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Die Macht der Bildgestaltung

Im ersten Teil zur Reisefotografie ging es um die Technik, die wir zur Erstellung besserer Urlaubsfotos benötigen. In diesem Teil bekommt ihr Tipps und Tricks, wie ihr ganz einfach mit dem Handy, oder einer beliebigen anderen Kamera bessere Urlaubsfotos macht.

Auch dieser Teil richtet sich an den Urlauber, der ohne großen Aufwand bessere Urlaubsfotos machen und sich nicht in Einstellungen und der Technik verlieren möchte. Alle hier vorgestellten Techniken können mit jeder Kamera nachgestellt werden. Die Tipps werden euch einen Leitfaden geben, wie Bilder auf jeden Fall besser beim Betrachter ankommen. All diese „Regeln“ dürfen aber jederzeit auch gebrochen werden, denn letztendlich ist es wichtig, dass die Bilder euch gefallen!

Also auf geht es in die Welt der Bildgestaltung!

Reisefotografie

Bevor wir wirklich starten noch ein paar Worte zur Reisefotografie und warum sie ein sehr herausforderndes Genre in der Fotografie ist.

Wir alle wollen tolle Fotos nach Hause bringen. Doch warum ist es eigentlich so schwer, mit Urlaubsbildern zu begeistern, wenn es doch andere können? Das hat mehrere Gründe.

Zuerst einmal sind wir alle heute übersättigt mit Bildern aus allen möglichen Ecken. Man hat einfach schon sehr viel gesehen und daher muss einen ein Bild wirklich überraschen, oder fesseln um zu beeindrucken. Das funktioniert aber nicht, wenn man seine/seinen Liebsten immer wieder vor irgendwelchen Landmarken platziert und abdrückt.

Ein weiterer wichtiger Punkt aber ist, dass Reisefotografie nicht nur ein Genre repräsentiert, sondern eigentlich etliche in sich vereint. Ich beispielsweise habe mich im Bereich der Natur- bzw. Tierfotografie spezialisiert. Das ist aber nur ein Teil der Reisefotografie. Neben Naturfotografie findet sich noch Architektur, Porträt/Menschen, Landschaft und etliche andere Stiele in ihr wieder, wenn man eine Region bzw. Reise umfassend beschreiben möchte.

Jeder dieser Stiele erfordert andere Herangehensweisen und Techniken. Soweit ins Detail wollen wir hier aber gar nicht erst gehen, denn viele Techniken helfen euch egal, was ihr fotografieren möchtet.

So, jetzt geht es aber los!

Wie Bildgestaltung funktioniert

Bildgestaltung fängt an, sobald Du Dir Gedanken über Dein Bild und dessen Aufbau machst. Beginnt man sich Gedanken darüber zu machen werden Bilder automatisch besser. So einfach ist das.

Auf die Ränder achten

Der allerwichtigste Punkt, den man beachten sollte, sind die Ränder des Bilds. Ständig passiert es, dass irgendetwas in das Bild hineinragt und am Ende das ganze Bild nicht stimmig wirkt, oder gar gänzlich verhunzt ist.

Mal ragt ein Ast ins sonst makellose Bild, oder der typische Finger verdeckt das obere Eck. Um das zu vermeiden, solltet ihr immer die Ränder eures Bildes im Auge behalten.

Neben der Frage, ob etwas hineinragt, solltet ihr euch auch die Frage stellen, ob etwas am Rand abgeschnitten wird und deshalb komisch wirkt. Typisch hierbei ist es bspw. die Füße oder Hände einer Person „abzuschneiden“. Extremitäten sollten bei Porträts einer Person immer ganz zu sehen sein, oder aber an typischen Schlüsselpunkten (bspw. Hüfte, Brust) abgeschnitten werden. Gerade bei den Beinen sollte man dabei vorsichtig sein, damit es nicht wie ein Schnappschuss wirkt.

Helfen kann es hierbei, wenn das Handy die Möglichkeit gibt, den nicht aufgenommenen Bereich auch anzeigen zu lassen. So lässt sich die Komposition noch einfacher erstellen.

Wenn ihr also einen Tipp aus diesem Artikel mitnehmen wollt, dann: „Achtet auf die Ränder!“

Durch einen kleinen Positionswechsel kann man Äste am Rand eliminieren

Die Drittel-Regel anwenden

Wie bereits im Technikteil beschrieben, ist eine der einfachsten Bildgestaltungsregeln die Drittel-Regel.

