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Published On: 29. Dez 20
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Meine Idee und die Ausführung

Schon länger beschäftige ich mich mit dem Gedanken eine Trocken-Trenntoilette in unser Wohnmobil einzubauen. Durch die Reparatur der Duschwanne nahm mein Vorhaben konkrete Formen an. In vielen Videos auf verschiedenen Plattformen holte ich mir Anregungen für meinen Umbau. Während der Entkernung der Nasszelle, mit Ausbau des Waschbecken, reifte die Idee, auch die Waschgelegenheit zu erneuern.

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Bestandsaufnahme

Von Vorteil war, dass unsere Thetford Toilette relativ groß ist, wodurch natürlich für den späteren Umbau viel Platz zur Verfügung steht. Genau so verhielt es sich auch mit dem Waschbecken samt Unterbau.

Mir schwebte eine Lösung vor, bei der die Entnahme des Urintanks und des Feststoffbehälters durch die bestehende Aussenklappe der vormaligen Thetford Anlage erfolgen sollte. Da auch schon eine Sog-Anlage vorhanden war, wollte ich auch diese mit einbinden.

Weiterhin war noch ein Wasseranschluß und eine 12V Stromzuführung vorhanden. Auch dies konnte ich wieder verwenden.

Ausbau von Toilette und Waschbecken

Im www findet man viele Anleitungen zum Ausbau der Toilette. Wenn man erst einmal die wichtigsten Schrauben gefunden und entfernt hatte, konnte man mit ein wenig Gefühl das komplette Klo ausbauen. Vorher mußte man nur noch die Stromzuführung und den Wasseranschluss lösen.

Danach kam auch die Besfestigung des Waschbecken samt Unterschrank zum Vorschein. Da auch dies nicht mehr benötigt wurde, brauchte ich nicht allzu vorsichtig beim Ausbauen sein. Lediglich auf den Ablaufschlauch und die Wasserleitungen, die mit der Duschzuführung verbunden waren, musste besondere Aufmerksamkeit gelegt werden.

Überraschend schnell war diese Arbeit erledigt.

Die Hauptbestandteile

Als Trenneinsatz hatte ich mich für einen Separett Sitz entschieden und ihn mittlerweile auch erhalten. Eine passende Klobrille mit Absenkautomatik war ebenfalls schnell besorgt.

So machte ich mich daran, aus alten Spanplattenresten einen ersten „Probebau“ zu fertigen, um zu sehen, ob sich meine Vorstellungen auch in die Tat umsetzen lassen. Nach einigen kleineren Anpassungen des Rohbaues konnte ich die Maße nehmen und die Behältnisse passgenau bestellen. Sie sollten auch noch durch die Aussenklappe passen, aber trotzdem die größtmöglichen Inhalte fassen.

Über das Internet bestellte ich einen Weithalskanister mit 12l Fassungsvermögen und einen Gastro Mülleimer, der die genau passenden Aussenabmessungen hatte. Bis Diese bei mir eintrafen, kaufte ich im Baumarkt eine schwarze Küchenarbeitsplatte für den WC-Sitz und den Waschbeckeneinsatz. Da ich bei unserem Concorde Wohnmobil nicht so sehr aufs Gewicht achten mußte, konnte ich etwas stabileres Material verwenden.

Dank der beiliegenden Schablone konnte man die Form des Einsatzes gut planen und danach ausschneiden. Auch der Einsatz selber musste noch an die Klobrille angepasst werden.

Erste Probe

Die innere Einteilung passte soweit und somit konnte ich mich an endgültige Anfertigung der oberen Abdeckung machen. Dank des vorgefertigten Musters war dies kein allzu großes Vorhaben. Wegen der Schräge musste sie aber in zwei Teilen angefertigt werden.

Noch ein paar Besonderheiten und Gimmicks

Durch meine Recherchen im Internet bin ich auf ein Bauteil aufmerksam geworden, von dem ich bisher gar nicht wusste, dass es sowas gibt. Dabei handelte es sich um einen kapazitiven Näherungssensor. Er reagiert berührungsfrei, d.h. ohne direkten Kontakt auf die Annäherung eines leitenden oder nicht leitenden Gegenstandes und auch auf Flüssigkeiten mit einem elektrischen Signal.

