Frostwächter im Wohnmobil: Truma FrostControl richtig nutzen
Wann der Frostwächter im Wohnmobil und Wohnwagen auslöst, wie der Truma FrostControl stehen muss und warum die Heizung nie unter 7 Grad soll. Dazu Heizklappen.

Der FrostControl bzw. Frostwächter hat eine wesentliche Aufgabe. Er soll Frostschäden im Wasserboiler und im Wassersystem verhindern. Der Normalfall sollte sein, dass der FrostControl nie unkontrolliert auslöst. Doch trotz aller Vorsicht kann auch mal etwas schiefgehen.
So funktioniert der Frostwächter
Der Truma FrostControl ist ein stromloses Sicherheits- und Ablassventil am Boiler. Laut Truma öffnet er bei Temperaturen unter 3 Grad und entleert den Boiler automatisch. Das Wasser läuft stoßweise ab, damit der Ablauf nicht zufriert. Entscheidend ist die Temperatur direkt am Ventil. Wieder schließen lässt sich das Ventil erst ab etwa 7 Grad.
Stellung: offen oder zu?
Wie der FrostControl steht, siehst du an zwei blauen Bedienteilen. Geschlossen ist das Ventil, wenn der blaue Drehschalter quer steht und der blaue Druckknopf eingedrückt ist. Steht der Drehschalter in einer Linie mit dem Ventil oder der Knopf aus dem schwarzen Gehäuse hervor, ist es offen. Mit Wasser im Boiler, also auch beim Wintercamping, muss er geschlossen sein.
Truma FrostControl mit Drehschalter und Druckknopf
Das Ventil sitzt meist in der Nähe des Boilers im Heizungsschacht oder im Kleiderschrank. Mit einer 90-Grad-Drehung öffnest du den FrostControl selbst, damit kannst du das Wasser aus dem Boiler der Heizung ablassen.
Beim Einwintern gilt das Gegenteil. Der FrostControl von Truma bleibt offen. Es hilft, sich die offene Stellung zu markieren. Ein sichtbarer Hinweis hilft mir bei schlechtem Licht immer weiter. Bei uns sind bei Standzeiten alle Wasserleitungsventile, der Frostwächter, das Wassertank-Ablassventil, beide Wasserhähne und die Duscharmatur auf Mittelstellung geöffnet.
Wenn der Frostwächter ungewollt auslöst
Bei Druckwasserpumpen wie z. B. unserer Shurflo entsteht dadurch folgendes Problem. Nach dem automatischen Ablassen des Wassers pumpt die Pumpe noch stundenlang weiter Luft durch den Wasserkreislauf. Die Pumpe läuft trocken, wird heiß und verschleißt. Im schlimmsten Falle ist die Pumpe dauerhaft geschädigt.
Was den FrostControl trotzdem auslöst, ist zum Beispiel eine Fehleinschätzung beim Gasvorrat.
Gasvorrat bei Minusgraden richtig einschätzen
Die Faustregel für den Gasvorrat bei Temperaturen unter 0 Grad variiert durchaus. Die Werte lassen sich wegen der unterschiedlichen Isolierung bei Wohnwagen und Wohnmobil schon gar nicht pauschalieren.
Ungefähre Richtwerte gibt es aber dennoch. Wer 24 Stunden am Tag die Heizung auf gut 20 Grad laufen lässt, kommt mit einer 11-kg-Gasflasche rund 2 bis 4 Tage zurecht. Bei gut −10 Grad verkürzt sich die Zeit auf rund 2 bis 3 Tage.
Bei diesen Temperaturen fangen wir an, zumindest auf Camping- und Stellplätzen, dazuzuheizen. Uns reichen bis etwa −10 Grad rund 750 Watt in unserem gut isolierten Wohnmobil mit Thermomatte vor der Frontscheibe. Für den Heizlüfter gibt es einen eigenen Beitrag auf camper.help.
