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Marokko, das unbekannte Land

Das erste Mal Marokko stand für uns 2023 auf dem Plan. 2 volle Monate haben wir in diesem spannenden afrikanischen Land verbracht.

Zu Beginn saßen wir aber, wie vermutlich viele vor dem Rechner und recherchierten. Schließlich ging es ja nach Afrika und nicht mal eben nach Italien. Vieles findet man, einiges ist überraschend, einiges erwartet man und manches macht einem vielleicht sogar Angst. Zwar ist Marokko eines der zivilisiertesten und reichsten Länder Afrikas, dennoch ist es eben Afrika und so unterscheidet es sich eben in vielen Teilen von Europa und somit den gängigen Reiseländern.

Damit ihr euch jedoch die Informationen nicht einzeln zusammen suchen müsst, soll dieser Artikel alles Wichtige für eure erste Reise nach Marokko zusammenfassen.

Die Vorbereitung Zuhause

Bereits im Vorfeld ist das eine oder andere zu beachten und eventuell vorzubereiten. Hier sollte man sich Zeit nehmen, denn die Vorbereitung spart Zeit und Nerven auf der Reise.

Vorbereitung für die Reisenden

Für die Reisenden stehen neben den normalen Vorbereitungen, die bei jeder Reise sinnvoll sind, nur ein weiterer Punkt auf der Liste:

Ein Reisepass ist Pflicht. Dieser sollte auch mindestens noch bis zur Ausreise gültig sein. Also lieber nochmal schnell nachschauen!

Vorbereitung für das Campingfahrzeug

Hier spielt vor allem die Versicherung des Campers eine große Rolle. Bei vielen Versicherungen ist Marokko nicht standardmäßig mitversichert. Erkennen kann man dies am kleinen Feld auf der Versicherungskarte mit den Buchstaben „MA“. Dieses darf nicht durchgestrichen sein. Hier also dringend nochmal nachsehen.

Sollte Marokko nicht mitversichert sein, keine Sorge! Am besten fragt ihr zuerst bei eurer Versicherung nach. Die meisten können zumindest für einen gewissen Zeitraum Marokko mitversichern. Manchmal kostet das eine kleine Summe extra, bei anderen Versicherungen ist es sogar kostenlos.

Solltet ihr einen längeren Aufenthalt planen, sieht es jedoch anders aus. Über 3 Monate steigen die meisten Versicherer aus und man muss eine zusätzliche Versicherung abschließen. Doch auch das ist machbar.

Die Anreise nach Marokko

Die Fähre

Wie bei jeder Reise muss man natürlich erstmal hinkommen. Im Falle von Marokko gibt es eigentlich nur den Weg über das Mittelmeer. Hier stellt sich schon die erste Frage: Lieber länger Fahren, oder lieber länger auf das Schiff.

Folgende Strecken von verschiedenen Redereien stehen zur Auswahl:

  • Algeciras (ES) – Tanger Med [ca. 1,5h]

  • Tarifa (ES) – Tanger Ville [ca. 1h]

  • Motril (ES) – Tanger Med [ca. 7,5h]

  • Barcelona (ES) – Tanger Med [ca. 31h – 37h]

  • Genua (IT) – Tanger Med [ca. 51h – 57h]

  • Algeciras (ES) – Ceuta (ES) [ca. 1h]

Da wir nicht so die Freunde langer Fährfahrten sind und insgesamt 3 Monate Zeit hatten, entschieden wir uns für die Strecke Algeciras – Tanger Med. Diese Strecke hat auch den Vorteil, dass ein Teil der Einreiseformalitäten direkt auf dem Schiff erledigt werden können. Dafür wird nach dem Ablegen des Schiffes ein Schalter geöffnet, in dem ein Zollbeamter auf die Reisepässe wartet. Er nimmt die Pässe dann schon in das System auf und auch der Einreisestempel wird hier bereits in den Pass gebracht, dazu aber später mehr …

Die Häfen, oder die Qual der Wahl

Wie man in der Auflistung der Fähren bereits erkennen kann, gibt es zwei Häfen in Tanger. Der große Hafen Tanger Med liegt ein gutes Stück abseits der Stadt Tanger. Es handelt sich dabei um ein großes Hafengelände, an dem sowohl Frachtschiffe als auch Fähren anlegen. Dort findet man einen professionellen Hafen, den wir als sehr angenehm empfunden haben und der im Vergleich zu Tanger Ville (also der Stadt Tanger selbst) einen weiteren Vorteil hat: Da sich um den Hafen herum keine Stadt befindet, muss man nicht gleich in den dichten Verkehr starten, sondern kann erstmal auf komfortablen großen Straßen ankommen. Tanger Ville wiederum befindet sich in der Stadt Tanger, was Vorteile bei der Versorgung haben kann, aber eben auch eine eventuelle Überforderung beim Verkehr mit sich bringen kann.

Eine weitere beliebte Fährverbindung bietet die Möglichkeit über das Festland einzureisen. Auf dem afrikanischen Kontinent gibt es spanische Enklaven, die eine Landesgrenze mit Marokko teilen. Ceuta befindet sich nur wenige Kilometer von Tanger Med und so kann man mit der Fähre innerhalb Spaniens fahren und dann den Grenzübertritt gewohnt auf dem Landweg in Angriff nehmen. Hier gibt es gemischte Erfahrungen (von anderen Reisenden), auf die ich im Abschnitt Grenzübertritt etwas genauer eingehe.

Die weniger bekannten Häfen

Auch Nador ist ein möglicher Hafen für die Einreise, dieser liegt weiter östlich an der Mittelmeerküste Marokkos. Hier gibt es Fähren von Almeria, Barcelona und Sete. Dieser Hafen ist aus meiner Sicht allerdings für das erste Mal nicht so geeignet, da die anderen Häfen deutlich einfacher zu handhaben sind.

Auch die spanische Enklave Melilla liegt an der östlichen Mittelmeerküste und ist für einen Erstbesuch nicht so gängig. Hier fährt man gute 6 – 7 Stunden aus verschiedenen spanischen Städten.

Die Einreise über den Hafen Tantan würde ich für die erste Marokko Reise ebenfalls ausschließen, da er sich komplett im Süden befindet, nah an der Westsahara und daher eher etwas für Wiederholungstäter ist.

Tipp: Fährtickets

Fährtickets gibt es in den Städten Tarifa und Algeciras an jeder Ecke, jedoch gibt es eine Institution, die auch für uns die Anlaufstelle für den Ticketkauf war: Carlos. Dieser Carlos ist bekannt wie ein bunter Hund. Ihm gehört die Viajes Normandie Agency, ein Familienunternehmen und dieses bietet unserer Meinung und der vieler anderer nach einen super Service. Die Preise sind mindestens gleich zu anderen Agenturen, teilweise auch billiger. Zusätzlich gibt es jedoch alle benötigten Unterlagen, Tipps zum Ausfüllen und dem Stellplatz für die Nacht, falls man wie wir erst am nächsten Tag fahren möchte. Vor der Verabschiedung gibt es dann noch ein paar Kekse und eine Flasche Wein und schon ist man gewappnet für die Überfahrt. Wer möchte, kann sogar noch etwas Geld wechseln (1:10 Kurs) oder sogar eine SIM-Karte kaufen (muss nicht sein, das geht in Marokko besser).

Einkaufen kann man dann in der Nachbarschaft auch noch nach Herzenslust und kann so vor der Überfahrt die Vorräte aufstocken.

Der Grenzübertritt nach Marokko

Der Grenzübertritt an Board

Ist man im Hafen angekommen, steht der Grenzübertritt an. Persönlich kann ich natürlich nur meine Erfahrungen mit Tanger Med schildern. Die anderen Häfen werde ich nur kurz anreißen, denn hier besteht die Erfahrung nur auf Berichten anderer Reisender.

Der erste Teil des Übertritts findet auf der Strecke Algeciras – Tanger Med wie schon erwähnt bereits auf dem Schiff statt. Hier findet kurz nach Beginn der Überfahrt eine Durchsage statt, mit dem Hinweis, dass der Zollschalter geöffnet ist. Hier als wichtiger Hinweis: Die Durchsage hört man nicht im Außenbereich des Schiffs! Für Euch getestet …

Am Schalter wird dann der Reisepass gescannt und ins marokkanische Behördensystem aufgenommen. Dann kommt noch ein Stempel, wie bei jeder Einreise hinein und das war es schon. Dieser Stempel erlaubt es, sich 3 Monate in Marokko aufzuhalten. Danach muss man das Land einmal verlassen und erneut einreisen, um noch einmal 3 Monate zu erhalten.

Der Grenzübertritt an Land

Nachdem man die Rampe der Fähre verlässt, wird durch einen Grenzbeamten noch kurz in den Pass geschaut, um sicherzugehen, dass ein Stempel vorhanden ist und dann dürft ihr auf das riesige Hafengelände von Tanger Med fahren. Alles ist gut ausgeschildert und so findet man auch, wenn man wie wir als letzter von der Fähre kommt, den richtigen Weg.

Der Fahrzeugscanner war bei uns bereits unbesetzt und so lernten wir diesen erst bei der Ausreise kennen. Am Grenzschalter angekommen, gibt man Reisepässe und Fahrzeugpapiere ab und wartet erstmal. Nach einiger Zeit kommen die Unterlagen zurück, mit einem sehr wichtigen kleinen Papierschein. Das ist das Zolldokument des Fahrzeugs. Darauf ist das Einreisedatum und die Gültigkeitsdauer samt Eurem Kennzeichen usw. vermerkt. Mit diesem Dokument darf das Fahrzeug pro Kalenderjahr 6 Monate in Marokko eingeführt werden. Achtung: das kann man innerhalb eines Kalenderjahres auch durch eine Ausreise nicht verlängern. Es bleiben 6 Monate. Diesen Zettel sollte man also auf keinen Fall verlieren.

Kontrolliert wurde unser Fahrzeug, bzw. dessen Inhalt übrigens bei der Einreise überhaupt nicht. Das ist aber keine Garantie, dass das immer so ist, denn hinter den Schaltern parkten einige Kleintransporter, welche ihren gesamten Inhalt auf dem Platz verteilt hatten und sehr genau kontrolliert wurden.

So entspannt muss es nicht immer laufen, denn vor allem von Ceuta hörten wir öfter, dass der Übertritt sehr lange dauerte und Fahrzeuge ganz genau untersucht wurden. Auch bei der Ausreise scheint Ceuta etwas durchwachsener zu sein (dazu mehr im Kapitel Ausreise).

, Schranke Zoll

Einfuhr nach Marokko

Sicherlich werden die meisten Reisenden etwas Alkohol mitnehmen wollen, da es im Land zwar ab und zu Alkohol zu kaufen gibt, dieser aber sehr teuer verkauft wird. Offiziell ist die Menge der Einfuhr stark begrenzt, jedoch haben wir von keinem der Reisenden gehört, dass hier etwas kontrolliert wurde. Sollte das dennoch vorgekommen sein, wurde wohl oft darüber hinweggesehen, wenn etwas gefunden wurde (so liest man es zumindest in manchen Foren). Auch hier gilt aber keine Garantie, dass es immer so ist.

Drohnen sind im Land ohne spezielle Genehmigung komplett verboten und darauf werden wohl Fahrzeuge auch immer wieder geprüft. Eine solche Einfuhr sollte man sich also sehr gut überlegen. Wenn man dennoch eine dabei hatte, diese aber nicht nach Marokko einführen möchte gibt es in Spanien die Möglichkeit diese einzulagern.

Tiere müssen zwar ähnliche Voraussetzungen wie in Europa erfüllen, aber auch hier scheint selten ein Grenzbeamter Interesse an Kontrollen oder sonstigem zu haben.

Waffen, Drogen, usw. sind selbstverständlich auch verboten, was wahrscheinlich wenig überraschend sein dürfte.

