Induktionskochplatte im Camper: Kochen mit Strom statt Gas

Kochen mit der Induktionsplatte im Camper: was unser Inverter bei 1200 und 900 Watt sagt, was 1 Liter Wasser an Batterie kostet und was Gas und Sprit können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Induktion wärmt die Speise, nicht die Platte. Das spart Energie, und im Camper zählt jede Wattstunde.
  • Bei 1200 W meckerte unser Inverter, mit 900 W lief die Platte ohne Problem. Er verträgt 2000 W in der Spitze und 1200 W im Dauerbetrieb.
  • 1 Liter Wasser kocht in 8 Minuten und kostet rund 15 % unserer 100 Ah Batterie. Für einen Kaffee am Morgen ist das absolut in Ordnung.
  • Alutöpfe aus der Campingzeit funktionieren nicht, und mehr als eine Platte gibt die Installation nicht her. Auch der Omnia geht auf der Induktionsplatte nicht.
  • Geblieben ist am Ende nur die Induktionsplatte. Bei ausgedehnten Ausflügen im freien Stehen hat sie sich bewährt.
Edelstahltopf mit Deckel und schwarzem Griff auf einer DOMO-Induktionsplatte in der Küchenzeile eines Campers, rechts das Kabel an der Steckdose

Die Induktionsherdplatte auf einen Blick

Mit dieser Induktionskochplatte von DOMO mit einer Kochzone kochen wir im Camper.

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Mit einer Induktionsherdplatte kann energiesparend gekocht und erwärmt werden. Dabei wird hauptsächlich die Speise und nicht die Pfanne oder Platte selbst erwärmt.

Inverter

1200 W Dauer, 2000 W Spitze

Platte stabil

mit 900 W

1 Liter Wasser

8 Minuten

Batterie

rund 15 % von 100 Ah

Warum Induktion im Camper

Standard im Wohnmobil

In Wohnmobilen und generell grösseren Fahrzeugen ist das Kochen mit einem Induktionsfeld schon lange Standard. Verfügen diese doch über eine anständige Batteriekapazität und/oder hängen häufiger am Landstrom als ein Camper.

Küchenzeile eines Kastenwagens mit Spüle und einer Glasplatte mit einem Induktionsfeld und zwei Gasflammen, dahinter das Bett und eine Holztür

Induktionsfeld neben zwei Gasflammen im Weinsberg X-Pedition

Und im (fast) autarken Camper?

Doch was für eine Möglichkeit zum Kochen passt zu einem Camper, welcher wenig am Landstrom hängt und generell auf fossile Brennstoffe verzichten sollte? Solarstrom ist dafür meist reichlich vorhanden.

Schwarze DOMO-Induktionsplatte auf der Arbeitsplatte im Camper, im Glas spiegeln sich kahle Bäume und blauer Himmel, dahinter das Kabel

Die Induktionsplatte im Camper

Da wir die Batterie nicht über den Alternator laden und mit Induktion ohne fossile Brennstoffe kochen, haben wir uns für eine feste Solaranlage auf dem Dach entschieden.

Welcher Kocher passt in einen kleinen Camper?

Nachfolgend eine (nicht abschliessende) Auswahl an Kochmöglichkeiten bei kleinen Fahrzeugen:

Kocher Stärke Haken
Benzinkocher einfach, grosse Heizleistung nur draussen, Geruch und Russ
Gaskocher gute Heizleistung, fast geruchlos Flaschen mitführen und prüfen lassen
Spritkocher Alkohol aus erneuerbaren Rohstoffen vorheizen, weniger Heizwert, eher draussen
Holz oder Kohle schont die Batterie Feuerverbot, Glut braucht Zeit
Mikrowelle – Kochen nur mit Hilfsmitteln
Induktionsplatte im Fahrzeug ohne Probleme Batterie, Inverter und Solar nötig

Benzinkocher

Der Benzinkocher ist einfach in der Handhabung und verfügt über eine grosse Heizleistung. Aufgrund des Geruches und der Russentwicklung kann dieser definitiv nur draussen verwendet werden.

