Der RoadBaker – Eine neue Alternative zum Omnia
Vor einiger Zeit wurde mit dem RoadBaker ein neuer Campingbackofen vorgestellt. Der ein oder andere wird sich fragen, ob man da überhaupt noch etwas neu machen kann? Die Antwort ist ganz einfach: Ja, man kann.
Der RoadBaker unterscheidet sich nicht nur durch seine weiße Lackierung vom altbekannten Omnia. Das wirkliche Alleinstellungsmerkmal befindet sich im Deckel. Dieser hat nämlich eine Glasabdeckung in der Mitte. Durch diese kann man während des Backens den Inhalt beobachten und muss so den Deckel nicht abnehmen. Endlich eine coole Lösung für das Spicken in den Topf.
Der RoadBaker im Überblick
Es werden verschiedene Sets des RoadBaker angeboten. Geordert haben wir das Set aus Roadbaker Backofen und den 2 Einlegerosten. Bei allen Sets werden auch noch Silikongriffe mitgeliefert. Diese benötigt man auch wirklich. Dazu aber später mehr.
Also schauen wir uns den RoadBaker mal genauer an. Während die Edelstahlbasis in mattem Schwarz daher kommt, hat der Backofen und Deckel einen frischen Eierschalenweiß Look bekommen.

Als Erstes fällt natürlich der Deckel mit der Sichtscheibe ins Auge. Dieser gibt den Blick auf die beschichtete Form des RoadBaker frei. Mit dieser Beschichtung entfällt der Einsatz von Backformen aus Silikon, wie man sie vom Omnia kennt.
Zu guter Letzt kommen aus dem mitgelieferten Transportbeutel die zwei Einlegegitter, mit denen man auf zwei Ebenen Backgut auflegen kann. Außerdem haben die Gitter an der Außenseite Silikonpuffer, damit sie die Form nicht verkratzen und fest sitzen. Somit kann man mit diesem Set auf zwei Ebenen gleichzeitig backen, oder das Backgut eher in Richtung Ober- oder Unterhitze bringen.

Der RoadBaker in der Praxis
Doch wie schlägt sich der RoadBaker in der Praxis und was bringt das Sichtfenster an Komfort mit sich?
Um das herauszufinden, räumte der Omnia seinen Platz und der RoadBaker kam mit auf Tour. Das gute ist, dass er schonmal nicht mehr Platz benötigt, als der Omnia und daher genau in denselben Platz passt. Also stand einem ausgiebigen Praxistest nichts mehr im Wege.

Als ersten Test kamen die Frühstücksbrötchen in den gefühlt etwas größeren Garraum des RoadBakers. Das kann aber auch daran liegen, dass wir normalerweise die Silikoneinsätze verwenden, die den Garraum etwas kleiner machen. Das untere Gitter hielt die Brötchen sehr gut vom Boden ab, aber am Kamin muss man etwas mehr aufpassen, da ohne Silikonform schneller verbrannte Stellen entstehen können.
Direkt nach dem Anschalten des Gases beschlägt die Sichtscheibe erstmal komplett, um wenig später wieder komplett frei zu werden. Bereits bei den Brötchen spielt die Scheibe ihre Vorteile aus und man kann schön sehen, ob gerade etwas anbrennt, oder ob die Färbung schon langsam ins Goldene geht.
Beim Auflauf merkt man dann erst recht, dass das Sichtfenster ein echter Gamechanger ist. Man sieht sehr gut, wie stark der Auflauf eingekocht ist und ob der Käse bereits schön verlaufen ist.
Auch die Beschichtung funktioniert einwandfrei. Nichts bleibt kleben und der Topf lässt sich super reinigen. Zwar muss man etwas mehr aufpassen, als bei den Silikonformen, oder gar dem blanken Aluminium (das lässt sich natürlich nicht so gut reinigen), aber die Funktion ist wirklich einwandfrei.

Der obere Einlegeboden bietet sich sehr gut zum Aufbacken von Mini-Pizza, oder etwas ähnlichen an. Zwar wäre eine tiefere Lage im Topf mehr Platz nach oben bieten, aber dann würden die Pizzen nicht mehr ganz drauf passen. So ist dann die aktuelle Ausführung doch optimal. Auch für diese Aufgabe eignet sich der Deckel mit Sichtfenster perfekt.

