Hilfe als Camper für die Ukraine

Vielleicht ist es euch aufgefallen, dass es die letzten Tage von uns Seitens Elektro Camper her etwas ruhig geworden ist. Dies ist zum Teil sicher dem Umstand, dass die Campingsaison in unserer Region wegen den sehr kalten Temperaturen erst langsam Fahrt aufnimmt, geschuldet.

Der grosse und wirkliche Grund dafür war jedoch der Angriff auf die Ukraine, welche mich persönlich in meinem Tun und Wirken hinterfragen liess.

Uns Camper geht es gut!

Haben wir doch schon das schönste Hobby der Welt! Sind vielfach autark unterwegs und dürfen die spannendsten Orte und Länder besuchen und erfahren. So erscheinen meine «Erste-Welt-Probleme» und «ich schreibe noch einen Bericht über dies oder das» in Bezug auf den Krieg in der Ukraine in einer Belanglosigkeit, welche sich die letzten Tagen nicht unbedingt schreibfördernd auswirkte.

So kamen auch wir an diesen einen Punkt, bei welchem man sich fragt, was man noch gutes in seinem Leben für andere tun kann und sollte.

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Helfen mit einem Camper zuhause

So durften wir für unsere Freunde aufgrund des etwas grösseren Fahrzeuges schon den einen oder anderen wichtigen Transport ausführen. Auch Fahrten und Begleitung von Leuten z.B. ins Spital aus unserem engen Umfeld waren durch den Umstand, dass wir ein etwas grösseres Fahrzeug haben und durch den Elektroantrieb sehr günstig unterwegs sind, immer wieder gute Möglichkeiten im direkten Umfeld zu helfen und Menschen zu unterstützen.

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Helfen mit einem Camper im Ausland

Mit den Bildern in den Nachrichten und sozialen Medien aus der Ukraine kam bei uns jedoch auch der Wunsch nach Linderung der unsäglichen Situation der vielen Flüchtenden in und aus der Ukraine auf.

Wie viele andere haben wir uns dabei gefragt, was wir hier ausrichten können. Dabei überlege ich mir was eigentlich unser Mittelinventar ist und wie wir dieses vielleicht einsetzten können um etwas gutes zu Tun. Beim Brainwriting kam mir unser Camper mit folgenden Möglichkeiten in den Sinn:

  • Elektrofahrzeug

    Der kostengünstige Bezug des Stroms um das Fahrzeug für die langen Distanzen zu laden kann mit einer Ladeflatrate sichergestellt werden. Zudem kann das Auto sehr flexibel vor Ort an einer Steckdose wieder aufgeladen und damit die Mobilität sichergestellt werden.

  • Küche/ Kühlschrank

    Mit der Küche sowie deren Infrastruktur können Personen vor Ort mit warmen Mahlzeiten versorgt werden. Der Kühlschrank/ Tiefkühler bietet die Möglichkeit auch temperatursensible Lebensmittel und Medikamente zu transportieren.

  • Platz im Fahrzeug

    Bis unter die Decke kann das Fahrzeug mit wichtigen Hilfsgütern beladen werden. Der obere Teil (das Aufstelldach) bleibt zum schlafen trotzdem zugänglich.

  • Wasserversorgung

    Wasser zum kochen und trinken ist mit dabei. Andernfalls hilft der mobile Filter einen Engpass zu überbrücken.

  • Ausrüstung und Fähigkeiten

    Wohnmobilisten und Camper verfügen bereits über eine Top Ausrüstung und können diese sinnvoll einsetzten. Zudem ist das freie stehen vor Ort für viele nichts neues. Auch lange Fahrten und sich im Ausland durchschlagen sind für Wohnmobilisten kein Problem. Diese Fähigkeiten sind bei Hilfeleistung vor Ort enorm hilfreich.

  • Kommunikation

    Auch eine Daten- Flatrate über welche einfach kommuniziert werden kann ist immer hilfreich. Für die meisten Camper kein Problem da sie vielfach bereits über eine solche verfügen.

  • Mobiles Büro

    Mit dem Tisch, den drehbaren Sitzen, Licht, Heizung, Stromversorgung usw. kann ein Büro dort eingerichtet werden wo es benötigt wird.

  • Übernachtungsmöglichkeit

    Fahrer und Helfer können auf der Hinfahrt wie auch vor Ort unabhängig übernachten.