Einfuhr von Medikamenten nach Marokko

Manch einer wird vielleicht, wie wir Medikamente mitnehmen müssen. Die Rede ist hie nicht von der Reiseapotheke, sondern von Medikamenten, welche man in größeren Mengen (vor allem bei längeren Reisen) mit sich führt. Sei es wegen chronischen Erkrankungen, oder als Vorsichtsmaßnahme.

Da wir wie bereits erwähnt nicht kontrolliert wurden, kann ich hier nicht aus eigener Erfahrung sprechen. Jedoch hatten wir ein vom Arzt beglaubigtes Rezept dabei, welches die mitgebrachte Menge aufführte und auch unseren Namen beinhaltete. So sollte es laut meiner Recherche auf jeden Fall kein Problem geben. Im besten Fall stellt der Arzt dieses noch auf Französisch aus, dann seid ihr sicher aufgestellt.

, Medikamente

Der Start in Marokko

Noch von der Fähre leuchtet einem der Schriftzug „Gott, König, Vaterland“ in arabischen Schriftzeichen von den Hügeln entgegen. Man fängt an zu verstehen, dass man den europäischen Kontinent verlassen hat. Denn nun seid ihr tatsächlich auf dem afrikanischen Kontinent angekommen und man fährt die ersten Kilometer im fremden Land. Vieles ist zwar anders, dennoch scheint einiges hier im Norden Marokkos doch wie Süd-Spanien, oder Portugal. Doch das ändert sich, sobald man ein paar Kilometer im Land gemacht hat.

Der Verkehr in Marokko

Die ersten Kilometer in Marokko

Sobald ihr in Tanger Med oder Ceuta angekommen seid, geht es zuerst auf eine teils zweispurige komfortable Straße. Man sieht die ersten marokkanischen Fahrzeuge. Eigentlich kein großer Unterschied zu Europa. Die teilweise abenteuerlichen Beladung der Fahrzeuge habt ihr teilweise schon auf der Fähre bestaunen können. Aber so mancher LKW, der Haushoch mit Stroh beladen ist, fällt dann doch auf.

Solltet ihr in Tanger Ville angelandet sein, sieht es nochmal ein bisschen anders aus. Der Verkehr innerhalb von Städten ist etwas anders. Es wird sehr wenig gehupt. Aber es wird viel geschoben und gedrückt. Will meinen, dass gerade vor und in Kreisverkehren rechts und links Autos, LKWs und vor allem Mopeds versuchen sich auf die zwei Spuren zu verteilen. Hier muss man versuchen mitzuschwimmen und sollte einfach aufmerksam bleiben. Der Beifahrer muss vor allem am Anfang mithelfen. Allerdings passen normal immer die hinteren auf die vorderen auf. Wir haben uns schnell an die Fahrweise gewöhnt und konnten gut mitschwimmen.

Achtung, denn ihr werdet sehr schnell auf der Autobahn landen, welche Gebührenpflichtig ist, also unbedingt etwas Bargeld parat haben!

Tierische Verkehrsteilnehmer

Neben Fahrzeugen, die teils abenteuerlich aussehen, treiben sich auch allerlei tierische Verkehrsteilnehmer auf der Straße herum. Beladene und unbeladene Esel sind die Regel. Teils am Strick geführt, gern auch beritten, gehören sie zum Straßenbild in Marokko. Sie sind das Hauptverkehrsmittel der Einheimischen. Eine unserer Begegnungen im Land sagte uns: „Esel haben immer Vorfahrt, denn sie haben keine Versicherung!“

Schafe und Ziegen können immer über oder auf Straßen ihr Unwesen treiben. Wer sich schon im Ost-Westen Europas herumgetrieben hat, dürfte das bereits kennen. Besonders vorsichtig sollte man sein, da diese Herden die Tendenz haben blind hintereinander herzulaufen. Wenn also eine Ziege über die Straße geschossen kommt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass weitere folgen werden.

Eine weitere sehr gefährliche Gattung sind die Hühner. Sie laufen meist relativ frei in den Dörfern herum. Es kann aber auch gut passieren, dass aus der Einfahrt eines einsam stehenden Hauses ein Huhn herausgerannt kommt. Wir mussten nicht nur einmal eine Vollbremsung für eines dieser eierlegenden Flattertiere einlegen.

Straßenhunde werden je nach Gegend auch zahlreich auftreten. Größtenteils bleiben sie jedoch am Straßenrand und kommen einem nicht in die Quere. Manchmal jedoch rennen sie über die Straße, manchmal kläffen sie auch das fahrende Auto aus nächster Nähe an, oder sitzen mitten auf der Straße.

Vorsicht Dromedare kreuzen

Kamele, bzw. eher Dromedare sind die letzte auftretende Tierart, welche euch regelmäßig begegnen wird. Diese Tiere kommen vor allem im Süden vor. Unterhalb des Atlas Gebirge, wo die Sahara beginnt, werden es teilweise einzelne Tiere, teilweise ganze Herden dieser gemütlichen Zeitgenossen sein, die euch gern kauend anschauen. Diese Tiere sind meist neben der Straße anzutreffen und werden nur kurz auf der Straße sein, um diese zu überqueren. Gefährliche Situationen hatten wir mit ihnen nicht, dennoch muss man natürlich immer aufmerksam bleiben.

Menschliche Verkehrsteilnehmer

Rechnet immer und ich meine wirklich immer mit Fußgängern. Sie können überall auftauchen, auch auf der Autobahn und auf Pisten, auf denen nichts als Staub zu finden ist. Auch auf Fahrrädern tauchen sie immer wieder auf. Besonders wichtig ist es sich vor Augen zu halten, dass hier keiner auf der richtigen Spur unterwegs ist und Verkehrsregeln nicht gelten. Doch fast immer wird euch der zahnlückige Gegenverkehr nett angrinsen, wenn er mitten auf eurer Spur Kurs auf euch nimmt. Das gehört hier einfach dazu.

Die Grundversorgung

Geld

In Marokko gilt „Nur Bares ist wahres“. Für jemand wie uns ist es eine große Umstellung. Zahlen wir normalerweise nur per Plastikkarte und haben meist nur wenig Bargeld im Beutel, heißt es in Marokko umdenken. Karten werden sehr selten akzeptiert. Auch Tankstellen nehmen überwiegend nur Bargeld entgegen. Also muss man sich gleich zu Beginn damit versorgen.

Nun kann man entweder Euros wechseln lassen, oder aber Geld mit der Kreditkarte abheben. Beides macht am meisten Sinn bei einer der Banken, die recht gut verteilt sind. Man findet in den meisten etwas größeren Städtchen mindestens eine Bank. Der Umtausch geschieht wie gewohnt am Schalter. Die Bankautomaten sind wie bekannt von außen zugänglich. Das Abheben kostet maximal 3 € Gebühr, wobei wir mit VISA des Öfteren gar keine lokalen Gebühren zahlen mussten. Bei Mastercard fielen eigentlich immer die genannten Gebühren an. Hier sollte man natürlich darauf achten, dass die genutzte Karte möglichst keine Auslandsgebühren aufruft, da sonst noch zusätzliche Kosten auftreten können. Noch einen kleinen Haken hat die Sache: Man kann maximal 2.000 Dh auf einmal abheben. Wir haben direkt nach der Grenze innerhalb des Hafengeländes die ersten Scheine an einem der Geldautomaten gezogen.

Nun hat man die landestypische Währung Dirham (abgekürzt Dh) in der Hand. Grob kann man den Kurs 1:10 anwenden, in der Realität dürfte es aber eher 1:12 oder mehr sein. Wichtig ist es, möglichst schnell an Kleingeld zu kommen. Das werde ich später genauer erläutern…

Mobiles Internet in Marokko

Mobiles Internet ist in Marokko gut verbreitet und einfach, sowie günstig zu bekommen. Selbst in entlegenen Ecken bekommt man sehr guten Empfang und so ist es keine Seltenheit, dass man am Rande der Wüste 4G mit vollem Ausschlag bekommt.

Genauere Informationen findet ihr in einem separaten Post, der die Einzelheiten und Tricks beschreibt. Und tatsächlich gibt es auch eine Möglichkeit, eine Flatrate abzuschließen.

Nahrungsmittel und Trinkwasser

Kauf bei kleinen Händlern

Das vorweg: verhungern muss keiner! Grundnahrungsmittel und Trinkwasser findet man an jeder Ecke. In jedem noch so kleinem Dorf gibt es einen Minimarkt, eine Art Garage mit einem kleinen Tresen und einem bunten Mix an Waren. Dort findet man eigentlich immer Trinkwasser in PET Flaschen oder 5L Kanister. Auch Süßkram und Chips sind dort immer zu finden.

Gemüse

Gemüse ist ebenfalls an jeder Ecke zu finden. Manchmal ist es ein kleiner Stand an der Straße, manchmal sogar ein kleiner Laden und manchmal ein Souk (Markt), aber frisches Gemüse gibt es immer und überall. Und eins kann ich euch sagen: Da duftet euer ganzes Auto nach leckerem frischen Gemüse, wenn ihr das einpackt. So etwas habe ich in Europa noch nirgends so erlebt. Lecker!

Auch das Einkaufen des Gemüses wird zum Erlebnis. Zuerst bekommt man vom Verkäufer eine Plastikwanne, dort wird alles Gemüse und Obst hineingepackt und im Anschluss einfach die ganze Wanne gewogen. Zwar gibt es teilweise auch separate Preise für die verschiedenen Gemüse, aber meistens ist das recht einfach und pauschal und am Ende sind es auch nur wenige Euro, die für eine randvolle Wanne aufgerufen werden.

 

Brot

Dasselbe gilt für Brot. Man bekommt es überall. In den angesprochenen Minimärkten, in Bäckereien (wenn man sie findet) oder auf einem Wagen oder Moped an der Straße. Es gibt das bekannte Fladenbrot, manchmal Baguette und dann noch das Berberbrot bzw. Msmen, ein blättriges Brot, welches sehr lecker mit süßem Belag schmeckt. Manchmal bekommt man es auch schon mit Honig getränkt. Auf vielen Campingplätzen bekommt man morgens auch umsonst Brot geliefert. Eine nette Geste und bei einem normalen Preis von 1 Dh (unter 10 Cent) je Brot kann sich der Campingplatz das auch gut leisten. Generell sind die Grundnahrungsmittel sehr günstig.

Auch bei süßem Gebäck sind die Marokkaner ganz vorne mit dabei. Am Straßenrand, in den Läden oder den Cafés und Restaurants kann man allerlei Kekse und anderes Gebäck kaufen.


Fleisch

Fleisch gibt es in extra Metzgereien. Diese erkennt man an der rot-weißen Bemalung und den davor hängenden halben Kühen oder Schafen. Hier sieht man immer gleich, was im Angebot ist. Hühnchen gibt es eigentlich immer und es wird normal direkt vor Ort frisch geschlachtet. Nicht für jeden was, vor allem bezüglich der Hygiene. Möchte man das nicht, dann gibt es ja noch die Möglichkeit im Supermarkt einzukaufen.

Supermärkte

Eine weitere Einkaufsmöglichkeit sind Supermärkte. Hiervon gibt es zwei Ketten in Marokko. Carrefour dürfte vielen aus Frankreich, sowie Spanien und Portugal bekannt sein. Ein weiterer Vertreter in Marokko ist Marjane. Man darf sich die Verteilung allerdings nicht wie in Europa vorstellen. Die Märkte liegen teils 200 km, oder mehr auseinander. Im südlichen Marokko findet man sie eigentlich gar nicht mehr.

Somit ist also etwas mehr Planung vonnöten, will man sich bei Supermärkten versorgen. Wir haben dort nur alle paar Wochen die Dinge eingekauft, die es sonst in den kleinen Geschäften, oder auf Märkten nicht gab. Generell kommt man aber eigentlich ganz gut ohne sie aus, wenn man sich auf die einheimische Versorgung einlässt.

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Die Märkte selbst sind im Falle von Carrefour identisch aufgebaut zu den Märkten in Europa. Die Marjane Märkte sind etwas marokkanischer im Aufbau und Sortiment. Hier gibt es offene Schütten und auch die Vögel bedienen sich hier mal gern.