Zerlegter Benzinkocher auf einem Holztisch, links der Brennerkopf mit Windschutz, vorne die Pumpe mit Metallschlauch, rechts eine rote Brennstoffflasche

Benzinbrenner mit Pumpe und Brennstoffflasche

Gaskocher

Die wohl am weitesten verbreitete Art zu kochen. Der Gaskocher hat eine gute Heizleistung und ist zudem (fast) geruchlos. Grosse Gasflaschen mitzuführen und die Installation prüfen zu lassen, ist bei einem kleineren Fahrzeug eher anstrengend. Gaskartuschen sind eine Alternative, welche aber ebenfalls mitgeführt werden müssen. Dazu kommt der Stress bei der Beschaffung spezieller Gaskartuschen, gerade in anderen Ländern.

Blick von oben auf einen Gasherd mit zwei Flammen im Wohnmobil, darauf ein Nudeltopf und ein Teller, oben rechts ein schwarzer 12V-Ventilator

Gasherd im Wohnmobil

Spritkocher

Kochen mit Brennsprit (Alkohol mit ca. 96 %) war in diesem Fall eine gute Alternative, für welche wir uns entschieden haben. Alkohol kann aus erneuerbaren Rohstoffen gewonnen und überall gekauft werden. Der Brenner muss vorgeheizt werden und verfügt nicht über den gleichen Heizwert wie z. B. ein Gaskocher. Bei der Verwendung darauf achten, diesen eher draussen einzusetzen.

Weißer Spirituskocher mit zwei Messingbrennern unter Topfgittern, rechts daneben eine weiße Röhre, auf einem grauen Boden

Der Mambo Spritbrenner

Holz oder Kohle

Das Feuern ist bei Trockenheit oder auf Campingplätzen teilweise verboten. Es dauert seine Zeit, bis eine gute Glut vorhanden ist.

Vier gegrillte Doraden auf dem Rost eines Klappgrills, darunter ein blaues Handtuch

Fisch vom Grill

Mikrowelle

Spaghetti, Reis oder Kartoffeln zu kochen geht nur mit Hilfsmitteln. Speck und Spiegeleier für das Frühstück anzubraten wohl eher nicht.

Kochen mit Strom: Vorteile und Nachteile

Nachdem wir mit einigen Energieträgern Bekanntschaft gemacht und deren Vor- und Nachteile ausprobieren durften, wagten wir uns ans Abenteuer mit Kochen mit Strom im Camper. Eines vorneweg, bevor der Spritkocher dann definitiv aus dem Camper verschwindet, werden wir zuerst noch etwas Erfahrung in einem Langzeitversuch sammeln!

Es muss erwähnt werden, dass uns einige vom Kochen mit einer Induktionsplatte abgeraten haben, wobei sie zum Teil sicherlich nicht ganz unrecht hatten.

Vorteile 8
  • Uneingeschränkte Verwendung. Bei Landstrom ist eine uneingeschränkte Verwendung der Induktionsplatte möglich.

  • Schnelle Ladung. An einem sonnigen Tag ist die Batterie mit einer Solaranlage schnell wieder geladen.

  • Batterie. Die Camper-Batterie ist bereits vorhanden.

  • Im Camper. Kochen im Fahrzeug selber ist ohne Probleme möglich.

  • Vorwärmen. Kein Vorwärmen oder Pumpen nötig.

  • Fossile Brennstoffe. Keine Verwendung fossiler Brennstoffe.

  • Streichhölzer. Feuerzeuge oder Streichhölzer werden nicht mehr benötigt.

  • Installationen. Keine weiteren Installationen notwendig.

Nachteile 5
  • Batteriekapazität. Batteriekapazität und ein Inverter werden benötigt, was beides sehr teuer ist.

  • Solaranlage. Es braucht eine grosszügige Solaranlage zum Nachladen der Batterien. Diesel zu verbrennen, um dann mit dem Alternator Strom zum Kochen zu produzieren, kann nicht die Idee sein.

  • Grosse Menüs. Grosse Mahlzeiten (kochen mit zwei Flammen zugleich) sind aufgrund der Spannungsbelastung des Inverters in unserem Fahrzeug nicht realistisch.

  • Verlängerungskabel. Wenn draussen gekocht werden soll, ist ein Verlängerungskabel nötig.

  • Schatten. Bei unzureichender Lademöglichkeit der Batterie im Schatten oder in einer Garage wird die Küche kalt bleiben.

Aufpassen bei sehr günstigen Geräten

Vielfach wird bei diesen günstigen Geräten die Leistung durch einen längeren Ein- und Ausschaltzyklus der Platte selber geregelt. Meiner Meinung nach kann da die Stromspitze nach wie vor ein Problem für den Inverter darstellen.

