Schau aufs Land und Nomady mit Kind und Zelt, unsere Erfahrungen
Mein Sohn im Schlafanzug sagt jedem Alpaka einzeln gute Nacht, und ich stehe daneben und denke: Genau dafür machen wir das. Das war unsere letzte Nacht auf …
Gastbeitrag von Laura Abrecht aus der camper.help Community. Laura schreibt über die eigene Erfahrung, die Meinung muss nicht die von camper.help sein. Redaktionell bearbeitet von Flo.

Mein Sohn im Schlafanzug sagt jedem Alpaka einzeln gute Nacht, und ich stehe daneben und denke: Genau dafür machen wir das. Das war unsere letzte Nacht auf einem kleinen Roadtrip durch Österreich, Anfang September 2025. Wir sind zu zweit unterwegs, er im Kindergartenalter, mit Zelt und unserem alten Touran. Übernachtet haben wir gemischt auf Campingplätzen und auf privaten Plätzen über die Apps Nomady und Schau aufs Land.
Von Leutasch über den Achensee bis nach Mondsee
Gestartet sind wir im Nordschwarzwald. Erster Stopp war ein Campingplatz in Leutasch in Tirol, für zwei Nächte. Danach ging es auf einen Campingplatz am Achensee, wo alles extrem unkompliziert war. Von dort aus haben wir einen Ausflug nach Pertisau gemacht, zwei Orte weiter, und sind mit der Karwendel-Bergbahn hochgefahren. Weiter ging es über Weißbach bei Lofer und Salzburg bis an den Fuschlsee und Mondsee. Wir schlafen im Zelt, der Touran ist nur unser Backup für richtig schlechtes Wetter. Gekocht wird auf dem Gaskocher, gern auch mal aus dem Kofferraum heraus. Ich mag es lieber ruhig als touristisch, und die Plätze bei privaten Gastgebern passen dazu perfekt.
Silbernes Auto mit offenen Türen vor Bergwiese
Schnelles Zelt und Kraxe für müde Kinderbeine
Kurz zur Ausrüstung, weil die mit Kind alles entscheidet. Wir haben ein Zelt von Decathlon, und ich bin begeistert. Es war auch an den Regentagen dicht und ist super schnell auf- und abgebaut. Das ist alleine mit Kind Gold wert, wenn der Kleine nebenbei die Gegend erkundet. Mein zweites Lieblingsteil ist unsere Kraxe von Fillikid. Sie hat schon viele Wanderungen mitgemacht, ist sehr bequem und gut, und wenn die kleinen Beine nicht mehr wollen, geht es trotzdem weiter.
Der erste Nomady Platz im Hintertal bei Weißbach
Am 4. September ging es zu unserem ersten Nomady-Platz, dem „Naturplatz inmitten der Berge“ bei Herbert im Hintertal bei Weißbach. Ehrlich: ein unglaublich schöner Spot. Herbert hatte an dem Tag noch die Wiese gemäht und das Heu fertig gemacht. Danach durften wir uns frei aussuchen, wo wir unser Zelt aufstellen. Vor uns lagen nur Berge. Ein paar hundert Meter weiter gab es eine Toilette, die wir nutzen durften. Direkt in der Nähe ist ein Niedrigseilgarten, der für ein kleines Kind absolut genial ist, und wir haben noch eine kleine Wanderung gemacht. Gebucht und bezahlt habe ich über die App, für 20 Euro die Nacht. Am Abend Traumwetter, am nächsten Morgen fing es an zu regnen. Mein Sohn stand mit seinem Regenschirm auf dem Weg und fand das großartig. Ich war in dem Moment froh über ein Zelt, das dicht hält und schnell eingepackt ist. Wir waren nur eine Nacht dort, und das war eindeutig zu kurz. Beim nächsten Mal bleiben wir länger.
Hofladen statt Geld und Waschsalon in Salzburg
Am nächsten Tag ging es Richtung Salzburg, mit einem Zwischenstopp im Waschsalon (dazu unten mehr), und dann zu einem Bauernhof, den wir über Schau aufs Land gefunden haben. Dort zahlt man nichts für die Nacht, als Dank kauft man im Hofladen ein. Wir haben Eier, Saft und Honig mitgenommen. An dem Abend hat es so heftig geregnet, dass wir das Zelt gar nicht aufbauen konnten. Der Bauer hätte uns sogar alle Fahrzeuge aus der Scheune gefahren, damit wir mit dem Auto drinnen stehen können. Für eine Nacht ging es aber auch so im Touran. Für meinen Sohn hat er extra Tretfahrzeuge zum Stellplatz hochgebracht. Direkt am Platz gab es Wasser, eine Toilette und eine Außendusche. Und total süß: Überall lagen bemalte Steine mit Grüßen von Campern, die schon vor uns da waren.
Im Gespräch mit dem Bauern kam aber etwas raus, das ich gern vorher gewusst hätte. Viele Gastgeber bei Schau aufs Land sind mit den Einkäufen der Camper nicht wirklich zufrieden. Sie würden sich eher wünschen, dass man ein paar Euro dalässt. Eigentlich ist das nicht das Konzept der App, darüber haben wir auch gesprochen. Trotzdem ist es für manche ein Thema. Dazu kommt: Man weiß nie so richtig, wie viel man kaufen soll. Bei uns ging das gut, weil wir nur zwei Nächte über Schau aufs Land standen. Auf einem längeren Roadtrip stellt sich aber irgendwann die Frage: Wie viel Hofladen brauche ich eigentlich noch, und was davon kann ich unterwegs wirklich verwerten? Mein Tipp: Frag ruhig direkt, was dem Hof lieber ist, Einkauf oder ein kleiner Betrag.