Bei der Drittel-Regel setzt ihr ein interessantes Detail, oder den Fokuspunkt auf die Schnittstelle zweier Linien im virtuell unterteilten Bild. Das macht den Bildaufbau sofort harmonisch und gefällt meistens unterbewusst sehr gut. Allerdings muss man dabei einen Punkt beachten: Haben die Objekte am Schnittpunkt eine klare Richtungsvorgabe, so sollten sie immer in das Bild hinein fahren, oder schauen.

Schaut euer Motiv aus dem Bild heraus, entsteht schnell ein unangenehmer Eindruck, dass da draußen irgendetwas ist, was man nicht sieht. Das kann man natürlich bewusst einsetzen, möchte man das aber nicht, empfiehlt es sich den Blick eines Menschen oder Tiers bspw. immer in das Bild wandern zu lassen. Wir Menschen folgen instinktiv dem Blick, oder der Fahrtrichtung eines Fahrzeugs durch das Bild. So könnt ihr den Blick des Betrachters im Bild halten und dieser verliert das Interesse nicht so schnell.

All das passiert normalerweise unterbewusst und führt aber automatisch zu der Aussage, dass das Bild interessant ist. Probiert es beim nächsten Mal einfach aus. Wichtig dabei ist nur auch mal zu schauen, ob ein anderer Bildaufbau vielleicht besser zum Bild passt.

, Turm in drittel Regel

Selbst simple Kompositionen gewinnen durch die Drittel-Regel

Mit der Drittel-Regel brechen

Nicht immer sollte man die Drittel-Regel einhalten, denn manchmal ist ein anderer, bspw. zentraler Bildaufbau besser.

Ein Beispiel dafür sind Spiegelungen. Habt ihr die Möglichkeit eine Spiegelung in das Bild einzubauen, ist es gerade die absolute Symmetrie, die ein Bild ausmachen kann. Dann ist es besonders wichtig, dass alles wirklich mittig aufgebaut wird und der Horizont exakt gerade ist. Dann wirkt die Symmetrie so richtig.

Ein anderer Punkt kann einfach das Motiv sein. Bei einem Porträt sollte natürlich schon die Person im Mittelpunkt stehen. Wenn also nur eine Person ohne Interaktion im Bild ist, dann kann es durchaus Sinn machen, diese klassisch mittig in das Bild zu platzieren. Aber auch das nicht immer.

, See mit Wald in Symmetrie

Besonders bei Spiegelungen eignet sich Symmetrie

Zuschneiden – Die zweite Chance

Wenn der Bildaufbau einmal doch nicht so recht geklappt hat, oder doch etwas auf der Seite hereinschaut, was da nicht hingehört, dann habt ihr noch die Option das Bild zuzuschneiden. Das funktioniert in die negative Richtung (also wenn ihr etwas wegnehmen wollt) sehr gut. Ihr werdet dadurch zwar etwas an Auflösung verlieren, aber ein wenig macht dort nichts aus.

Auch ein schiefer Horizont lässt sich zu einem gewissen Grad noch richten. Dabei dreht ihr das Bild einfach wieder in Waage. Wichtig bei diesem Beschneiden der Bilder ist es jedoch es nicht zu übertreiben, da sonst die Auflösung leidet und eventuelle Schwächen der Kamera (bspw. bei Dunkelheit) deutlicher zu sehen sein werden. Es ist also immer besser, das Bild so perfekt wie möglich aufzunehmen. Ein leicht weiterer Ausschnitt kann aber nicht schaden, um im Notfall noch Reserven für den Beschnitt zu haben.

Bildaufbau – Der Vordergrund, der Mittelgrund und der Hintergrund, oder wie das alles heißt?

Ein spannendes Bild hat einen Vordergrund, einen Mittelgrund und einen Hintergrund. Diese 3 Abschnitte geben einem Bild tiefe. Der Betrachter wird automatisch zwischen den verschiedenen Ebenen hin und her wandern. Das gilt im Speziellen bei der Landschaftsfotografie.

Aber auch bei anderen Bildern solltet ihr zumindest einen Vordergrund und das Hauptmotiv, oder aber einen Hintergrund und das Hauptmotiv haben. Diese Ebenen machen das Bild spannend.

Versucht einfach mal am unteren Bildrand ein paar unscharfe Blumen zu platzieren, oder einen Sonnenuntergang in den Hintergrund zu setzen, um das alte Fischerboot noch mehr in Szene zu setzen.

Die Königsklasse bei den Vordergründen ist es durch etwas hindurch zu fotografieren. Das kann ein Fenster sein, das euer Hauptmotiv einrahmt, eine Steinwand mit einem Loch, ein Maschendrahtzaun oder aber eine Öffnung aus Ästen. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Definitiv werdet ihr dadurch aber so manches Bild spannender gestalten können.

, OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Im Vordergrund steht die Wiese mit der Kuh im Drittel, der Mittelgrund bildet die Baumreihe, während im Hintergrund der Fluss den Blick hinausführt

Die Macht der Farben

Farben wirken auf Menschen sehr extrem. Meistens sieht man intuitiv, was schön aussieht und harmonisch wirkt. Aufpassen muss man aber bei Signalfarben. Gerade Rottöne, oder auch kräftige Gelbtöne wirken auf unsere Augen wie ein Magnet.

Diesen Umstand können wir uns zum Nutzen machen, indem man bspw. jemanden mit einer roten Regenjacke als Größenvergleich neben einen Wasserfall stellt. Das Auge des Betrachters wird automatisch auf die Person fallen und im Anschluss den Wasserfall erkunden.

Umgekehrt verhält es sich, wenn jemand mit einer roten Jacke ungeplant am Rand eines Landschaftsbildes steht. Auch hier fällt das Auge wieder direkt auf die rote Farbe. Ist diese Person nicht gezielt in das Bild eingebunden, wirkt es irritierend und kann das ganze Bild ruinieren. Deshalb solltet ihr Farben immer bewusst einsetzen und auf diese achten, falls sie ungeplant auftreten.

, Stadtansicht mit roten Jacken

Achtet bei dem Bild oben darauf, worauf euer Blick als Erstes fällt und wie er über das Bild wandert. Bei den meisten dürfte der Blick zuerst an den rechten unteren Bildrand gewandert sein, denn dort befinden sich zwei Personen mit roten Jacken. Diese Farbe zieht unsere Augen einfach magisch an. Das ändert sich schnell, wenn keine Signalfarbe (hauptsächlich Rot, aber auch Orange oder leuchtendes Gelb) auf dem Bild zu erkennen ist. Im zweiten Beispiel sind die Personen dann nicht mehr auf dem Bild. Konzentriert euch nochmal darauf, wie euer Blick über das Bild wandert, auch wenn das Bild nur ein typischer Urlaubsschnappschuss ist.

, Stadtansicht ohne rote Jacken

Das wichtigste Stilmittel – Licht

Der wichtigste Faktor bei der Fotografie ist das Licht. Licht kann ein Bild extrem verändern und die komplette Stimmung ändern. Das ist der Grund, warum es unter Fotografen den Spruch „Zwischen 10 und 3 hat der Fotograf frei“ gibt. Gerade morgens und abends gibt es das „weiche“ Licht und schließlich auch die goldene und blaue Stunde. Das bedeutet normalerweise früh aufstehen und das Abendessen nach hinten schieben.

Doch glücklicherweise gilt das nicht für alle Fotografiestiele. In der Landschaftsfotografie solltet ihr die Mittagszeit tatsächlich unbedingt meiden. In Städten jedoch könnt ihr auch mittags ansprechende Bilder machen, denn da können die harten Schatten sogar ansprechende Effekte hervorrufen. Personen könnt ihr ebenfalls zur Mittagszeit im Schatten fotografieren.

Dann gibt es manchmal auch noch spezielle Möglichkeiten, bei denen gerade die Mittagszeit am besten funktioniert. Steht ihr bspw. in einem dichten feuchten Wald und die Sonne bricht durch das Blätterdach, entstehen unglaubliche Lichtspiele.

Wichtig ist es euch immer Gedanken über das Licht zu machen und wenn ihr die Möglichkeit habt ein Motiv auch an verschiedenen Tageszeiten aufsuchen, dann solltet ihr das versuchen.

, Nebelwald Sonnenstrahlen fallen durch Blaetterdach

Zwei Tageszeiten sind für Fotografen besonders wichtig: die blaue und die goldene Stunde. Die blaue Stunde findet je eine halbe bis zu einer Stunde vor Sonnenaufgang, oder nach Sonnenuntergang statt. Dabei ist der Himmel blau und noch nicht schwarz, durch die Dunkelheit sind die Stadtbeleuchtungen aber bereits eingeschaltet und so ergibt sich ein wunderbares Bild.

Die goldene Stunde bezeichnet die halbe bis eine Stunde nach Sonnenaufgang, oder vor dem Sonnenaufgang. Während dieser Zeit ist das licht besonders weich und goldgelb. Der warme Farbton bringt viele Farben zum Strahlen und erzeugt schöne Stimmung.

Achtung beim Sonnenuntergang!

