Winterreifen für Wohnwagen und Wohnmobil: Pflicht und Ganzjahresreifen

Braucht dein Wohnwagen Winterreifen? Pflicht in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Alpinsymbol statt M+S, Ganzjahresreifen und Sommerverbot in Italien.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für den Wohnwagen gibt es in Deutschland keine Winterreifenpflicht. Sie gilt nur für Kraftfahrzeuge. Sinnvoll sind Winterreifen am Wohnwagen trotzdem, wegen der deutlich besseren Seitenführung. Zum Wohnwagen
  • Wohnmobil und Zugfahrzeug brauchen bei Schnee und Eis Winterreifen. In Deutschland zählt seit Oktober 2024 nur noch das Alpinsymbol, der M+S-Aufdruck allein macht keinen Winterreifen.
  • Ein Verstoß in Deutschland kostet 60 Euro und einen Punkt in Flensburg. Dazu kann die Versicherung bei Schnee und Eis die Regulierung verweigern.
  • In Österreich gilt die Pflicht vom 1. November bis 15. April bei winterlichen Verhältnissen. Dort zählen auch M+S-Reifen, wenn sie noch 4 mm Profil haben. Zum Vergleich
  • In Italien drohen im Sommer Fahrverbote. Betroffen sind Winter- und Allwetterreifen mit einem niedrigeren Geschwindigkeitsindex als im Fahrzeugschein.
Gelbes Ortsschild mit dem Wort Winterreifen und dem rot durchgestrichenen Wort Sommerreifen an einer verschneiten Landstraße, dahinter ein weißer Geländewagen im Schneetreiben

Der nächste Sommer kommt bestimmt. Die Sommerreifen sind aber nicht das komplexe Thema. Alles Wichtige haben wir dazu im Beitrag über Fahrzeuggewicht, Geschwindigkeits- und Tragfähigkeitsindex zusammengefasst.

Da sind die Unterschiede bei den Winterreifen über die Ländergrenzen hinweg schon deutlich interessanter. Wer Urlaub in diesen Ländern macht, sollte dazu vieles wissen.

Wir wechseln unsere Reifen selbst. Wenn du zum Reifenwechsel Informationen suchst, dann gibt es dazu diesen Beitrag auf camper.help.

Braucht ein Wohnwagen Winterreifen?

In Deutschland gibt es für den Wohnwagen keine Winterreifenpflicht. Die situative Winterreifenpflicht aus § 2 Abs. 3a StVO gilt für Kraftfahrzeuge, und ein Wohnwagen ist ein Anhänger. Für dein Zugfahrzeug gilt sie dagegen voll.

Natürlich fallen auch Wohnwagen in vielen Ländern und auch in Deutschland nicht unter eine generelle Winterreifenpflicht. Die Fachwelt ist sich allerdings immer wieder sehr einig, dass Winterreifen auch auf dem Wohnwagen viel Sinn machen. Klar ist laut der Zeitschrift Caravaning die deutlich bessere Seitenführung.

Am Zugfahrzeug eh obligatorisch. Auch bringen sehr wohl Winterreifen beim Wohnwagen eine ordentliche Stabilisierung. Sie bieten deutlich mehr Seitenführungskräfte und verhindern, dass je nach Fahrbahnneigung der Caravan nach links oder rechts wegrutschen kann.

Wohnwagen in Österreich und Italien

In Österreich verbietet das Kraftfahrgesetz laut ÖAMTC nicht ausdrücklich, am Zugfahrzeug Winterreifen und am Wohnwagen Sommerreifen zu fahren. Der Club empfiehlt für Anhänger, die auch außerhalb des Sommerhalbjahrs unterwegs sind, Winter- oder Ganzjahresreifen.

Anders ist es im Sommer in Italien. Das Verbot für Winterreifen mit zu niedrigem Geschwindigkeitsindex gilt laut ADAC auch für Anhänger, also auch für deinen Wohnwagen. Mehr dazu unten bei Italien. In Schweden und Finnland gilt die Winterreifenpflicht laut ADAC ebenfalls für Anhänger.

