Autarkie durch Solar und Batterie – was brauche ich wirklich?
Für ein, zwei Nächte brauchst du gar kein Solar. Für volle Autarkie waren es bei uns 400 bis 500 Wp. Wie viel zu deiner Reiseart passt, rechnen wir durch.
Beide Produkte auf einen Blick
Der Strom muss fließen
Auch wenn mehr, als Strom zur Autarkie im Camper gehört, ist er doch ein zentrales Thema. Die Wahl der Batterie und die Ausstattung mit Solar beeinflussen recht direkt, wie lange man ohne Landanschluss stehen kann. Gerade bei der immer häufiger werdenden Nutzung von Kompressorkühlschränken und den vielen elektronischen Gadgets, die man dabei hat, steigt der eigene Stromverbrauch schnell.
Mit leerer Batterie wird es dann schnell dunkel im Camper und noch schlimmer: Die Vorräte drohen zu verderben. Doch braucht man eigentlich wirklich Solar auf dem Dach? Ist es für jeden sinnvoll, oder eher Werbemasche? Oder gibt es vielleicht sogar Alternativen, die bei so manchem günstiger, leichter und vielleicht sogar besser wären?
All das versuchen wir hier zu klären.


Wie viel Solar brauchst du?
Was sind meine Verbraucher?
Wahrscheinlich die wichtigste Vorüberlegung ist die Frage nach den Verbrauchern. Ein bisschen Licht und mal ein Handy über USB laden, sind noch keine Herausforderung für ein Wohnmobil. Die Lüftung der Heizung und die Wasserpumpe können da schon deutlich mehr Energie kosten.
Richtig Energie kann dann aber der Kühlschrank kosten, wenn es sich um einen Kompressorkühlschrank handelt. Ganz zu schweigen von Wechselrichtern. Ob man diesen aber wirklich braucht, sollte man vielleicht noch einmal überdenken, da es zwischenzeitlich doch einige Alternativen gibt.
Die Batterie als Grundlage
Bevor es an das Thema Solar geht, sollten wir noch über die Batterie des Campers reden. Diese beeinflusst, wie lange ihr ohne eine Ladung auskommt.
Mit einer AGM in vernünftiger Größe (min. 100Ah) kommt man bereits ein gutes Stück, auch wenn hier natürlich immer nur ca. die Hälfte der Kapazität genutzt werden kann. Bei einer LiFePo4 wiederum sieht es schon komfortabel aus. Hier können quasi 100% der Kapazität genutzt werden.
Mehr Power für unterwegs: Der Einbau der Smart-Power von CS-Batteries – Interview
Wie reise ich?
Die wichtigste Frage in Bezug auf euer Solarsetup ist wahrscheinlich: „Wie reise ich?“. Euer Resieverhalten beeinflusst direkt die Frage, wie viel Solar denn für euch nötig ist. Wer in der Regel am Stück zu seinem Campingplatz reist und auf dem Weg nur übernachtet, um am nächsten Tag weiterzufahren, der wird ehrlich gesagt komplett ohne Solar auskommen. Und das auch, wenn man am Zwischenübernachtungsplatz keinen Stromanschluss nutzen kann, oder möchte.
Ist man zwar längere Zeit ohne Campingplatz unterwegs, aber steht nur 1–2 Tage an einem Ort, dann wird vermutlich ein kleines Solarsetup reichen. Die Lichtmaschine und der Booster erledigen den Rest. Steht man aber länger an einem Ort ohne Stromversorgung und ohne das Fahrzeug zu bewegen, dann muss man sich vermutlich wirklich Gedanken über ein gutes Solarsetup machen.
So sieht es in der Praxis aus
Die Vorüberlegungen wurden jetzt gemacht. Doch wie sieht das Ganze in der Praxis aus?
Die erste Frage, die man sich stellen sollte, dreht sich um das Nutzungsverhalten. Nichts ist für die Entscheidung wichtiger, als zu wissen, was man überhaupt vorhat.
