Die Reise nach Basel zur Fasnacht ist etwas besonderes. 2010 war ich dort das erste mal mit meiner Frau (bzw. damals noch Freundin). Damals noch ohne Kinder. Nun 9 Jahre später sind wir als Familie mit unseren Kindern wieder zur Fasnacht in Basel. Da wir dort Familienanschluss haben und vor der Tür „parken“ können, habe ich euch eine kleine Campingplatz- und Parkplatzempfehlung gesucht. Dazu später mehr.

Basler_Fasnacht_Morgestraich_Start

Die Reise in Zahlen

  • 08. März – 12. März 2019

  • 864 Kilometer

  • Basel und Umgebung

  • Mautgebühren Jahresvignette 40 sFr (36,50 Euro). Über 3,5 Tonnen nach Schwerlastabgabe z.B. 10 Tage, die man übers Jahr verteilt frei wählen kann kosten 32,50 sFr (28,50 Euro).

  • 2 Erwachsene

  • 2 Kinder

  • Freistehen

  • Die Kartendaten stammen aus unserem Beitrag GPS-Tracker. Die Kartendarstellung stammt aus my-gps.org.

GPS_Tracks_08_03_2019-12_03_2019

Was ist ein Waggis?

Der Hauptcharakter der Fasnacht ist der Waggis mit traditioneller Verkleidung, welcher einen Elsässer Tagelöhner in der Arbeitstracht eines Gemüsebauern darstellt. Ein blaues Hemd, eine weiße Hose, rotes Halstuch und ein weißer überdimensionierter Hemdkragen und viel zu grosse „Zoggeli“ Holzschuhe und manchmal eine Zipfelmütze. Diese Figur wird unendlich oft und vielfach überzeichnet auf der Basler Fasnacht dargestellt.

Selbst das edle Hotel am Ort „Die 3 Könige“ lässt jedes Jahr unterstützt durch die Feuerwehr ihre 3 Könige umdekorieren und nennt sich zur Fasnacht „Die 3 Waggis“.

Basler_Fasnacht_Hotel_Les_Trois_Die_Drei_Waggis

Meine beiden Töchter als Waagis.

Basler_Fasnacht_Meine_lieben_Waggis

Die Geschichte hinter der Fasnacht

Die Basler Fasnacht startet jedes Jahr genau eine Woche nach dem deutschen Rosenmontag. Der Ursprung dieses Unterschieds geht in der Geschichte bis in das 10.te Jahrhundert zurück. Die wohlhabende Bevölkerungsschicht beschloß damals an Wochenendtagen das Fasten zu unterbrechen. Das einfachere Volk hielt jedoch an dem ursprünglichen Brauch fest. Dieser besagt eine Fastenzeit von 40 ununterbrochenen Tagen vor Ostersonntag. Die Fasnacht hat in Basel somit eine sehr alte und ursprüngliche Tradition.

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Morgestraich

Der Morgestraich startet bei völliger Dunkelheit der Basler Innenstadt am Montagmorgen um 4.00 Uhr früh. Im Video seht ihr die Punktlandung an dem die Basler Stadtwerke das Licht in der gesamten Innenstadt ausmachen. Wer von den Geschäften vergisst das Licht zu löschen, hat in der nächsten Ausgabe der Basler Tageszeitung ein wenig Stunk und Hohn zu erwarten.
Aber bekanntlich ist immer einer dabei, der vergisst das künstliche Licht zu löschen. Erlaubt sind nur die Laternen der Cliquen und die Kerzen in den Wirtshäusern, Bars und Restaurants. Viele bleiben die ersten Tage durchgehend geöffnet. Zum essen bieten sich die Klassiker der Fasnacht an. Die pikante Käsewähe, Zwiebelwähe oder die traditionelle Fasnacht Mehlsuppe.

Hinweis
Der öffentliche Nahverkehr fährt zur Fasnachtzeit auch zur Zeit des Morgestraich. Die Routen des Umzugs könnt ihr hier unter Strassenfasnacht nachschlagen.