Was uns am RoadBaker „negativ“ auffiel
Die Griffe des RoadBaker werden heiß. Sehr heiß. Fasst man diese ungeschützt an, ist eine Verbrennung garantiert. So sollte man definitiv die mitgelieferten Silikon Roadclips nutzen. Diese schützen zuverlässig, bleiben aber leider nicht genauso zuverlässig an Ort und Stelle. Hier wäre es schön gewesen, wenn die Griffe fester am Griff bleiben.
Selbes gilt für den Knauf des Deckels, auch wenn er toll aussieht. Dieser wird auch sehr heiß und muss dann mit einem Topflappen angehoben werden. Das passiert aber auch beim Omnia, weshalb wir diesem beim Omnia gegen einen Silikongriff getauscht hatten. Der wird lediglich leicht warm und kann immer angefasst werden. Wir wurden jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass beim RoadBaker kein anderer Knauf montiert werden soll!
Was auch etwas nervt, am Knauf ist, dass man ihn nicht zu stark anziehen soll und er dadurch gerne mal lose ist. Irgendwie ist der Knauf eine kleine Schwachstelle.
Auch bei der Lackierung fanden wir ein paar Gebrauchsspuren direkt nach den ersten Benutzungen. Das Edelstahlteil zeigt sofort Abschürfungen durch den Herd. Nicht schlimm, aber auch nicht schön. Auch der Lack an der Kannte schien sich etwas abzulösen. Dieses Ablösen des Lacks ist jedoch lediglich ein Fertigungsprodukt und soll zukünftig bei der Endkontrolle beseitigt werden. Somit sollte das bei euch nicht mehr auftreten.
Die Beschichtung zeigte manchmal an Stellen, an denen der Deckel kontaktierte, einige Spuren. Diese konnten aber immer mit dem Finger weggewischt werden. Ob die Beschichtungen und Lackierungen auf Dauer halten, muss sich noch zeigen. Allerdings dürfte es an der Lebensdauer nur bedingt etwas ändern, da sich unter dem Lack ja Aluminium befindet. Generell macht die Lackierung bisher aber einen recht widerstandsfähigen Eindruck. Lackabplatzer haben wir noch keine entdeckt.
Die Einlegeböden sind etwas schwer zu entfernen. Um das tun zu können, muss man bspw. eine Gabel nutzen und dann das Gitter anheben. Irgendwie wirkt diese Lösung nicht 100%stimmig, ist aber dennoch gut machbar. So muss man aber immer ein „Werkzeug“ parat haben.

Der RoadBaker Deckel auch als Ergänzung zum Omnia
Für knappe 45€ kann man auch nur den Deckel bestellen. Somit gibt es die Möglichkeit, seinen Omnia ebenfalls mit der Möglichkeit zum Topf spicken auszustatten. Der Deckel passt problemlos und ohne Spalt auf den Omnia. Selbst die Löcher sind beim RoadBaker Deckel an derselben Stelle. Wer also bereits eine gute Omnia Ausstattung hat, kann mit dem RoadBaker Deckel ein tolles Update dazugewinnen.
Der Deckel wertet unserer Meinung nach das Backen im Campingbackofen wirklich auf. Beim „undurchsichtigen“ Deckel muss man zwischendurch doch gelegentlich hineinschauen, um den aktuellen Stand zu überprüfen. Damit verliert man aber jedes Mal viel Hitze im Ofen und so verlängert sich die Backzeit immer wieder. Mit dem RoadBaker Deckel entfällt das Abheben des Deckels zumindest für die visuelle Überprüfung.
Auch passt der Deckel auf andere 25cm Campingbacköfen, wie dem Petromax. Beim Lidl Rocktrail könnte es aber Probleme geben, da dort auch der Omnia Deckel auch nicht optimal passt. Der Rocktrail scheint einen kleineren Durchmesser, als der Rest der Öfen zu haben.