Heizung absenken, aber nie unter 7 Grad
Wir haben uns angewöhnt, dass wir die Heizung beim Verlassen des Wohnmobils auf ca. 10 bis 12 Grad absenken. Bei uns verringert sich dadurch der Verbrauch von Gas enorm und wir holen fast einen zusätzlichen Tag für unseren Gasvorrat heraus. Die Heizung sollte jedoch nicht unter 7 Grad gestellt werden, denn der Truma FrostControl (Ablassventil) öffnet sich bei Frost automatisch und lässt das gesamte Wasser ab.
Warum nicht einfach 7 Grad?
Wäre doch praktisch, beim Verlassen des Wohnmobils die Heizung auf 7 Grad abzusenken. In der Regel macht das keinen Sinn. Die Antwort variiert jedoch von Wohnmobil zu Wohnmobil, aber als Merker ist der folgende Satz von Bestand. Das Wohnmobil kühlt ansonsten zu weit herunter. Die eingesparte Menge Gas wird locker wieder verbraten, um das ausgekühlte Wohnmobil wieder auf Wohnraumtemperatur zu bekommen.
Wohnmobil frostfrei halten
Ein Heizlüfter heizt nur den Raum, in dem er steht. Geschlossene Hohlräume hinter Schränken werden deutlich weniger geheizt. Das Truma-Heizsystem dagegen verteilt die Wärme auch in kritische Ecken und schützt die Wasserleitungen vor dem Einfrieren. Unter 0 Grad heißt es deshalb, die Truma nicht durch einen Heizlüfter ersetzen, sondern ergänzen. Grundtemperatur elektrisch, die Truma macht den Rest.
Kritische Stellen sind zum Beispiel der Toilettenkasten, da die Isolierung durch die Klappe nach außen unterbrochen ist, und die Siphons von Waschbecken und Dusche. Das Toilettenventil ist sehr anfällig gegen Frost. Bei enormen Minustemperaturen lassen wir sogar einen Badschrank offen, damit Wärme besser zum Toilettenkasten dringen kann, und je nach Kälte auch die Badtür.
Heizklappen im Wohnmobil und Wohnwagen
Zwecks Effektivität beim Heizen sollte stets auf offene Heizungsklappen geachtet werden. Die Warmluftauslässe in der Garage, im Doppelboden, im Alkoven oder in den Serviceklappen nicht vergessen. Auch im Bad sind diese meistens zwecks Spritzschutz gekapselt und einen kurzen Check auf jeden Fall wert. Unsere Kinder hatten die Angewohnheit, die Klappen auch gerne für ihren Spieltrieb zu verwenden.
Warmluftauslass mit Klappe
Im Wohnwagen unserer Freunde haben wir schnell bemerkt, dass man sich per Schieberegler Teile des Wohnwagens von der Heizung abtrennen konnte. In der Halboffen-Stellung wurde es im Schlafbereich logischerweise auch nur halb warm.
Schieberegler am Grauwassertank
Im späten Herbst öffnen
Aus eigener Erfahrung solltet ihr aus lauter Routine Folgendes nicht vergessen. Meist muss im Wohnwagen und Wohnmobil ein Schieberegler geöffnet werden, damit der Grauwassertank überhaupt beheizt wird. Ist dieser per Heizmatte angeschlossen, dann ist zusätzlich ein Wippschalter in der Nähe oder am zentralen Bedienfeld vorzufinden.
Schieberegler von Truma, daneben der Gaswarner
Im Frühjahr wieder schließen
Im Frühjahr, wenn die Temperaturen auch nachts wieder über dem Gefrierpunkt sind, kann die Heizung des Grauwassertanks wieder ausgestellt werden. Sonst fängt der Grauwassertank durch das „warme“ Wasser schneller zu stinken an.
Mein Fazit
Der FrostControl soll Frostschäden im Wasserboiler und im Wassersystem verhindern, im Normalfall löst er nie unkontrolliert aus. Damit das so bleibt, haben wir uns angewöhnt, die Heizung beim Verlassen des Wohnmobils auf 10 bis 12 Grad abzusenken, nie unter 7 Grad. Bei gut −10 Grad reicht eine 11-kg-Gasflasche mit durchlaufender Heizung nur rund 2 bis 3 Tage, darum heizen wir auf Camping- und Stellplätzen mit dem Heizlüfter dazu.