Praxistest mit 1200 und 900 Watt

Was unser Inverter verträgt

Unser Inverter kann mit Spitze bis 2000 W belastet werden. Im Dauerbetrieb läuft dieser mit 1200 W. So haben wir nach dem Einschalten der Platte auch schnell auf die entsprechende Stufe von 1200 Watt reduziert. Trotzdem meckerte der Inverter nach ein paar Sekunden wegen Überlastung. So haben wir dann eine weitere Stufe runtergeschaltet und die Platte nur mit 900 W betrieben, was kein Problem bereitete.

Screenshot der Votronic-App um 14:02 Uhr, Strom Bordbatterie minus 117 A, Ladestand 98 Prozent, Spannung 12,2 V

Bei 1200 W fließen 117 A aus der Bordbatterie

1 Liter Wasser in 8 Minuten

Damit konnten wir einen Liter Wasser innerhalb von 8 Minuten zum Kochen bringen, was für einen Kaffee am Morgen absolut in Ordnung ist. Die Platte zog dafür von unserer 100 Ah Batterie rund 15 % an Kapazität.

Screenshot der Votronic-App um 14:10 Uhr, Strom Bordbatterie minus 0,5 A, Ladestand 86 Prozent, Spannung 13,1 V

Nach dem Kochen steht der Ladestand bei 86 %

Worauf du beim Umstieg achten musst

Keine Töpfe aus Alu

Wir müssten alle unsere Kochtöpfe auswechseln, da diese aus Campingzeiten noch aus Alu sind. Das Pfannenset von Stoneline haben wir dagegen, obwohl aus Aluguss, ohne Probleme auf unserer Induktionsplatte verwendet.

Nur eine Platte

Mit der aktuellen Installation kann nur eine Platte mit wenig Watt verwendet werden. Damit ist die eine Platte eher für einfachere Gerichte geeignet. Aktuell sind wir noch etwas unsicher, ob diese eher eingeschränkte Möglichkeit zu unseren Koch- und Essgewohnheiten passt.

Edelstahltopf mit Deckel auf einer schwarzen DOMO-Induktionsplatte, eingelassen in eine graue Arbeitsplatte, im Glas spiegelt sich der Topf

Eine Platte, ein Topf

Der Omnia geht nicht auf Induktion

Der Camping-Backofen kann nicht mit der Induktionsplatte verwendet werden. Dessen Boden ist zwar aus Edelstahl und magnetisch, der Omnia kocht aber nur mit grosser und aufsteigender Hitze, welche ausserhalb der Schale aufgefangen wird. Beides ist bei einer Induktionsplatte nicht der Fall.

Warmes Getränk während der Fahrt

Neben der Induktionsplatte haben wir uns einen 12V Kocher zugelegt, um selbst während dem Fahren etwas zu erwärmen. Er läuft an der 12V Steckdose mit 6 A, ein Inverter ist dafür nicht notwendig. Das Erwärmen von 24 °C auf 75 °C dauert max. ca. 10 Minuten.

Mein Fazit

Aufgrund unserer Erkenntnisse und Erfahrung haben wir nur noch die Induktionsplatte mit an Bord. Bei einem ausgedehnten Ausflug, bei welchem wir immer frei gestanden sind, hat sich diese Induktionsplatte sehr bewährt.

Mit dem Holzgrill, welchen wir immer mit dabei haben, lässt sich die Batteriekapazität etwas schonen und allenfalls der Nachteil einer geringeren Heizleistung und Verfügbarkeit von Sonne ausgleichen. Auch der Omnia würde dann zum Einsatz kommen. Bei einer geplanten, ausführlichen Mahlzeit ist meist auch die Zeit vorhanden, ein Feuer zu machen und damit zu kochen. Jedoch mussten wir feststellen, dass vielerorts ein Feuerverbot herrscht, welches unbedingt zu beachten ist! So kommt dann trotzdem wieder die Induktionsplatte zum Einsatz.

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Häufige Fragen

Wie viel Watt braucht eine Induktionsplatte im Camper?

Unser Inverter verträgt 2000 W in der Spitze und 1200 W im Dauerbetrieb. Auf der Stufe 1200 W meckerte er nach ein paar Sekunden wegen Überlastung, mit 900 W lief die Platte ohne Problem. Damit kocht ein Liter Wasser in 8 Minuten.

Wie viel Batterie braucht das Kochen mit Induktion?

Für einen Liter Wasser in 8 Minuten zog die Platte rund 15 % aus unserer 100 Ah Batterie. An einem sonnigen Tag ist die Batterie mit einer Solaranlage schnell wieder geladen.