Generell findet man viele europäische Waren im Sortiment. Dazu zählen auch alle möglichen Käsesorten, Schweinefleisch Produkte, Süßigkeiten und im Falle von Carrefour Alkohol und zur Weihnachtszeit sogar Dekoration und Weihnachtsgebäck. Auch vegane und Bio Produkte findet man in begrenzter Auswahl.

All diese europäischen Waren haben natürlich ihren Preis. Hier legt man richtig viel Geld hin. Die Preise übertrafen meist die aus der Heimat. Eine Packung Käse kann beispielsweise schnell mal 6 – 8 € kosten. So muss man den Inhalt des Einkaufswagens etwas genauer im Auge behalten, denn schnell werden es 80 € und man hat kaum etwas im Wagen.

Tipp: Wohin nach der Ankunft in Marokko?

Eine sehr gute Anlaufstelle ist die Küstenstadt Asilah. Hier ist man sehr schnell von den Häfen und der gesamte Weg führt über die Autobahn und gute Straßen. Die Stadt selbst ist sehr gut zugänglich und touristisch erschlossen. So kann man sich an das neue Land gewöhnen und findet dort alles, was man benötigt. Viele Restaurants lassen einen zum ersten Mal mit der marokkanischen Küche in Berührung kommen und es gibt zwei (wenn auch nach europäischen Standards nicht sonderlich tolle) Campingplätze.

Sehr nah an den Campingplätzen gelegen ist auch der Maroc Telekom shop, bei dem auch uns sehr gut geholfen wurde und wir in kürzester Zeit mit zwei SIM-Karten heraus spaziert sind.

Wie die meisten größeren Städte verfügt auch Asilah über eine Medina. Diese ist sehr gut alleine zu erkunden, denn man kann sich quasi nicht verlaufen und wird auch nicht angequatscht. So ist es ein sehr entspanntes erstes Medina Erlebnis, dass ich jedem Erstbesucher auf jeden Fall ans Herz legen kann.

Alles in allem ist Asilah also die optimale Stadt um im Land anzukommen, sich mit allem wichtigen zu versorgen und erstmal zu akklimatisieren.

Camping in Marokko

Marokko ist ein Campingland. Das kann man schon so sagen. Die Infrastruktur ist sehr gut. Sicherlich darf man nicht überall einen 5-Sterne-Standard erwarten. Doch Campingplätze und Ver- sowie Entsorgungseinrichtungen sind gut verteilt. Wenn man keinen europäischen Standard erwartet, wird man auch nicht enttäuscht.

Dieses Thema habe ich eingehend in einem separaten Camping Post behandelt.

, Marokko Einfahrt Camping Le nid du Hibou

Essen und Trinken in Marokko

Ist man in einem fernen Land, ist auch immer das fremde Essen ein Thema. Für uns ist es unvorstellbar, ein Land zu bereisen und uns nicht auf die zugehörige Küche einzulassen. Neben der Erweiterung des kulinarischen Horizonts unterstützt man auch die lokale Wirtschaft, was wir vor allem in ärmeren Ländern für ausgesprochen wichtig erachten.

Hinzu kommt, dass gerade in Marokko essen zu gehen kein Luxus ist. Die Preise sind sehr moderat und man muss auch als Tourist eigentlich keine Angst haben zu viel zu zahlen.

Marokkanische Getränke und die Kultur dahinter

Der marokkanische Tee

Das wohl wichtigste und am häufigsten anzutreffende Getränk im Land dürfte wohl der Tee sein. Ihr werdet, selbst wenn ihr es normalerweise nicht macht, sehr viel Tee in diesem Land trinken. Überall bekommt man ihn hingestellt. In den Restaurants ist er der typische Begleiter der Speisen.

Die Rede ist vom Minztee, welcher in Marokko ein regelmäßiger Begleiter ist. Zwei verschiedene Sorten werden euch hier angeboten. Eine wird mit schwarzem Tee und die andere mit grünem Tee zubereitet. Hinein kommt dann frische Minze entweder in Stückchen, oder aber oft in ganzen Ästchen. Der Tee hat einen sehr angenehmen Geschmack und war selbst für uns als seltene Teetrinker oft die Wahl.

Sitzt man mit den Einheimischen zusammen, bekommt man den Berber Whiskey, wie ihn die Einheimischen gerne nennen, eigentlich immer hingestellt. Während man am Glas nippt, spricht man dann über Gott und die Welt. Sehr oft geschieht das auch direkt nach der Ankunft bei Campingplätzen, oder den anderen Übernachtungsmöglichkeiten, die ich vorgestellt habe. Nehmt die Einladung an und nutzt den Tee als Eisbrecher. Kunstvoll wird dann der Tee aus der Höhe in das Glas geschüttet und immer wieder in die Kanne gekippt, um ihn etwas abzukühlen. Auch das gehört schon zum Ritual und bildet einen großen Teil der Gastfreundschaft der Marokkaner.

Kaffee in Marokko

Denkt man an Marokko, denkt man an Tee. Dennoch wird auch von den Einheimischen sehr gerne Kaffee getrunken. So gibt es zwischenzeitlich in eigentlich allen Cafés sehr guten Kaffee. Besonders aber am Straßenrand findet man die Kaffeeautos. Am Straßenrand parken Kleinwagen oder Kleintransporter, in den beste Siebträgermaschinen stehen. Dort gibt es leckeren Espresso, frisch zubereitet für einen schmalen Taler. Man sollte aber vorher mal schauen, welche Wasser der Verkäufer in die Maschine leert. Dann können wir den Kaffee aber uneingeschränkt empfehlen.

, Marokko Kaffeeauto Verkauf Strassenrand

Säfte in Marokko

Früchte gibt es in Marokko quasi das ganze Jahr über. So ist es wenig überraschen, dass an jeder Straßenecke frisch gepresster Saft für wenig Geld angeboten wird. Hier kann man meist mit gutem Gewissen zugreifen, wenn man vorher nach dem Preis gefragt hat.

Eine Besonderheit war für uns der Granatapfelsaft, den man zu Hause eigentlich nie findet. Hier wandern gute 10 – 12 Granatäpfel in den Becher. Wenn ihr die Möglichkeit habt, solltet ihr einen solchen Saft auf jeden Fall mal probieren.

, Marokko Granatapfel Saft Sonne

Typisches Essen in Marokko

Tajine

Kaum jemand, der sich vorher noch nicht mit diesem Land beschäftigt hat, dürfte ein typisches marokkanisches Gericht benennen können. Sobald man sich jedoch mit dem typischen Essen Marokkos beschäftigt, oder gar im Land ist, wird schnell klar: Alles dreht sich um die Tajine. Grundsätzlich bezeichnet die Tajine das typisch marokkanische Kochgeschirr. Einen Tontopf mit einem sehr spitzigen Deckel, in dessen Spitze Wasser eingefüllt werden kann.

In Marokko steht der Name Tajine aber auch für eine ganze Gruppe von Gerichten. Das bedeutet auch, dass das Nationalgericht deutlich variieren kann. Wir hatten keine zwei gleichen Tajine auf der Reise. Eine Tajine besteht im Normalfall immer aus Gemüse, welches in dem Topf geschichtet wird. Darunter befindet sich je nach Wahl Hühnchen, Lamm oder Rind. An der Küste gibt es auch mal eine Fisch Tajine im Angebot. Natürlich gibt es sie aber auch rein vegetarisch. Dazu wird immer Brot gereicht und das Beste ist meist das Austunken.

Die Tajine wird im Normalfall über offenem Feuer für eine Stunde, oder mehr geschmort. So muss man auch keine Angst vor eventuellen rohen Zutaten haben. Der Hauptunterschied bildet normalerweise die Würzung. Das wird wohl das Euch am häufigsten begegnende Gericht sein.

Was es sonst noch gibt

Ebenfalls in der Tajine zubereitet wird ein weiteres typisches Gericht, nämlich die Kefta. Kleine Fleischbällchen, die in Tomaten geschmort werden und vor der Fertigstellung gerne mal ein Ei beigestellt bekommen.

Ähnlich ist das Berberomlette, das ebenfalls in der Tajine daher kommt und gerne zum Frühstück gereicht wird. Das Ei wird mit Tomate und Oliven verfeinert und gibt die Kraft für den Tag.

Ein anderer Klassiker ist der Couscous, der zwar etwas länger für die Zubereitung benötigt, aber das Warten lohnt sich. Auf einem Couscous Bett bekommt man hier Gemüse und wenn gewünscht Fleisch dazu.

Brouchette nennt man die Spieße, die meist auf der offenen Flamme gegrillt werden und mit allerlei Beilagen gereicht werden.

Speziell an der Küste gibt es sowohl Fisch als auch Meeresfrüchte in allen Varianten. Hier eicht die Bandbreite von gegrillt bis frittiert. Eins hat der Fisch aber eigentlich immer gemeinsam: Er ist normalerweise super frisch.

Das ist hier nur eine Auflistung der am häufigsten auftretenden Gerichte. Viele mehr gibt es im Land zu entdecken. Also keine Scheu und ran an die (Schwein freien) Buletten.

Restaurant Tipps für Marokko

Tipp Atlasgebirge: Le Jardin Chez Ahmed

Mitten im Atlasgebirge liegt das kleine Dorf Taddarte 1 (Taddarte 2 ist nicht damit zu vergleichen, also Achtung). Ein kleines Dorf mit unglaublich netten Einwohnern, bei denen aus unserem kurzen Zwischenstop ein mehrere Stunden dauernder Aufenthalt wurde (sagt dem lieben Parkwächter einen Gruß von uns, wenn ihr vorbeikommt).

Angehalten hatten wir aufgrund des winkenden Ahmed, der direkt an der Straße stand und die Deckel seiner Tajine hob. Hinter ihm lag eine komplett in grün gehüllte Terrasse. Hier serviert er mit einem Lächeln seine leckere Tajine oder frisch gemachte Brouchette. Das Fleisch kommt frisch vom Metzger gegenüber und das Brot holt man schnell von der versteckten Backstube. Mit Leichtigkeit spricht Ahmed mehrere Sprachen, darunter natürlich auch deutsch.

Man fühlt sich hier unglaublich willkommen, kann das Treiben auf der Straße beobachten und bekommt am Ende eine sehr niedrige kunstvoll handgeschriebene Rechnung gereicht. Wir liebten das ganze Dorf und speziell Ahmeds kleinen Garten Eden. Wenn ihr irgendwo auf dem Weg zwischen Ouarzazate und Marrakesch auf dem Atlas unterwegs seid, dann plant Euren Zwischenstopp auf jeden Fall bei Ahmed ein. Ihr werdet es nicht bereuen!

Tipp Süden: Camping la palmeraie Rachid

Ja, hier empfehle ich tatsächlich ein Restaurant eines Campingplatzes. Der Platz an sich ist ebenfalls keine schlechte Wahl, wenn man sich nahe Foum Zguid herumtreibt (Achtung: keine Entsorgung).

Das Restaurant allerdings ist etwas sehr Spezielles. Hier kocht eine Kooperative aus Frauen, die sich so etwas dazuverdienen. Und das schmeckt man auch. Diese Tajine war definitiv eine der, wenn nicht die beste auf der Reise. Einzig der nächste Tipp hat in derselben Liga gespielt. Frisch wird hier auf dem Grill eine Tajine, oder Brouchette zubereitet und mit einem leckeren marokkanischen Salat gereicht.

Das Tolle ist, dass man es nicht weit nach Hause hat und sich so schön rund essen kann. Zurück am Camper kann man dann zwischen den Palmen dem Grillenzirpen und Vogelgezwitscher lauschen. Diese Tajine solltet ihr definitiv probieren. Wer allerdings nichts scharfes mag sollte die rote „Paprika“ links liegen lassen.

, Marokko Tajine Foum Zguid

Tipp Atlantikküste: Chez l’Arbi

Im Surfer Dorf Sidi Kaouki liegt das Restaurant Chez l’Arbi. Das Restaurant selbst ist sehr klein. 5 oder 6 Tische und die Küche quasi im Gastraum. Vor der Tür steht der qualmende Grill und eine weitere große Bank, an der man Platz nehmen kann.