  • Strom/ Solaranlage

    Wir können (im kleinen Rahmen) eine mobile Möglichkeit bieten um z.B. Mobiltelefone oder Powerbanks zu laden.

Fahrer für Waren nach Ungarn gesucht

So kam es, dass wir uns bei einer Hilfsorganisation als Fahrer meldeten, welche schon seit 2014 auf der Balkanroute mit dem verteilen von Hilfsgütern aktiv ist. Anstelle des geplanten Urlaubes auf Sardinien wurde die bereits gebuchte Fähre auf den Herbst verschoben.

Hilfsgüter sammeln

Da eine Fahrt ohne Hilfsgüter aber nicht wirklich Sinn macht, wurden kurzerhand zwei Sammelaktionen organisiert. Bei diesen wurden gezielt Materialien wie Schlafsäcke, Decken sowie Nahrungsmittel für Babys und Hygieneartikel gesammelt. Der Transport von Lebensmittel nach Ungarn macht keinen grossen Sinn, da diese vor Ort um einiges günstiger direkt erstanden werden können. Auch Kleider und Schuhe beanspruchen nur wertvollen Platz auf einem Transport und sind nicht die dringendsten Hilfsgüter.

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Der Transport und die Fahrt nach Ungarn

Am Sonntag Nachmittag wurde das Fahrzeug beladen. Dabei musste darauf geachtet werden, dass das zulässige Ladegewicht zwingend eingehalten wird. So wurden ein paar schwere Kisten mit Suppe usw. zuerst verladen. Danach konnte das Volumen mit Materialien wie Decken und Schlafsäcken ausgenutzt werden. Dadurch, dass die Decken und Schlafsäcke in den ausgeräumten Kästen komprimiert verstaut wurden, war das Transportvolumen doch erstaunlich gross.
Beim Umladen auf das viel grössere Fahrzeug sorgte dies für entsprechendes Erstaunen, da sich die Decken und Schlafsäcke recht ausdehnten.

Bei Transport humanitärer Hilfsgüter kann bei den zuständigen Behörden des jeweiligen Landes eine Mautbefreiung angemeldet werden. Diese wurde uns innerhalb eines Tages per Mail zugestellt. Damit konnten wir die Autobahnen in Österreich und Ungarn kostenlos nutzen.

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Verteilung der Waren

An den nachfolgenden Tagen sind dann weitere Transporter mit Hilfsmaterialien vor Ort eingetroffen. Diese wurden über das Verteilnetzt des Rotary Club in Ungarn koordiniert. Viele unserer Materialien gingen nach Kisvárda von wo aus diese auf LKW’s verladen und nach Kiev, Charkiw und Odessa transportiert werden.

Die Rotarier sammeln dafür Spenden und mobilisieren ihre Mitglieder um Hilfsgüter dorthin zu bringen, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Für uns war es ein wichtiger Punkt zu sehen, wohin die Hilfsgüter geliefert werden.

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Fazit aufgrund der Hilfsaktion

Natürlich sind wir uns bewusst, dass diese Hilfsgüterlieferung und unser Einsatz nur einen Tropfen auf den heissen Stein sind in Anbetracht des unfassbar grossen Leides welches aktuell in der Ukraine verursacht wird. Trotzdem war es für uns wichtig etwas zu tun, nicht die Füsse stillzuhalten und sich dann Jahre später selber den Vorwurf machen müssen nichts unternommen zu haben.

Viel neues erleben und Freundschaften

Neben all dem Leid durften wir uns aber auch über neue Freundschaften und dem entdecken des sehr spannenden und schönen Landes Ungarn freuen. Dies lässt uns auch zur Überzeugung kommen, dass wir Camper über ein unheimlich vielseitiges Hobby, Mittelinventar und Kenntnisse verfügen, welches von uns allen auch für einen Akt der Hilfe und Menschlichkeit eingesetzt werden kann!

Genau dies durfte ich auch immer wieder auf camper.help erfahren und macht mich stolz, Teil dieser Community zu sein!

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👤 Autor des Beitrags

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    Organisierter Vanlifer

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    Australien, Skandinavien, Schottland, Irland, Island

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    Die Küste Europas umrunden

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    Elektromobilität, Minimalismus, Unabhängigkeit

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    Abenteuer beginnen da, wo Pläne enden.

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