Der Campingplatzurlauber
Vermutlich der einfachste Kandidat. Wer zu Hause losfährt und bis zu seinem Zielcampingplatz ein, oder zwei Übernachtungen auf einem Stellplatz unterwegs hat, der braucht eigentlich gar keine Solarplatte auf dem Dach. Selbst mit einer AGM-Batterie kommt man locker eine Nacht bei einem Kompressorkühlschrank. Am Morgen sorgt dann der Ladebooster während der Fahrt für frische Ladung.
Am Campingplatz angekommen kommt dann der Landstrom an die Dose und das Thema ist erledigt. Wer ganz sicher gehen möchte, der installiert eine 100Ah LiFePo4 und einen 25A Booster. Damit bekommt man auch den Fernseher o.ä. am Abend betrieben, wenn man das möchte. Somit kann man die eingesparten Kilos der Solaranlage für wichtigere Dinge verwenden.
Der Unruhige
In diese Kategorie fallen alle, die es nicht lange an einem Ort aushalten. Ein bis zwei Tage am selben Ort, dann zieht es euch weiter. Der Weg ist das Ziel und alles außer Stillstand geht.
Wenn ihr selten lange am selben Ort seid und dazwischen ständig Fahrten von mindestens 2 Stunden liegen, dann seid ihr die Gruppe mit dem zweitgeringsten Solarbedarf. Eigentlich benötigt auch dieser Typ nicht wirklich Solar. Besser ist es in diesem Fall wohl, eine anständige Batteriegröße zu bevorraten und in einen größeren Booster zu investieren.


Eine 200Ah LiFePo im Batteriefach und ein 50A Booster wären für diese Nutzung wohl die beste Kombination. Mit einem solchen Akku kommt man auch mal gut ein paar Tage und mit dem dicken Booster ist die Batterie in kürzester Zeit wieder voll. In etwas mehr als 4 Stunden ist die gesamte Kapazität wieder geladen. In der Theorie benötigt ihr bei einem solchen Nutzungsverhalten also auch kein Solar.
Der freistehende Genießer
Dieser Typ würde sich am liebsten gar nicht vom Fleck bewegen, wenn erst einmal ein schöner Ort gefunden wurde. Alleine auf der Klippe, oder mitten im Nirgendwo wird ein Camp errichtet.
Eigentlich ist das Nutzungsverhalten ähnlich wie beim Campingplatzurlauber, aber es gibt keine Stromsäule. Deshalb muss er wirklich selbst vorsorgen. Deshalb ist er der erste Campingtyp, der wirklich Solar benötigt. Eine große Batterie unterstützt dabei, die Zeit zu verlängern. Auch hier kann ein potenter Booster zusätzlich helfen, da der Akku auch mal sehr leer laufen kann.


Somit heißt es bei diesem Typ: all-in! Große Batterie, ordentlich Solar und ein anständiger Booster sollten an Board sein. Nur dann ist so ein Reisen überhaupt möglich.
Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen
Die wenigsten werden vermutlich genau auf eine Kategorie passen. Aber eine Tendenz werden die Meisten sehen. Deshalb muss man immer ein wenig selbst entscheiden und das am besten ehrlich zu sich selbst.
Es gibt einige Solarrechner im Netz. Manche sind besser, manche schlechter. Ein recht übersichtlicher und gut strukturierter findet sich unter https://solarkontor.de/pages/solarrechner. Ich muss aber ehrlich sagen, dass bisher kein Solarrechner so richtig das widerspiegelt, was ich aus dem täglichen Gebrauch sehe. Letztendlich gilt es, seinen Verbrauch am besten selbst zu ermitteln. Deshalb würde ich auch vor einer großen Aktion zuerst Messdaten sammeln und das eigene Nutzungsverhalten analysieren.
Bei der Analyse können euch gute Solarcomputer, bzw. Batteriesysteme helfen. Ich selbst schwöre auf die Systeme von BlueSolar. Mit einem solchen System könnt ihr wirklich bis ins letzte Detail eure Verbräuche und die Ladung prüfen.
