Reisefotografie Teil 1: Handy oder Kamera für bessere Urlaubsfotos

Handy oder Kamera auf Reisen? Warum das Handy für Urlaubsfotos meist reicht, wann sich eine Systemkamera lohnt und 8 Aufnahmetipps für bessere Urlaubsbilder.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das beste Fotomotiv habt ihr normalerweise immer dabei. Für Urlaubsfotos reicht das Handy in den allermeisten Fällen aus.
  • Eine Systemkamera lohnt sich nur aus 4 Gründen. Auflösung, Aufnahmen mit wenig Licht, lange Brennweiten und weil es Spaß machen kann.
  • Ein neues Handy braucht ihr dafür nicht. Die Aufnahmetechnik bringt mehr als neue Hardware.
  • Handy richtig halten, stabilisieren, Fokus und Belichtung setzen. Dazu Blitz vermeiden, den Horizont in die Waage bringen und die Finger vom Zoom lassen.
  • Am wichtigsten bleibt, seid im Moment. Bessere Bilder sind der Bonus, nicht der Zweck der Urlaubszeit.
Großes Teleobjektiv mit Tarnbezug, davor ein Smartphone mit drei Kameralinsen in einer grünen Hülle

Die Produkte aus diesem Beitrag

Ein flexibles Ministativ zum Stabilisieren und 2 kleine LED-Dauerlichter für Aufnahmen im Dunkeln.

JOBY GorillaPod 1K GripTight Mount PRO Kit. Kompaktes, flexibles Stativ 1K und Kugelkopf 1K mit...
Rollei Lumis Solo 2 - LED Würfel & Lumis Compact RGB, kleine RGB Dauerlicht mit 360 Farben und...
Aputure MC RGB LED Kameraleuchte 3200-6500K mit Qi-Ladung | CRI 96+, TLCI 97+, Qi-Ladung...

Die schönste Zeit des Jahres, der langersehnte Urlaub ist da. Fast jeder möchte diese Zeit natürlich in Bildern festhalten und den Daheimgebliebenen präsentieren. Oft ist die Enttäuschung aber groß, wenn die Urlaubsfotos nicht das widerspiegeln, was man zeigen möchte. Nicht umsonst ist die Reisefotografie ein eigenes Genre und noch dazu ein recht anspruchsvolles.

Doch hier geht es nicht darum, bahnbrechende Bilder mit riesigem Materialeinsatz und vorangehendem Studium zu erstellen. Hier soll es darum gehen, dass ihr mit euren Bildern zufrieden seid und sie gerne zeigt. Dieser Artikel ist nicht für Instagrammer, sondern für ganz normale Urlauber, die ihre Erinnerungen mit nach Hause nehmen oder die Daheimgebliebenen überraschen wollen.

Der Artikel zielt auf Leute ohne große Erfahrung, die einfach schöne Urlaubsfotos machen wollen. Solltet ihr euch dazu zählen, dann ist dieser Artikel für euch.

In diesem ersten Teil soll es um die Technik gehen. Doch damit ist nicht nur die Hardware, sondern auch das Aufnehmen des Bildes gemeint. Ihr werdet erstaunt sein, was mit ein paar kleinen Kniffen alles möglich ist. Also los!

Grauer Campervan vor einem orange glühenden Abendhimmel, links ein Baum und niedrige Büsche

Das beste Fotomotiv habt ihr normalerweise immer dabei

Danach wisst ihr, welches Kapitel für euch passt.

Ihr fragt euch, ob das Handy reicht → Dann lest, warum es für die meisten Urlaubsfotos die bessere Wahl ist.

Ihr überlegt, eine Systemkamera zu kaufen → Dann prüft die 4 Gründe, die für sie sprechen.

Ihr wollt ein neues Handy kaufen → Dann lest zuerst, warum euer jetziges vermutlich reicht.

Ihr wollt sofort bessere Fotos → Dann helfen 8 Handgriffe beim Fotografieren.

Handy oder Kamera auf Reisen?

Manch einer wird sich jetzt die Frage stellen, welche Kamera er benötigt. Manche Kollegen sind auch schnell dabei und empfehlen alle möglichen teuren Geräte. Es gilt aber tatsächlich der alte Spruch: „Die beste Kamera ist die, die du dabei hast.“ Und genau so ist es. Das ganze Equipment nutzt nichts, wenn es nachher doch im Regal steht.

Weißes Regal mit Kameras, Objektiven und Fototaschen, obenauf ein großes Teleobjektiv mit Tarnbezug

Im Urlaub darf der Großteil zwischenzeitlich zu Hause bleiben

Flo kennt das von seiner Drohne.

