Es gibt bei den reinen Präventivmaßnahmen kaum einen Unterschied, ob es sich um ein Wohnmobil, Wohnwagen oder Campervan handelt. Unsere Sicherheitsprävention und praktischen Massnahmen sind bei den dreien sehr ähnlich und sind in vielen Fällen universell einsetzbar. Es geht hier nicht darum eine Festung zu bauen, sondern gezielt den Einbrecher abzuschrecken, viel Lärm im Falle eines Falles zu erzeugen und dem Dieb selbst wertvolle Zeit zu stehlen. Echte Prävention beginnt jedoch deutlich früher.

Sicherheit – ein Problem aus eigener Erfahrung

Es folgt zur Einstimmung auf das Thema eine Liste an Themen, welche beim letzten Einbruch in Barcelona angefallen sind. Dies dient zur Versinnbildlichung was man denn eigentlich verhindern möchte.
Wenn man den Zeit- und Spassverlust einbezieht, wären ein paar mehr Präventivmaßnahmen das kleinere Übel gewesen.

Während der Reise​

  • Einbruch erfolgt.
  • Polizei geholt.
  • Polizeistation aufgesucht.
  • Stundenlanger Papierkram mit sprachlicher Barriere.
  • Versuch das aufgebrochene Fenster provisorisch zu reparieren. Türe nicht mehr verschließbar.
  • Viele Anrufe auf der Suche nach einer passenden Werkstatt. Sprachbarriere am laufenden Band.
  • Fahrt zu einer weiter entfernt liegenden Fiat Professional Werkstatt, um wenigstens die Fahrertür instand zu setzen.
  • Viele Anrufe bei der Versicherung.
  • Viele Anrufe mit der heimischen Werkstatt.
  • Bestellung von Ersatzteilen dauert.
  • Erneute Fahrt zu der ausserhalb liegenden Werkstatt.
  • Teilweise Reparatur des Schadens.
  • Schadensbericht ausfüllen und an Versicherung versenden.
  • Inhaltsdiebstahlsbericht ausfüllen und an Versicherung versenden.
  • Immer wieder unterwegs Ausschau gehalten, ob eine Aufbaureparatur in einer anderen Werkstatt möglich ist.

Nach der Rückkehr

  • ​Viele Anrufe mit der heimischen Werkstatt, um Schadenumfang und Ersatzteile zu bestellen.
  • Heimische Werkstatt aufsuchen zwecks Reparatur.
  • Schaden muss mehrmals lackiert werden, also Heimreise mit dem Zug.
  • Erneute Anfahrt mit dem Zug und Abholung.
  • Reparaturschaden zieht sich bis heute, da diverse Teile über Wochen nicht lieferbar war.
  • Kleinere Diskussionen mit der Versicherung.
  • Schadenabwicklung mit der Fahrzeugversicherung.
  • Schadenabwicklung mit der Inhaltsdiebstahlversicherung.

Was einem erhalten bleibt

  • Die Prämienerhöhung durch eine Regulierung von fast 3.000 Euro Einbruch- und Diebstahlschaden.
  • Das ungute Gefühl am nächsten Parkplatz, Stellplatz, Campingplatz, an der Straße.
  • Das gute Gefühl das wir beim Einbruch nicht anwesend waren und keinen direkten körperlichen oder seelischen Schaden davon getragen haben.

Bei jährlich „nur“ 1.200 Fällen von Einbrüchen in Freizeitfahrzeuge laut Promobil in Deutschland mag wenig Beruhigung aufkommen. Zahlen aus dem Ausland sind kaum zu bekommen.

Wer darauf keine Lust hast, muss etwas mehr tun, denn weg reden läßt sich das Problem nicht. Viele Meinungen in der Community passen nicht zur Realität und sehen nach einer Gewissensberuhigung statt nach einer Problemlösung aus. Da auch versuchter Einbruch oder Bagatellen (wir haben auch nicht alle Fälle zur Anzeige gebracht) gar nicht erfasst werden, ist hier mit deutlich höheren Zahlen zu rechnen.

Weder ist ein Campingplatz sicher, noch ist es sinnvoll einen Hund 24 Stunden am Tag in ein Fahrzeug zu sperren. Aus unserer eigenen Erfahrung interessieren sich Diebe nicht mal für offensichtliche Sicherungshinweise und Alarmanlagen am Fahrzeug und probieren ihr diebisches Können dennoch.

Wie packt man das Thema an?

  • Es ist die sinnvolle Verknüpfung mehrerer Systeme miteinander. Das einzige was ein Dieb nicht bekommen darf ist Zeit und Ruhe. Abschreckung ist ebenso ein wichtiges Thema.
  • Bevor wir mit den technischen Lösungen anfangen, hier meine ganz persönlichen Tipps zum Verhalten:
  • Das persönliche Bauchgefühl. Fühle ich mich an einem Platz nicht wohl, ist weiterfahren angesagt bzw. das Fahrzeug wird nicht alleine gelassen. Apps wie Park4Night können dabei mitwirken sich ein Stimmungsbild von dem Ort seiner Wahl zu holen – z.B. vorangegangene Einbrüche an einem Platz etc.
  • An Raststätten und Autobahnparkplätzen herrscht im allgemeinen eine deutlich höhere Einbruchquote. Lärm überdeckt Einbruchgeräusche die sehr nahen Parkabstände geben den Einbrechern gute Deckung. Daher lieber ein paar Kilometer von der Autobahn abfahren. Park4Night, Landvergnügen sind günstige und meist kostenlose Alternativen.
  • Nichts sollte am Fahrer-, Beifahrersitz oder am Tisch liegen blieben oder sonst was offensichtlich herum liegen. Was niemand sieht kann auch keine Begehrlichkeiten wecken. Daher ist ein leer wirkendes Fahrzeug und ein leeres offenes Handschuhfach ein guter Ansatz, der keine falschen Hoffnungen auf leichte Beute weckt. Wir lassen bewusst alle Rollos offen, um nichts zu verbergen. Es gibt auch den umgekehrten Ansatz die Rollos alle zu schließen – ein Patentrezept gibt es nicht und bei diesem Punkt sind wir uns selbst nicht schlüssig.
  • Bargeld wird nicht einfach im Schrank oder in Schubladen versteckt. Bessere Plätze sind Hohlräume in Garagen, unter Kühlschränken, hinter Schuhladen oder einfach dort wo man selbst schwerer hinkommt.
  • Die Schwachstellenseite z.B. die Seite mit einem grossen Fenstern steht am besten nie verdeckt und wird bestmöglich abgesichert. Lernt euer Fahrzeug kennen.
    Denn die Schwachstelle sollte immer durch Passanten am besten einsehbar sein.
  • Alle praktischen Maßnahmen haben wir in folgenden separaten Beiträgen festgehalten.

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