Das wahre Limit
Nun wissen wir, was für ein Typ wir sind, und der freistehende Genießer wird sich ein dickes Solarsetup montieren, um auch bei schlechtem Wetter wochenlang auf der Klippe zu stehen. Doch was ist denn eigentlich wirklich die begrenzende Größe?
Wer eine Kassettentoilette in Nutzung hat, dürfte bereits nach wenigen Tagen eine Möglichkeit zur Leerung suchen und somit wahrscheinlich weiterfahren. Schon kann der Booster wieder etwas nachladen. Wer eine alternative Toilette mit sich führt, die die Leerungsintervalle begünstigt, der dürfte dann beim Brauchwasser vermutlich sein Limit finden. Bei uns ist da nach einer Woche auch irgendwann Schluss. Klar kann man da sicherlich noch etwas sparen, aber irgendwo sind hier immer Grenzen. Hier lohnt sich auch eine Filteranlage, damit man aus dem großen Wasservorrat im Camper Trinkwasser gewinnen kann.
WM Aquatec UV-8 ECO KLW – Die Filterlösung mit UV-C im Kastenwagen
Vorräte an frischen Lebensmitteln gehen vermutlich auch irgendwann zur Neige. Auch wenn man vor Ort manchmal durch Einheimische versorgt werden kann, wird es irgendwann knapp.
Zu guter Letzt sollte man ohnehin nicht Ewigkeiten am selben Platz stehen, da sich Einheimische sonst etwas belagert fühlen können. Das alles führt dazu, dass in der Realität die stromautarken Tage meist gar nicht so lange am Stück sind, wie man denkt.
Der Tipp für das Solarsetup
Batterie und Solar sollten immer im Einklang sein. Schließlich kann eine eventuell zu kleine Batterie mit mehr Solar ausgeglichen werden. Das funktioniert aber natürlich nur, wenn die Sonne auch scheint. Ist es tagelang bewölkt, helfen auch 500 Wp auf dem Dach nichts, wenn die 100Ah Batterie leerläuft.
Batteriegröße sinnvoll wählen
Die Batteriegröße wird vermutlich meistens nach dem Geldbeutel gewählt. Doch würde ich allen, die nicht in die Kategorie Campingplatzurlauber fallen, zu mindestens 200Ah raten. Mit so einer Kapazität kommt man unter normalen Bedingungen, wenn man nicht in der Gluthitze steht, mal 4 Tage ohne jegliche Solarunterstützung. Mehr geht natürlich immer und die Standzeit kann verlängert werden, aber man muss dann die Ladung auch wieder in die Batterie bringen. Also muss dann ein größerer Booster und/oder mehr Solar aufs Dach.
Dem Freisteher würde ich da eher zu 300Ah raten. Das alles unter der Annahme, dass auch der Kühlschrank auf Strom läuft. Ist das nicht der Fall, dann reicht auch deutlich weniger Kapazität. Allerdings kann man mit einer großen Batterie durchaus auch mal einen Absorber auf die Batterie laufen lassen. Flo macht das mit seinen 300Ah auch gerne mal. Macht dann auch Sinn, damit die Batterie sich nicht langweilt.
Versucht nicht alles auszugleichen
Wenn die Sonne richtig loslegt und wir in der Sonne stehen (wir wollen ja Solar müllern), dann saugen wir allein schon durch unseren Kompressorkühlschrank am Tag locker mal 110Ah und mehr. Das ist unser Verbrauch bei keinem nennenswerten zusätzlichen Verbraucher und 36°C Tagen. Bei anderem Nutzungsverhalten kann man da bestimmt noch eine Schippe drauf legen. Möchte man das jeden Tag ausgleichen, muss man ein ganz ordentliches Setup mit sich führen, entspricht das doch guten 1.300 Wh. Möchte man das 100% ausgleichen, dann muss man während der knappen 10 Stunden diese Ladung wieder hereinbekommen.