Wie oft habe ich schon geflucht, dass ich aus Gewichtsgründen die Tasche mit der DJI Mini nicht dabei hatte.

Flo

Seitdem fliegt bei ihm die DJI Neo mit. Sie wiegt 135 Gramm und passt in die Cargohosentasche oder Jackentasche.

Klare Empfehlung für das Handy

Einige von euch werden in den Urlaub die Spiegelreflexkamera einpacken und frohen Mutes drauflosschießen. Zu Hause kommt dann meist die Ernüchterung und irgendwie sehen die Bilder gar nicht gut aus. Und deshalb sage ich euch: wenn ihr die Spiegelreflexkamera nur im Urlaub und Automatik nutzt, verkauft sie.

Wenn ihr die Spiegelreflexkamera nur im Urlaub nutzt, verkauft sie!

Das mag sich für manchen zwar gemein oder enttäuschend anhören, ist aber die ehrlichste Antwort. Für weit über 90 % der hier Lesenden dürfte das Handy die weitaus bessere Alternative sein. Ich selbst nutze im Urlaub immer mehr nur das Handy, da die Technik hier zwischenzeitlich so gut geworden ist und mich kaum noch bei Urlaubsfotos einschränkt. Meine Kameras kommen nur dann zum Einsatz, wenn ich sie brauche.

Meine Devise ist dabei ganz einfach: Es wird erst ersetzt, wenn ich an die technischen Grenzen stoße. Und meistens stoßt ihr nicht an die Grenzen des Handys, sondern an die Grenzen der Aufnahmetechnik oder der Bildkomposition (mehr dazu in Teil 2).

Das zweite Problem, wenn ihr die Kamera nur im Urlaub nutzt, ist, dass ihr nur mit der Bedienung und Technik kämpft und am Ende euren Tag nicht genießen könnt. Eine Kamera muss man im Schlaf bedienen können, sonst wird das Handy wieder die bessere Alternative sein. Deshalb meine Empfehlung, dass ihr eine Kamera entweder ständig benutzen müsst oder sie besser gar nicht benutzt.

Wenn ihr mit der Technik kämpfen müsst, vermiest euch das den Urlaub!

Das alles sind Gründe, warum ich euch sagen möchte: Nehmt das Handy, das ihr sowieso dabei habt. Dass ihr damit tolle Aufnahmen machen könnt, werde ich euch in diesem Teil noch beweisen.

Handy vs. Systemkamera

Schaut man sich normale Urlaubsfotos mal im direkten Vergleich an, erscheint direkt aus der Kamera das Bild des Handys fast immer besser. Warum das so ist? Eine Systemkamera hat es an sich, dass die Bilder erst „entwickelt“ werden wollen. Im Handy wird einiges an Rechenpower hineingesteckt, damit das Bild direkt gut aussieht. Deshalb gefallen die direkten Ergebnisse aus dem Handy meistens besser. Kameras stecken keine große Rechenleistung in die Bildinterpretation, sondern legen einfach vorgefertigte Presets über das Bild.

So kommt es, dass ein Kamerabild deutlich mehr Arbeit erfordert, um besser auszusehen, als aus dem Handy. Speziell, wenn man im Automatikmodus der Kamera fotografiert, wird man herb enttäuscht. Dafür sind Systemkameras nicht gemacht. Auch hier hat das Handy wieder die Nase vorn.

Dennoch hat eine Systemkamera einige Vorteile, diese liegen jedoch im Detail und die muss man erst mal nutzen bzw. brauchen.

Kurz erklärt: Was ist eine Systemkamera?

Als Systemkameras bezeichnet man Kameras, die im Normalfall aus einem Body (Gehäuse mit der ganzen Elektronik und dem Sensor) und einem Objektiv bestehen. Dies können also Spiegelreflex- oder heutzutage üblicher spiegellose Kameras mit verschiedensten Sensorgrößen sein.

In diesem Beitrag erwähne ich Kompaktkameras und sogenannte Bridgekameras (die etwas größeren Kompaktkameras, die wie Spiegelreflexkameras aussehen, aber kein Wechselobjektiv haben) nicht gesondert. Diese verhalten sich im Vergleich zum Handy aber ähnlich wie Systemkameras.

Hier ein Vergleich eines identischen, fast unbearbeiteten Kamerabilds gegen ein Handybild.