Reifenalter bei 100er Zulassung

Zudem kommt im Gegensatz zum Zugfahrzeug noch Folgendes hinzu. Wohnwagen mit 100er Zulassung dürfen nur Reifen mit einem Alter von maximal 6 Jahren fahren, und sie brauchen mindestens den Geschwindigkeitsindex L. Das sind 120 km/h. Das gilt für Winterreifen genauso wie für Sommerreifen.

Das Alter wird über die DOT-Nummer bestimmt. Die vierstellige Nummer steht für die Produktionswoche und das Produktionsjahr, z. B. 0616 bedeutet Produktionswoche 06 aus dem Jahr 2016.

Winterreifen oder Ganzjahresreifen am Wohnmobil

Wir hatten zwar gute Michelin Ganzjahresreifen auf unserem Wohnmobil. Jedoch führten ein paar kritische Situationen dazu, dass wir jetzt in der O-bis-O-Saison (Oktober bis Ostern) richtige Winterreifen fahren. Das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, aber bei uns gibt es nun keine Kompromisse mehr. Für das Wintercamping sind entweder sehr gute Ganzjahresreifen oder noch besser sehr gute Winterreifen obligatorisch.

Zwei Winterreifen auf schwarzen Stahlfelgen übereinander gestapelt, in der Mitte ein Metallrohr als Felgenbaum, vor einer grauen Wand

Unsere Winterreifen auf Stahlfelgen, gestapelt auf dem Felgenbaum

Werkzeug zum Reifenwechsel auf Holzdielen, ein grüner Proxxon-Koffer mit Drehmomentschlüssel und Steckschlüsselsatz, ein blauer Flaschen-Wagenheber, rote Lederhandschuhe und zwei blaue Unterstellböcke

Mit diesem Werkzeug wechseln wir zweimal im Jahr

Ganzjahres- und Allwetterreifen

Aufgrund der Gesetzesänderung reichen in Deutschland keine Ganzjahresreifen mit M+S-Zeichen mehr, sondern das Alpinsymbol ist verpflichtend. Bis 31. Dezember 2017 produzierte M+S-Reifen galten noch mit einer Übergangsfrist bis zum 30. September 2024 als wintertauglich. Diese Frist ist abgelaufen.

In Österreich zählen Ganzjahresreifen laut ÖAMTC als Winterreifen, wenn sie M+S oder die Schneeflocke tragen und mindestens 4 mm Profil haben. In Slowenien sind Ganzjahresreifen mit M+S laut ADAC erlaubt, in Schweden zählen M+S-Reifen ebenfalls.

Wohnmobil über 3,5 Tonnen

Hier entscheidet die Fahrzeugklasse im Feld J deiner Zulassungsbescheinigung Teil I. Ist dein Wohnmobil als M1 eingetragen, gelten die Regeln wie beim Pkw. In Deutschland genügen bei den Klassen M2, M3, N2 und N3 Winterreifen an den permanent angetriebenen Achsen und an den vorderen Lenkachsen (§ 2 Abs. 3a StVO).

Achtung bei Wohnmobilen über 3,5 Tonnen in Österreich. Wenn euer Wohnmobil als Lkw zugelassen ist, besteht eine Winterreifenpflicht zumindest auf den Rädern der Antriebsachse. Laut § 102 Abs. 8a des Kraftfahrgesetzes gilt das für die Klassen N2 und N3 vom 1. November bis 15. April, unabhängig vom Wetter. Dazu musst du in dieser Zeit Schneeketten für mindestens 2 Antriebsräder mitführen (Abs. 9). Das Mindestprofil liegt laut ÖAMTC dann bei 5 mm, bei Diagonalreifen 6 mm.

M+S oder Alpinsymbol: Was ist ein Winterreifen?

Den Klassiker bei den Winterreifen zuerst. Aufgrund der vielen Nachfragen haben wir die Thematik der M+S-Reifen nochmals etwas herausgearbeitet. M+S steht für Matsch und Schnee, englisch Mud and Snow. Hier gibt es kleine, aber feine Unterschiede.

