfohlen. Aus meiner Sicht ist dieser hohe Druck nur bei langen Standzeiten wirklich sinnvoll. Der hohe Druck ist für das fahren kontraproduktiv. Du hast damit eine deutlich kleinere Aufstandsfläche, das Reifenprofil wird nicht gleichmäßig abgefahren und die „erhöhte Stabilität“ bezahlst Du mit schlechterer Traktion.

      Auch glaube ich, dass Michelin hier einen Angstzuschlag für die Hinterachse annimmt. Haben sie zwar so nicht geantwortet, kann aber gut sein.
      Bei Womos hast Du ja oft einen ordentlichen Überhang. Wenn da jetzt die Heckgarage gut beladen ist bist Du schnell mit viel Last an der Hinterachse unterwegs. Wiegt man die Achsen nicht, weiß man das auch nicht und so wäre die Gefahr einer zu hohen Last am Hinterrad gegeben.

      Eindeutig hat Michelin aber auch bestätigt, dass die Drücke aus der Tabelle gefahren werden können. Alles andere wäre ja auch kompletter Blödsinn. Dann braucht man ja keine Tabelle.
      Bei vermessenen Lasten und angewandter Tabelle geht also sogar Michelin mit.
      Den sternchen Kommentar finde ich total unnütz nach der Antwort von Michelin Kontakt. Er dient nur noch zur Verwirrung.

      Ich persönlich würde an Deiner Stelle den korrekt vermessenen Druck fahren. Ist aber natürlich eine persönliche Entscheidung und man sollte die Risiken und Zusammenhänge verstanden haben.

      Beste Grüße
      Patrick

  3. Wolfgang Heine 01.03.2025, 11:12 UhrAntworten

    Sehr nützlicher Beitrag zum Thema Reifendruck!
    Herlzlichen Dank für den sehr umfangreichen, aussagekräftigen Bericht.
    Bereits direkt nach Anschaffung des Campers hatte ich nach Infos zum Absenken gesucht. Leider waren die Aussagen div. Foren zu wiedersprüchlich.

    Meine Rückmeldung erfolgt jetzt, weil wir erst Mitte Februar
    nach Süditalien gestartet sind. Jetzt, nach 2500Km kann ich nur bestätigen, dass ein sehr großer Komfortgewinn durch die Abkehr von den „Vollgummireifen“ mit 5,5 Bar eingetreten ist.
    Auch die Seitenstabilität (Eigenlenkverhalten der Reifen) hat sich nicht (spürbar) verändert.
    Das Fahrzeug habe ich 3/21 als Neuwagen erworben.
    Ich fahre derzeit Uniroyal Winterreifen 225/75 R 16 120/121. Ich hatte mich bewusst für die höhere Tragkraft der Reifen mit 10 Lagen entschieden und habe damit zusätzliche Sicherheit in der Tragkraft. Durch die Waage im Nachbarort nutze ich die Möglichkeit der Kontrolle vor Fahrtantritt. Vollgetankt und mit 50 l Wasser, hat unser Kastenwagen mit 2 Personen, dieses Mal 3414 KG gewogen.
    Ich habe die Reifen auf 3,75 V und 4,25 H gesenkt. Die Contitabelle gilt( Auskunft von Conti) für alle von Conti produzierten Reifen. In meinem Fall auch für die Uniroyal. Ich habe seit den ersten KM den Langzeitzähler, damit auch den Durchschnittverbrauch nicht zurück gesetzt und liege dabei seit längerem unverändert bei 8,4l.. Für die Strecke nach Süditalien, über die div. Pässe liegt aber der Verbrauch bei 8,6l. (was auf den Gesamtverbrauch nach derzeit 60.000 Km keinen Einfluss hat,)
    Durch die Luftdruckreduzierung jetzt bei 9,0. Diese 0,4 l Mehrverbrauch sind wohl eher zu vernachlässigen. Der Schrecken vor schlechten Straßen ist dank eures Berichtes, erheblich gesunken.
    Wolfgang Heine

    • Patrick 01.03.2025, 14:08 UhrAntworten

      Hallo Wolfgang,

      Danke für Deinen tollen und ausführlichen Real Life Bericht!
      Freut mich, wenn die Änderung sich positiv bemerkbar gemacht hat. Tatsächlich spürt man beim normalen Fahren fast keinen Einfluss auf die Fahrstabilität. Das wirkt sich eigentlich nur in „extremeren“ Fahrsituationen aus.

      Beste Grüße
      Patrick

  4. Ralf 17.02.2025, 17:51 UhrAntworten

    Ich fahre seit einem halben Jahr 18“ Felgen und muss der Erkenntnis in diesem Bericht leider widersprechen. Es ist zwar richtig, dass ein korrekter Reifendruck, also ein niedriger als 5,5 Bar vorgeschrieben, schon einen enormen Komfortgewinn mit sich bringt aber 18 Zoll Bereifung noch deutlichbeinen drauf setzen. Der größere Umfang der Bereifung macht sich bei schlechter Straße noch mal deutlich bemerkbar und die weitere Spur macht das Fahrzeug extrem unempfindlich bei Wind und Spurrillen. Da wir im Winter 16“ fahren und im Sommer 18“ haben wir den direkten Vergleich.
    Und dieser ist wirklich spürbar. Und die Optik ist auch klasse, aber darauf wurde ja bereits hingewiesen.