Sanddüne mit scharfer Kante zwischen Schatten und hellem Sand, der Himmel darüber fast weiß

Fast unbearbeitetes Kamerabild

Dieselbe Sanddüne mit kräftigerem Sand und hellblauem Himmel

Handybild

Wann sich eine Systemkamera lohnt

Systemkameras haben natürlich dennoch einige Vorteile. Allerdings spielen sie diese nur aus, wenn sie auch entsprechend genutzt werden und man beispielsweise in RAW aufnimmt und die Bilder anschließend richtig „entwickelt“. All das ist aber für den „Ottonormalnutzer“ aus meiner Sicht nicht sinnvoll.

Vorteil 1: Die Auflösung

Systemkameras haben eine deutlich bessere Auflösung. Da helfen die ganzen vielen Megapixel, die die Handyhersteller immer propagieren, nichts. Die Auflösung beeinflussen vor allem auch die Objektive (hier tun sich Einsteigerobjektive auch oft schwer) und die Größe des Sensors, der bei Handys nun mal deutlich kleiner ist. Dadurch können die einzelnen Pixel größer sein und nehmen dadurch eine größere Fläche auf dem Sensor ein.

All das führt dazu, dass die Details in der 100-%-Ansicht besser zu erkennen sind und das Bild deutlich besser auflöst. Schaut man die Bilder nur auf einem Monitor oder gar dem Handydisplay an, ist dieser Vorteil irrelevant.

Ausschnitt der Sanddüne in voller Vergrößerung mit feinen Rillen im Sand

100-%-Ansicht Kamera

Derselbe Ausschnitt der Sanddüne in voller Vergrößerung, die Rillen im Sand weicher gezeichnet

100-%-Ansicht Handy

Reality Check

Vorteile bringt das nur, wenn ihr eure Bilder groß (und ich meine groß) ausdrucken möchtet. Bis 40 x 60 cm werdet ihr diesen Effekt kein bisschen merken und so hängen selbst bei mir zu Hause ein paar Handybilder an der Wand.

Vorteil 2: Aufnahmen mit wenig Licht

Einer der größten Vorteile liegt bei den großen Sensoren in der Fähigkeit, Bilder bei wenig Licht aufzunehmen. Durch ihre großen Pixel beginnen die großen Sensoren deutlich weniger zu rauschen und somit muss das Bild weniger stark nachbearbeitet werden. Das führt bei den Handybildern zu den klumpig aussehenden Details, die die meisten kennen dürften. Systemkameras kommen damit deutlich besser klar und liefern bessere Bilder. Allerdings gilt auch hier wieder, dass der Aufwand beim Fotografieren und bei der Nachbearbeitung deutlich größer ist.

Schaut man sich das Bild im Ganzen an, fällt der Unterschied gar nicht mal so groß aus.

Nachtaufnahme eines Campervans unter Bäumen und Sternenhimmel, davor Campingstühle und leuchtende Kerzenlaternen im Sand

Bild mit Systemkamera (EOS R5)

Dieselbe Nachtszene mit Campervan, Stühlen und Kerzenlaternen, der Himmel etwas heller

Bild mit Handy (iPhone 14 Pro)

Im Detail sieht man die Unterschiede deutlich.

Vergrößerter Ausschnitt mit zwei Campingstühlen und Kerzenlaternen vor dem Campervan, fein gezeichnet

100-%-Ansicht Systemkamera (EOS R5)

Derselbe vergrößerte Ausschnitt mit Campingstühlen und Kerzenlaternen, weicher und rötlicher

100-%-Ansicht Handy (iPhone 14 Pro)

Gerade in der vergrößerten Ansicht erkennt man einen deutlichen Unterschied. Schaut man sich aber beide Bilder im Ganzen nur auf dem Handy an, ist der Unterschied nicht mehr so groß.

Allerdings habe ich bereits bei der Aufnahme mehr Aufwand durch die Aufnahme mit Stativ und aufwändigerer Aufnahmetechnik im Vergleich zum Freihand-Handybild. Dafür bekommt man dann eben eine andere Qualität. Auch bei der Nachbearbeitung am PC muss noch etwas Zeit investiert werden.

Reality Check

Wenn man die Bilder nicht ausdruckt, sondern nur am Bildschirm betrachtet, wird der Qualitätsunterschied nicht so ins Gewicht fallen. Um den Vorteil der Systemkamera auszunutzen, muss man doch einigen Aufwand während der Aufnahme und in der Nachbearbeitung aufbringen. Da muss man Lust darauf haben!

Vorteil 3: Lange Brennweiten

Der größte Vorteil ist es, verschiedene Objektive zu montieren. Speziell die langen Brennweiten bekommt man im Handy nicht abgedeckt. Diese spielen aber in der Reisefotografie nur eine untergeordnete Rolle. Wenn man nicht wie ich in der Tierfotografie zu Hause ist, wird man das nicht vermissen.