Die Clique

Die Cliquen sind die verschiedenen Fasnacht Gemeinschaften. Knapp 18.000 aktive Fasnächtler gibt es. Die Themenverkleidungen (Sujets) wird meistens durch kleine Laternen oder Kopflaternen ergänzt. Vor den Cliquen wird meist eine grosse, zirka 4-5 Meter hohe Zuglaterne von den Stärksten gehoben oder durch die Straßen gezogen.

Auf das Kommando „Morgestraich, vorwärts, Marsch“ setzen sich alle Cliquen mit einem Kawusch in Bewegung. Am ersten Morgen gibt es nur das die traditionelle Musik mit Trommeln, Pfeifen und Piccolos. Rund 490 Einheiten / Cliquen waren es 2019 laut Fasnacht-Comité. Da kann man sich gut vorstellen wie viele Vorbereitungswochen und Monate das für jede Clique bedeutet.

Cortège

Die Cortèges sind die Fasnachts-Umzüge am Montag- und Mittwochnachmittag durch die Innenstadt. Nur der Abmarschpunkt und Abmarschzeit sind festgelegt. Den Rest bestimmen die Cliquen selbst. Das macht das ganze sehr spannend und vielfältig, denn das Zufallsprinzip entscheidet was ihr zu sehen bekommt. Die Wagen sind unheimlich vielseitig und von urkomisch bis spannend dekoriert. Es fliegen Bonbons, Räppli (Konfetti), Orangen bis hin zur Zwiebel oder Lauch und auch Plüschtiere vom Wagen. Der ein oder andere bekommt eine extra Porton Räppli ab.

Apropos Räppli – kleiner Tipp: Kauft unbedingt eine Plakette (Anstecknadel) vom Fasnacht Comité. Ihr seht eine Plakette im Bild meiner beiden Töchter oben in Bronze.
Der erste Grund – Ihr unterstützt das Fasnachts-Comité und die Cliquen finanziell.
Der zweite Grund – Ihr minimiert die Räppli Salven auf euch erheblich. Ihr bekommt aber auch so eine Menge davon ab. Was für ein grosser Spaß.

Kaufen könnt ihr die Plakette an diversen Stellen am Innenstadteingang bei den Fasnachtsgesellschafts Mädels mit dem Bauchladen. Es gibt verschiedene Anstecknadeln in Bronze, Silber etc.

Kinder- und Familienfasnacht

Diese ist am Dienstag nachmittag gegen 14 Uhr. Kinder können wenn sie möchten verkleidet kommen. Der normale Zuschauer hat ganz selten eine Kostümierung. Wenn dann gibt es vereinzelt traditionelle Verkleidungen. Meist sind es aber nur Cliquenmitglieder oder „freie“ Teilnehmer am Umzug. Von daher würde ich ohne aktives Wissen nicht empfehlen eine Verkleidung zu tragen.

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Laternen

Rund 150 – 200 Laternen gibt es jedes Jahr zu bestaunen. Themen gibt es wohl genug aus Politik, Weltgeschehen, Umweltschutz oder depperte Menschen. Soviel subtile Volksdemonstration und Feingefühl habe ich selten in meinem Leben erlebt. Manche Laternen sind wahre Kunstwerke und werden an verschiedenen Tagen auch auf dem Platz vor dem Basler Münster ausgestellt. Das sollte man nicht verpassen, um die Kunstwerke zu bestaunen und ausgiebig zu fotografieren.

Guggenmusik

Die Guggenmusik aus Trommeln und Blechblasinstrumenten wie Trompeten, Posaunen und Tubas spielen vom Neuzeitsound bis zum Evergreen. Die ganze Stadt kommt fast zum beben und sucht seinesgleichen. Strikt getrennt von der klassischen Glockenmusik hat jeder seine eigene Spielzeit in der Altstadt.

Am Dienstagabend gehört den Guggen-Musikern die Innenstadt und ein grosses Konzert ist das Highlight. Aber auch am Montagabend gibt es in der Steinenvorstadt ein paar Guggenmusik-Cliquen die sich musikalisch duellieren. Manche Cliquen scheinen entweder gespielt oder real sich nicht gut zu vertragen, denn die Kontrahenten geben alles was ihr Musikinstrument hergibt. Und das direkt nebeneinander. Zur Freunde und manchmal auch zum Leid für die Zuschauer.

