Camper heizen ohne Standheizung: 3 Alternativen
Camper heizen ohne Standheizung? Bettflasche, Heizdecke und faltbares Infrarot-Panel wärmen die Personen statt das ganze Fahrzeug. Und warum nie der Gaskocher.

Alle Heizmöglichkeiten auf einen Blick
Die Bettflasche für die Nacht ohne Strom, die Heizdecke für Matratze und Abend und das faltbare Infrarot-Panel, das wir dort hinstellen, wo die Wärme gebraucht wird.
Bei kalten Nächten und frischen Temperaturen am Morgen stellt sich die Frage, wie sich Personen im Camper am besten warmhalten lassen.
Unser Camper im Tiefschnee
Heizung im Camper: Strom, Gas oder Diesel
Heizen mit der Klimaautomatik
In der Nacht heizen wir den Elektro-Camper mit der bereits verbauten Klimaautomatik. Diese Heizung auf kleiner Stufe laufen zu lassen, hat sich bisher bewährt. Jedoch ist der Energiebedarf recht hoch, und pro Stunde Heizen verliert das Fahrzeug an die 6 km Reichweite. Ideal ist es natürlich, wenn der Camper bereits mit dem Ladekabel an der Steckdose hängt, um diesen Verbrauch zu kompensieren.
Am Schnelllader heizen wir den Camper gleich mit auf
Elektroheizung am Landstrom
Heizen mit Strom benötigt sehr viel Energie. Grundsätzlich ist es möglich, mit Landstrom zu heizen, sofern dieser über eine passende Absicherung verfügt. Strom ist auf Campingplätzen vielfach sehr teuer. Dabei wird das ganze Fahrzeug erwärmt, was natürlich auch einen entsprechenden Wärmeverlust zur Folge hat.
Gas- oder Dieselheizung
Es bestehen für Camper und Wohnmobile auch andere Heizmöglichkeiten mit fossilen Brennstoffen wie Gas- oder Dieselheizungen. Diese benötigen jedoch immer eine professionelle Installation.
Heizaufsatz für den Gasherd
Tödlich
Nie die Flammen eines Kochers zum Heizen des Fahrzeugs verwenden! Dabei entsteht ein hoher Sauerstoffverbrauch durch die Verbrennung und akute Erstickungsgefahr aufgrund der Abgase.
Solche Heizaufsätze werden zwar angeboten, sind aber sehr gefährlich. Dabei gibt es eine Grundregel, dass alles, was eine Verbrennung zur Folge hat, immer auch CO2 produziert, welches unbemerkt zu Erstickung führen kann. Bei unvollständiger Verbrennung entsteht zudem Kohlenmonoxid, ein Gas, das man weder riecht noch sieht.
Die Flamme am Herd ist zum Kochen da, nie zum Heizen
Alternativen zur Standheizung
Nachfolgend eine (nicht abschliessende) Auswahl an alternativen Heizmöglichkeiten für kleine Fahrzeuge.
Idee dabei ist, dass nicht das komplette Fahrzeug erwärmt werden muss, damit es für die Bewohner angenehm warm wird, sondern die Insassen dort erwärmt werden, wo sie sich aufhalten. Dazu bieten sich folgende Möglichkeiten an.
Wir haben uns für drei dieser Lösungen entschieden, welche wir aktiv beim Wintercamping verwenden.
Bettflasche, ganz ohne Strom
In Australien haben wir uns in den kalten Nächten im australischen Winter mit Bettflaschen erwärmt. Auf dem Feuer wurde ein Topf Wasser gekocht und damit die Bettflaschen abgefüllt. Wenn die Flaschen vorher ins Bett gelegt werden, ist dieses bereits etwas angewärmt.
Wasser für die Bettflaschen auf dem Feuer kochen
Eine Bettflasche aus Naturkautschuk mit 2 Litern und großer Öffnung, damit sich das heiße Wasser leicht einfüllen lässt.
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Heizdecke im Camper
Die Heizdecke kann zum Zudecken verwendet werden. Wobei hier sicherlich einiges an Wärme verloren geht.
Aus diesem Grund legen wir die Heizdecke meist auf die Matratze, um das Bett vorzuwärmen und dann in der Nacht darauf zu schlafen. Tagsüber oder am Abend kann die Decke als Umhang verwendet werden.
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Infrarotheizung im Camper
Anstelle eines Heizlüfters, welcher die Umgebung erwärmt und dabei einen Luftstrom produziert, haben wir eine Lösung auf Infrarotbasis gefunden. Infrarot wärmt mit Objekt- und Oberflächenerwärmung die Personen, welche in der Nähe sitzen, anstelle des ganzen Raums.