Reality Check

Wenn ihr bisher keine langen Brennweiten gebraucht habt, werdet ihr sie zukünftig vermutlich nicht vermissen. Viele Handys bieten ja bereits moderate Teleobjektive bis 70 mm Brennweite.

Vorteil 4: Fotografieren lernen

Das Fotografieren mit einer guten Systemkamera kann Riesenspaß machen und natürlich auch zu genialen Ergebnissen führen. Wenn man sich Zeit nimmt und Fotografieren wirklich lernt, wird man seinen Spaß haben und mit den Ergebnissen überraschen. Denn sobald man an die Grenzen der Technik stößt, wird es richtig spannend und man merkt, dass man gewachsen ist.

Wer also Interesse am Erlernen einer Systemkamera hat, sollte sich von allem nicht abschrecken lassen und sich trotz allem in die Materie einarbeiten.

Reality Check

Wer Lust auf den nächsten Schritt der Fotografie hat, sich die Zeit zum Lernen nehmen möchte oder beim Smartphone bereits an seine Grenzen stößt, sollte sich dennoch mit der Systemfotografie beschäftigen.

Welches Handy eignet sich für Urlaubsfotos?

Braucht ihr ein neues Handy für bessere Urlaubsfotos? Vermutlich nicht!

Und das sind doch gute Nachrichten! Wenn ihr ein einigermaßen aktuelles Mittelklassehandy besitzt, sollte dieses auf jeden Fall ausreichen. Praktisch ist es natürlich, wenn das Telefon über mehrere Objektive verfügt, aber ein Muss ist es nicht.

Rückseite eines iPhone 13 Pro in Blau auf Holz, Nahaufnahme des Kamerablocks mit drei Objektiven und dem Apple-Logo

Mehrere Objektive sind praktisch, aber kein Muss

Auch hier ist meine Empfehlung: Lernt mit dem Smartphone umzugehen, das ihr bereits habt, und wartet, bis es euch wirklich einschränkt. Höchstwahrscheinlich reicht es länger, als ihr denkt.

Aufnahmetechnik für bessere Urlaubsfotos

Die gute Nachricht ist also, dass ihr normalerweise keine neue Kamera kaufen müsst, sondern die beste Kamera für euch vermutlich schon in der Hosentasche habt.

Mit ein paar kleinen Tricks können eure Urlaubsfotos dennoch besser werden. In den nächsten Schritten schauen wir uns an, wie das ganz einfach mit dem Handy klappen kann.

Wie hält man das Handy richtig?

Keiner schaut sich gerne unscharfe Aufnahmen der Verwandtschaft an. Deswegen solltet ihr diese auch vermeiden. Das geht tatsächlich leichter als gedacht.

Die meisten verwackelten Aufnahmen entstehen durch die falsche bzw. schlampige Haltung des Smartphones während der Aufnahme. Mikrovibrationen können nicht immer durch die Stabilisierung des Handys ausgeglichen werden und gerade bei leichten Geräten (ist bis zu einem gewissen Grad wirklich so) fällt das Ruhighalten schwerer.

Daher fasst das Smartphone fest mit beiden Händen am Rand und stemmt, wenn es möglich ist, die Ellbogen gegen den Körper, um mehr Stabilität zu generieren. Achtet auch darauf, beim Auslösen nicht zu viel Erschütterungen auf die Kamera zu bringen. Tastet sanft auf den Bildschirmauslöser und nutzt lieber nicht die Lautstärketasten, da diese gerne mal den Bildausschnitt verschieben.

Unbedingt vermeiden solltet ihr das verlockende und immer zu sehende Fotografieren mit ausgestreckten Armen. Das ist auf jeden Fall die instabilste Haltung, die ihr einnehmen könnt, und wird den Stabilisator eurer Kamera ordentlich herausfordern.

Mann im grauen T-Shirt hält ein Smartphone quer mit beiden Händen an den Rändern vor dem Bauch

Querformat, beide Hände am Rand

Mann im grauen T-Shirt hält ein Smartphone hochkant mit beiden Händen an Ober- und Unterkante vor der Brust

Hochformat, beide Hände am Rand

Mann im grauen T-Shirt hält ein Smartphone hochkant nah an der Brust, der zweite Arm stützt die Hand von unten

Hochformat, das Handy nah am Körper abgestützt

Stabilisieren mit und ohne Reisestativ

Noch besser ist es, wenn ihr das Mobiltelefon wirklich stabilisieren könnt. Natürlich gibt es etliche tolle Stative, die ihr für euer Smartphone verwenden könnt. Diese eignen sich natürlich gut für stabile Aufnahmen, aber die meisten werden es doch zu Hause lassen oder eben nicht nutzen, weil es wieder etwas Aufwand bedeutet.