Beim Sonnenuntergang tendieren wir immer direkt in die Sonnenrichtung zu fotografieren und den goldenen Ball im Meer versinkend zu fotografieren. Das ist schön kitschig und funktioniert oftmals schon. Überraschend, oder gar interessant ist es aber in den wenigsten Fällen. Auch wird die Sonne fast immer „ausbrennen“ in solchen Fällen. Das bedeutet, dass die Kamera die hellen Töne in der Mitte der Sonne nicht mehr aufnehmen kann und sie somit nur noch reinem Weiß entsprechen (sieht man auch gut am Bild unten).

Habt ihr Wolken am Himmel, dann wartet, bis die Sonne versunken ist und ihr werdet mit glühenden und bunten Wolken belohnt. Das aber erst ein wenig nach dem Sonnenuntergang. Schaut während dem Sonnenuntergang auf die gegenüberliegenden Bergketten und fotografiert das Alpenglühen.

, OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Während des Sonnenuntergangs solltet ihr versuchen ein Motiv zu finden, dass vom warmen Licht richtig profitiert. Und wenn ihr doch die Sonne beim Versinken im Meer fotografiert, denkt an die vorher beschriebenen Punkte des Bildaufbaus. Drittelregel und Vordergrund helfen gerade bei solchen Bildern.

, Sonnenuntergang mit Boot im Vordergrund

Was ist Streulicht und was kann man dagegen tun?

Auch wenn der Begriff den meisten nichts sagen wird, so hat fast jeder schon einmal den Effekt erlebt. Streulicht nennt man das Licht, welches schräg auf eure Linse fällt. Dieses Licht sorgt dafür, dass der Kontrast aus dem Bild verschwindet und ein unangenehmer Schein am Bildrand entsteht.

Bei Systemkameras wird dieser Effekt mithilfe von sogenannten Streulichtblenden, die Anfänger gerne aus Bequemlichkeit in der „Transportstellung“ lassen, verhindert. Nun haben wir so etwas aber leider nicht an unseren Handys, der Effekt tritt dort aber dennoch auf. Aber auch dafür gibt es eine ganz einfache Abhilfe:

Nutzt die flache Hand, um den Lichtschein abzuschatten. Dazu bewegt ihr die flache Hand von der Seite der Sonne so lange aus dem Bild heraus, dass die Hand gerade nicht mehr im Bild ist. Es kann auch helfen, den Winkel der Hand etwas zu verändern, um den Effekt zu verstärken. Als Ergebnis bekommt ihr ein kontrastreiches und lebendiges Bild, wie ihr es erwartet.

, Streulicht auf Bild, Streulicht abgeschirmt mit Hand

Perspektive

Das Spiel mit der Perspektive kann einiges am Bild beeinflussen, wenn man es richtig einsetzt. Von unten fotografiert, wird das Motiv in die Länge gezogen. Das kann dazu führen, dass es größer wirkt. Besonders an den Bildrändern tritt dieses Phänomen auf. So kann man z.B. Berge, oder Bäume an den Bildrand rücken, wodurch sie gestreckt und riesig wirken.

Genau das Gegenteil entsteht, wenn man etwas von oben herab fotografiert. Das Motiv wirkt klein. Gerade bei Menschen sollte man da aufpassen, denn bspw. Kinder von oben herab fotografiert, wirken schnell eingeschüchtert oder unterdrückt. Deshalb gilt hier sowieso die Regel: Menschen und Tiere immer auf Augenhöhe fotografieren.

Aber auch bei ganz normalen Motiven sollte man einmal verschiedene Perspektiven ausprobieren, da manche besser wirken können, weil man sonst Objekte optisch durchschneidet, weil Szenen weiter wirken können, oder aber weil die Komposition einfach ausgewogener wirken.

Im ersten Bild wurde eine tiefe Perspektive gewählt. Dadurch wirkt das Wrack zwar etwas besser, aber dafür durchschneidet der Horizont das Wrack.
Dadurch wirkt die hohe Perspektive harmonischer

Hoch- oder Querformat?

Seit der Einführung der Smartphones werden immer mehr Fotos im Hochformat geschossen. Das hat natürlich den Grund, dass man ein Mobiltelefon normalerweise in dieser Ausrichtung hält. Ich habe auch schon von verwandten gehört, dass sie immer hochkant fotografieren, da die Bilder dann größer sind.

Das sollte man sich aber überlegen und die Ausrichtung nutzen, die zum Bildaufbau passt. Das Format wird im Idealfall immer so gewählt, dass ihr einen entsprechenden Bildaufbau nach allen Regeln der Kunst gestalten könnt. Und beim Betrachten kann man das Telefon ja schließlich auch drehen…

Unschärfe einsetzen

Von den Systemkameras kennt man die typische Unschärfe, die den Hintergrund und Vordergrund eines Bilds verschwommen erscheinen lässt. Dieser Umstand lässt sehr gut die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Bildteil lenken.