Hier haben wir ebenfalls eine unglaublich gute Tajine bekommen. Mit süßen Datteln und viel Sauce kam sie blubbernd auf den Tisch. Die tolle Atmosphäre tut ihr Übriges und so sitzt man mit Blick auf das Meer und den Sonnenuntergang glückselig in diesem kleinen Juwel. Da es so wenige Tische gibt muss man eventuell etwas warten, aber das lohnt sich definitiv.

Das Dorf und das Restaurant versprühen einen Vibe wie Portugals Atlantikküste vor 20 Jahren (ca. 2004). Relaxtes Feeling, überall Surfer, nette Restaurants und Cafés und aus den Boxen kommt entspannte Gitarrenmusik. Hier kann man es aushalten.

, Marokko Tajine Sidi Kaouki

Bonus Tipp: Seid neugierig

Ihr solltet immer die Augen offenhalten, Einheimische fragen und euch ruhig mal trauen in die Nebenstraßen zu gehen. So kamen wir zum Beispiel in Tarfaya in einen kleinen Imbiss, der von den Einheimischen gut besucht wurde. Hier geht man dann an die Theke und schaut in den Töpfen, was im Angebot ist.

Daher kann ich euch nur ans Herz legen, die kleinen Dörfer zu erkunden und nach kulinarischen Highlights zu suchen. Oft haben diese kein leuchtendes Schild an der Tür, aber die Einheimischen im Innenraum verraten die Qualität. Also los gehts auf Erkundungstour!

Autofahren in Marokko

Wir als Camper sind ja im Normalfall mit unseren fahrbaren Untersätzen, sei es ein Auto, ein Motorrad, ein Wohnmobil, ein Wohnwagen oder alles dazwischen unterwegs. Daher wird man zwangsläufig am Straßenverkehr teilnehmen. Diesen Umstand behandele ich hier in den nächsten Zeilen.

Keine Sorge, marokkanischer Straßenverkehr ist nicht so schlimm!

, Marokko Serpentinen

Die Straßenverhältnisse in Marokko

Eins vorweg: Es ist möglich, Marokko auf geteerten Straßen zu bereisen, man kommt nur nicht überall hin. Die letzten Meter zu einem Platz sind jedoch häufig bereits etwas rauer, als man es aus den meisten europäischen Ländern kennt. Im Folgenden schlüssle ich die „echten“ Straßenverhältnisse auf, die euch so begegnen können.

Autobahnen

Wenn man sein Fahrzeug möglichst schonen möchte, oder einfach nur schnell an einen Ort kommen möchte, dann ist wie in allen Ländern die Autobahn die erste Wahl. Mindestens zweispurig und mit einer hervorragenden Asphaltdecke kommt sie daher.

Das kostet allerdings auch. In regelmäßigen Abständen befinden sich Mautstationen, die allesamt mit Personal besetzt sind. Ihr habt es erraten, auch hier zahlt man wieder in Bar. Die Preise sind moderat und so kommen selbst bei einer Fahrt von Nord nach Süd nur wenige Dirham zusammen.

Die Geschwindigkeit liegt zwischen 100 km/h und 120 km/h je nach Abschnitt. Vorsicht ist aber geboten, da die Marokkaner kaum einen Unterschied zwischen Autobahn und Dorfstraße machen. Das bedeutet neben Fußgängern, Eseln und Geisterfahrern kann es durchaus passieren, dass mal schnell angehalten wird und jemand zu- oder aussteigt.

Die Autobahn ist somit die schnellste, aber auch langweiligste Möglichkeit, Marokko zu durchqueren. Auch kommt man einfach nicht überall mit einer Autobahn hin. Die Autobahn befindet sich hauptsächlich entlang der Küste von Nord nach Süd und umfasst einen kleinen Teil der Mittelmeerküste. Im Landesinneren findet man sie eigentlich nicht.

, Marokko Autobahn Strassenschild

Landstraßen

Auch in Marokko gibt es eine Art Landstraßen. Diese sind in der Regel mit einem N gekennzeichnet. Allerdings können diese Landstraßen so ziemlich jede Form annehmen. Hier reicht die Bandbreite von schön asphaltierten, teils zweispurigen Straßen, bis hin zu asphaltlosen Pisten, weil dieser nicht mehr vorhanden ist. Auch trifft man hier immer wieder auf Kreisverkehre und durchquert auch mal Städte oder Dörfer.

Die Geschwindigkeit kann theoretisch bis zu 100 km/h betragen. Oftmals ist sie aber bereits durch die Verkehrsschilder auf 80, oder gar 70 km/h begrenzt. In der Realität sind wir aber des Öfteren noch ein bisschen langsamer gefahren, um nicht in ein riesiges Schlagloch zu geraten. Schlaglöcher sind leider sehr stark vertreten und können durchaus unvorhergesehen auftreten.

, Marokko Landstrasse zweispurig

Städte, Dörfer und die P Straßen

Neben den Landstraßen gibt es noch sogenannte P Straßen, die noch ein wenig kleiner und schmaler sind. Eine P Straße kann auch mal eine Piste sein. Somit sollte man hier vorsichtig sein, wenn man seinem Fahrzeug keine unasphaltierten Straßen zumuten möchte.

Gleiches kann einem in den Städten oder Dörfern passieren. In den größeren Städten findet man natürlich asphaltierte Straßen vor. Diese sind aber oftmals auch mit Löchern und Rissen durchzogen. Auch in den Königsstädten, wie Marrakesch oder Casablanca, ist das durchaus normal.

In den Dörfern findet man gerne mal überhaupt keinen Fahrbahnbelag und fährt dann auf einer Lehmpiste. An der Küste jedoch sind die meisten Straßen asphaltiert und meist sogar in besserem Zustand, als in den großen Städten.

Innerhalb der Ortschaften ist die Geschwindigkeit maximal auf 60 km/h begrenzt. An Gefahrenstellen oder Baustellen ab und zu mal auf 40 km/h oder weniger. Auch hier gilt aber wieder, dass wir des Öfteren weniger, als die zugelassene Höchstgeschwindigkeit gefahren sind, um das Auto zu schonen, oder um den Verkehr besser einschätzen zu können.

Hindernisse und Probleme

Neben den grundsätzlichen Straßenzuständen gibt es noch so manch andere Hindernisse, die Euch auf Eurem Weg begegnen können. Die tierischen Verkehrsteilnehmer habe ich ja bereits auf den ersten Kilometern in Marokko erwähnt. Doch es gibt durchaus noch mehr, was einen hier überraschen kann.

Der Straßenzustand

Von jetzt auf nachher bröckeln die Seiten der Straße plötzlich weg. Nach wenigen Metern mehr ist nur noch ein schmaler Streifen Asphalt vorhanden. Im nächsten Moment fährt man auf einer staubigen, hubbeligen Piste. All das kann (muss aber nicht) einem auf ein und derselben Straße innerhalb wenigen Kilometern passieren und das auch noch mit Gegenverkehr.

Besondere Vorsicht ist aber geboten, sollte es tatsächlich mal regnen. Die Asphaltstraßen sind häufig durch den Sand, Staub und Wind recht glatt geschliffen und werden dann mit dem Schmutzgemisch schnell zur Rutschbahn. Tiefe Pfützen bilden sich, wenn der Regen stärker wird. Hier weiß man nicht immer, was einen unter der Wasserdecke erwartet. Auch die Bodenfreiheit sollte noch einmal kritisch hinterfragt werden.

Noch kritischer werden jedoch die staubigen Pisten, die sich in Matschpisten verwandeln. Hier muss man auf die Traktion hoffen und besonders vor Anstiegen noch einmal vorsichtig überlegen, ob es einen Plan B gibt. Glücklicherweise kommt das aber nicht allzu oft vor.

Die anderen Straßenteilnehmer

Generell sind die Marokkaner unserer Meinung nach recht angenehme Autofahrer. Es wird nur sehr selten gehupt. Wenn, dann hat es wirklich einen guten Grund.

In Marrakesch bewahrte uns ein Taxifahrer so vor einer zu niedrigen Durchfahrt.

Die Fahrweise ist allerdings eher pragmatisch. Man schiebt sich gerne mal durch kleinste Lücken. Es geht rechts und links vorbei und in Kreisverkehren muss man sich eher durchschieben. All das passiert aber vor allem in den größeren Städten. Weiter draußen gibt es genug Platz und so kommt es nur selten zu hohem Verkehrsaufkommen. Außerorts wird dann zwar überholt, jedoch immer fair und meistens ohne Risiko. So warten hier die Fahrer tatsächlich auf eine sinnvolle Möglichkeit, um zu überholen. Das ist in Europa ja nicht immer der Fall.

Worauf man sich aber einstellen muss, sind Geisterfahrer, plötzlich haltende Autos und eher wildes Parkverhalten. Das Schöne daran ist aber, dass man selbst es auch so machen kann. So kann man fast überall parken und keiner beschwert sich, wenn man mal etwas verwirrt fahren sollte.

An Fahrzeugen und Reittieren wird euch so ziemlich alles begegnen, was möglich und unmöglich ist. So sieht man teils sehr lustige Konstruktionen, 3 m Leitern oder 5 Mann auf Mopeds und stark überladene Verkehrsteilnehmer. Alles ist möglich und immer wieder kommt man ins Staunen.

Polizeikontrollen und Militärposten

Besonders am Anfang wird es so manchen irritieren, dass teilweise doch recht viele Polizeikontrollen auf der Straße stattfinden. Alle paar Kilometer trifft man, vor allem in dichter besiedelten Teilen, auf eine Kontrolle. Diese kündigen sich durch typische runde Schilder in Bodennähe an. Zuerst wird man auf 20 km/h abgebremst, dann gibt es zwei verschiedene Arten. Entweder steht auf dem folgenden Schild „Stop“, oder eine Aufforderung, langsam zu fahren.

Solltet ihr auf ein Stop Schild treffen, bleibt unbedingt stehen und wartet darauf, dass euch der (eigentlich immer) nette Beamte weiterwinkt. Als Tourist wird man im Normalfall immer gleich weiter gewunken. Es sei denn, ihr wart zu schnell unterwegs, oder ihr seid im tiefen Süden unterwegs.

Da wirklich verbreitet mit dem Laser gemessen wird, sollte man sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, sonst zahl man an den Stationen die entsprechende Strafe. Es ist aber auch üblich, dass sich die Einheimischen vor den Lasern mit der Lichthupe warnen und sie bedanken sich auch, wenn ihr sie warnt.

Im Süden wiederum wird man auch mal aufgefordert die Pässe zu zeigen und gefragt, wo man herkommt und wo man hin will. Letztendlich dient das vor allem der Sicherheit, da in Richtung der Westsahara wenig Infrastruktur verfügbar und die Grenze zu Algerien nah ist. Auch hier sind die Beamten immer sehr nett und hilfsbereit.

An den Polizeikontrollen in der Westsahara bekommt man auch mal den Weg zum nächsten Maroc Telekom Shop erklärt.

Militärposten

Militärposten befinden sich speziell in der Westsahara und entlang der Algerischen Grenze. Für uns als Touristen sind diese uninteressant. Normalerweise wird man als Touri nicht an diesen angehalten, aber der Anblick kann einen im ersten Moment schon etwas irritieren. Sitzen hier doch schwer bewaffnete Soldaten im Schatten und schauen auch mal grimmig über die Sonnenbrille.

Korruption

Schnell denkt man bei solchen Kontrollen an das Thema Korruption. In Marokko aber muss man hier wirklich keine Sorge haben. Es sind keine echten Fälle von Korruption bekannt und die Beamten haben meist sowieso kein Interesse an den Touristen. Während unserem Aufenthalt haben wir jedenfalls weder selbst noch von anderen Reisenden etwas Entsprechendes mitbekommen. Ihr könnt also ganz entspannt eurer ersten Polizeikontrolle entgegenfahren.