Die RoadBaker Einlegeböden/Gitter als Ergänzung zum Omnia
Die Einlegeböden des Roadbakers machen einen sehr stabilen Eindruck. Die Edelstahlgitter haben deutlich kleinere Zwischenräume, als das original Omnia Gitter. So fällt nicht so schnell etwas durch. Auch gibt es zwei verschiedene Gitter, weshalb man mit den Roadbaker Gittern eine weitere Ebene schaffen kann. Die Gitter kosten im Set 35,40€, bzw. knappe 19€ einzeln.
Sie passen beide auch gut in den Omnia. Allerdings kann man im Gegensatz zum Omnia Einlegeboden parallel keine Silikonform nutzen. Der Topf wäre dann zu eng. Ohne Silikonform können aber beide Gitter problemlos genutzt werden.
Der RoadBaker im Vergleich zum Omnia
Neben den bereits genannten Unterschieden der beiden Öfen fällt einem sofort ein weiterer auf, wenn man den Roadbaker in die Hand nimmt. Er ist deutlich schwerer. Wir haben beide ohne jegliches Zubehör gewogen und der Roadbaker bringt 270g mehr auf die Waage. Dadurch fühlt er sich aber auch hochwertiger und robuster an. Ein wenig Gewicht dürfte auch noch auf die Beschichtung der Form zurückfallen. Eine solche gibt es ja aber von Omnia auch.

Teilweise dürfte das Gewicht aber auch von der größeren Form kommen. Diese bietet beim Roadbaker spürbar mehr Platz. Sie liegt irgendwo zwischen der original Omnia und der Omnia Maxiform.
Der Deckel ist gleich hoch bei den beiden Kontrahenten. Ich vermutete zuerst, dass dieser höher ist, da etwas mehr Platz über dem oberen Einlegeboden zu sein scheint, als beim Omnia. Das liegt aber vermutlich an der höheren Form.

Von der Funktion jedoch ist der Roadbaker genau wie der Omnia einfach und zuverlässig in der Nutzung. Dabei tun sich die beiden Kontrahenten nichts. Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal ist und bleibt der Deckel, der ganz klar den Unterschied macht. Da dieser aber auch am Omnia nutzbar ist, kann man als Omnia Nutzer einfach zum Upgrade Deckel greifen und so den Hauptvorteil mit seinem vorhandenen Omnia nutzen.
Das RoadBaker Fazit
Der Roadbaker Campingbackofen ist eine sehr robuste und schöne Alternative zum bekannten Omnia. Der Deckel mit dem Sichtfenster ist wohl das Alleinstellungsmerkmal und das Kaufargument. Mir bringt das Fenster wirklich sehr viel, da der Deckel zum Überprüfen des Garguts nicht mehr angehoben werden muss. Die seitlichen Griffe empfand ich persönlich als netten Bonus, jedoch nicht so Spielentscheidend, wie der Deckel.
Die Einlegeböden sind sehr gut und sauber gefertigt. Als Zubehör für den Omnia sind sie aber nur bedingt zu empfehlen, da man sie nicht mit einer Silikonform einsetzen kann. So eignen sie sich nur beim blanken, oder beschichteten Omnia. Im Roadbaker aber funktionieren sie sehr gut.
Was ist aber nun unsere Empfehlung?
Wer bereits einen Omnia besitzt, der kann ohne Bedenken zum Roadbaker Deckel greifen. Dieser ist ein Riesen-Vorteil gegenüber dem original Omnia Deckel, wenn auch durch die Scheibe etwas empfindlicher.
Wer keinen Campingbackofen besitzt, für den wird es etwas schwerer. Momentan gibt es eine Warteliste für den Roadbaker. Wer also schnell einen Backofen möchte, der wird wohl zum Omnia greifen müssen. Alle anderen sollten sich folgendes überlegen:
- Wer einen schicken und robusten Ofen möchte, aber nicht auf ein paar Gramm achtet, der kauft den Roadbaker
- Wer einen leichten, unempfindlichen, aber nicht so schicken Ofen möchte, der greift zum Omnia
Wirklich etwas falsch kann man mit keinem der beiden Kontrahenten machen. Am Ende sollte der persönliche Geschmack entscheiden.
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