Sucht euch stattdessen Gegenstände in eurer Nähe. Das kann ein Geländer sein, auf das ihr das Telefon auflegt. Eine Straßenlaterne, gegen die ihr selbst euch lehnt. Eine Mauer, die gegenüber eures Motivs steht, oder alles, was ihr sonst finden könnt. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Wer doch ein kleines Stativ einpacken will, nimmt am besten ein biegsames wie das GorillaPod 1K von Joby. Seine flexiblen Beine lassen sich auch um ein Geländer legen, und die Halterung nimmt das Handy hoch und quer auf.

Ein flexibles Ministativ mit verriegelbarer Smartphone-Halterung, das sich auch um ein Geländer legen lässt.

JOBY GorillaPod 1K GripTight Mount PRO Kit. Kompaktes, flexibles Stativ 1K und Kugelkopf 1K mit...
  • SEI KREATIV: Grip It, Wrap It, Stand It. Mit den flexiblen Beinen kannst du...
  • HANDLICHES GRÖSSE: Kompaktes und reisefreundliches Kit.
  • UNIVERSELLE SMARTPHONE-KOMPATIBILITÄT: Einzigartiges Verschlussdesign...

Fokus setzen

Zwar sucht sich die Smartphone-Kamera gerne selbst einen Fokuspunkt, also worauf sie scharf stellt, aber das muss nicht immer das sein, was ihr gerne in den Mittelpunkt stellen möchtet. Daher kann es durchaus Sinn machen, der Kamera zu sagen, was man denn fokussieren möchte. Gerade wenn man nah am fotografierten Objekt ist, ist selbst bei der großen Schärfentiefe (der Bereich, der scharf abgebildet werden kann) einiges im Bild nicht mehr scharf. Hier solltet ihr dann durch einen kurzen Tipp auf das gewünschte Objekt den Fokus manuell setzen. So könnt ihr sicherstellen, dass auch das Richtige scharf abgebildet wird.

Ein Nebeneffekt des manuellen Setzens des Fokuspunkts ist, dass die Belichtung normalerweise auch auf das fokussierte Objekt gestellt wird. Dazu gibt es dann mehr im nächsten Schritt.

Kamera-App eines iPhone mit einer türkisen Trinkflasche auf Holzboden, ein gelbes Fokusquadrat sitzt auf der Flasche

Ein kurzer Tipp auf das Motiv setzt den Fokus

Belichtung korrigieren

Wie bereits zuvor beschrieben, stellen die meisten Mobiltelefone die Belichtung auf den manuell gesetzten Fokuspunkt ein. Das hilft speziell, wenn die gewünschte Stelle zu hell oder zu dunkel ist. Kameras versuchen immer, das Bild so zu belichten, dass es in Schwarz-Weiß 18 % Grau im Mittel ist.

Gleichmäßig mittelgraue Fläche ohne Motiv

18 % Grau

Trinkflasche auf einem Holzboden als Graustufenbild

Dieselbe Flasche als Graustufenbild

Gerade bei Schnee neigen Kameras beispielsweise dazu, den Schnee grau erscheinen zu lassen oder schwarze Hunde zu hell darzustellen. Um dem zu entgehen, bieten die Mobiltelefone die Möglichkeit der Belichtungskorrektur. Dazu setzt man meistens einen manuellen Fokuspunkt und kann dann über das Bewegen eines Reglers die Belichtung in Richtung heller oder dunkler verschieben. Beim iPhone beispielsweise zieht man einfach den Finger nach dem Setzen des Fokuspunktes nach oben oder unten. So kann man die Belichtung ganz einfach an die Vorstellung anpassen.

Das funktioniert auch sehr gut bei Gegenlichtaufnahmen. Am besten ihr probiert es einfach mal aus. Die Funktion ist dann relativ selbsterklärend.

Kamera-App eines iPhone mit der türkisen Trinkflasche, neben dem Fokusquadrat ein Sonnensymbol als Regler für die Helligkeit

Belichtungskorrektur am iPhone

Kamera-App eines Android-Handys mit der türkisen Trinkflasche und einem waagrechten Regler für die Helligkeit im Bild

Belichtungskorrektur unter Android

Blitz vermeiden

Blitzen ist generell schon eine Wissenschaft in der Fotografie. Bei den kleinen Handy-LEDs ist es meistens eine Katastrophe. Aus meiner Sicht ist mit einem Handyblitz kein ansprechendes Bild zu erstellen. Daher ist mein Rat einfach: Schaltet ihn dauerhaft aus.