Stromverbrauch 112Ah auf der Wiese bei ca. 38°C (Ab ca. 16 Uhr kein Solar, dafür beschattet)
Da bei der Dachmontage die Platten nie optimal zur Sonne stehen, bekommt man den Peak nur für eine kurze Zeit am Tag. Wollten wir unseren Bedarf komplett decken, müssten wir vermutlich statt unserer 200Wp Solar mindestens 400Wp, besser 500Wp aufs Dach bringen. In Zeiten mit weniger Verbrauch wäre dann aber einfach viel zu viel Solar auf dem Dach.


Stromverbrauch 65,6Ah, immernoch auf einer offenen Wiese, aber bei „nur“ 28°C
Nun wissen wir alle ja, dass LiFePo-Akkus ohnehin nicht gerne bei 100% Ladung hängen. Außerdem sind so große Solaranlagen nicht unbedingt praktisch. Also versucht man eigentlich, die Standzeit nur zu verlängern. Der Akku wird langsam leerer und man kommt trotzdem in Extremsituationen 4 Tage damit aus. Im Normalfall reicht unser Setup deutlich länger und wir kommen locker über eine Woche, oder gleichen sogar fast aus.


Bei Normalverbrauch bekommen wir im Juli schon um 17 Uhr die Batterie fast wieder voll
Wer dennoch mehr benötigt, oder will und vielleicht nicht immer in der prallen Sonne steht, der sollte den nächsten Abschnitt genauer anschauen.
Nicht alles muss aufs Dach
So ein Faltmodul kann optimal zur Sonne ausgerichtet werden und somit deutlich mehr Ertrag bringen, als ein Modul auf dem Dach. Diese Ausrichtung führt dazu, dass ihr beinahe den Nennertrag bekommt, zumindest wenn das Modul regelmäßig mit der Bewegung der Sonne umgestellt wird.
Unser 140Wp Modul bringt so zwichen 110W und 130W. Wer das also mal so 6–7 Stunden am Tag macht, der hat einen doch beträchtlichen Solarertrag. Um das mit einem festen Modul hinzubekommen, benötigt man locker den doppelten Leistungswert. Für ein bisschen Fleißarbeit kann man hier also einen extremen Mehrwert bekommen.


Wer so arbeiten möchte, sollte aber ein langes Kabel dabei haben, um das Modul wirklich aus dem Schatten in die Sonne zu verfrachten. Dabei sollte man aber dringend an den Querschnitt denken, sonst verliert man zu viel Spannung auf dem Weg.
So ein Modul eignet sich auch hervorragend, um das ganze Thema einmal auszuprobieren. Einfach mal mit einem Solarladeregler und einem mobilen anfangen. So entfällt die Montagearbeit und dennoch kann man Solarenergie müllern.
Wer ein solches Modul als Ergänzung nutzen will, der baut sich einfach einen zweiten Solarladeregler ein. Wir haben diesen mit einem Anderson-Stecker versehen, und so kann man ruckzuck das flexible Modul anschließen.


Das Fazit
Heute wird fast jedem Wohnmobil erst mal eine Solaranlage aufs Dach geschraubt, ohne zu klären, ob das überhaupt nötig ist. Aber dafür sind es eben Verkäufer.
Für die meisten gilt jedoch, dass man sich zuerst einmal Gedanken machen sollte, ob eine Solaranlage wirklich nötig ist. Ohne sie spart man schließlich auch einiges an Gewicht. Für manche ist es kontraproduktiv, da der mit eingebaute LiFePo4-Akku ständig auf 100% gehalten wird.


Fakt ist jedoch: Eine gute Solaranlage erhöht die Unabhängigkeit enorm. In der richtigen Größe macht sie auch Sinn. Jeder braucht sie zwar nicht, das sollte aber natürlich niemanden davon abhalten, sich dennoch eine Anlage aufs Dach zu bauen. Sonst wäre ja kein Spaß beim Camping dabei. :)
Hoffentlich hilft dieser Beitrag dem einen oder anderen dabei, das richtige Setup für sich zu finden. Wie immer ist aber das Wichtigste dabei: Geht campen!
