Der Kurztrip ins Ostallgäu
Reisen in Bayern zu Zeiten von Corona. Vor dem 30. Mai 2020 werden die Campingplätze nicht öffnen und auch Stellplätze werden äusserst rar sein. Daher sind Parkplätze, Felder oder Wälder die einzige Möglichkeit unkompliziert zu campen bzw. zu freicampen. Das war uns bewusst und es war mal wieder besser als gedacht.
So leer gefegt waren die Orte sicherlich zu dieser Jahreszeit sonst nie. Wir waren zwar nicht alleine, aber es war sehr entspannt und ruhig. Es war wunderbar und ohne Probleme möglich diese Hotspots (etwas eingeschränkt) von aussen zu erleben.
Im Bewusstsein, dass Schloss Neuschwanstein geschlossen sein wird, hatte es dennoch einen grossen Reiz in die Gegend Ostallgäu zu fahren. Kommt man doch von München aus an der Wieskirche vorbei, welche wir auf dem Rückweg noch besichtigen wollten. Auch die “Romantische Strasse” liegt quasi am Weg und verdient ihren Namen zurecht. So hügelig, so unquadratisch, so natürlich. Ein wirklich eindrucksvoller Landstrich durch den diese besagte Strasse führt.
Schwangau
War das Wetter für Samstag recht schlecht angesagt, sollte es dennoch ein sehr warmer Freitag werden. Mit einer richtig schönen warmen Mainacht.
Hurra, die Höhenbegrenzung des Schlossbrauhaus Schwangau Parkplatz war eingefahren. Welch ein Glück. Die Aussicht auf beide Königsschlösser vom Wohnmobil aus zu sehen. Grandios.
Eigentlich war eine Wanderung zum Schloss über die Pöllatschlucht geplant. Dieser Pfad durch die Schlucht ist aufgrund des Neuaufbaus noch geschlossen und es wurde ein Familienkrackseln im Bach mit einem schönen Abendessen im Schlossbrauhaus Schwangau. Was für ein fantastischer Blick auf Neuschwanstein und Hohenschwangau. Ein echter Glücksgriff und lecker war es obendrein. Schön wie schnell Alltagstress vergessen funktionieren kann.
Der Parkplatz mit Blick auf Neuschwanstein
Füssen
Was für eine verträumte und schöne Stadt. Gefühlt wohnmobilfreundlich und mit Möglichkeiten von der Innenstadt knapp 10 Fussminuten entfernt zu parken. Die Innenstadt empfängt uns mit alten historischen Gebäuden und einzigartig geschmückten blumenverzierten Laternen. Schöne kleine Spots mit dem ein oder andern versteckten Innenhof mit kleinen künstlerischen Geschäften. Wir machen einen kurzen Abstecher zum höchsten Punkt der Stadt dem “Hohen Schloss”. Wegen der Aussicht und Historie fast schon Pflicht. Warum sich im dicksten Gebäude das Finanzamt eingenistet hat, kann man sich denken ;-)
Der Lech mit seiner ruhigen Spazier- und Fahrradmeile, lädt uns ein dort eine Weile am Ufer und dem “Stadtstrand” zu verbringen. Nach vielen Schleifen durch die vielen Gassen wieder im Kern angekommen lässt sich festhalten. Insgesamt ein Städtchen mit viel Flair, freundlichen Menschen und gutem Eis im “Eiscafe Hohes Schloß”. Nebendran die Stadt-Apotheke in einem unfassbar kunstvollen und bemaltem Gebäude. Zwar überfrachtet aber mit schönen Details.
Forggensee
Mittagspicknick am Forggensee in der Nähe des Ludwigs Spielhaus. Man kann erahnen was hier im Sommer los ist. Viele mächtige grosse Boote inmitten viel natürlicher Uferpromenade nutzen wir für ein paar Stunden Sonne und Essen, Steine werfen und See testen. Stürmisches und schlechtes Wetter lässt uns in Richtung Nord-Westen aufbrechen – in die Einsamkeit. Denn der Platz ist leider nichts zum übernachten.
Schwaltenweiher
Nachdem der Wohnmobilstellplatz am Seepark am Schwaltenweiher geschlossen ist, sind wir bei Starkregen einfach gegenüber in einen Parkplatz zwischen einem Feld und einem kleinem Wäldchen zur Übernachtung geblieben.
Am nächsten Morgen sah die Welt wieder recht sonnig, frisch und windig aus. Der Wandel des Sees zu gestern ist schon toll. Mit der Bergkulisse im Hintergrund ist das schon ein schönes Fleckchen was zum verbleiben einladen würde. Wenn nicht schon Sonntag wäre.
Wieskirche
Wies. Ein schöner kleiner Ort. Die Wieskirche ist eine Wallfahrtskirche und heisst eigentlich “zum Gegeißelten Heiland auf der Wies”. Für eine Rokoko-Kirche mit Status eines Unesco Weltkulturerbe sehenswert.
Im Augenblick kaum zu glauben das über 1 Millionen Besucher jedes Jahr an diesen kleinen Fleck kommen. Dafür sieht das aus heutiger Perspektive alles recht bodenständig und normal aus. Gegenüber der Gasthof Schweiger mit den frischesten und besten Kücherl der Region. Mindestens. Diese werden im Aussenbereich vor der eigenen Nase frisch herausgebacken.
Schöner kleiner Wochenendtrip. Campen ohne Camping. Geht immer.