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Schnitzelbängg

Der Schnitzelbank ist weitaus mehr als nur eine Tradition. Die Texte sind voll von Poesie, Ironie und Sarkasmus. Es gibt auch gesungene und geschauspielte Texte, welche die Ereignisse der letzten 12 Monate aufs Korn nehmen. Die Texte „Ladärne-Värsli“ bekommt man auch auf den Umzügen. Wer die Sprache etwas lesen kann wird sich amüsieren.

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Ausschank

Während der Fasnacht bekommen die Cliquen eine Ausschankerlaubnis, welche in der ganzen Altstadt reichlich genutzt wird. Viele urige Keller und Traditionshäuser sind für das durstige Volk geöffnet und ganz ehrlich – in so einem historischen Raum trinkt sich das Feldschlösschen gleich viel besser.

Es lohnt sich durch die Altstadt zu ziehen und sich mit der Menge treiben zu lassen. In und erst recht vor den Lokalen und Kneipen wird ebenso gutes oder auch schnelles Essen und Trinken angeboten. Menschentrauben schieben sich durch die Strassen und immer wieder kommen Cliquen mit Trommlern und Laternenträgern bis spät in die Nacht und manchmal auch bis zum nächsten Morgen einem entgegen. Einen lebenslustigeren und bunteren Ort bekommt man um diese Jahreszeit in Europa wohl kaum zu Gesicht.

Endstreich

Der krönende Abschluss der „drey scheenschte Dääg“ wird am Mittwochabend mit dem Endstreich eingeläutet. Wir waren dieses mal nicht mehr bis zum Endstreich. Zwischen Mitternacht und 04.00 Uhr morgens ist der Höhepunkt der Nacht und man kann nochmal in vollen Zügen das Treiben der Cliquen und Guggen genießen. Am angestammten Treffpunkt spielen diese einen allerletzten Marsch oder ein abschliessendes Musikstück. Dann heisst es Abschied von der Fasnacht nehmen und – nach der Fasnacht ist vor der Fasnacht.

Der Parkplatz direkt am Rhein

Für Wohnwagen und Wohnmobile

In Basel selbst gibt es weder offizielle Camping- noch Stellplätze. Noch am nächsten dran ist der Camping Waldhort in Reinach. Zwar gut bewertet, aber nahe an der Autobahn. Mit der Tram 11 seid ihr allerdings in nur 20 Minuten im Zentrum des Geschehens. Am Aeschenplatz austeigen.

Für Campervans und teilweise Wohnmobile

Wir haben das Glück das wir Familienanschluss dort haben und „parken“ quasi mit dem Wohnmobil vor der Haustüre. Wir kennen aber einen Platz vom vorbei gehen. Zur Fasnacht parken und übernachten auf dem Parkplatz an der Wettsteinbrücke im Sankt Alban-Rheinweg viele Campervans und kleinere Wohnmobile. Wer früh genug da ist, bekommt einen erste Reihe Parkplatz direkt am Rhein. Wir kennen die Bestimmungen des Parkplatzes nicht in einzelnen aber zur Fasnacht wird das sicherlich auch Nachts nicht ganz so streng gehandhabt.

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Es gäbe noch so viel zu erzählen. Die alti und die jungi Garde, die Bingiiszügli und und und. Als Impression reicht es allemal und hoffe ihr habt Lust bekommen das Spektakel mal live zu erleben.

Die Stadt Basel hat noch so vieles mehr zu bieten und aus den vielen Besuchen außerhalb der Fasnacht gibt es noch seitenweise spannendes und interessantes zu erzählen und zu berichten. Dazu gibt es sicher bald mehr – hier auf camper.help

Gute Reise und viel Spass in Basel.

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✏️ Autor des Beitrags

  • Wer ich bin

    Ein Reisevogel und Papa von Zwillingen.

  • Meine Lieblingsländer

    Albanien, Deutschland, Kroatien, Italien, Portugal.

  • Campingziel

    100 Tage pro Jahr im Wohnmobil.

  • Schwerpunkte

    Technik im Detail.

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    Hilfe finden – Hilfe anwenden. Von Camper – für Camper.