Letzte Aktualisierung am 15.10.2026 um 20:06 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API












Es wird immer viel über Autarkie geredet und geschrieben, so auch hier in dem Beitrag. In D ist Autarkie eigentlich nicht zwingend nötig, da Campen ausserhalb von Campingplätzen sowieso nicht erlaubt ist, wie auch viele Länder in Europa. Denn eigentlichen legalen Sinn der Autarkie sehe ich nur, wenn der Stellplatz/Campingplatz den Landstrom seperat berechnet oder kein Landsrom angeboten wird. Ist der Preis auf dem CP inkl. Strom, ist der ganze Aufwand umsonst. Auch stehen nicht alle Wohnmobile z.B. in Tarifa/Spanien, den Winter über, am Strand. IAuch glaube ich, das es dort auch nicht überall offiziell erlaubt ist. Wenn Autarkie, dann sollte ich aber auch den ganzen Invest gegenrechnen, was ich dann das Jahr über spare. Bei 4-6Wochen im Jahr wird es sich sicherlich schwer amortisierbar und ist nur „nice to have“.
Hallo Duc,
danke Dir für Deine Nachricht. Allerdings kann ich Deine Aussagen nicht wirklich nachvollziehen. Wir waren mit unserem Kasten von 2022 bis heute 3 mal am Landstrom. Aber auch das hätte es nicht gebraucht.
Dort wo wir unterwegs sind kann man auch sehr gut und legal ohne Strom und Versorgung stehen. Vor allem, wenn man wie wir fast nie auf Campingplätzen steht.
Alleine in Deutschland kommst Du dank Landvergnügen, Stay Better, Alpaca Camping und Co an wunderbare Plätze, auf denen Du legal stehst, aber eben keinen Strom hast. Europaweit gibt es einige Länder, in denen Freistehen legal ist.
Gerade jetzt stehen wir 100% legal an einem See in Ungarn auf Privatgrund, wo wir ohne Autarkie nicht stehen könnten.
Der Campingplatzcamper wird in meinem Artikel übrigens auch erwähnt. Dort empfehle ich kein Solar, wie Du im Artikel nachlesen kannst. Da versuche ich genau diese verschiedenen Nutzungstypen zu analysieren.
Alle anderen haben bestimmt ihren Nutzen daran. Aromatisieren wird sich das Solar bei den Meisten sicherlich nicht, wenn man nur nach Strompreisen rechnet. Aber manches könnte man ohne Solar wahrscheinlich nicht machen.
Spielen wir das Spiel weiter: Wird sich Dein Camper bei 4-6 Wochen im Jahr armotisieren? Ich denke nicht. Aber er ermöglicht Dir so manches.
Und am Ende ist Campen eben ein Hobby.
Beste Grüße
Patrick
Hallo Duc,
ich stehe seit Donnerstag auf dem P1 vom Caravan Salon, im Besucherbereich, wo es gar keinen Strom gibt. Alle Videos, alle Blogbeiträge, mein ganzer Alltag sind nur durch Autarkie und Solarstrom möglich. Davor waren wir als Familie zweieinhalb Wochen in Deutschland unterwegs, ohne einen einzigen Campingplatz zu besuchen.
Bei einem Punkt muss ich dir deshalb widersprechen. In Deutschland gibt es tausende offizielle Wohnmobilstellplätze, Parkplätze und private Plätze, auf denen es gar keinen Landstrom gibt. Alles völlig legal, und genau dort entscheidet die Autarkie darüber, ob du bleiben kannst oder weiterfahren musst.
Bei der Rechnung hast du dagegen recht. Wer vier Wochen im Jahr auf dem Campingplatz mit Strompauschale steht, wird eine große Solaranlage nie über die Ersparnis wieder hereinholen. Das sage ich auch offen so. Nur ist Amortisation für mich nicht der Maßstab. Autarkie erweitert die Möglichkeiten, sich frei zu bewegen und Camping ganz anders zu erleben.
