Mein LeStoff Test
Wir sind Vollblut-Camper. Und trotzdem stehe ich gerade ohne Wohnmobil da, auf Ischia, der Insel vor Neapel. Erstes Strandhotel im Leben der Kinder, erster Flug. War schon interessant was man seinen Kindern über Flugreisen so alles erzählen kann. Die kannten schlichtweg nur unser Wohnmobil. Kein Witz, sie mussten erst einmal googeln, wie so ein Flughafen von innen aussieht.
Und ausgerechnet hier, hat mich das unscheinbarste Stück Ausrüstung im Koffer am meisten überzeugt. Ein Handtuch. Genauer gesagt das LeStoff Hamamtuch, das ich seit fast einem halben Jahr im Dauereinsatz habe. Zeit für ein ehrliches Urteil und einen fairen Vergleich mit dem Platzhirsch im Camper, der guten alten Mikrofaser.

Ein Handtuch, das mich und meine Familie im Hotel überrascht hat
Im Wohnmobil ist mir bzw. uns längst klar, warum ein leichtes, schnell trocknendes Tuch Gold wert ist. Wenig Platz zum trocknen und alles muss kompakt sein. Erst Recht im Rucksack, wenn wir als Familie spontan auf Ausflügen in den See oder ins Meer wollen. Aber im Hotel hätte ich es nicht gebraucht. Dachte ich.
Doch mal schnell das Meersalz mit Haarshampoo im Waschbecken auswaschen, ohne Schleudern auf den Balkon gehängt und zack … trocken. Im Seewind dauert das ungefähr eine Stunde. Ehrlich gesagt müsste ich jetzt einen Reiseblog über Hotels schreiben, denn dort ergibt das LeStoff fast noch mehr Sinn als bei uns im Camper. Die praktischen Vorteile stehen in keiner Anleitung. Die lernst du nur aus der Praxis.

Das Mikrofaser-Problem, über das kaum jemand gerne spricht
Bevor wir über LeStoff reden, müssen wir über das reden, was bei den meisten Campern schon im Schrank liegt. Mikrofaser ist praktisch, das bestreite ich gar nicht. Sie ist federleicht, extrem saugfähig, oft günstig und sie trocknet wirklich schnell. Für viele Reisende ist das Mikrofaserhandtuch deshalb gesetzt.
Aber Mikrofaser ist nichts anderes als Kunststoff. Polyester, Polyamid, Polyacryl, alles auf Erdölbasis. Und genau da fangen die Probleme an. Auch wenn es ausser Mode gekommen darüber zu sprechen, aber bei jedem Waschgang lösen sich winzige Plastikfasern. Eine vielzitierte Studie der Universität Plymouth kommt auf fast eine halbe Million freigesetzter Fasern pro Waschladung mit Polyestertextilien. Ein großer Teil davon landet am Ende über das Abwasser in Flüssen und im Meer. In genau dem Meer also, an dem wir mit dem Wohnmobil so gern stehen. Und ich esse gerade sehr wieder gerne Fisch und damit wieder Mikroplastik. Mmh.

Was LeStoff eigentlich ist, und warum aus Wien
LeStoff ist kein klassisches Funktionshandtuch, sondern ein Hamamtuch. Dieses flach gewebte Tuch kennst du vielleicht aus dem türkischen Hamam. Es besteht aus 100% Bio-Baumwolle, ist GOTS-zertifiziert und kommt von einer kleinen, sehr netten Firma in Wien. Schöne Grüße an dieser Stelle an Julia, Ata und die ganze Familie.
Der Clou liegt in der Webart. Das Tuch ist deutlich dünner und leichter als Frottee, lässt sich klein zusammenrollen, ist bis 60 Grad waschbar und sogar bei moderater Hitze trocknergeeignet. Praktischer Nebeneffekt für Strandtage, Sand bleibt nicht haften, sondern fällt einfach ab. Und weil so ein Hamamtuch eben mehr kann als nur abtrocknen, hängt es bei mir auf Ischia auch schon mal als leichter Sonnenschutz über dem Schirm. Offiziell ist es Strandtuch, Saunatuch und Picknickdecke in einem. Aber eigentlich ist es einfach zum abtrocknen da ;-)