Infrarot-Platten zum Aufhängen
Infrarotheizungen gibt es als Platten, welche aufgehängt und montiert werden können. Jedoch haben wir in unserem Fahrzeug nicht viele gerade Flächen, an welchen diese Platten befestigt werden können. Zudem wollten wir eine Lösung, welche wir für verschiedene Situationen flexibel verwenden können. Im Sommer sollte diese nicht zusätzlich mitgeführt werden müssen.
Faltbares Infrarot-Heizpanel
Nach etwas Recherche sind wir auf faltbare Infrarot-Heizpanels gestossen. Diese werden normalerweise im Büro oder Homeoffice verwendet. Für unsere Anwendung bietet das faltbare Infrarot-Panel folgende Möglichkeiten.
Ein faltbares Infrarot-Panel, eigentlich für Schreibtisch und Füße gedacht, bei uns die Wärmequelle im Camper.
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Mein Fazit
Ausgestattet mit diesem Panel, der Wärmedecke und den Bettflaschen steht einer wohlig warmen Nacht, auch bei tieferen Temperaturen, nichts mehr im Weg. Unser Ansatz, um die Energie zu sparen, ist klar, nicht das ganze Fahrzeug zu erwärmen, sondern nur das Bett mit der Heizdecke. Wir bevorzugen das autarke Unterwegssein, die 10 Tage auf Sardinien im Herbst waren wir nie am Landstrom.
Auch im Schnee wohlig warm
Häufige Fragen
Was wärmt statt einer Standheizung?
Nicht das ganze Fahrzeug erwärmen, sondern die Personen dort, wo sie sich aufhalten. Wir nutzen dafür Bettflaschen, eine Heizdecke und ein faltbares Infrarot-Panel.
Wie lässt sich ein Camper heizen?
Mit Strom über die Klimaautomatik, die wir im Elektro-Camper auf kleiner Stufe laufen lassen, oder mit einer Elektroheizung am Landstrom. Gas- und Dieselheizungen brauchen immer eine professionelle Installation. Wir wärmen lieber die Personen statt das ganze Fahrzeug, mit Bettflasche, Heizdecke und Infrarot-Panel.
Wie heize ich den Camper ohne Strom?
Mit Bettflaschen. In Australien haben wir einen Topf Wasser auf dem Feuer gekocht, die Bettflaschen damit gefüllt und vorher ins Bett gelegt, so ist es bereits etwas angewärmt.
Darf ich mit dem Gaskocher heizen?
Nein, nie. Die Verbrennung verbraucht Sauerstoff, es besteht akute Erstickungsgefahr durch die Abgase. Auch Heizaufsätze für den Gasherd sind sehr gefährlich.
Wie viel Strom braucht das Panel?
Unser faltbares Infrarot-Panel braucht rund 400 Watt und bietet eine Wärmeleistung bis 65 °C.
Was kostet Heizen an Reichweite?
Mit der Klimaautomatik auf kleiner Stufe verliert unser Elektro-Camper pro Stunde an die 6 km Reichweite. Leser Frank hat daraus durchschnittlich rund 1,5 kW gerechnet. Am besten heizt du, während der Camper am Ladekabel hängt.
Aus euren Kommentaren
Wir haben alle 2 Kommentare bis zum 18.10.2026 ausgewertet.
Bevor du unten fragst
Schreib dazu, welches Fahrzeug du hast, ob du am Landstrom stehst oder autark unterwegs bist und bei welchen Temperaturen du heizen willst. Dann können wir dir gezielt antworten.
Letzte Aktualisierung am 31.10.2026 um 09:53 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API















Hallo,
wenn ich richtig gerechnet habe und von einem Verbrauch von 25 kwh auf 100 km ausgehe, zieht Eure Standheizung durchschnittlich 1,5 kw.
Hier wäre interessant zu wissen, auf welche Temperatur Eure Klimaautomatik eingestellt ist und bei welcher Außentemperatur Ihr auf die 6km Reichweitenverlust pro Stunde heizen kommt.
Muss Euer Expert dazu betriebsbereit sein? Habt Ihr die AC dabei an für eine aktive Entfeuchtung der Raumluft? Schaltet Ihr die Lüftung auf Um- oder Zuluft?
Hat Euer Expert eine Wärmepumpe verbaut? Dämmt Ihr alle Scheiben?
Induktion und Infrarot sind glaub zwei unterschiedliche Systeme. M.W. gibts keine Induktionsheizungen. Induktion basiert auf einem elektrischen Magnetfeld und wird zB mit passenden Töpfen (zB. mit Eisenkern) zum Kochen verwendet oder zum kabellosen Laden von elektronischen Kleingeräten.