Reifenflanke mit dem erhabenen Schriftzug M+S, ohne Bergsymbol

M+S ohne Alpinsymbol

Reifenflanke mit dem Alpinsymbol, einem Berg mit drei Spitzen und einer Schneeflocke, darunter der Schriftzug M+S

M+S mit Alpinsymbol

  • Das M+S-Zeichen ist markenrechtlich nicht geschützt. Das Problem mit dem M+S-Zeichen ist und war, dass im Prinzip jeder Reifenhersteller M+S (ohne Alpinsymbol) auf seine Reifen drucken konnte.
  • Das Alpinsymbol ist in Deutschland verpflichtend. Seit Oktober 2024 gelten in Deutschland nur noch Winterreifen und Ganzjahresreifen mit dem Alpinsymbol (Schneeflocke im Berg) als Winterreifen.
  • Nur M+S ist bei Schnee quasi verboten. Wer im Winter bzw. bei winterlichen Verhältnissen nur noch ein M+S-Zeichen (ohne Schneeflocke im Berg) auf dem Reifen hat, muss bei Missachtung mit 60 Euro Bußgeld, 1 Punkt in Flensburg und fehlendem Versicherungsschutz rechnen. Auch der TÜV und Werkstätten werden ein Auge darauf haben.
  • In Österreich zählt M+S weiterhin. Dort gilt ein Reifen mit M+S, M.S. oder M&S als Winterreifen, die Schneeflocke ist laut ÖAMTC nicht vorgeschrieben.

Deutschland, Österreich, Schweiz im Vergleich

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Bereifung den Witterungsverhältnissen situativ anzupassen. Nur bei Schnee oder Eis ist eine „an die Wetterverhältnisse angepasste Ausrüstung“ vorgeschrieben.

Das Problem ist natürlich die Nachweispflicht. Im Falle einer Behinderung des Verkehrs oder eines Unfalls mit Sommerreifen können die Versicherungen die Regulierung, zumindest bei grober Fahrlässigkeit, verweigern, wenn man bei Schnee und Eis ohne Winterreifen unterwegs ist.

Dass es dabei ganz schnell kompliziert wird, siehst du an den unterschiedlichen Regelungen im deutschsprachigen Raum. Stand 21.10.2026 nach StVO und Bußgeldkatalog, dem österreichischen Kraftfahrgesetz und dem ÖAMTC sowie dem Schweizer Straßenverkehrsgesetz und dem TCS.

Regel Deutschland Österreich Schweiz
Pflicht bei Glätte, ohne festen Zeitraum 1.11. bis 15.4. bei winterlichen Verhältnissen keine, indirekt über das SVG
Gilt als Winterreifen nur mit Alpinsymbol M+S, M.S., M&S oder Schneeflocke nicht festgelegt
Mindestprofil 1,6 mm, empfohlen 4 mm 4 mm, Diagonalreifen 5 mm 1,6 mm, empfohlen 4 mm
Strafe 60 € und 1 Punkt rund 100 €, bis 10.000 € Busse bei Unfall oder Behinderung
Wohnwagen keine Pflicht Sommerreifen nicht ausdrücklich verboten keine Pflicht
Schneeketten wo ausgeschildert wo ausgeschildert, ohne Winterreifen nur auf Schneedecke wo ausgeschildert

Deutschland: situative Winterreifenpflicht

Wehende Flagge Deutschlands in Schwarz, Rot und Gold
  • Winterreifenpflicht. In Deutschland gibt es keinen festen Zeitraum, Winterreifen sind nur bei winterlichen Straßenverhältnissen vorgeschrieben. Es ist eine situative Winterreifenpflicht. § 2 Abs. 3a StVO nennt Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte und Reifglätte.
  • Was sind Winterreifen? Winterreifen sind nur die mit dem Berg- und Schneeflockensymbol, dem Alpinsymbol. Der M+S-Aufdruck ist rechtlich nicht geschützt und ist daher kein offizieller Winterreifen. Die Übergangsfrist dafür endete am 30. September 2024.
  • Mindestprofil. Ein Mindestprofil von 1,6 mm ist vorgeschrieben. Der ADAC empfiehlt jedoch klare 4 mm auf Winterreifen, um die Wirkung überhaupt auf die Straße zu bringen.
  • Strafen. Der einfache Verstoß wird mit einem Bußgeld von 60 Euro und 1 Punkt in Flensburg geahndet. Bei Behinderung, Gefährdung und Unfall ist es entsprechend höher, laut Bußgeldkatalog 80, 100 und 120 Euro, jeweils mit 1 Punkt. Als Halter zahlst du 75 Euro und 1 Punkt, wenn du die Fahrt ohne passende Reifen anordnest oder zulässt.
  • Schneekettenpflicht. Sie ist für bestimmte Strecken ausgeschildert und dann verpflichtend.