    • Patrick 17.02.2025, 20:35 UhrAntworten

      Hallo Ralf,

      ich bin sicher, dass Dein Eindruck nicht täuscht, aber es ist ein subjektiver, bei dem sicherlich mehrere Dinge zusammenkommen.
      Zuerst ist wichtig, dass es bei dem Artikel hier um die dämpfende/federnde Wirkung und den damit verbundenen Fahrkomfortgewinn ging. Dieser ist bei einem 16“ Rad bei gleichen Bedingungen zumindest gleich, oder gar besser. Der 18“ Reifen muss bedingt durch seinen niedrigeren Querschnitt eine deutlich steifere Konstruktion aufweisen, da weniger Luftvolumen federt.
      Dazu kommt noch, dass die 16“ Reifenkombination meist etwas leichter sein wird. Das bedeutet eine geringere ungefederte Masse, was ebenfalls dem Dämpfungsverhalten zugute kommt. Das kann sich bspw. mit Stahlfelgen bei den 16 Zöllern wieder relativieren und die 18er können dann in diesem Bereich punkten.

      Der größere Umfang des Reifens hat normal keinerlei Einfluss auf den fahrkomfort. Wenn man aber die üblich Größe 255/55R18 (Umfang 2.318mm) fährt, ist der Umfang verglichen mit einem 225/75R16 (Umfang 2.337mm) neutral gerechnet sogar kleiner beim 18 Zöller.

      Womit Du recht hast ist die geringere Wankbewegung, die die 18“ Reifen bedingen. Diese kommt aber nur zum Teil von der größeren Breite des Reifens. Wahrscheinlich wird die Felge auch noch eine kleinere Einpresstiefe aufweisen, was dazu führt, dass der Reifen weiter außen steht. Die breitere Spur führt dann zu mehr Stabilität, wie Du es auch beschreibst. Wer also bspw. möglichst schnell um die Kurve kommen will bekommt damit mehr Stabilität. Dort hilft auch wieder die steifere Konstruktion des 18 Zoll Reifens.

      Subjektiv kann also die Gesamtwirkung im Blick auf Komfort bei 18“ besser wirken. Die reine Dämpfung der 18“ Reifen ist aber bestenfalls gleich wie ein 16“ Setup.

      Beste Grüße
      Patrick

      • Heb 20.05.2025, 13:30 UhrAntworten

        Ein Thema, bei dem es sehr viele objektive und subjektive Wahrheiten gibt.

        Nach zwei Jahren auf 16″ Reifen befüllt nach Reifenherstellerangaben zu realer Achlast wurden kürzlich 18″ Pneus montiert, ebenso bei realer Achslast und laut Hersteller noch geringerem korrektem Reifendruck.

        Nicht nur subjektiv: Natürlich ist der Fahrkomfort mit zugelassenem geringerem Druck höher als bei ggf. notwendigem höheren Reifendruck, das gilt für alle Zollgrößen.
        Die Hersteller geben den aus Herstellersicht optimalen Reifendruck an.

        • Patrick 02.06.2025, 17:18 Uhr

          Hallo Heb,

          bei gleichem Reifen mit gleichem Traglastindex sind die Drücke bei den 16″ und 18″ Reifen tatsächlich kaum unterschiedlich. Der Unterschied kommt meistens eher daher, dass hier Straßenreifen in 16″ mit ATs in 18″ verglichen werden, die generell einen geringeren Druck abkönnen.
          Aber all das ist ehrlich gesagt nicht so wichtig. Die Hauptsache ist, dass man sich einmal Gedanken zum korrekten Luftdruck macht und sich dann überraschen lässt.

          Beste Grüße
          Patrick

  5. Ulli 26.11.2024, 16:40 UhrAntworten

    Absolut guter Artikel. Ich fahre nach dem genannten System schon Jahre lang und es funktioniert perfekt. Man trifft aber immer wieder „Experten“ die mit 5,5 bar fahren und erklären, dass der Komfortgewinn nur mit dem Einbau von Luftfederanlagen zu erreichen sei. Diese Anlagen haben sicherlich ihre Berechtigung sind aber sinnlos wenn einem die Federung des Womo „zu hart“ erscheint.

    • Patrick 28.11.2024, 20:04 UhrAntworten

      Hallo Ulli,

      Danke für Dein Lob. Ja, eine Zusatzfederung (egal ob Luft- oder Schraubenfedern) kann immer nur begrenzt den Fahrkomfort erhöhen, da sie ja nur zusätzlich zu den normalen Blattfedern eingesetzt wird.
      Dennoch beeinflusst sie natürlich den Fahrkomfort ein bisschen, indem sie die hoffnungslos überforderten Serienfahrwerke am Durchschlagen hindert. Die Reifen jedoch erhöhen den Fahrkomfort enorm.

      Beste Grüße
      Patrick

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