Messe · park4night
15 Jahre park4night: 9 Millionen Nutzer und wer die Orte eigentlich prüft
Aus der Idee eines Gründers, der 2011 selbst keinen Stellplatz fand, sind 390.000 Orte geworden. Merle Aulbach von park4night erzählt mir am Stand, wer die alle prüft und welche drei Filter fast keiner kennt.
Das Wichtigste in Kürze
Wie dieser Beitrag entstanden ist
Keine Kooperation, kein Geld. Ich war als Besucher am Stand. Die App steht bei mir seit Jahren auf Platz 1 in meinem Vergleich der 10 besten Camping-Apps, aus eigener Überzeugung.
15 Jahre park4night: aus einer Idee wurden 390.000 Orte
Ich stehe am dritten Messetag auf dem Caravan Salon in Düsseldorf am park4night-Stand. Hinter uns hängen zwei goldene Luftballons in Form einer 15. Das ist kein Zufall, das ist der Anlass: park4night wurde 2011 gegründet und wird in diesem Jahr fünfzehn.
Angefangen hat es mit einem sehr campertypischen Problem. Der Gründer des Unternehmens wollte selbst Stellplätze finden und fand keine vernünftige Lösung. Also baute er sich eine, gemeinsam mit anderen Reisenden.

Heute ist park4night die größte App ihrer Art in Europa. Die Zahlen wachsen weiter, und zwar sichtbar schnell. Im Januar habe ich auf der CMT schon einmal mit Merle gesprochen, damals standen andere Zahlen auf der Tafel.
| Kennzahl | Januar 2026 (CMT) | August 2026 (Caravan Salon) | Zuwachs |
|---|---|---|---|
| Nutzer | 8 Millionen | 9 Millionen | 1 Million |
| Eingetragene Orte | 370.000 | 390.000 | 20.000 |
| Zeitraum dazwischen | — | 7 Monate | — |
Diese Zahlen kommen nicht aus einer Marketingabteilung, sondern aus dem Gespräch am Stand. Was daran zählt: Die Datenbank wächst durch die Nutzer, nicht durch die Firma. Jeder eingetragene Ort, jedes Foto, jeder Kommentar kommt von jemandem, der selbst dort stand.
Wer die Orte prüft: 7 Leute, jeden Tag
Das ist die Frage, die ich am Stand wirklich stellen wollte. Bei einer App, in die jeder alles eintragen kann, ist die naheliegende Sorge: Wer schaut sich das an?
Die Antwort hat mich überrascht. park4night hat insgesamt 25 Mitarbeiter, davon sind sieben ausschließlich mit Moderation beschäftigt. Nicht stichprobenartig, sondern täglich, und zwar bei jedem einzelnen Ort.

7 Leute sind jeden Tag damit beschäftigt, alle Fotos, alle Kommentare und alle Orte nochmal zu überprüfen. Die Orte bei Erstellung, aber auch bei der späteren Bearbeitung nochmal.
Merle Aulbach, park4night
Das ist der Punkt, an dem sich eine gepflegte Datenbank von einer Sammlung unterscheidet. Ein Ort wird nicht einmal geprüft und dann vergessen. Jede spätere Änderung läuft noch einmal durch dieselbe Prüfung.
Ändern kannst du übrigens selbst. In der App tippst du bei einem Ort auf die drei Punkte und meldest, was nicht mehr stimmt. Wie das Schritt für Schritt geht, habe ich im Januar mit Merle gezeigt. Und was die App sonst noch alles kann, steht ausführlich in meiner Vorstellung von park4night — die nutze ich selbst seit 2016.
Die Charta des verantwortungsbewussten Reisenden
Am Stand hängt eine Tafel, an der die meisten vorbeilaufen. Sie ist der zweite Teil der Antwort auf die Frage, was park4night gegen das tut, was uns Campern insgesamt auf die Füße fällt.

Die Charta richtet sich an alle, die in Wohnmobilen und umgebauten Lieferwagen unterwegs sind. Was drinsteht, ist keine Überraschung, aber es steht eben schwarz auf weiß und mit Piktogrammen für alle, die es eilig haben.
- Nicht an Naturplätzen entsorgen
- Sich auf Parkplätzen korrekt verhalten
- Die Stille des Ortes genießen
- Keinen Müll und keine Spuren hinterlassen
Wir nennen das Problem beim Namen, und dabei meinen wir nicht die Gemeinden.
Deswegen kann man es gar nicht oft genug wiederholen, dass man einfach Respekt gegenüber Natur und Umwelt berücksichtigt. Denn das ist das Hauptproblem, was auch die eine oder anderen dann kritisieren: dass eben nicht alle Camper sich daran halten.
Flo, camper.help
Der zweite Teil, den park4night selbst übernimmt, ist der direkte Draht zu Kommunen, Städten, Privatpersonen und Grundstücksbesitzern. Wenn dort etwas schiefläuft, landet es nicht im Nirgendwo, sondern bei einem Menschen im Support.
Wann ein Ort wieder verschwindet
Orte kommen nicht nur dazu, sie fliegen auch wieder raus. Drei Gründe habe ich mir am Stand nennen lassen.
Diese Orte löscht park4night wieder
1. Gefährliche Orte. Häufen sich Kommentare über Einbrüche oder Überfälle, wird der Ort entfernt. Nicht aus Imagegründen, sondern weil niemand jemanden an einen Platz führen will, der gefährlich ist.
2. Verschlossene Orte. Steht plötzlich eine Schranke davor, ist der Eintrag wertlos und verschwindet.
3. Behördlich untersagte Orte. Meldet eine Gemeinde ein Verbotsschild oder ruft schlicht an, wird nachgeprüft und reagiert.
Genau dafür sind die 7 Leute da. Und genau dafür lohnt es sich, einen Kommentar zu hinterlassen, wenn dir vor Ort etwas auffällt.
Die 3 Filter, die zu wenige kennen
Das ist der Teil des Gesprächs, bei dem ich selbst dazugelernt habe. park4night kann mehr, als Stellplätze in der Umgebung zu zeigen. Drei Funktionen stecken im Filtermenü, und sie heißen dort wörtlich so:
Auf einer Strecke
Statt am Ziel zu suchen, suchst du entlang der ganzen Route. Du gibst Start und Ziel ein, und die App zeigt dir alles, was auf dem Weg liegt.