Österreich: 1. November bis 15. April

Wehende Flagge Österreichs in Rot, Weiß und Rot
  • Winterreifenpflicht. Winterreifen sind vom 1. November bis 15. April bei winterlichen Straßenverhältnissen verpflichtend. Bestehen keine winterlichen Verhältnisse, gibt es keine generelle Winterreifenpflicht. Für Wohnmobile mit Lkw-Zulassung gilt mehr, siehe Wohnmobil über 3,5 Tonnen.
  • Was sind Winterreifen? Ein Reifen ist in Österreich ein Winterreifen, wenn er die Aufschrift „M+S“, „M.S.“ oder „M&S“ trägt. Laut ÖAMTC zählen seit 10.12.2018 auch Reifen mit dem Schneeflockensymbol, vorgeschrieben ist es nicht. Das gilt auch für Ganzjahresreifen, wenn diese als Winterreifen eingesetzt werden sollen. Das ist in Deutschland anders, dort reicht der M+S-Aufdruck seit Oktober 2024 nicht mehr.
  • Mindestprofil. 4 mm sind vorgeschrieben, bei Diagonalreifen 5 mm. Augen auf bei gebrauchten M+S-Reifen. Mit weniger Profil gelten sie in Österreich nicht als Winterreifen.
  • Strafen. Bei Verstößen gegen die witterungsbedingte Winterreifenpflicht sind laut ÖAMTC rund 100 Euro fällig, abhängig vom Sachverhalt. Gefährdet man andere, reicht der Rahmen nach § 134 des Kraftfahrgesetzes bis 10.000 Euro.
  • Mitschuld nach einem Unfall. Wie teuer falsche Reifen werden können, zeigt ein Fall aus der Rechtsberatung des ÖAMTC. Einer Autofahrerin mit Sommerreifen auf schneebedeckter Straße wurde nach einem Unfall trotz Vorrang ein Mitverschulden von 50 % angelastet.
  • Schneekettenpflicht. Sie ist für bestimmte Strecken ausgeschildert und dann verpflichtend.

Die zusätzliche Verpflichtung von mitzuführenden Schneeketten gilt nur, wenn man ohne Winterreifen unterwegs ist. Die Kombination aus Sommerreifen und Schneeketten ist nämlich nur dann erlaubt, wenn eine durchgehend oder fast durchgehend dichte Decke aus Schnee oder Eis die Fahrbahn bedeckt. Herrschen andere winterliche Bedingungen, darf man trotz Schneekettenpflicht keine Schneeketten anlegen, da das Metall der Ketten den Straßenbelag beschädigen könnte. Daher kann man von dieser seltsamen Regelung nur abraten.

Es ist nicht ganz einleuchtend, was hinter dieser holprigen Regelung in allen Facetten steckt. Es ist davon auszugehen, dass man hier liegengebliebene Fahrzeuge mit Sommerreifen verhindern möchte. Möglich auch, dass dadurch kurze Fahrten von A nach B für die Landwirte möglich sein sollen. Dieser Absatz ist aber eine Vermutung und basiert nicht auf Fakten.

Schweiz: indirekte Winterreifenpflicht

Schweizer Flagge, ein weißes Kreuz auf rotem Grund
  • Winterreifenpflicht. Es gibt keine Winterreifenpflicht, sondern nur Empfehlungen. Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit.
  • Was das Gesetz verlangt. Im Straßenverkehrsgesetz SVG ist unter Betriebssicherheit Folgendes geregelt. „Fahrzeuge dürfen nur in betriebssicherem und vorschriftsgemässem Zustand verkehren.“ Eine weitere Grundregel im SVG führt zu einer indirekten Winterreifenpflicht in der Schweiz. „Jedermann muss sich im Verkehr so verhalten, dass er andere in der ordnungsgemässen Benützung der Strasse weder behindert noch gefährdet.“
  • Mindestprofil. Die Mindestprofiltiefe von Reifen liegt bei 1,6 Millimetern. Empfehlungen liegen bei 3 mm bei Sommerreifen und 4 mm bei Winterreifen. Der TCS rät, Winterreifen etwa von Oktober bis Ostern zu fahren.
  • Alternativen. Nicht wirklich klar geregelt.
  • Strafen. Es drohen jedoch hohe Geldbußen, wenn es aufgrund falscher Bereifung zu Unfällen oder einer Verkehrsbehinderung kommt. Selbst Freiheitsstrafen sind im SVG vorgesehen. Laut TCS kann ein falscher Reifen nach einer Kollision zudem Regressforderungen der Versicherung nach sich ziehen.
  • Schneekettenpflicht. Sie ist für bestimmte Strecken ausgeschildert und dann verpflichtend.