, Marokko Polizeikontrolle LKW

Tankstellen und AdBlue

Im Vorfeld macht man sich gerne mal Sorgen, wie es um die Versorgung mit Treibstoff im Land gestellt ist. Schließlich fährt man ja doch auch mal im Niemandsland umher.

Bedenken sind in dieser Hinsicht jedoch unbegründet. Tankstellen sind wirklich überall zu finden. Wenn sich irgendwo ein Dorf befindet, ist eine Tankstelle meistens nicht weit. Die niedrigen Geschwindigkeiten, die man in diesem Land fährt, tun ihr Übriges, um den Verbrauch in Grenzen zu halten. Wir hatten nie Probleme mit dem Diesel und haben das auch von allen anderen Reisenden so gehört.

Vor der Überfahrt hatten wir unseren AdBlue Tank in Spanien noch einmal voll getankt. Dennoch bekamen wir in Marokko die Meldung, dass wir nur noch 2500 km Zeit hätten, um nachzufüllen. Als dies geschah, suchten wir eine größere Tankstelle und fragten einfach mal nach AdBlue. Tatsächlich hatte diese (beim Marjane in Guelmim) Kanister mit AdBlue vor Ort, die der Tankwart in unseren Tank schüttete. Der Preis war ebenfalls nicht zu hoch (genau weiß ich es leider nicht mehr). Somit sollte auch AdBlue kein ernstes Problem darstellen und keiner muss Kanister mit sich führen.

Navigation in Marokko

In Europa nutzen wir wie vermutlich der Großteil von euch regelmäßig Google Maps für die Navigation. Zusätzlich zumindest innerhalb Europas Sygic Wohnmobil (Europa). Hierzulande fährt man so recht gut.

In Marokko sieht es aber komplett anders aus. Da Google Maps weder den Straßenbelag, noch den Zustand der Straße kennt, landet man schnell mal auf einer steilen Matschpiste zwischen zwei Gebäuden und weiß nicht mehr wohin. Google hat, bzw. hätte, uns dort einige Male ins Verderben gestürzt. Auch Pisten sind des Öfteren falsch, oder gar nicht vorhanden.

Wir sind eigentlich immer mit zwei Systemen gefahren. Das eine war trotzdem Google Maps, da es für die POIs einfach besser geeignet ist, das andere war in unserem Fall OsmAnd. Auf jeden Fall macht es Sinn, eine Alternative mit detaillierten, im Idealfall sogar topologischen Karten dabei zu haben. Im Zweifelsfall haben wir uns dann auf OsmAnd verlassen, da wir wussten, dass wir so die wirklich besser zu fahrende Strecke zugewiesen bekommen.

Auch ist es sinnvoll, die Karten für den Offline Betrieb herunterzuladen. Zwar kommt es nicht oft vor, dass man überhaupt keinen Empfang hat, aber es passiert bestimmt dann, wenn man darauf angewiesen ist.

Navigationstipp: OsmAnd Maps

Für uns hat sich auf jeden Fall die App OsmAnd Maps bewährt. OsmAnd bietet etliche verschiedene Kartenmodelle inklusive topografischer Karten. Die Karten eignen sich auch zum Wandern, Fahrradfahren und allen anderen Fortbewegungsarten. Die Karten können natürlich heruntergeladen werden und bieten dann sowohl normal Navigation, als auch die Möglichkeit sich Routen in diversen Formaten zu importieren.

In der kostenlosen Version kann man 5 Downloads durchführen und so erstmal ausgiebig probieren. Wir haben uns für Maps+ entschieden, wodurch man beliebige Karten nutzen und downloaden kann, Zugriff auf die topografischen Karten bekommt und auch Carplay nutzen kann.

Die App bietet sehr detaillierte Informationen zu den Straßen und Wegen. Man sieht sowohl die Art des Untergrunds, als auch den Zustand. So wird man auch schon frühzeitig darauf aufmerksam, dass die Straße zwar aus Asphalt besteht, sich aber in einem schlechten Zustand befindet.

Die Navigation selbst funktioniert sehr gut und wie gewohnt. Man kann nach Straßen, GPS, Koordinaten oder in der großen POI Datenbank suchen und sich komfortabel navigieren lassen. Die Navigation hat die Fahrzeiten meistens sehr gut geschätzt und uns immer auf den besseren Straßen entlang geleitet. Google hat uns gerne mal versucht durch vermeintlich schnellere Wege in Straßen zu führen, die nicht gut für uns geeignet waren. Mit OsmAnd wurden wir in diesen Fällen weiterhin auf die großen Asphaltstraßen geschickt, anstatt auf die staubige Piste zu müssen.

Wir sind vollauf zufrieden mit OsmAnd und können es nur empfehlen. Ihr findet die App unter der angegebenen Adresse. Da man sie wie gesagt kostenlos probieren kann, besteht auch kein Risiko.

https://osmand.net/

Das letzte Bild zeigt übrigens, wie es aussieht, wenn man durch die Westsahara fährt…

Die Tierwelt von Marokko

In Marokko trifft man auf eine Vielzahl wilder Tiere. Zwar stolpert man nicht unbedingt an jeder Ecke über sie, hält man aber die Augen offen, dann sieht man auch einige für uns nicht alltägliche Tierarten.

Domestizierte Tiere

Wie bereits beschrieben werdet ihr auch auf der Straße etlichen Tieren begegnen, die bei uns nicht unbedingt das Straßenbild prägen. Neben Eseln, Hühnern, Ziegen, Schafe, Hunden und Katzen trifft man vor allem auf Kamele, die für die wenigsten alltäglich sein dürften. Besonders Hunde und Katzen begegnen einem aber auch immer am Nachtlager, sei es ein Campingplatz, oder beim Wildcampen.

Hunde

Hunde sind eigentlich überall anzutreffen. In manchen Gegenden treten sie aber auch in größeren Rudeln auf. Wir hatten einmal den Fall, dass wirklich ein Rudel von ca. 15 Tieren um uns herumgelaufen ist. Zwar haben die Tiere keinen bedrohlichen Eindruck gemacht, dennoch ist das Gefühl nicht sonderlich angenehm.

Besonders herausfordernd kann das werden, hat man eigene Vierbeiner dabei. Die meisten Hundebesitzer scheinen gut mit den wilden Hunden klarzukommen, wenn man sich an einige Regeln hält. Da wir selbst ohne Hund unterwegs sind, können wir das schlecht einschätzen und empfehlen euch daher euch vorher zu informieren, wenn ihr unsicher seid.

Einzelne Hunde sind in der Regel harmlos, betteln normalerweise nicht zu aufdringlich und verschwinden im Normalfall auch wieder, wenn sie keine Aufmerksamkeit bekommen. Nachts können sie aber auch anstrengend werden, da wir mehrmals den Fall hatten, dass ausdauernd gebellt wurde. Wer hier empfindlich ist, sollte sich also einen Gehörschutz mitnehmen, mit dem sie/er schlafen kann. Sonst kann es auch mal eine kurze Nacht werden.

Katzen

Da Katzen im Islam einen besonderen Stellenwert haben, werden sie euch sehr häufig begegnen. Im Gegensatz zu den Hunden betteln sie besonders am Nachtlager teils sehr aggressiv. Wir hatten einmal den Fall, dass eine Katze mir fast auf den heißen Grill gestiegen wäre. Alle Geräusche, Aufstampfen und gutes Zureden half nichts. Einzig nach dem Aufheben eines Steins verschwand sie in Rekordzeit. Das scheint wohl auch bei Hunden gut funktionieren, mussten wir zum Glück aber nie anwenden (werfen würde ich sowieso nicht übers Herz bekommen).

Auch die Katzen haben eine Tendenz, gerade nachts richtig aufzudrehen und die Nachtruhe zu stören. Somit gilt es auch hier wieder vorzusorgen.

Wildtiere

In den nächsten Abschnitten findet ihr die am meisten verbreiteten Wildtiere Marokkos. Vieles kann man hier antreffen, wenn man weiß, wo sich die Tiere aufhalten. Für einige besondere Tierarten gibt es am Ende noch ein paar Tipps, wo man einige Gattungen einfach antreffen kann.

Vögel

Allerlei Singvögel können in Marokko angetroffen werden. Die meisten sind sogar recht zutraulich und haben geringere Fluchtdistanzen, als in Europa. Neben diesen Singvögeln trifft man auch auf einige Raubvögel, Wasser- und Watvögel und mit etwas Glück und Vorbereitung sogar auf den vom Aussterben bedrohten Waldrapp. Mehr zu den Orten, an denen man besonders gut Vögel beobachten kann, findet ihr unter den Tipps.

Affen

Affen sind eine gar nicht so seltene Tierart in Marokko. Die Berberaffen, eine Unterart der Makaken, ist an manchen Stellen des Landes weit verbreitet. Im Ifrane Nationalpark kommt man ihnen besonders nah. Wie jede Makakenart, die viel mit Menschen in Kontakt kommt, sind sie jedoch recht frech und teilweise aggressiv. Dort kann man sie auch füttern und es gleicht teilweise einem Rummel. Ob man das möchte muss man selbst entscheiden.

Auf jeden Fall muss man im Ifrane Nationalpark sehr aufpassen, da sich die Affenhorden auch auf den Straßen tummeln und es dadurch auch mal zu brenzligen Situationen kommen kann.

Wüstentiere

Denkt man an die Sahara, kommen einem sofort die Kamele in den Kopf. In der Wüste sind es Dromedare, eine Kamelart, die man sowohl mit einem Führer, als auch als wilde Herde antrifft.

Doch es gibt noch deutlich mehr. Schließlich gibt es nicht umsonst einen bekannten Film mit dem Namen: Die Wüste lebt. Der Haken an der Sache ist es jedoch, dass man die meisten dieser Tiere gar nicht zu sehen bekommt. Die verschiedenen Vogelarten sieht man noch recht häufig, aber die Säugetiere und Reptilien sind da schon deutlich scheuer.

Was man aber immer wieder antrifft und was sehr spannend ist, sind die etlichen Spuren, die man am Morgen vor der Tür entdeckt, denn die meisten Tiere sind nacht- oder dämmerungsaktiv. Meistens sieht man hier die Spuren des Wüstenfuchs, den wir leider nicht gesehen haben, sondern nur die angesprochenen Spuren. So aber haben wir schon einen Grund wieder zu kommen. Mehr Glück hat man bei den Insekten. Mistkäfer krabbeln fast immer irgendwo im Sand umher.

Giftige und gefährliche Tiere

Nicht nur, aber auch in der Sandwüste gibt es einige gefährlichere Tiere, die teilweise auch sehr giftig sein können. Da wir im Herbst und Winter unterwegs waren, haben wir nicht die Hauptzeit dieser Reptilien und Spinnentiere erlebt, aber ein paar haben wir doch gesehen.

Schlange wird man nur äußerst selten in der freien Wildbahn finden, wenn man nicht weiß, wo und so haben wir unsere Schlangen auch nur in den Terrarien des Botanischen Garten Exotiques de Bouknadel gesehen. Leider werden die Tiere hier aber auch nicht sonderlich artgerecht gehalten und behandelt.

Welche Tiere man aber schnell mal finden kann und die durchaus das Potenzial für eine schmerzhafte Begegnung haben sind, Skorpione. Tagsüber sind sie gerne unter größeren Steine. So findet man sie vor allem in den Weiten der Steinwüste. Dreht man hier größere Steine vorsichtig um, entdeckt man immer wieder einen Vertreter unter diesen.

Tipp Nationalpark: Souss Massa

Der Nationalpark erstreckt sich über eine recht große Fläche entlang der Küste. Es gibt zwei Eingänge, die auch nicht miteinander verbunden sind. So bietet es sich an, zwei Tage für den Besuch einzuplanen. Der südliche Eingang ist etwas versteckt und der Park dahinter kann nur zu Fuß erkundet werden. Der Eintritt in diesen Teil ist frei und man kann entlang des Flusses etliche Vogelarten beobachten. Neben den Flamingos, Löfflern und Watvögeln trifft man auch auf Fischadler, Ibis und wenn man sich etwas informiert bekommt man sogar die seltenen Waldrappen zu Gesicht.