Wer wirklich in der Dunkelheit Bilder machen möchte, sollte sich lieber, wenn möglich, eine beleuchtete Ecke suchen, mit Langzeitbelichtung arbeiten (falls das geht) oder aber ein hochwertiges Dauer-LED-Licht nehmen. Scheut ihr diesen Aufwand nicht, könnt ihr sogar im Dunkeln Videos aufnehmen. Aber Achtung: Arbeiten mit künstlichem Licht will geübt sein!

Klein genug für jede Fototasche sind zum Beispiel der LED-Würfel Lumis Solo 2 von Rollei und die Aputure MC, die kaum größer als eine Kreditkarte ist. Beide laufen mit eingebautem Akku.

2 kleine LED-Dauerlichter mit einstellbarer Farbe, die in jede Fototasche passen.

Rollei Lumis Solo 2 - LED Würfel & Lumis Compact RGB, kleine RGB Dauerlicht mit 360 Farben und...
Aputure MC RGB LED Kameraleuchte 3200-6500K mit Qi-Ladung | CRI 96+, TLCI 97+, Qi-Ladung...

Den Horizont in die Waage bringen

Bilder mit schiefem Horizont missfallen den meisten Menschen schon unterbewusst. Das typische Beispiel ist das auslaufende Meer, weil die Kamera wieder einmal nicht gerade gehalten wird. Daher empfehle ich, immer auf den Horizont zu achten und am besten die Wasserwaage zu aktivieren. Damit könnt ihr jederzeit überprüfen, ob das Bild gerade ist.

Man sollte hier wirklich nicht unterschätzen, wie stark der Betrachter diesen Umstand unterbewusst wahrnimmt. Sollte es dennoch bei der Aufnahme nicht ganz geklappt haben, könnt ihr auch hinterher das Bild noch etwas geraderücken. Dafür bieten die Mobiltelefone immer auch eine Bearbeitung der fertigen Bilder an.

Daher kann es sich auch lohnen, an den Rändern etwas Platz (vom eigentlichen Motiv) zu lassen, um im Nachhinein noch etwas außen abschneiden zu können, ohne dass das Bild zerstört wird.

Kamerabild eines bewaldeten Hangs mit Wiese, rot eingerahmt die Linie der Wasserwaage in der Bildmitte

Die Wasserwaage zeigt, ob das Handy gerade ist

Kamera-Einstellungen eines iPhone mit eingeschaltetem Raster und eingeschalteter Wasserwaage

Raster und Wasserwaage in den Kamera-Einstellungen

Die Drittelregel macht es einfach

Die Drittelregel ist eigentlich gleichzeitig ein Bildgestaltungsmittel und wird daher im nächsten Teil noch etwas genauer vorgestellt. Allerdings ist es wirklich die einfachste Möglichkeit, einen ansprechenden Bildaufbau zu generieren.

Dafür müsst ihr zuerst die Einblendung des Gitters im Menü aktivieren. Anschließend bekommt ihr auf dem Aufnahmedisplay ein Gitter, wie unten zu sehen, angezeigt. Hier platziert ihr nun das Fokuselement des Bildes in einen der Schnittpunkte und schon sieht das Bild in der Regel deutlich ansprechender aus, als wenn das Objekt mitten im Bild platziert ist.

Probiert es mal aus. Ihr werdet verblüfft sein, wie eure Bilder an Qualität gewinnen. Worauf dabei zu achten ist, werden wir im zweiten Teil diskutieren.

See vor einem bewaldeten Berghang mit eingeblendetem Drittelgitter, ein weißes Schiff liegt nahe einem Schnittpunkt der Linien

Das Schiff befindet sich nahe am Schnittpunkt zweier Linien, was harmonischer erscheint

Finger weg vom Zoom

Schnell ist man versucht, mit 2 Fingern in das Bild bei der Aufnahme hineinzuzoomen. Das solltet ihr aber besser unterlassen, da es sich dann um einen stumpfen Digitalzoom handelt. Letztendlich ist es das Gleiche, wie wenn ihr das Bild im Nachhinein zuschneidet. Darunter leidet die Qualität deutlich. Nutzt daher besser nur die von eurem Smartphone angebotenen Zoomstufen, da das normalerweise direkt die verschiedenen Objektive anspricht und somit eine deutlich bessere Qualität bietet.