Viele Monate Praxis, vom Föntest bis zum Seewind
Angefangen hat alles auf der CMT 2026 in Stuttgart. Roland und ich haben das Tuch dort getestet, im tiefsten Winter, und aus Spaß den Trockentest mit dem Fön gemacht. Bestanden. Aber ein Föntest ist Labor. Ich wollte den Alltag.
Den habe ich jetzt seit ein paar Monaten hinter mir. Auswaschen – wenn es notwendig war – mit ganz normalem Haarshampoo, kein Schleudergang nötig, aufhängen, fertig. Im Wind ist es in rund einer Stunde trocken. Mit Maxxfan im Wohnmobil waren es 2 bis 3 Stunden. Mach das mal mit einem dicken Frotteehandtuch. Das hängt in der Nebensaison die ganze Nacht und ist am Morgen immer noch klamm. Das ist dann eher Sorte Wischmopp.

Der ehrliche Vergleich, Mikrofaser gegen LeStoff
Jetzt wird es spannend, und ich mache dir nichts vor. Beim reinen Packmaß nehmen sich beide kaum etwas. Das LeStoff rollt sich ähnlich klein zusammen. Auch bei der Trocknungszeit liegen beide in meiner Praxis dicht beieinander. Wer ausschließlich auf das letzte Gramm und den allerschnellsten Trockenrekord schaut, für den bleibt Mikrofaser eine legitime Wahl. So weit, so fair.
Der Unterschied kommt beim Anfassen und beim Hinschauen. Optik, Haptik und Hautgefühl spielen beim LeStoff in einer anderen Liga. Mikrofaser fühlt sich auf der Haut oft genau nach dem an, was es ist, nämlich nach Plastik. Ehrlich gesagt, war es schon immer schwieriges Gefühl, das ich wegignoriert habe. Ja ehrlich gesagt weg ignorieren musste. Ich habe oft daran gedacht mein Mikrofasertuch von Decathlon zu empfehlen. Aber ehrlich gesagt, ist es nur eine Empfehlung, wenn man es mit nichts anderem vergleicht. Was meinst du – wenn du das liest? Lässt sich das nachvollziehen?
Das LeStoff fühlt sich an wie ein Handtuch, das du auch zu Hause haben willst. Dazu kein Mikroplastik im Abwasser, kein eingewachsener Muffelgeruch und ein zertifiziert biologischer Rohstoff. Mein Eindruck – das ist kein Kompromiss, das ist ein Upgrade. Nur eines, das man nicht im Datenblatt sieht, sondern erst in der Hand spürt.

Für wen lohnt sich LeStoff, und für wen eher nicht
Ich bin kein Freund von Beiträgen, die so tun, als wäre ein Produkt für jeden perfekt. Also Klartext.
LeStoff lohnt sich für dich, wenn du im Wohnmobil, Wohnwagen oder Kastenwagen ein leichtes, schnell trocknendes Tuch suchst, das sich gut anfühlt, lange hält und nachhaltig ist. Es lohnt sich, wenn du von Mikrofaser genug hast, wenn du Wert auf ein gutes Hautgefühl legst und wenn dir ein Tuch gefällt, das am Strand, in der Sauna und als Überwurf genauso funktioniert.
Eher nichts für dich ist es, wenn du als extremer Ultraleicht-Trekker jedes Gramm zählst und dir Hautgefühl und Optik nicht wichtig sind. Dann bleib bei der Mikrofaser, das ist okay. Ich nehme an, über die Jahre ist Mikrofaser auch robuster. Auch ist Mikrofaser deutlich günstiger und teils für die Hälfte zu bekommen. Für deinen einwöchigen Megatrip mit dem Zelt auf dem Rücken muss es nicht das schöne Tuch sein. Für alles, was mit Wohnmobil und Familie zu tun hat, sieht die Sache aber klar aus.
Das Tuch versprüht zudem Freunde, statt Funktionalität.

Mein Fazit
Ich kann dir nach fast einem halben Jahr Dauereinsatz sagen, das sind Extraklasse-Handtücher. Made in EU, GOTS-zertifiziert, von einer Firma, hinter der echte Menschen stehen. Klare camper.help Empfehlung. Die vier Handtücher waren und sind es in jedem Fall wert, denn jeder ist happy in der Familie.
Und wenn ich ehrlich bin, hat mich das am meisten an einem Ort überzeugt, an dem ich es nie erwartet hätte. In einem Hotel auf Ischia, ohne unser Wohnmobil, beim Blick aufs Meer, mit einem Handtuch, das in einer Stunde trocken im Wind hing. Mehr muss man dazu eigentlich nicht reden.
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