Der nördliche Teil des Parks, welcher auch gut in Google Maps zu finden ist, entspricht einem typischen Nationalpark. Am Eingang muss man die Gebühr hinterlegen und kann anschließend mit dem Auto in den Park einfahren und eine Safari starten. Die Wege sind geschottert und teilweise nicht einfach zu fahren. Deshalb kann es sinnvoll sein, sich einen Fahrer/Guide zu suchen. Im Park trifft man vor allem auf Sträuße, verschiedenste Gazellenarten und allerlei Vögel. So bekommt man ein wenig Safari-Feeling.

Der südliche Eingang zum Flussbett ist etwas schwieriger zu finden, daher hier noch einmal die genauen Koordinaten. Ihr fahrt einfach entlang des Flusses auf den Punkt zu und erreicht einen Parkplatz. Achtung, hier ist es ein bisschen eng. Also mit großen Mobilen aufpassen.

Tipp für Vogelliebhaber: Moulay Bousselham

Für Vogelliebhaber gibt es noch einen besonderen Tipp. In der Bucht von Moulay Bousselham befindet sich ein wahres Paradies für Wasservögel. Mit Booten der verschiedenen Anbieter um die Bucht herum (meist örtliche Fischer, teilweise aber mit sehr guten Kenntnissen) geht es hier auf Safari. Zum Sonnenuntergang bietet sich hier die Möglichkeit, mit bestem Licht tolle Aufnahmen zu machen und so manche Art zu entdecken. Wer auf Vogelbeobachtung steht, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten.

Mit Kindern würde ich eher den Nationalpark Souss Massa empfehlen, da dort mehr geboten ist, sollte man nicht wirklich an Vögeln interessiert sein.

Klima, Umwelt und die beste Reisezeit für Marokko

Beste Reisezeit für Marokko

Die beste Reisezeit für Marokko gibt es vermutlich nicht. Da Marokko sehr groß und durch hohe Gebirge getrennt ist, findet man vermutlich zu jeder Jahreszeit ein angenehmes Plätzchen.

In Küstennähe ist es das ganze Jahr über recht angenehm. An der Atlantikküste kann es aber besonders im Winter durch den ständigen Wind auch mal kühl werden. Im Sommer lädt das Meer aber entsprechend zum Baden ein. Wie immer ist es im nördlichen Teil Marokkos gerade im Winter etwas kühler, als im Süden.

Die Gebirge in der Mitte des Landes bieten im Hochsommer angenehme Temperaturen, wenn es im restlichen Land heiß wird. Im Winter kann allerdings auch schon Schnee fallen. Bis in den späten Herbst hinein kann man es dort aber noch gut aushalten.

Die Wüste ist vor allem im Sommer kaum auszuhalten. Da es hier kaum Schatten gibt, sollte man die Wüstenregionen im Hochsommer meiden. Im Herbst und Frühjahr kann man hier so wie wir auch mal bis über 30 °C erleben. Entsprechend extrem können hier die Temperaturen im Sommer dann sein.

Welche Reisezeit empfehlt ihr für Marokko?

Wir würden tatsächlich den Herbst für eine Marokko Reise empfehlen. In dieser Zeit waren auch wir unterwegs. Das Wetter war über den gesamten Zeitraum bis in den Dezember recht angenehm. Im Norden wird es natürlich bereits kühler, aber gerade in der Sahara herrscht zu dieser Zeit ein tolles Klima.

Touristen sind in dieser Zeit auch nicht mehr und noch nicht so viele unterwegs. Wir haben Anfang des Folgejahres einige Bilder von Plätzen gesehen, auf denen wir noch im Dezember zuvor waren und diese waren deutlich mehr frequentiert. Gerade die typischen Überwinterer Gegenden an der Küste und an den Sanddünen werden nach Weihnachten teilweise richtig voll (für marokkanische Verhältnisse). Ab Januar beginnt die Campinghochsaison. Diese würden wir definitiv meiden. Wen das nicht stört, kann natürlich auch Anfang des Jahres gut durch Marokko reisen.

, Panorama Atlas am kalten Morgen

Die verschiedenen Regionen von Marokko

Marokko ist ein facettenreiches Land und so durchreist man verschiedenste Regionen. Die Küsten sind relativ gut touristisch erschlossen. Einige Surf Dörfer findet man entlang der Atlantikküste, während an der Nord- und Mittelmeerküste Strandpromenaden dominieren. Hier findet man das ganze Jahr über moderates Klima, wie man es an den Küsten des Mittelmeers, oder eben am Atlantik erwartet.

Im Landesinneren wirkt der Norden recht grün und es findet viel Landwirtschaft statt. Abseits der großen Städte ist der Tourismus schwach vertreten und man findet noch „unverdorbene“ Dörfer. Je weiter es Richtung der großen Gebirgsketten geht, desto felsiger wird die Landschaft. Hier ist es im Sommer angenehm kühl und im Winter unter Umständen verhältnismäßig kalt. Wanderer und Mountainbiker finden hier unzählige Routen. Es gibt sehr versteckte und unberührte Gegenden, in denen man als Tourist schon auffällt.

Weiter in Richtung Süden trifft man auf Oasen in der sonst kargen Landschaft. In diesen Regionen sind Touristen seltener unterwegs und man fängt an, das wahre Marokko und dessen Einwohner kennenzulernen. Hier winken einem Erwachsene, wie auch Kinder fröhlich zu und freuen sich, Fremde zu sehen.

Nach den Gerbigen erreicht man die Wüste. Es startet mit den Steinwüsten und vor der Algerischen Grenze trifft man dann endlich auf die Sanddünen der Sahara. Merzouga und Mhamid sind die Tore zu den großen Sanddünen der Sahara. Von hier an südlich geht es schnell auf die Region der Westsahara zu. Gute 1000km kann man sich hier bis zur Mauretanischen Grenze in der Sahara bewegen. Drückende Hitze über das ganze Jahr und auf der einen Seite das Meer, auf der anderen Sanddünen. Hier ist man wirklich in der legendären Sahara. Eine unglaubliche Landschaft!

, Sonnenuntergang Meer

Die Westsahara ist ein schmaler Streifen, der südlich Marokkos bis an die Grenze von Mauretanien reicht. Östlich grenzt sie an Algerien und weiter südlich wieder an Mauretanien. Das Gebiet ist jedoch nicht unumstritten.

Marokko hat dieses Gebiet nach dem Abzug Spaniens, die diesen Teil kolonialisiert hatten, für sich beansprucht. Jedoch hat auch Algerien ein Interesse an dieser Region und das östliche Gebiet wird noch heute durch die Frente Polisario besetzt. Marokko hat jedoch die gesamte östliche Grenze vermient und Militärposten pflastern die gesamte Westsahara.

In dieser Region ist der Sprit steuerfrei, da Marokko die Ansiedlung steigern möchte. Generell ist die Region recht untouristisch (bis auf die Halbinsel Dakhla). Wir haben hier aber nette Städtchen und nette Menschen getroffen.

Das Auswärtige Amt gibt aktuell eine Reisewarnung für das Gebiet aus. Das österreichische Amt beschreibt dies etwas genauer und warnt nur vor Reisen in das Gebiet Richtung der Algerischen Grenze. Hier befinden sich auch immer noch Mienen und diese Region sollte wirklich gemieden werden. Die Strecke entlang der Küste ist jedoch als sicher einzustufen und fühlen sich durch die hohe Militärpräsenz auch so an.

Hier wird man als Tourist auch wirklich des Öfteren zur Passkontrolle angehalten, was aber wiederum zum Sicherheitsgefühl beiträgt. Man sollte sich aber darauf einstellen.

Wichtig ist auch noch, dass Marokko den Begriff Westsahara ablehnt. So nennen sie diese Region normalerweise die südlichen Provinzen. Besonders vorsichtig sollte man sein, wenn man eine Landkarte mit Beschriftung auf dem Camper hat. Darauf sollte nicht Westsahara stehen.

Letztendlich muss das Risiko aber natürlich jeder für sich bewerten. Wir fühlten uns zu jeder Zeit sicher und bewerten Reisewarnungen immer für uns separat. Somit möchte ich hier keine pauschale Aussage darüber machen. Wir würden aber momentan ohne Bedenken in diese Region reisen.

Die Sahara und die Sanddünen

Hört man den Namen Sahara, dürften wohl bei den Meisten sofort Bilder im Kopf entstehen. Unendliche goldgelbe Sanddünen und Kamelkarawanen, die sich an ihnen entlangschlängeln. Das dürfte der Grund dafür sein, dass jeder Nordafrikaurlauber diese grandiose Landschaft sehen möchte.

Zuerst aber muss man sich klarmachen, dass die Sahara zwar eine Sandwüste ist, ein großer Teil aber auch aus Steinwüste besteht. Die Sandwüste selbst setzt sich dann aus großen Dünengebieten zusammen. Und ja, tatsächlich findet man dort die goldgelben Wüstenlandschaften, die scheinbar unendlich sind.

In der Westsahara fährt man ständig entlang der Dünen, die sich neben der Straße auftürmen. Weiter nördlich gibt es zwei große Dünen, die touristisch gut erschlossen sind. Die erste und bekannteste ist die Erg Chebbi bei Merzouga. Hier gibt es unendlich viele Campingplätze, Hotels und tausende Quadtouren. Die Düne ist wunderschön, wie man sie sich vorstellt, aber es ist eine reine Touristendüne. Von morgens bis abends ist dort Action und es brummen die Motoren. Romantik kommt dort nicht immer auf. Man muss schon etwas abseits sein Glück versuchen und ist dann doch nie wirklich allein. Trotzdem ist es eine wunderschöne Dünenlandschaft, wie aus dem Bilderbuch.

Die Erg Chigaga hingegen ist eine echte rohe und große Dünenlandschaft. Bis vor einiger Zeit war sie noch militärisches Sperrgebiet nahe der Algerischen Grenze. Nun ist sie für Touristen geöffnet und bietet unendliche Weiten, in denen man größtenteils allein unterwegs ist. Hier erlebt man echtes Wüstenfeeling. Nur sehr wenige Quadtouren sind unterwegs und echte Karawanen ziehen durch die Hügel.

Etwas mehr zum Erg Chigaga findet ihr auch im Camping Bericht zu Marokko.

, Duenen Erg Chebbi
Die riesige Wüste und die Karawanen

Die Sahara ist die größte Trockenwüste der Welt. Sie zieht sich quer durch Nordafrika und verbindet die Länder von Marokko bis Ägypten. Kein Wunder, dass sie früher ein wichtiger Handelsweg durch Nordafrika war. Noch heute ziehen Karawanen durch sie und transportieren Waren in die Nachbarländer. Auch wir haben einige Karawanen gesehen und waren beeindruckt, dass dieser Transportweg immer noch besteht.

Oasen

Ein weiteres landschaftliches Highlight stellen definitiv die Oasen dar. Man fährt durch die endlose Einöde und plötzlich erscheint ein satt grüner Palmenhain vor einem. Ganz klar, das ist eine Oase. Diese grünen Smaragde trifft man immer wieder südlich des Atlas an. Teilweise liegen sie einfach an einem scheinbar trockenen Flussbett und werden von den letzten Pfützen gespeist, die immer mal wieder aufgefüllt werden.

Andere Oasen werden aufwändig bewässert. So gibt es Plantagen, aber auch Gemeinschaftsgärten, die staatliches Wasser bereitgestellt bekommen. Einen solchen haben wir bei Merzouga mit Hassan besichtigt. Er erklärte uns das Prinzip hinter der Bewässerung und dass man so die Möglichkeit hat sich eigenes Gemüse zu ziehen.