Funktioniert der Omnia Backofen auf Induktion?

Nein. Sein Boden ist zwar aus Edelstahl und magnetisch, der Omnia braucht aber grosse, aufsteigende Hitze ausserhalb der Schale. Beides liefert eine Induktionsplatte nicht. Bei uns käme der Omnia mit dem Holzgrill zum Einsatz.

Welche Töpfe gehen auf der Induktionsplatte?

Unsere alten Alutöpfe aus Campingzeiten nicht. Das Stoneline-Set aus Aluguss lief dagegen ohne Probleme. Leser Hans rät, neue Pfannen zu Hause zu testen, weil die Stahlplatte im Boden nicht auf jeder Kochstelle reicht.

Kann man im Camper ohne Gas kochen?

Ja. Wir haben nur noch die Induktionsplatte mit an Bord, der Strom kommt aus der Batterie über den Inverter, nachgeladen wird mit Solar. Dafür braucht es ausreichend Batteriekapazität, einen Inverter und eine grosszügige Solaranlage.

Aus euren Kommentaren

Wir haben alle 5 Kommentare bis zum 28. Oktober 2026 ausgewertet.

  • Hans, Februar 2022: Er kocht auch gerne auf einer kleinen Induktionsplatte. Bei Alupfannen mit dem Vermerk „Induktion geeignet“ reicht die eingearbeitete Stahlplatte auf manchen Kochstellen nicht aus, dann brummt es oder die Pfanne wird nicht warm. Er rät, neue Pfannen zu Hause zu testen, die Aufheizzeit mit dem Küchenherd zu vergleichen und schlecht funktionierende zurückzugeben.
  • Frank, September 2023: Nach Jahren mit seinem PRIMUS-Kochgeschirr steigt er auf ein Induktionsfeld mit neuen Töpfen um. Sein Strom kommt aus einer EcoFlow Delta 2, geladen über Solar oder mit 200 W aus der Lichtmaschine. Michael findet Induktion einiges praktischer, als Gaskartuschen nachzurennen.

Bevor du unten fragst

Schreib dazu, wie gross deine Batterie ist, welchen Inverter du hast und mit wie viel Watt deine Platte läuft. Dann können wir dir gezielt antworten.

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5 Kommentare

  1. Frank 27.09.2023, 14:12 UhrAntworten

    heute kommt ein Induktionsfeld und auch neue Töpfe.
    Auch ich schleppe mein PRIMUS-Kochgeschirr schon etliche Jahre mit mir rum, auch schon wieder 3 Jahre im Camper.
    Meine Versorgung ist eine EF Delta2, die via Solar oder mit 200W aus der LiMa geladen wird.
    Ich will das mal ausprobieren, wenn es nichts ist, bleibe ich konventionell :-)

    • Michael 27.09.2023, 14:38 UhrAntworten

      Hallo Frank! Das klingt super und ich glaube, dass du beim kochen mit Induktion bleiben wirst. Ich finde es einiges praktischer als den Gaskartuschen usw. nachzurennen. ;-)

      Ich wünsche dir gutes gelingen und bin gespannt auf deine Erfahrungen!

      Viele Grüsse
      Michael

    • Michael 19.10.2023, 9:59 UhrAntworten

      Hallo Frank! Wie ist es mit dem Induktionsfeld gelaufen?

  2. Hans Ihlenfeldt 21.02.2022, 15:23 UhrAntworten

    Hallo Michael, ein sehr ausführlicher Beitrag. Ich koche auch gerne auf einer kleinen Induktionsplatte. Bei Pfannen gibt es ein Problem. Meist steht in der Anleitung: „Induktion geeignet.“ Die in dem Alupfannen-Boden eingearbeitete Stahlplatte ist auf manchen Induktion-Kochstellen nicht ausreichend. Manchmal gibt es Brumm-Geräüsche oder die Pfanne wird nicht warm. Wie ich in Foren gelesen habe, ist die Aufheizzeit verschiedener Pfannen sehr unterschiedlich. Meine Empfehlung: Zu Hause testen. Aufheizzeit mit dem Küchenherd vergleichen. Schlecht oder gar nicht funktionierendes Zurückgeben.

    • Michael 21.02.2022, 15:25 UhrAntworten

      Vielen Dank Hans für deinen Tipp! Finde ich einen sehr wertvollen Hinweis! Viele Grüsse, Michael

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