Bei mir sieht die Rechnung deshalb anders aus als bei dir, weil ich fast nie auf einem Campingplatz stehe. Zähle ich die eingesparten Platzgebühren mit, hat sich meine Investition längst amortisiert. Bis auf ein, zwei Ausnahmen war ich für keines meiner Videos jemals auf einem Campingplatz, und es gäbe kein einziges davon, wäre ich auf die Steckdose angewiesen.
Wir lieben diese Freiheit, und ich hoffe, du lässt dich davon anstecken. Campingplätze sind nur eine von vielen Möglichkeiten.
Servus Flo
Alle haben recht. Wir haben vor 2 Jahren unseren Camperbus durch einen neuen Campervan ersetzt. Leider hatten wir keine Ahnung von Solar und Co. und uns wurde der Standard verkauft, schlecht beraten, wie sich immer wieder zeigt.
Wir stehen idR. langes WE oder in den Urlauben 2-5 Tage ganz legal auf ländlichen Stellplätzen, Pferdehof, Bauernhof, legal unter der Brücke, irgendwo in den Bergen, im Wald, etc. und superselten auf CP, nicht unser Ding. Dabei meist mit 2x EBike, Kaffeemaschine (ganz klassisch mit Papierfilter), UVC-Lampe, Tablett, 4xHandy, Elektrokühlschrank… Letzten Sommer und aktuell auch, gibt es morgens nicht immer Kaffee. AKKU LEER! Nach nur 2 Jahren kompletter Tausch, Laderegler nicht für LiFePo geeignet, wäre echt schmerzhaft. Jetzt quälen wir uns noch eine Weile bis ich völlig genervt doch Geld ausgeben muss, wenn das EBike fahren, die Kids über leeres Handy nicht motzen und der Kaffee heiß sein soll. Hälfte gespart, dopüelt drauf gelegt. Frage mich nur, wie wir beim nächsten Kauf über den Tisch gezogen werden. LG Heb
Hallo Heb, hallo Duc,
Heb hat es mit drei Wörtern auf den Punkt gebracht. Alle haben recht. Es gibt nicht die eine richtige Form von Camping, und mir passiert es durchaus, dass eine Sichtweise nicht sofort in meinem Kopf präsent ist. Genau dafür sind solche Kommentare wertvoll, danke euch beiden.
Heb, dein Beispiel mit dem Laderegler beschreibt ein Problem, das wir leider ständig hören. Ab Werk passt die Ladetechnik oft nicht zur verbauten Batterie, und man merkt es erst, wenn morgens der Kaffee ausfällt. Ärgerlich ist vor allem, dass man beim Kauf kaum eine Chance hat, das zu erkennen. Was ich immer allen mitgeben kann, ist der Rat, vor der nächsten Investition den tatsächlichen Tagesverbrauch zu ermitteln, statt einem Verkäufer zu vertrauen. Danach fällt die Auswahl erstaunlich leicht, und man kauft weder zu klein noch zu teuer.
Und lass dich vorher von einem Fachmann beraten, etwa bei Autarker.de oder in einer örtlichen Werkstatt. Mir hat das sehr geholfen, weil sich am Ende passende Ergänzungen gefunden haben statt eines kompletten Neuaufbaus, in meinem Fall ein zusätzliches Panel und ein weiterer Regler. Das ist wirklich sehr individuell und hängt an deinem Fahrzeug und deinem Verbrauch. Vielleicht kommst du also deutlich günstiger davon, als du gerade befürchtest.
Eine Idee habe ich noch. Man könnte denselben Beitrag aus Ducs Blickwinkel genauso stimmig schreiben. Demnächst startet auf camper.help eine neue Form von Gastbeiträgen, in der genau solche Gegenperspektiven Platz bekommen. Duc, wäre das etwas für dich?
Danke euch für euer Feedback.
Servus Flo