Egal, wo ihr auf Oasen stoßen werdet, sie werden immer einen atemberaubenden Anblick bieten. Diese kleinen grünen Flecken mitten in der braunen Einöde…

Wind und Wetter: das Klima in Marokko

Prinzipiell kann man so ziemlich jedes Wetter in Marokko erleben. Marokko leidet seit einigen Jahren unter einer Dürre, wodurch es überwiegend trocken bleibt. Wenn es aber doch mal regnet, können diese Regenfälle sehr stark werden. Speziell die unasphaltierten Strecken werden dann zu Matschlöchern und es bilden sich aufgrund fehlender Kanalisation riesige Seen auf der Straße und daneben. Diese können vor allem in den Wintermonaten auftreten und sind teilweise unberechenbar.

In den Bergen wiederum kann es ab Herbst auch ganz schön kalt werden. Teilweise erwarten einen da auch mal Minustemperaturen. Es gibt sogar Skigebiete in Marokko und diese hatten im letzten Jahr ganz ordentlich Schnee (zumindest für Afrika).

Im Süden in und an der Sahara steigt die Temperatur aber in die andere Richtung. Hat man im Herbst angenehme 30 °C, die auch im Winter noch tagsüber angenehm wärmen können, so kann es im Sommer ohne Schatten auch weit über 40 °C geben, was ein Campen unmöglich macht.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Wind. Nicht nur an der Küste, auch in der Wüste kann es zu regelrechten Stürmen kommen, da dem Wind dort kaum etwas entgegensteht. Besonders vorsichtig muss man hier bei Sandverwehungen sein. Ein Sandsturm ist kein Spaß und bläst den Sand wie Schmirgelpapier gegen alles, was sich gegen ihn stellt. Am folgenden Tag können auch die Autobahnen mit einem beachtlichen Sandteppich belegt sein, weshalb man beim Fahren dann sehr vorsichtig sein muss.

Umwelt und Umweltschutz in Marokko

Die Umwelt und Umweltschutz sind ein schwieriges Thema in Marokko. Ich habe einmal den Satz gehört: „Umweltschutz muss man sich leisten können“. Und tatsächlich ist da was dran. Ärmere Länder müssen oftmals andere Prioritäten setzen, sind die finanziellen Mittel doch knapp. Uns blutet aber dennoch das Herz, wenn man sieht, wie die Umwelt vermüllt wird, Flüssigkeiten nicht anständig entsorgt werden können und schwarzer Qualm in die Luft steigt.

Müll dürfte wohl das größte Problem im Land sein. Überall liegt er herum. Mancherorts verbrennen die Einheimischen ihren Müll, was zu schwarzen stinkenden Wolken führt, die wohl nicht gesundheitsfördernd sein dürften. Dieses Problem ist aber hausgemacht. In den Läden kauft man verpackte Waren, wie überall auf der Welt und wir alle wissen, was für Mengen Verpackungsmüll dabei anfallen können. Allerdings gibt es kaum ein funktionierendes Abfallkonzept. Weder Mülltonnen noch eine Müllabfuhr wird zur Verfügung gestellt und so landet der Müll eben im Graben oder wird bestenfalls verbrannt.

Den Menschen kann man dabei sicherlich nur begrenzt einen Vorwurf machen. Die meisten dürften es nicht anders kennen und haben wie erwähnt auch kaum andere Chancen. So entsteht einfach kein Gefühl für Umweltschutz.

Selbes gilt für das Abwasser. Meistens gibt es keine Anbindung an die Kanalisation und so versickert Abwasser vielerorts einfach im Boden. Die Folgen dürften wohl den meisten klar sein. Doch auch hier haben die Menschen keine andere Wahl. Sie sind schlicht und ergreifend nicht an eine Kanalisation angeschlossen.

Es bleibt nur zu hoffen, dass die Regierung bald doch die Umweltprobleme des Landes angeht, um die Zukunft der vielerorts schönen und einzigartigen Natur zu sichern. Ob und wann das geschieht, bleibt aber abzuwarten.

Alles rund um die Menschen in Marokko

Die Menschen in Marokko sind der Grund, warum ihr wieder nach Marokko wollt, sie können aber auch der Grund sein, warum ihr nicht mehr nach Marokko wollt. Sie sind vielfältig und manchmal auch nervig. Sie wollen dir alles Mögliche verkaufen, aber sie sind auch unglaublich gastfreundlich.

Am wichtigsten ist es aber offen zu sein, dann kommt der Rest von ganz allein.

In Marokko möchte Dir jeder was verkaufen

Manchmal bekommt man in Marokko das Gefühl, jeder möchte einem etwas verkaufen. In touristischen Gegenden liegt man damit auch meist richtig. Abseits der touristischen Pfade tritt es zwar deutlich seltener auf, jedoch wird immer wieder auch hier Ware angeboten. In den touristischen Regionen und Städten nervt es ehrlich gesagt schon sehr und so haben wir dort immer nur wenig Zeit verbracht. Außerhalb wird man glücklicherweise deutlich weniger und vor allem viel weniger „aggressiv“ angesprochen.

Nicht immer muss das Angebotene ein Nepp sein. Gerade abseits der Touristenströme ist das Angebotene doch größtenteils wirklich selbst erzeugt und nicht Touristenware. Da kann man dann durchaus dem Bauern oder der Näherin etwas abkaufen. Dennoch sollte man auch hier das Handeln nicht vergessen. Ist es doch ein zentraler Punkt des Verkaufens in Marokko.

Wirklich böse möchte man den Verkäufern dann doch nicht sein. Jeder versucht seinen Lebensunterhalt zu verdienen und solange es nicht aufdringlich, oder aggressiv ist, sollte daran auch nichts Schlimmes sein.

Und ganz wichtig: Abseits der Touristenströme ist es nicht der Rede Wert, also keine Angst!

Dennoch muss man auch ehrlich sein, denn genau diese „Geschäftstüchtigkeit“ ist nach einigen Wochen doch anstrengend und nervig. Lasst euch aber bitte von den „Verkäufern“ abschrecken, denn es wird beim nächsten Mal wieder ein ehrlich hilfsbereiter Marokkaner vorbei kommen.

Tipp: Wie man am besten mit den Verkäufern umgeht

  • Bleibt freundlich und lächelt, sagt aber bestimmt, dass ihr kein Interesse habt (manchmal auch mehrmals)
  • Wenn der Händler euch zu sehr nervt, stellt euch dumm. Ihr könnt bestimmt keine der Sprachen, die er spricht…
  • Wenn ihr Interesse an etwas habt, dann kauft es auch
  • Lasst den Händler den ersten Preis aufrufen
  • Vergesst nicht zu handeln! In den großen Städten möglichst auf die Hälfte des aufgerufenen Preises als Endpreis zielen
  • Meistens ist nach 3 Verhandlungsrunden Schluss. Ihr könnt aber auch mehrmals denselben Preis nennen.
  • Bei Lebensmitteln verhandelt man normalerweise nicht (sofern es nicht mehr lebt)
  • Versucht es locker zu nehmen. Die Marokkaner versuchen nur zu überleben.

So solltet ihr auch durch die touristischen Regionen kommen und könnt auch die vollsten Souks genießen!

In Marokko bist Du nie allein

Einsamkeit gibt es in Marokko nur an wenigen Stellen. Selbst wenn du denkst, du seist im absoluten Hinterland, wird von irgendwo ein Ziegenhirte, ein paar Kinder oder eine Bäuerin mit ihrem Esel auftauchen. Meistens grüßen sie nur nett, manchmal sind sie interessiert und versuchen Kontakt aufzunehmen und ab und zu werden sie euch nach etwas fragen. Das würde ich nicht betteln nennen, denn meistens geht es, um etwas zu trinken, oder andere Kleinigkeiten.

Kinder tendieren leider immer öfter dazu, wirklich nach etwas zu betteln. Das solltet ihr meiner Meinung nach nicht unterstützen, auch wenn die Augen dann mit den typischen Kugelschreibern leuchten. Mit dem Erfolg beim Betteln werden sie nur dazu angehalten dies weiter zu tun. Bei erwachsenen geht es meist eher um praktische Sachen und meist um Wasser oder ähnliches. Gerade in der Wüste sollte es dann klar sein, dass man dem Gegenüber etwas gibt.

Manchmal kann es aber auch in die andere Richtung gehen. Da bekommt man dann etwas ans Wohnmobil gebracht, oder wird sogar zu etwas eingeladen. Somit solltet ihr euch also auf keinen Fall diesen Begegnungen verschließen. Schlechte Erfahrungen haben wir mit solchen Begegnungen nie gemacht und daher möchte ich jeden dazu ermuntern, offen in diese Begegnungen zu gehen, denn allein werdet ihr in Marokko nur selten sein.

, Asilah am Abend

Parkwächter und das Sozialsystem in Marokko

Ziemlich schnell werden euch die Parkwächter auffallen, die auf fast jedem Parkplatz stehen. Man erkennt sie an den Warnwesten und mancherorts sogar Trillerpfeifen. Sie winken euch hektisch zu, weisen euch ein und versprechen natürlich auf das Fahrzeug aufzupassen (manchmal machen sie das wirklich sehr gewissenhaft). Das alles, auch wenn ihr es nicht wollt, oder braucht. Das ist im ersten Moment irritierend und riecht irgendwie nach Abzocke.

Doch diese Parkwächter machen das nicht nur bei euch, sondern auch bei den einheimischen. Selten fragen sie konkret nach einem bestimmten Betrag, strahlen aber jedes Mal, wenn sie 5, oder 10Dh (0,5 – 1€) in die Hand gedrückt bekommen. Tatsächlich handelt es sich einfach um ihren Beruf.

Genau dafür solltet ihr übrigens gleich zu Beginn Kleingeld sammeln. 5Dh und 10Dh Stücke werdet ihr für alle möglichen kleinen Jobs und Gefälligkeiten benötigen. Wir hatten einfach immer ein paar Münzen in der Hosentasche.

Das Sozialsystem von Marokko

In Marokko gibt es kein Sozialsystem, wie wir es kennen. Entweder du verdienst dir etwas, oder du hast eben kein Geld, ist hier die Devise. Das führt dazu, dass manche Marokkaner eben „Parkwächter“ werden und so etwas Geld verdienen. Solche Mini-Jobs gibt es viele. Zum Beispiel gibt es auch Lastenträger, die einem auf dem Markt helfen.

Ein Guide, den wir in Fes hatten, erklärte es uns, wie es die Einheimischen sehen: „Gib den Leuten Geld, die nicht arbeiten können (Alte, kranke/behinderte und in Marokko leider auch Frauen), junge Männer sollen arbeiten gehen und Kinder sollten nie Geld bekommen, die sollen zur Schule.“ So haben wir es gehandhabt und auch die Einheimischen dabei beobachtet, dass sie genau nach diesem Satz vorgehen.

„Gib den Leuten Geld, die nicht arbeiten können (Alte, kranke/behinderte und in Marokko leider auch Frauen), junge Männer sollen arbeiten gehen und Kinder sollten nie Geld bekommen, die sollen zur Schule.“

Das führt aber eben dazu, dass viele sich Jobs suchen, die es vielleicht nicht braucht, oder die es zuvor nicht gab. So sollte man den Obolus an den Parkwächter als kleine Spende sehen. Und mal ganz ehrlich, das bisschen sollte keinem von uns wehtun!

Daher auch der Hinweis immer Kleingeld in der Tasche zu haben und auch bettelnden alten, kranken und Frauen ein paar Dirham in die Hand zu drücken. Hier reichen schon 2 – 3Dh um den Tag des Gegenübers zu erleichtern. Diese Personen sitzen meist recht unscheinbar und leise an der Seite. Keinerlei Aufdringlichkeit wird dort normalerweise an den Tag gelegt, also gebt ihnen das Geld auch entsprechend unaufgeregt. Ihr werdet ein leises „Shukran“ und ein zahnlückiges Lächeln ernten.

, Marokkanische Fischer

Armut, oder vielleicht doch nicht?