Da ich in unserer Nasszelle keinen direkten Sichtkontakt ins Innenleben der Trocken-Trenntoilette habe, wollte ich eine optische Anzeige damit bauen. Weiterhin kam mir in den Sinn, beim Öffnen des Klodeckels ein elektrisches Signal an einen Verzögerungsschalter zu senden, der dann wiederum den Ablüfter für einen vorher zu bestimmenden Zeitraum einschaltet. Nach Rücksprache mit meinem Freund und Elektronikspezialisten konnte ich die verschiedenen Bauteile bestellen:

  • zwei unterschiedliche “Heschen kapazitiver Näherungssensor” , siehe auch Anmerkungen
  • 12V digitales Zeitrelais – damit kann man bis zu 15 Std. Nachlaufzeit des Lüfters programmieren
  • einige rote LED mit Widerstand, so spart man sich die extra Arbeit mit dem Verlöten und berechnen des Widerstandes
  • einige Meter Kabel zum Verdrahten und verschiedene Kleinelektroteile

Mit einem einfachen Aufbau konnte ich feststellen, dass der Fühler bei steigendem Flüssigkeitsstand einen elektrischen Impuls abgibt und mir so eine LED-Anzeige schaltet.

pers. Anmerkung zum kapazitiven Näherungsschalter:
Es gibt 4 verschiedene Ausführungen, die sich jeweils nur in der internen Verschaltung unterscheiden, je nachdem für welche genaue Anwendung sie benötigt werden. Hierfür ist der Fachmann gefragt, ohne den meine Lösung nicht möglich gewesen wäre.

Im Gegensatz dazu gibt es auch noch induktive Näherungsschalter, die man für metallische Gegenstände verwenden kann.

Der Einbau in Wort und Bild

Der „Rohbau“ war ja bereits erledigt, so brauchte ich nur noch nach Vorlage die einzelnen Bauteile anfertigen. Hier war natürlich genaues und fehlerfreies Arbeiten notwendig. Besonders habe ich darauf geachtet, daß der Zusammenbau so erfolgte, daß bei etwaigen, späteren Defekten und Reparaturen alle wichtigen Bauteile wieder zugänglich und ggf. auch wieder zerlegbar sind.

Nach einer letzten Überprüfung des richtigen Standortes, wurden beide Behälter mit einer Sperrholzplatte getrennt um einen stabilen Halt zu gewährleisten. Mittels einer einfachen Schiebvorrichtung kann der Kanister vom Trenneinsatz entkoppelt werden.

Der Feststoffeimer wurde noch mit einer Tür versehen und mit dem Flüssigkeitsfühler versehen, der jedoch den Tank nicht berührt . Er ist in der Höhe verschiebbar, wodurch man den Messpegel im Kanister anpassen kann. Sobald die Flüssigkeit die eingestellte Höhe erreicht bekomme ich eine Info-Anzeige im WC selber.

Weiterhin ist der bereits vorhandene Ablüfter noch über die Tür verbunden. Der Durchmesser des Schlauches und die Saugleistung des Lüfters muss erst in der Praxis erprobt werden und kann später ggf.  noch angepasst werden.

Ein weiterer kapazitiver Näherungsfühler schaltet beim Öffnen der Klobrille eine LED -Anzeige, die den Betrieb des Ablüfters über den Verzögerungsschalter signalisiert.

Von Vorteil war , dass gegenüber des WC eine Rückwand der Sitzgruppe ist. Wenn man diese abklappt, kann man gut zugänglich den Fühler einbauen und verkabeln und in Zukunft auch die Funktion kontrollieren.

Die schon vorhandene Wasserleitung habe ich nun fest installiert und mit einem Schlauchanschluss versehen. Somit ist eine vielseitig nutzbare Aussenleitung  entstanden.

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Gleichzeit wurde alles verkabelt. Aus dem Kabelsalat wurde nach und nach Ordnung. Wichtig ist eine gewissenhafte Beschriftung der Leitungen, damit man sich auch bei späteren Fehlern oder Umbauen wieder zurecht findet.

Waschbecken und Unterschank

Wir hatten uns für ein schwarz-weißes Keramik Waschbecken entschieden, daß farblich zu den anderen Einbauteilen passt, welches ich etwas in die Abdeckung versenkt habe, um ihm guten Halt zu gewähren und etwas an Höhe zu sparen. Für die vordere Verkleidung verwendete ich weiße Spanplatten, ebenso wie beim Toilettensitz. Einige Ablagen unterhalb der Waschmulde waren noch vorgesehen. Auch diese Verkleidung machte ich zum entfernen, um bei eventuellen Defekten am Auslauf oder bei den Wasserzuleitung für Dusche und Waschbecken.

Zu sehen ist hier auch die rote Warnanzeige, wenn der Urintank voll ist. Ersichtlich ist auch der Fühler für die Klobrille mit darunter liegender Anzeige, wenn der Lüfter in Betrieb ist.

Weiterhin baute ich auch noch eine Schublade mit Teleskopauszug ein. Dieser ist vorgesehen für das notwendige Einstreumaterial. Durch den langen Auszug kann er bis über die Öffnung herausgezogen werden und erleichtert so die Entnahme. Eventuell gibt’s später noch eine Öffnung nach unten, wodurch man das Material direkt einfüllen kann. Das einzige, was aus der vorhandenen Nasszelle noch Verwendung fand, war die hochwertige Waschbeckenarmatur, die auch noch 25 Jahren noch gut in Schuss war.

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