Naturschutzgebiete in Deutschland – 3 Lösungen im Überblick für Camper
Naturschutzgebiete als Camper erkennen. 3 Möglichkeiten von Google Maps, Bundesamt für Naturschutz und die Karten über alle Naturschutzgebiete der Bundesländer

Der Überblick über die Naturschutzgebiete ist nicht einfach
Naturschutzgebiete in Deutschland gibt es reichlich. Über 8.700 Naturschutzgebiete auf über 1.300.000 ha machen es nicht gerade einfacher für den reisenden Camper. Für den Wildcamper und für den Freicamper hat das durchaus Relevanz. Gut drei verschiedene Möglichkeiten haben sich bei uns über die Jahre etabliert, um qualifizierte Information zu diesem Thema zu bekommen.
Die Ränder der Gebiete sind schwierig einzuschätzen
Denn eines zeigt sich schon durch das Titelbild. Selbst die Beschilderung eines Naturschutzgebiets (Bild 1) ist oft schwer ersichtlich und sehr oft individuell gelöst. Das ein offizielles Strassenschild (Bild 2) einen darauf hinweist ist definitiv nicht die Regel. Ein Blick auf die offiziellen Karten zeigt, dass es kaum möglich ist die Ränder dieser Gebiete richtig einzuschätzen.
Wo campen definitiv verboten ist
Die gesetzlichen Regelungen im BNatSchG
Im Bundesnaturschutzgesetz BNatSchG ist vieles klar geregelt.
Das Strassen und Wegerecht tut dann sein übriges. Die europäischen Regelungen, Bundesregelungen, lokalen Regulierungen oder alte DDR Naturschutzgesetze in Ostdeutschland machen es deutlich komplex, den Hobbyjuristen zu mimen. Zusammengefasst gibt es ein generelles und striktes Verbot in
Naturschutzgebieten, wie z.B.
Persönlicher Standpunkt zur Natur
Ohne Kartenmaterial kann man es definitiv nicht richtig machen. Es geht in dem Beitrag auch nicht darum, jemanden davon abzuhalten oder zu animieren. Es geht um die Information an sich. Ich glaube das Wissen an sich, grundsätzlich zu weniger „dicker Luft“ auf allen Seiten beiträgt. Den Moralapostel möchte ich hier übrigens nicht geben. Das macht jeder bitte mit sich selbst aus. Aber natürlich schreibe ich meinen Standpunkt nieder.
Sobald ich persönlich Kenntnis von einem Naturschutzgebiet habe, so werde ich dort garantiert nicht übernachten. Das hat nicht etwas mit den Strafen zu tun, sondern ist deutlich dem Respekt gegenüber der Natur zuzuschreiben. Wer anderer Meinung kann die Kommentare gerne dazu nutzen, seinen Standpunkt darzustellen.
Strafen, wenn wenn man erwischt wird
Wenn man vom Ordnungsamt oder der Polizei beim campen erwischt wird, dann wird es mal so richtig teuer. Die persönliche Erfahrung aus dem Blog. Ich kenne mehrere Fälle, wo es zum Glück bei rund 250 bis 400 Euro geblieben ist. Dennoch kann es deutlich teurer werden.
Exorbitante Strafen in Naturschutzgebieten egal ob Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil
Dabei geht es nicht nur um das Übernachten im Wohnwagen und Wohnmobil. Selbst das übernachten im Zelt wird bereits mit vielen Euros geahndet. Auch wenn dies in vielen Bundesländer mit „nur“ rund 50% der möglichen Summen geahndet wird.
Bussgeldkatalog von 25 Euro bis 5.000 Euro – je nach Bundesland
Der Bussgeldkatalog ist von Bundesland zu Bundesland recht unterschiedlich. Von 25 Euro bis 5.000 Euro ist selbst das Zelten auf einer Wiese als ordentlich teuer zu bezeichnen.
Beispiel aus dem Umfeld der camper.help Redaktion
Im Naturschutzgebiet an der Isar kostete das „blosse dastehen“ bis 22.30 Uhr rund 250 Euro. Zum Glück konnte derjenige noch den Anschein einer Weiterreise glaubhaft vermitteln, sonst wäre es nochmals deutlich teurer geworden. Die Ordnungswidrigkeit wird meistens nicht Vorort festgesetzt, sondern wurde in diesem Fall erst einige Wochen später bestimmt und zugestellt.
Die Lösungen sind dabei gar nicht so schwer zu finden. Mit den nötigen Informationen kommt man auch damit zurecht.
Lösung 1 – Google Maps für Naturschutzgebiete
Leider keine vollständige Lösung, sondern eher mehr ein Indikator. Für viele Ziele, aber eine der besten Möglichkeiten sich Erstinformationen schnell und einfach zu verschaffen.
Einfach maps.google.de mit dem Stichwort „Naturschutzgebiet“ oder „Nationalpark“ und weiteren Stichwörter abfragen. Schon sieht man zumindest vor Anreise, ob sich eine nähere Prüfung lohnt. Leider hat Google Maps keine vollständige Erfassung dieser Gebiete.