Bei Verwendung von Gleichstromheizungen (zB. 12V Sitzheizauflagen anstelle 230V Wärmeunterbetten oder Heizdecken) spart man sich den Eigenverbrauch des Spannungswandlers / Inverters. Das sind m.W. so um die 60 Watt. Soviel in etwa verbraucht auch eine durchschnittliche, beheizbare Sitzauflage.
Sofern man am Landstrom hängt könnte man dies vernachlässigen. Dann braucht man ja auch keinen Wandler ;-)
Danke für den Hinweis auf ein faltbares Infrarot-Heizmodul und dessen vielseitige Verwendbarkeit!
Und Danke für Eure Überlegungen und Erfahrungen!
Viele Grüße
Frank
Hallo Frank
Ja, dass hast du mit dem Verbrauch gut gerechnet! Bez. dem Verbrauch ist zu beachten, dass die Kiste bei 100 Km/h mit Zuladung bis zu den erlaubten 3’200 Kg. bis zu 30 kwh zieht! Man kann es nicht beschönigen aber dieses Fahrzeug wurde einfach mit einem Elektromotor gebaut ohne Seitens Konstruktion etwas zu ändern wie z.B. fehlende Sitzheizung usw. Wenn du etwas „modernes“ Elektrisches in Betrachtung ziehst würde ich den Mercedes EQV noch anschauen. Bezüglich Assistenzsystemen und Ausstattung bietet dieses Fahrzeug einiges mehr als die Peugeot/ Renault/ Opel/ Toyota Reihe. Ist aber eine etwas andere Preisklasse. Ganz ehrlich, bei der Heizung im Fahrzeug habe ich noch nicht auf die Aussentemperaturen geachtet. Wir heizen aber eher sporadisch wenn es frisch wird. Hier kommt es wieder sehr darauf an, wie schnell du unterwegs bist! Ab 100 km/h drückt die Kälte durch den Fahrtwind einiges mehr rein als bei 100 km/h. Wenn, dann heizen wir das Auto beim Laden auf, auf den Fahrten durch die Nacht nach Ungarn haben wir immer am Schnellader die Kiste voll aufgeheizt. Sonst ist so bei 20°C eingestellt, ohne Umluft da die Scheiben recht schnell beschlagen.
Betriebsbereit (Ladebereit) ist bei diesem Fahrzeug leider nicht vorgesehen. AC verwenden wir nur an wenn die Scheiben beschlagen. Wärmepumpe ist bei diesem Fahrzeug leider keine verbaut (weiss gerade nicht wie es beim Mercedes aussieht).
Das Auto wurde professionell isoliert. Würde ich auf jeden fall empfehlen nur schon wegen dem Kondenswasser und allfälliger Schimmelbildung. Für die Fenster hatten wir eine Verschattung vorgesehen aber gemerkt, dass wir diese nicht brauchen. Was wir gemacht haben war ein sehr günstiger Sonnenschutz (diese silbernen) für die Frontscheibe zu verwenden da diese auch nicht getönt ist.
Mit dem Inverter hast du absolut recht! Auch dieser zeiht ganz schon Saft! Wir haben diesen trotzdem installiert da das Laden einiger Geräte wie Laptop –> würde zwar auch über USB C gehen oder Akkus der E-Bikes recht einfach geht. Wir betreiben darüber auch die Induktionsherdplatte. Die kriegst du sehr günstig. Aber ja, den Inverter kann man sich unter Umständen sparen.
Ja, Infrarot und Induktion sind wie von dir beschrieben unterschiedlich. Infrarot gibt es einige spannende Sachen. Ich habe zuerst mal überlegt eine solche im Dachhimmel zu verbauen. Was aber klar unser Ansatz ist um die Energie zu sparen ist, nicht das ganze Fahrzeug zu erwärmen sondern nur das Bett mit der Heizdecke.
Mit dem Landstrom ist das alles kein Thema wie du sagst. Wir bevorzugen jedoch das autarke unterwegs sein. Die 10 Tage auf Sardinien im Herbst waren wir nie am Landstrom.
Danke für den spannenden Austausch mit dir!
Beste Grüsse
Michael
PS: Vielleicht als Alternative zum Wechselrichter diese Powerbank: Xtorm XP070 Könntest du am USB tagsüber laden und dann z.B. auch dem Laptop mal einstecken. Ich habe sie zuhause aber noch nicht beim Campen ausprobiert, deshalb noch kein Bericht dazu ;-)