Das Problem ist jedoch, dass diese Unschärfe abhängig von der Sensorgröße ist und somit bei Handys auf natürliche Weise nicht stark ausgeprägt ist, da diese kleinen Sensoren eine große Schärfentiefe aufweisen. Nun bieten viele aktuelle Mobiltelefone eine künstliche Funktion an, um ein sogenanntes Bokeh zu erzeugen. Mein Tipp ist es jedoch, diese künstlichen Funktionen (zumindest noch) nicht zu nutzen. Sie wirken alle nicht natürlich, wenn man weiß, wie ein echtes Bokeh aussieht.

Aber ihr müsst nicht ganz auf den Effekt verzichten, denn mit einem kleinen Trick bekommt man auch mit dem kleinen Handy Sensor ein passables echtes Bokeh hin. Der Trick ist es, nah an das Fokusobjekt heranzugehen und einen möglichst großen Abstand zum Hintergrund einzuhalten. Das beeinflusst automatisch das Erscheinungsbild und führt zu einem Bokeh-Effekt, der euer Motiv in den Mittelpunkt rückt.

, Weinglaeser mit unscharfem Hintergrund

Auch mit dem Handy kann man ohne digitale Tricks Unschärfe generieren

Was tun, wenn es zu dunkel wird?

Bereits im Technik Teil haben wir das Thema Aufnahmen im Dunkeln behandelt. Dort hatte ich zwei Tipps parat: Keinen Blitz verwenden und die Langzeitbelichtung, die meistens automatisch einschaltet, zu nutzen. Das alles funktioniert sehr gut bei statischen Motiven.

Doch was tun, wenn sich das Motiv bewegt? Nutzt die Bewegung kreativ. Ihr solltet natürlich trotz allem die Kamera möglichst stabil halten, aber Bewegung kann auch sehr dynamisch und interessant wirken. Wichtig dabei ist, dass wirklich nur das sich bewegende Objekt unscharf wird, weshalb eine stabile Aufnahme essenziell ist. Sonst wirkt das Bild einfach nur verwackelt und unscharf.

, Kreative Unschaerfe durch Bewegung

Durch die längere Belichtung wirkt das Reinigen des Sandbrots sehr dynamisch

Kontext herstellen

Oft tendiert man dazu, ein Objekt formatfüllend aufs Bild zu bekommen. Teilweise kann das schon sinnvoll sein. Doch gerade mit dem Handy ist das aufgrund der Brennweite nicht immer möglich. Hier solltet ihr dann wie bereits im Technikteil beschrieben aber besser den Fußzoom (auf das Objekt zulaufen) nutzen, als digital ins Bild zu zoomen.

Doch eigentlich ist es gar nicht schlecht, wenn das Motiv nicht immer formatfüllend abgelichtet wird. Viele Motive profitieren von etwas Kontext. Damit ist gemeint, dass man bspw. etwas Umgebung sieht. Dadurch kann der Betrachter sich besser vorstellen, wo das Bild geschossen wurde und wie es dort aussieht. Der Vibe der Umgebung kann so viel besser transportiert werden.

Probiert das mal mit einem Bild aus, bei dem ihr sowohl formatfüllend als auch etwas weiter fotografieren könnt. Dabei dann die anderen Tipps beachten und schon kommt ihr zu etwas ungewöhnlicheren Bildern.

, Windmuehle Sizilien

Die Windmühle könnte überall stehen. Hier ist sie aber an einer Saline und man versteht, welche Aufgabe sie eigentlich hat.

Zusammenfassung

Ich habe hier bewusst nicht alle Möglichkeiten aufgelistet, sondern mich auf Tipps konzentriert, die zu Beginn den größten Erfolg versprechen. Wichtig bei allen Tipps ist es, sie auszuprobieren. Aber werdet nicht übermütig und nutzt alle Stilmittel auf einmal. Probiert die einzelnen Punkte einmal aus und ihr werdet irgendwann merken, was sich wann und wie einsetzen lässt.

Desto länger ihr die verschiedenen Techniken anwendet, desto eher werden sie in Fleisch und Blut übergehen und eure Fotos verbessern. Auch in dieser Folge ist aber das wichtigste: Es muss euch Spaß machen!

Im nächsten und vorerst letzten Teil der Reihe geht es in die Details. Dort schauen wir uns die verschiedenen Genres der Reisefotografie an und ihr bekommt noch einmal spezielle Tipps für die verschiedenen Herausforderungen, die euch begegnen können.

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