Lösung 2 – Bester Überblick mit den Karten von Bund und Wikipedia
Das BfN – Bundesamt für Naturschutz
Diese Quelle bietet eine zuverlässige Deutschlandkarte an. Der Inhaltsbaum ist erst mal anzupassen, denn viele Gebiete werden am Anfang nicht eingeblendet.
Empfohlen ist ein grosser Screen. Auf so manchen Tablets läuft es noch am besten.
Mein Tipp zur Standortsuche
Die Autovervollständigung im Suchfeld kann für Ortsnamen verwendet werden. So findet man seinen eigenen Standort leichter, denn eine Lokalisierungsfunktion ist leider nicht enthalten.
Wikipedia Naturschutzgebiete als Textversion
Gegliedert als Text pro Bundesland ist Wikipedia zumindest in der mobilen Version hervorragend zu bedienen. Grösstes Problem ist „Wo bin ich“.
(etwas nach unten scrollen und auf das jeweilige Bundesland klicken)
Der bessere Weg zur Suche von Naturschutzgebieten
Warum es sich lohnt auf die Kartendienste der Länder zurückzugreifen, ist schnell erklärt. Diese sind teilweise noch besser zu bedienen und öfters sogar besser für mobile Browser ausgelegt. Warum die Standortbestimmung immer noch ein Problem ist, dass wissen nur die Verantwortlichen.
Lösung 3 – Naturschutzgebiete der Bundesländer in der Übersicht
Die wohl allumfassende und beste Lösung, da zumindest ein paar Bundesländer und Ministerien gute Lösungen anbieten. Meist Smartphone tauglich und in jeden Fall sehr detailliert. Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Warum die Bundesländern nicht auf eine gemeinsame Lösung zurückgreifen ist schade, denn es gibt auch hier echte Webapp-Nieten.
Wichtige Hinweise
Baden-Württemberg
Quelle der Informationen
Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg
Kartenmaterial der Schutzgebiete
https://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/?highlightglobalid=naturLand
(Im Menü „Alle Schutzgebiete“, dann „Schutzgebiete – das Kartensymbol“ klicken)
Bayern
Quelle der Informationen
Bayrisches Stadtministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Berlin
Quelle der Informationen
Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
Kartenmaterial der Schutzgebiete
https://fbinter.stadt-berlin.de/fb/index.jsp?loginkey=showAreaSelection&mapId=nsg_lsg@senstadt&areaSelection=map
(unbedingt heraus zoomen)
Brandenburg
Quelle der Informationen
Landesamt für Umwelt
Bremen
Quelle der Informationen
Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau
Hamburg
Quelle der Informationen
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft
Hessen
Quelle der Informationen
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Mecklenburg Vorpommern
Quelle der Informationen
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt
Niedersachsen
Quelle der Informationen
Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz NLWKN
Nordrhein-Westfalen
Quelle der Informationen
Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen
Saarland
Quelle der Informationen
Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz Saarland
Kartenmaterial der Schutzgebiete
https://geoportal.saarland.de/mapbender
Etwas ersichtlicher ist das Schutzgebietkataster
https://geoportal.saarland.de/mapbender
Sachsen
Quelle der Informationen
Sächsische Staatskanzlei
Sachsen-Anhalt
Quelle der Informationen
Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt
Kartenmaterial der Schutzgebiete
Schleswig Holstein
Quelle der Informationen
Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung
Thüringen
Quelle der Informationen
Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz
Kartenmaterial der Schutzgebiete
https://antares.thueringen.de/cadenza/natur
(Im Menü „Naturschutz“, „Schutzgebiete“, dann „Schutzgebietskarte“ klicken)








Ein in meinen Augen wirklich gute Lösung, um festzustellen, ob man sich in Deutschland in einem Naturschutzgebiet befindet, ist die App Droniq. Eigentlich ist die für Drohnen-Piloten, aber auch die dürfen in Naturschutzgebieten nicht fliegen. Und die zugrundeliegenden Daten kommen von der Deutschen Flugsicherung. Einfach eine kleine 0,25kg-Drohne konfigurieren und unter Layer auch „Sonstige Drohnenverbitszonen“ auswählen. Dann bekommt man angezeigt, im man sich in einem Naturschutzgebiet befindet.
Hallo Richard, das klingt nach einer echt guten Lösung. Ich werde mir das die Tage mal anschauen, aber was für ne coole Idee. Ganz einen lieben Gruss aus München. Flo
Flo, das ist ein großartiger Beitrag! Den bayerischen Geoatlas mit dem entsprechenden Layer verwende ich seit Jahren (und das hat mich bestimmt schon das eine oder andere Mal vor größeren Malaisen bewahrt, Du weißt, wir sind Anlger…), aber für die anderen Bundesländer hatte ich bisher noch keine Lösung. Vielen Dank für diese tolle Zusammenstellung! Ganz herzliche Grüße von der Su, und bis bald!