Aber Achtung: Normalerweise befindet sich der beste Sensor hinter der Linse, die mit „1“ oder „1x“ gekennzeichnet ist. Diese solltet ihr gerade bei wenig Licht wählen.

Kamera-App mit einem weißen Ausflugsschiff auf einem See, die höchste Zoomstufe ist rot durchgestrichen

Besser nicht über die angebotenen Zoomstufen hinaus zoomen

Langzeitbelichtung bewusst einsetzen

Wenn es dunkel wird, schalten viele Telefone automatisch auf die Langzeitbelichtung um. Hierbei wird das Bild länger belichtet oder teilweise aus mehreren Bildern zusammengesetzt. Dadurch können auch in dunklen Umgebungen noch brauchbare Bilder aufgenommen werden.

Diese Funktion solltet ihr entsprechend nutzen, da die Bildqualität deutlich besser ist als ohne Langzeitbelichtung oder gar mit Blitz. Allerdings gibt es bei Langzeitbelichtungen 2 Einschränkungen, die einem bewusst sein müssen.

  • Bewegung wird nicht eingefroren, sondern unscharf. Nicht nutzen, wenn ihr schnelle Bewegungen fotografieren wollt.
  • Das Handy muss sehr ruhig gehalten werden. Also auflegen oder eine andere Technik, wie bereits beschrieben, verwenden.
Kamera-App eines iPhone im Dunkeln, links unten ein gelbes Symbol mit 3 Sekunden Belichtungszeit

Bei der Langzeitbelichtung wird die Dauer auf dem Display angezeigt

Welche Tipps für Landschaft, Menschen, Essen oder Tiere gelten, steht in Teil 3.

Mein Fazit

Versucht beim nächsten Mal einfach den ein oder anderen Tipp aus diesem Artikel bei euren Urlaubsfotos und ihr werdet sehen, dass so mancher Tipp mehr bringt, als man denkt.

Am wichtigsten ist und bleibt aber, seid im Moment, erlebt eure Urlaubszeit bewusst und genießt die Zeit. Und wenn ihr dann noch bessere Bilder mit nach Hause bringt, ist es ein schöner Bonus.

Im nächsten Teil geht es dann ans Eingemachte, denn ich werde euch in die Bildgestaltung einführen und verraten, wie ihr mit euren Bildern begeistern, statt langweilen könnt.

Handgezeichnet von Sophie
camperlove.shop

Camping T-Shirts, Hoodies und Tassen mit Herz. Jedes Motiv von Hand gezeichnet, gedruckt erst, wenn du bestellst.

Flo im Hoodie mit dem Motiv Camperlove Herz vor dem Wohnmobil
Camperlove Herz
Hoodie mit dem Motiv Camping Queen aus dem camperlove.shop
Camping Queen
Shirt mit dem Camping-Dog-Motiv fürs Camping mit Hund
Camping Dog

Häufige Fragen

Welches Handy macht gute Fotos im Urlaub?

Vermutlich das, das ihr schon habt. Ein einigermaßen aktuelles Mittelklassehandy sollte auf jeden Fall ausreichen. Praktisch sind mehrere Objektive, viele Handys bieten bereits moderate Teleobjektive bis 70 mm Brennweite.

Welche Kamera für schöne Urlaubsbilder?

Die, die ihr dabei habt. Für die allermeisten Urlaubsfotos reicht das Handy. Eine Systemkamera lohnt sich, wenn ihr groß ausdrucken wollt, viel bei wenig Licht fotografiert, lange Brennweiten braucht oder Fotografieren wirklich lernen wollt.

Lohnt sich eine Systemkamera nur für den Urlaub?

Nein. Eine Kamera muss man im Schlaf bedienen können. Wer sie nur im Urlaub und im Automatikmodus nutzt, kämpft mit der Technik und bekommt mit dem Handy meist die besseren Bilder.

Warum sehen Handyfotos oft besser aus als Kamerafotos?

Im Handy steckt viel Rechenleistung, damit das Bild direkt gut aussieht. Kameras legen nur vorgefertigte Presets über das Bild, ihre Bilder wollen erst „entwickelt“ werden.

Wie groß kann ich Handyfotos ausdrucken?

Bis 40 x 60 cm merkt ihr keinen Unterschied zur Systemkamera. Erst bei noch größeren Drucken spielt deren höhere Auflösung ihren Vorteil aus.

Wie mache ich mit dem Handy bessere Urlaubsfotos?