Das ist die Funktion für den Abend, an dem es später wird als geplant. Nicht „was gibt es in Düsseldorf“, sondern „was liegt zwischen hier und Düsseldorf“. Wer schon einmal im Stau stand und wusste, dass er das Ziel heute nicht mehr erreicht, versteht sofort, warum das etwas anderes ist.
Das ganze Jahr geöffnet
Ein Filter für alle, die außerhalb der Saison reisen. Er blendet alles aus, was im Winter zu hat. Wer im November losfährt, spart sich damit die Fahrt zum verschlossenen Tor.
Einfach online buchen
Der Filter zeigt nur Orte, die du direkt aus der App heraus buchen kannst. Wenn du also nicht auf einem Naturplatz stehen willst, sondern auf einem Campingplatz oder Stellplatz, hast du den Buchungslink gleich dabei.

Alle drei findest du im Filtermenü unter „Weitere Filter“. Im Video zeige ich sie dir direkt in der App. Wie sich park4night gegen ACSI, Campercontact, CaraMaps und die anderen schlägt, habe ich im Vergleich der 10 besten Camping-Apps aufgeschrieben — dort steht sie seit Jahren auf Platz 1.
Gelbe Parkschilder sind Tagesparkplätze
Das ist die praktischste Information aus dem ganzen Gespräch, und sie passt in einen Satz. In der App gibt es vier Kategorien: Campingplätze, Stellplätze, Parkplätze und Naturplätze.
Merk dir das gelbe Schild
Ein gelbes Parkschild in der App ist ein Tagesparkplatz. Dort darfst du parken, aber nicht übernachten. Der Platz kann noch so einladend aussehen — das Symbol sagt dir, dass du weiterfahren musst.
Geospots: was zum Jubiläumsjahr noch kommt
Naturplätze sind der Bereich, an dem park4night zum Abschluss des Jubiläumsjahres gerade arbeitet. Es soll jemanden geben, der sich ausschließlich damit beschäftigt.
Interessant für alle, die selbst Land haben: Wer einen Naturstellplatz anbieten will, kann sich proaktiv bei park4night melden. Der Bauer, dem das Konzept gefällt, muss nicht warten, bis ihn jemand einträgt.
Das Jubiläum auf der Messe

Gefeiert wird am 31. August in Halle 7. Merles Einladung war deutlich:
Kommt gerne für ein Foto vorbei.
Merle Aulbach, park4night
Die Fotobox am Stand druckt den Abzug direkt aus, mit 15er-Rahmen. Meiner hängt jetzt hier im Beitrag.
Merles Wort an die Community
Zum Schluss habe ich Merle gefragt, ob sie noch etwas loswerden will. Sie hatte etwas vorbereitet, und es ging nicht um die App.

Ich möchte euch allen danken für die letzten 15 Jahre, die ihr mit park4night verbracht habt, aber auch allen neuen Nutzern, die dazukommen werden. Mit jedem geteilten Ort und jedem hilfreichen Kommentar haltet ihr die Orte auch in den nächsten 15 Jahren für uns sichtbar.
Merle Aulbach, park4night
Eine Datenbank aus 390.000 Orten entsteht nicht in einem Büro in Frankreich, sondern auf 390.000 Parkplätzen in Europa. Grossartig. Danke an Merle.

Was kostet park4night?
Die App ist kostenlos nutzbar. Alle eingetragenen Orte sind in der Grundversion enthalten, es gibt zusätzlich eine kostenpflichtige Variante für 9,99 Euro im Jahr mit Zusatzfunktionen.
Darf ich auf einem gelben Parkschild in der App übernachten?
Nein. Gelbe Parkschilder markieren Tagesparkplätze. Dort ist Parken erlaubt, Übernachten nicht.
Wie finde ich Stellplätze entlang meiner Route statt nur am Ziel?
Über den Filter „Auf einer Strecke“. Du gibst Start und Ziel ein, die App zeigt dir alle Orte, die auf dem Weg liegen.
Kann ich als Grundstücksbesitzer einen Naturstellplatz anbieten?
Ja. Wer einen Naturstellplatz zur Verfügung stellen möchte, kann sich direkt bei park4night melden, statt zu warten, bis ihn jemand einträgt.
Wer prüft die Orte bei park4night?
Sieben der insgesamt 25 Mitarbeiter arbeiten ausschließlich in der Moderation. Sie prüfen täglich alle Fotos, Kommentare und Orte, bei der Erstellung und bei jeder späteren Änderung.
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