Und einmal alle Heizklappen und Warmluftauslässe prüfen. In der Halboffen-Stellung wird es im Schlafbereich auch nur halb warm.
Häufige Fragen
Wie funktioniert der Frostwächter im Wohnmobil?
Der Truma FrostControl ist ein stromloses Sicherheits- und Ablassventil am Boiler. Wird es am Ventil zu kalt, öffnet er automatisch und lässt das gesamte Wasser aus dem Boiler stoßweise ab, damit der Ablauf nicht zufriert. So soll er Frostschäden im Wasserboiler und im Wassersystem verhindern.
Wie muss der Frostwächter beim Wohnmobil stehen?
Mit Wasser im Boiler, also auch beim Wintercamping, muss er geschlossen sein. Dann steht der blaue Drehschalter quer und der blaue Druckknopf ist eingedrückt. Beim Einwintern bleibt der FrostControl offen. Es hilft, sich die offene Stellung zu markieren.
Bei welcher Temperatur löst der Frostwächter im Wohnmobil aus?
Laut Truma öffnet der FrostControl bei Temperaturen unter 3 Grad, entscheidend ist die Temperatur direkt am Ventil. Wieder schließen lässt er sich erst ab etwa 7 Grad. Unsere Heizung stellen wir nie unter 7 Grad.
Wie kann ich mein Wohnmobil frostfrei halten?
Unter 0 Grad die Truma nicht durch einen Heizlüfter ersetzen, sondern ergänzen, denn sie verteilt die Wärme auch in kritische Ecken wie Toilettenkasten und Siphons. Bei enormen Minustemperaturen lassen wir einen Badschrank und je nach Kälte auch die Badtür offen. Dazu alle Heizklappen und Warmluftauslässe offen halten.
Wie lange reicht eine 11-kg-Gasflasche im Winter?
Das lässt sich wegen der unterschiedlichen Isolierung nicht pauschalieren. Wer 24 Stunden am Tag die Heizung auf gut 20 Grad laufen lässt, kommt mit einer 11-kg-Gasflasche rund 2 bis 4 Tage zurecht, bei gut −10 Grad rund 2 bis 3 Tage. Senkst du beim Verlassen auf 10 bis 12 Grad ab, holst du fast einen zusätzlichen Tag heraus.
Wo sitzt der Frostwächter im Wohnmobil?
Meist in der Nähe des Boilers im Heizungsschacht oder im Kleiderschrank.
Aus euren Kommentaren
Kalter Schlafraum hinten. Flo M. fragte im November 2021, warum bei ihm der Schlafraum hinten kalt blieb, obwohl die Heizung recht stark eingestellt war. Im Alkoven war es besonders warm. Meine Ansätze dazu. Im Wohnwagen hatten wir ein stufenloses Abriegelungsventil für die Wärme, vielleicht gibt es eine ähnliche Klappe. Auch ein beschädigtes Wärmerohr kommt in Frage, manche Rohre schlitzt der Hersteller zur Wärmeverteilung sogar absichtlich an. An der Truma selbst würde ich prüfen, ob das Heizungsrohr noch gut draufsitzt.
Bevor du unten fragst
Schreib dazu, welche Truma-Heizung du hast, ob Wasser im System ist und wo der FrostControl bei dir sitzt. Dann kann ich dir gezielt antworten.












Frage in die Runde:
Bei uns war der Schlafraum hinten vergleichsweise immer recht kalt , auch wenn die Heizung recht stark eingestellt war (Gebläsestufe jedoch „eco“). Im Alkoven war es besonders warm und im „Wohnbereich“ normal warm. Ist das normal und gewollt oder kann ich hier irgendwo irgendwas einstellen?
Danke
Flo
Hallo Flo.
Ob das normal ist, dass müsstest du in einem Forum fragen, welcher sich mit deinem Hersteller / Typ auseinandersetzt. Wirklich gewollt ist das vermutlich nicht. Ein paar Ansätze hätte ich aber doch noch.
Viele Grüsse
Flo