Winterreifen im Sommer: Fahrverbot in Italien

Eine mir bis dato unbekannte Info kam von einem meiner treuesten camper.help Leser, dem Chris aus der Pfalz.

Und da ich aktuell selber in die Falle getappt bin (hab auf unseren Transporter Allwetterreifen mit niedrigerem Geschwindigkeitsindex aufziehen lassen, und darf mich damit nächsten Sommer in Italien nicht blicken lassen) hier der Hinweis. Bitte prüft den Geschwindigkeitsindex auf Euren Reifen, falls ihr im Sommer damit in Italien unterwegs seid.

Chris aus der Pfalz, Dezember 2023

Welche Reifen sind im Sommer verboten?

Reifen, die einen niedrigeren Geschwindigkeitsindex haben als im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) vermerkt. Bei Winter- und vor allem Allwetterreifen muss man in Italien im Sommer auf den Geschwindigkeitsindex achten.

Laut ADAC (Stand 09.06.2026) gilt das Verbot vom 16. Mai bis 14. Oktober für Winter-, Ganzjahres- und Allwetterreifen mit M+S, Schneeflocke oder Bergsymbol. Es gilt auch für Fahrzeuge mit deutscher Zulassung und für Anhänger. Reifen mit gleichem oder höherem Index als im Fahrzeugschein sind erlaubt. Wer erwischt wird, zahlt 431 bis 1.734 Euro, und das Fahrzeug kann beschlagnahmt werden.

Winterreifen in Italien im Winter

Eine landesweite Winterreifenpflicht gibt es in Italien nicht, die Provinzen entscheiden selbst und ordnen sie oft kurzfristig per Schild an. In Südtirol gilt sie laut ADAC in Bozen und auf der A22 bis Affi vom 15. November bis 15. April unabhängig vom Wetter, im Aostatal vom 15. Oktober bis 15. April. Statt Winterreifen gehen bei Bedarf auch Schneeketten, dann mit höchstens 50 km/h. Ein Verstoß kostet 42 bis 345 Euro. Das gesetzliche Mindestprofil liegt bei 1,6 mm.

Weitere Länder mit Winterreifenpflicht

Achtung in Ländern wie Slowenien, Schweden oder Finnland. Dort gibt es eine Winterreifenpflicht. Die Übersicht stammt aus der Länderliste des ADAC mit Stand Oktober 2025. Vor der Reise lohnt ein Blick, ob sich etwas geändert hat.

Land Zeitraum Mindestprofil Besonderheit
Slowenien 15.11. bis 15.3. und bei Winterwetter 3 mm Ganzjahresreifen mit M+S erlaubt, sonst Ketten an Bord
Kroatien 15.11. bis 15.4. auf vielen Strecken 4 mm 2 Winterreifen an der Antriebsachse, Schneeschaufel Pflicht
Tschechien 1.11. bis 31.3. bei Winterwetter 4 mm, über 3,5 t 6 mm M+S genügt
Frankreich 1.11. bis 31.3. in Bergdepartements 3,5 mm nur Alpinsymbol, sonst Ketten oder Schneesocken
Schweden 1.12. bis 31.3. bei Winterwetter 3 mm, über 3,5 t 5 mm M+S zählt, gilt auch für Anhänger
Finnland 1.11. bis 31.3. bei Winterwetter 3 mm gilt auch für Anhänger bis 3,5 t
Norwegen keine Pflicht bis 3,5 t 3 mm bei Schnee und Eis Ketten auf Sommerreifen
Niederlande keine Pflicht nicht festgelegt Schneeketten kein Ersatz
Dänemark nur bei Winterwetter 1,6 mm Alpinsymbol empfohlen

Mein Fazit

Bei uns gibt es keine Kompromisse mehr. Von Oktober bis Ostern fahren wir am Wohnmobil richtige Winterreifen, obwohl wir vorher gute Michelin Ganzjahresreifen hatten. Für das Wintercamping sind entweder sehr gute Ganzjahresreifen oder noch besser sehr gute Winterreifen obligatorisch.