Schnell kann man als Tourist den Eindruck von Armut bekommen, was durchaus für manche auf das Gemüt schlagen kann. Doch ist wirklich alles Armut, was wir als solche erkennen? Fakt ist, es gibt natürlich Armut. Aber nicht alles, was für uns nach Armut aussieht, ist auch für marokkanische Standards Armut.

Neben der bereits im vorhergehenden Kapitel angesprochenen Geldspende sind es besonders Kleidungsstücke, welche guten Anklang finden. Wenn ihr könnt, dann solltet ihr einige Kleidungsstücke mitnehmen, die ihr verschenken wollt. Besonders willkommen sind Kinderkleider, sowie gerade in den bergigen Regionen warme Pullover und ähnliche Kleidungsstücke für Erwachsene.

Wir haben tatsächlich einen Parkwächter getroffen, der unter seiner Warnweste nur ein dünnes Shirt trug. Und das bei regnerischen 8°C auf dem hohen Atlas. Er freute sich über den warmen Pullover wie ein Kind an Weihnachten. Für solche Momente empfehlen wir euch also die Kleidung mitzunehmen. Entsprechend solltet ihr natürlich situationsbedingt entscheiden, ob das Gegenüber die Kleidung wirklich benötigt, oder nicht. Mitnehmen solltet ihr aber auf jeden Fall etwas.

Zum Einpacken hatte ich schon im Artikel zum genutzten Equipment in Marokko sogenannte Packsäcke empfohlen. Dadurch lassen sich die Mitbringsel platzsparend einpacken.

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, Tuareg am Brunnen

Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft in Marokko

Marokkaner sind unglaublich hilfsbereit und ebenso gastfreundlich. Das werden die meisten, die sich nicht nur in den Touristenhochburgen herumgetrieben haben, genau so bestätigen.

Immer wieder wird man zum Tee, oder mehr eingeladen. Die Marokkaner interessieren sich ehrlich für euch und euer Leben zu Hause und auf Reisen. Genauso gerne erzählen sie von ihrem Leben. Wenn ihr wirklich einmal Probleme haben solltet, könnt ihr euch sicher sein, dass Hilfe kommen wird. Da es in diesem Land nur mit gegenseitiger Hilfe funktioniert, wird auch euch sofort geholfen und das im Normalfall erstmal ohne, dass eine Gegenleistung erwartet wird.

Geht also ruhig offen auf die Gegenüber zu und ihr werdet die ein, oder andere Überraschung erleben. So bekommt ihr vielleicht eine Privatführung, einen Geheimtipp, eine Einladung oder einfach nur einen Geheimtipp.

Definitiv sind es die Menschen, die dieses Land so magisch machen. Ihre fröhliche, offene und freundliche Art werden sich sicherlich auch in euer Herz einbrennen und lassen so manches vermeintlich nerviges deutlich kleiner erscheinen.

Wenn man die Marokkaner also mit einem Satz beschreiben müsste, wäre es wohl fröhlich, gastfreundlich und hilfsbereit.

, Hassan winkt am Strassenrand

Tipp: Täglich aktuelle Nachrichten von der Maghreb Post

Nicht nur das Auswärtige Amt gibt immer den Tipp, lokale Nachrichten zu verfolgen. Das ist aber nicht in allen Ländern so einfach. Manchmal findet man keinen vertrauenswürdigen Anbieter, ein anderes Mal ist es die Sprachbarriere. Nicht so in Marokko.

Die Maghreb Post bietet alle wichtigen Nachrichten für die Maghreb Staaten auf deutscher Sprache. Ein Schwerpunkt bildet dabei Marokko und so ist man immer up to date, was im Reiseland passiert und kann schnell reagieren. Wir haben jeden Tag auf die Seite geschaut, die die Betreiber als Blog betreiben. Wer möchte, kann dann gerne eine Spende da lassen. Die ganze Seite ist jedoch komplett kostenlos. Der Fokus der Nachrichten liegt auf Algerien, Marokko (inkl. Westsahara) und Tunesien.

Für uns ist die Seite ein unerlässlicher Reisebegleiter für Marokko und bietet einem zusätzlich tolle Einblicke in das Land. Es ist spannend, wie man unterwegs durch die Nachrichten das eine oder andere besser versteht.

https://www.maghreb-post.de

, Marokko Maghreb Post Internetseite Screenshot

Als die Maghreb Staaten bezeichnet man einige der Nordafrikanischen Staaten, die gerne zusammen genannt werden. Das sind vor allem Tunesien, Algerien, Marokko und die Westsahara. Manchmal zählt man auch noch Mauretanien und Libyen dazu.

Diese Staaten liegen sehr nah beisammen und haben in der Vergangenheit, aber auch noch heute eine lebendige Geschichte. Einige der Staaten leben auch heute noch in einem Konflikt. Vereint werden die Länder jedoch in einer ähnlichen Kultur und ihrer langen Vergangenheit.

Die Ausreise aus Marokko

Alles Schöne geht einmal zu Ende. So wird auch die Marokko Reise zu Ende gehen. Hier gehen wir mal von der Rückreise nach Europa aus, denn die Weiterreise in Afrika hält dann doch nochmal einige Überraschungen bereit.

Die Wahl der Grenze zur Ausreise

Bereits bei der Einreise hatten wir ja die verschiedenen Grenzen besprochen. Auch bei der Ausreise steht man vor derselben Wahl. Drei relevante Grenzübertritte wollen wir uns noch einmal genauer anschauen.

Tanger Ville

Tanger Ville ist ein Hafen, der wie bereits erklärt mitten in der Stadt Tanger liegt. Das bedeutet, man muss mitten hinein in den marokkanischen Stadtverkehr. Nach der Reisezeit wird das aber die wenigsten noch schocken und so ist dieser Punkt aus meiner Sicht für die Ausreise nicht mehr relevant.

Dennoch ist die Abfahrt aus der Stadt etwas herausfordernder, als bspw. von Tanger Med. Es ist direkt am Hafen normalerweise deutlich mehr los, da auch viele Passagiere ohne Fahrzeug dort unterwegs sind. Allerdings kann man vor der Abfahrt hier noch einmal seine letzten Dirham verprassen und einkaufen.

Ansonsten sind mir keine groß negativen Punkte an diesem Grenzübergang bekannt. Zu der Ausreisekontrolle kann ich allerdings auch keine fundierte Aussage treffen.

Tanger Med

Von hier aus sind wir abgefahren. Da Tanger Med ein reines Hafengebiet ist, fährt man von der großen Landstraße N16 direkt an den Zaun und wird dort nur mit Fahrzeug hineingelassen. Das hilft natürlich gegen unerwünschte Passagiere (siehe Ceuta). Generell ist die Ausreise in Tanger Med recht entspannt. Nach der Einfahrt stehen einem reichlich Parkplätze zur Verfügung. Dort stellt man sein Fahrzeug gut bewacht ab und kann sein Ticket an einem der Schalter lösen. Das muss man auch machen, wenn man vorab ein Open-Date Ticket gekauft hat.

Im Anschluss geht es durch die Passkontrolle, wo auch der kleine Ausweis eures Fahrzeugs abgegeben werden muss. Diese Kontrolle kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Unsere Kontrolleurin war eine ganze Weile mit unseren Unterlagen verschwunden. Generell stellt die Kontrolle aber kein großes Problem dar.

Im nächsten Schritt kommt ihr normalerweise zum Röntgen LKW. Dabei stellt ihr euch in eine Reihe mit anderen Fahrzeugen, verlasst das Fahrzeug und danach wird euer Fahrzeug einmal geröntgt. Das war es dann auch schon mit den Kontrollen und ihr fahrt eine ganze Weile, bis ihr die Fähre dann erreicht. Hier schaut eventuell nochmal jemand in den Wohnraum und das war es auch schon.

Wir hatten hier tatsächlich einen sehr schnellen Grenzübertritt. Das muss aber natürlich nicht immer so sein.

Ceuta

Über Ceuta könnt ihr ja auf dem Landweg nach Spanien einreisen. Diese Grenze kann aber durchaus anstrengend werden.

Immer wieder gibt es die wildesten Berichte, wie sich in den teils sehr langen Schlangen vor der Grenze Flüchtlinge versuchen auf, oder unter Wohnmobile und Expeditionsmobile zu schmuggeln. Das scheint leider wirklich keine Seltenheit zu sein und die Grenzbeamten interessiert es scheinbar nur wenig, da es noch weit genug von der Grenze passiert.

Einen anderen Punkt habe ich auch schon erwähnt: die langen Schlangen. An dieser Grenze kommt es gerne zu langen Schlangen vor den Zollschaltern. Somit sollte man durchaus etwas Geduld mitbringen. Auch nach der Passkontrolle hört man immer wieder von detaillierten Kontrollen der Fahrzeuge inklusive Ausräumaktionen. Das erwischt zwar nicht alle, kann aber mangels Röntgen LKW durchaus vorkommen.

Der Vorteil ist aber ganz klar, dass man nach dieser Grenze bereits wieder in Europa ist und somit die Überfahrt ganz entspannt angehen kann. Daher dürfte diese Grenze dennoch recht beliebt sein.

Ankunft in Spanien (Algeciras)

Nach der Fährüberfahrt landet ihr wieder in Europa. Da ich nur über Algeciras berichten kann, werde ich die anderen europäischen Häfen auslassen.

In Algeciras angekommen, steht nur noch eine Kontrolle bevor. Bei uns wurde nochmal ein kurzer Blick in den Pass geworfen und der Drogenhund streifte nochmal die geöffneten Türen. Das war es dann auch schon und man ist wieder in der EU angekommen. Dieser Hafen ist wirklich sehr entspannt, wenn die anderen Fahrer mitspielen und sich nicht jeder versucht nach vorne zu schieben.

, Ticket Faehre Algeciras

Abschließende Worte

Wir haben zwei Monate in Marokko verbracht und viel gesehen und erlebt. Nach unseren Erlebnissen können wir jedem, der mit dem Gedanken spielt, nach Marokko zu reisen, nur ermutigen es zu tun!

Wir haben extrem freundliche und hilfsbereite Menschen kennengelernt. Deren Verhandlungsgeschick kann sicherlich auf Dauer nerven und das hat es uns auch. Dennoch sollte man sich von diesen Erlebnissen nicht abschrecken lassen, denn der Großteil der Marokkaner ist anders.

Vor allem solltet ihr euch nicht nur in den touristisch voll gestopften Regionen, sondern im Hinterland und den unbekannten Ecken herumtreiben. Dort werdet ihr ein anderes, ruhigeres und offeneres Marokko kennenlernen. Dennoch hat natürlich jede Region ihre Reize und am Ende ist es schwer eine Region als Favorit zu benennen.

Einige Dinge werden euch sicherlich auffallen. Sei es der Müll, der an den meisten Stellen herumliegt, oder die Behandlung der Tiere. Dabei sollte man sich aber immer auch vor Augen halten, dass man sich auf dem afrikanischen Kontinent in einem Land befindet, dass nicht über den Fortschritt und die finanziellen Mittel verfügt, die wir in Europa gewohnt sind. Wenn kein funktionierendes Müllsystem vorhanden ist, muss man sich anders behelfen, wenn man keinen Transporter besitzt, wird der Esel leider das Lastentier. Vor vielen Jahren war das auch in Deutschland Realität. Das bedeutet zwar nicht, dass man es gutheißen sollte, aber dass man es im Kopf behalten sollte.

Unsere privilegierte Situation hat uns Marokko deutlich vor Augen geführt. Wir konnten am Ende der Reise einfach durch die Macht unseres Reisepasses wieder auf den europäischen Kontinent ausreisen, was etlichen Menschen nicht möglich ist. Wir können einfach durch die Welt reisen und müssen uns über vieles keine Gedanken machen. Einfach, weil wir auf der „richtigen“ Seite des Mittelmeers geboren sind.

Marokko ist der Einstieg nach Afrika und leicht zugänglich. Wer diese Region der Welt einmal besuchen möchte, kann bedenkenlos nach Marokko reisen und viel erleben.

, Spaziergang in Oase

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Letzte Aktualisierung am 17.03.2026 um 15:39 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API