Das Handy mit beiden Händen halten oder auflegen, Fokus und Belichtung per Tipp setzen, den Blitz ausschalten, Wasserwaage und Gitter einschalten, das Motiv auf einen Schnittpunkt legen und nicht über die angebotenen Zoomstufen hinaus zoomen.

Bevor du unten fragst

Schreibt dazu, welches Handy oder welche Kamera ihr nutzt und bei welchem Motiv es hakt. Dann kann ich euch gezielt antworten.

Letzte Aktualisierung am 1.11.2026 um 10:47 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Nichts dabei?
Dunkelblaue Grafik mit orangem Streifen oben und dem Schriftzug 3 Checklisten zum Start, darüber Willkommensgeschenk für neue Leser, darunter Als PDF zum Ausdrucken und Weitere folgen im Newsletter, rechts drei gedruckte Checklisten im Fächer

Willkommensgeschenk für neue Leser

Jede Woche das Beste aus dem Camper

Neue Tests, ehrliche Erfahrungen und Rabattcodes unserer Partner, einmal pro Woche. Als Dankeschön bekommst du direkt nach der Anmeldung 3 Checklisten als PDF. Weitere bekommst du nach und nach im Newsletter.

  • Jede Woche die neuen und überarbeiteten Beiträge
  • Rabattcodes unserer Partner in jeder Ausgabe
  • Willkommensgeschenk: 3 Checklisten, weitere folgen
Kostenlos und jederzeit abbestellbar. Wir schützen deine Adresse.

Lieber schauen als lesen?

Zu den meisten Tests gibt es die Folge auf YouTube.

10.000

Abonnenten

120+

Folgen

5 Kommentare

  1. Su Fischer 15.07.2024, 10:59 UhrAntworten

    Oh, sorry, das nennt man wohl „mangelnde Lesekompetenz“…. Das war ja Teil 1. Ich hab da wohl zu früh geschlauschwammerlt. Ups….

  2. Su Fischer 15.07.2024, 10:57 UhrAntworten

    Danke, Patrick für die vielen Tipps und Hinweise. Man merkt, daß Du weißt, was Du schreibst :).

    Einen Punkt habe ich ein wenig vermißt: Das nachträgliche Zuschneiden. Damit kann ich in einem Sekündchen aus einem von Format und Brennweite vorgegebenen Standardausschnitt ein deutlich ansprechenderes Bild machen: Zumindest im Randbereich kann ich unerwünschte Dinge (das blöde Auto!) abschneiden, ich kann auf ein ungewöhnliches Format gehen („Panorama“ ohne die blöde Panoramafunktion), ich kann den Bildaufbau und Mittelpunkt so verändern, daß das Foto auf einmal etwas hermacht. Siehe Dein Tipp für einen spannenden Bildaufbau.

    Und was ich auch erwähnenswert finde: Neun von zehn Bildern wieder löschen. Mindestens. Immer nur das einzig wirklich gute behalten. Ansonsten: Hau weg den Sch… Oder wie mein Mann sagen täte: „Ein schönes Bild zum Löschen“. Nicht nur die Verwandten, auch man selbst wird es sich in ein paar Jahren danken.

    Viele Grüße von der Su

    • Patrick 15.07.2024, 16:44 UhrAntworten

      Hi Su,

      Du hast es ja schon selbst gemerkt, das werden genau die Themen sein, die wir uns zusammen mal im Teil 2 anschauen werden. Da hast Du absolut recht.

      Dein Hinweis mit dem Löschen der Bilder ist tatsächlich aber noch ein sehr wichtiger, der mir durchgegangen ist. Das lernt man meistens erst mit der Zeit. Das lohnt sich aber auf jeden Fall.

      Grüße
      Patrick

  3. Sabine 15.07.2024, 7:34 UhrAntworten

    Super! Das kommt im richtigen Moment- ich überlege gerade, mich von meiner Systemkamera zu trennen.

    • Patrick 15.07.2024, 16:41 UhrAntworten

      Hallo Sabine,

      Das freut mich.
      Ist eine Entscheidung, die man bewusst treffen sollte. Aber wie im Artikel geschrieben macht es leider nicht für jeden Sinn sich an der Kamera fest zu halten.
      Kannst ja gerne mal Deine Entscheidung hier teilen…

      Beste Grüße
      Patrick

Was ist deine Erfahrung?

Frag, gib einen Tipp oder erzähl, wie es bei dir war. Deine E-Mail bleibt privat.

Patrick, Flo & Sophie helfen dir gerne weiter.
5Stimmen

Dein Kommentar ist sofort live. Enthält er Links, Adressen oder unpassende Wörter, prüfen wir ihn erst und schalten ihn später oder gar nicht frei.