Am Wohnwagen gibt es in Deutschland keine Pflicht. Winterreifen bringen dort aber eine ordentliche Stabilisierung und deutlich mehr Seitenführung. Beim Kauf zählt in Deutschland das Alpinsymbol, M+S allein reicht nicht mehr. Und bitte prüft den Geschwindigkeitsindex auf euren Reifen, falls ihr im Sommer damit in Italien unterwegs seid.

Wir wünschen dir eine gute und sichere Fahrt.

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Häufige Fragen

Muss ein Wohnwagen Winterreifen haben?

In Deutschland nicht, die Winterreifenpflicht nach § 2 Abs. 3a StVO gilt nur für Kraftfahrzeuge. Sinnvoll sind sie trotzdem, weil sie am Wohnwagen deutlich mehr Seitenführung bringen. In Schweden und Finnland gilt die Pflicht laut ADAC auch für Anhänger.

Benötigt ein Wohnmobil Winterreifen?

Ja, bei Glatteis, Schnee oder Matsch. In Deutschland zählen seit Oktober 2024 nur Reifen mit Alpinsymbol. In Österreich gilt die Pflicht vom 1. November bis 15. April bei winterlichen Verhältnissen.

Für wen gilt die Winterreifenpflicht?

In Deutschland für Kraftfahrzeuge, also Pkw, Wohnmobil und Zugfahrzeug, nicht für den Wohnwagen. Bei den Klassen M2, M3, N2 und N3 reichen Winterreifen an den angetriebenen Achsen und den vorderen Lenkachsen.

Zählen M+S-Reifen noch als Winterreifen?

In Deutschland nicht mehr, die Übergangsfrist endete am 30. September 2024. In Österreich gelten M+S-Reifen weiterhin als Winterreifen, wenn sie mindestens 4 mm Profil haben.

Darf man mit Allwetterreifen nach Österreich?

Ja, wenn sie M+S oder die Schneeflocke tragen und mindestens 4 mm Profil haben. Dann zählen sie laut ÖAMTC als Winterreifen.

Darf man in Italien mit Winterreifen im Sommer fahren?

Vom 16. Mai bis 14. Oktober nur, wenn ihr Geschwindigkeitsindex mindestens so hoch ist wie im Fahrzeugschein. Sonst drohen laut ADAC 431 bis 1.734 Euro, auch mit Anhänger.

Wann braucht ein Wohnwagen neue Reifen?

Mit 100er Zulassung spätestens nach 6 Jahren, das Alter steht in der DOT-Nummer. Für Winterreifen empfiehlt der ADAC zudem mindestens 4 mm Profil.

Aus euren Kommentaren

Wir haben 1 Kommentar bis zum 21.10.2026 ausgewertet.

  • Chris aus der Pfalz, Dezember 2023: Er hat auf seinen Transporter Allwetterreifen mit niedrigerem Geschwindigkeitsindex aufziehen lassen und darf damit im Sommer nicht nach Italien. Sein Hinweis steht oben im Kapitel zu Italien.

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Ein Kommentar

  1. Crespo 04.12.2023, 13:08 UhrAntworten

    Und da ich aktuell selber in die Falle getappt bin (hab auf unseren Transporter Allwetterreifen mit niedrigerem Geschwindigkeitsindex aufziehen lassen – und darf mich damit nächsten Sommer in Italien nicht blicken lassen) hier der Hinweis:

    Bitte prüft den Geschwindigkeitsindex auf Euren Reifen falls ihr im Sommer damit in Italien unterwegs seid:

    Fahrverbot für bestimmte Allwetter-/Winterreifen in Italien
    https://www.oeamtc.at/laenderinfo/italien/news/italien-fahrverbot-fuer-bestimmte-winterreifen-in-den-sommermonaten-18309463
    https://www.adac.de/verkehr/recht/verkehrsvorschriften-ausland/winterreifenverbot-italien/

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