Und noch etwas, das in keiner App steht: Wer mit Kind auf privaten Plätzen unterwegs ist, hat keine Waschmaschine in der Nähe. In Weißbach hatten wir ein kleines Windel-Malheur, und plötzlich war ein guter Teil der Wäsche fällig. Auf dem Campingplatz ist das kein Problem, auf der Wiese beim Bauern schon. Wir sind dann in Salzburg in einen Waschsalon gegangen, und das hat super geklappt. Mein Tipp: Plant bei Touren abseits der Campingplätze einen Waschsalon unterwegs ein, oder legt bewusst eine Nacht auf einem Platz mit Waschmaschine dazwischen.
Zwergerlweg in Fuschl am See mit Kind
Bevor es zur letzten Station ging, haben wir einen Ausflug zum Zwergerlweg in Fuschl am See gemacht. Der Weg ist kurz und gemütlich, also perfekt für kleine Beine, mit einem Zwergerltor zum Durchkrabbeln und lustigen Zwergen an den Pfosten. Mittendrin liegt die Rumingmühle, eine alte Mühle im Wald, die so dermaßen idyllisch ist, dass ich gar nicht mehr wegwollte. Für meinen Sohn war es mit dem Spielplatz und der ganzen Atmosphäre einer der schönsten Momente der Reise. Kein Stellplatz-Tipp, aber ein Ausflugstipp, den ich jedem mit Kind in der Gegend ans Herz lege.
Stellplatz am Edinger Hof mit Alpakas und Yaks
Abends ging es weiter ins Mondseeland, zu unserer letzten Station: dem Edinger Hof in St. Lorenz, einem Hof mit Alpakas und Yaks, wieder über Schau aufs Land. Von dort oben hat man einen Blick über das ganze Tal bis zum See. Eigentlich liegt der Stellplatz etwas abseits vom Hof, was ich grundsätzlich super finde. Wegen meines kleinen Sohnes durften wir ausnahmsweise direkt am Hof stehen, gleich neben den Alpakas und nah an der Toilette. Für die Toilette wurden ein paar Euro verlangt, was ich völlig in Ordnung finde. Wir wurden unglaublich herzlich aufgenommen und hatten richtig schöne Gespräche. Als Gegenzug habe ich im Hofladen etwas aus der eigenen Alpaka-Produktion gekauft: Wandersocken. Die kann ich wärmstens empfehlen, im wahrsten Sinne des Wortes. Das Thema Einkauf fühlte sich hier ganz entspannt an. Wahrscheinlich liegt das auch daran, dass Alpaka-Produkte von sich aus mehr wert sind als drei Äpfel aus dem Hofladen. Nach einem Abendspaziergang kam dann die Gute-Nacht-Runde bei allen Tieren.
Nomady und Schau aufs Land im Vergleich
Beide Apps haben unseren Trip besonders gemacht, aber sie funktionieren unterschiedlich. Nomady ist klar geregelt: buchen, bezahlen, fertig, und dafür bekommt man oft traumhafte Plätze. Schau aufs Land lebt von der Begegnung mit den Höfen, und genau das macht es so schön. Man sollte sich aber vorher Gedanken machen, wie man fair Danke sagt. Für Zeltcamper mit Kind kann ich beides empfehlen. Achtet bei der Auswahl auf die Toilette und fragt bei den Gastgebern nach, die sind oft unglaublich entgegenkommend.
Reisen abseits vom Trubel, mit Kind
Laura, unterwegs mit meinem Sohn, Zelt und Auto als Regen-Backup, am liebsten abseits vom Trubel.
Mein Fazit
Mit Kind, Zelt und kleinem Budget waren Nomady und Schau aufs Land für uns die schönsten Nächte der ganzen Reise, viel persönlicher als jeder Campingplatz. Nomady für traumhafte Plätze ohne Rätselraten, Schau aufs Land für echte Begegnungen auf dem Hof, wenn man vorher klärt, wie man fair Danke sagt. Wir machen das auf jeden Fall wieder.
Häufige Fragen
Zahlt man bei Schau aufs Land etwas für die Nacht?
Auf dem Bauernhof zahlt man nichts für die Nacht, als Dank bzw. Gegenleistung kauft man beim Hofladen ein. Ich würde dennoch vorher direkt nachfragen, was dem Hof lieber ist, Einkauf oder ein kleiner Betrag. Vor allem, wenn man mehrere Nächte auf Höfen ist und der Vorrat schon gut gefüllt.
Was kostet ein Nomady-Platz?
Auf dem Naturplatz im Hintertal bei Weißbach habe ich über die App 20 Euro die Nacht bezahlt. Die Preise sind aber ganz unterschiedlich, je nach Stellplatz und Komfort.
Bevor du unten fragst
Schreib in deine Frage, welches Fahrzeug du hast und wie du unterwegs bist. Dann können wir dir genauer antworten.












